Neues Fachwerkhaus bauen

15.11.2016 Markus



Hallo

Ich habe die Suchfunktion schon benutzt und nicht allzu viele Infos zu meiner Frage gefunden.

Ich möchte nächstes Jahr ein Fachwerkhaus bauen. Am besten wäre es wenn ich einen Bausatz bestellen könnte und diesen von einer hier ansässigen Firma stellen lassen könnte, wenn möglich auch mit Dach.
Die Lehmarbeiten würde ich auch von einer hier ansässigen Firma machen lassen und den rest soweit es geht in Eigenleistung.

Der Standort ist West/ Südthüringen.

Hat jemand da Erfahrungen und evtl gute Kontakte für mich.

Mfg
Markus



Fachwerkneubau



Ein Wohnhaus ist kein Carport.
So wie Sie sich das vorstellen läuft es nicht.
Grundstück suchen/kaufen,
Planer suchen/beauftragen,
Haus planen,
Baugenehmigung beantragen,
Ausschreibungen fertigen,
Verträge abschließen,
Abbund fertigen lassen, Fachwerk richten lassen usw.

Normalerweise wird jedes Haus an das Grundstück und die örtlich geltenden Vorgaben aus den Bebauungsplänen angepasst, Häuser aus dem Katalog bestellen klappt nur bei bestimmten Grundstücksgrößen und Lagen. Selbst dafür brauchen Sie für die Anpassung einen Planer.

Dann sind reine Fachwerkneubauten aus baurechtlicher Sicht gar nicht mehr zulässig. Es gibt einige Firmen die Fachwerkneubauten anbieten; das sind aber quasi Fakes. Das Fachwerk ist mehr oder weniger nur Fassadenschmuck. Solche Häuser sind immer teurer als vergleichbare Neubauten mit den gleichen Gebrauchswerteigenschaften.

Mein Tipp:
Kaufen Sie einen Bestandsbau. Wenn Sie unbedingt neu bauen wollen- es gibt mehrere Anbieter am Markt die sich auf die Planung und den Bau von Fachwerkneubauten spezialisiert haben.





Ja ein Wohnhaus.
Grundstück ist vorhanden.
Genau diesen Planer suche ich hier. Das war meine Frage.

Natürlich sind Fachwerkneubauten nicht Verboten. Das ist absoluter schwachsinn.

Mfg
Markus



Fachwerkneubau



Ich schrieb: "Dann sind REINE! Fachwerkneubauten aus baurechtlicher Sicht gar nicht mehr zulässig."
Das ist kein "absoluter schwachsinn."
Das werden Sie spätestens dann merken wenn Sie mit einem Planer reden.
Wenn Sie einen Neubau wollen der so aussieht wie ein klassisches Fachwerk- das ist machbar, wenn auch teuer.
Über die Suchfunktion hier im Forum findet man zwei Firmen die Ihr Interesse wecken sollten:
Fuhrberger Zimmerei
und Innovationsbüro Ingolf Christianus.
Die können Ihnen wenn es um Neubau geht weiterhelfen.





Ich war schon bei zwei Firmen. Diese haben mir versichert das man ein normales Fachwerkhaus mit entsprechender Lehminnendemmung ohne Probleme bauen kann... diese erforderten jedoch nicht meine Anforderungen. von daher ist es vollkommener Schwachsinn.

Danke für die Antwort mit dem Planer. Den zweiten kannte ich noch nicht.

Mfg
Markus Stahl



Fachwerkneubau



Was sind denn deine Anforderungen?

Zur Konstruktion von neuen Fachwerkgebäuden gibts schon div Beiträge.
ZB Fachwerk außen als tragende Struktur, Gefache zB mit Holzfaserplatten oä gedämmt, innenseitig auf Holzfaserplatten zur Vermeidung von Wärmebrücken Lehmstein- oder massive Ziegelwände zur Schalldämmung, als Brandschutz und zur Wärmespeicherung.

Möglichst große Dachüberstände vorsehen, die auch als Terrassenüberdachung und als umlaufender, überdachter Gang genutzt werden können, massiven Sockel über das umgebende Erdreich anheben.

Andreas Teich





Andreas Teich, genau so sollte es sein.
Aber viele beiträge dazu habe ich nicht gefunden.

Mfg
Markus Stahl



Fachwerkneubau



Hier muß ich Markus recht geben, Herr Teich.
Ich habe solche Diskussionen auch noch nicht gelesen, höchstens über Gartenlauben und Carports.



Im Paderborner Land / Bielefeld



gibt es eine Firma die mit Fachwerkhaus Bausätzen ab 49.000 EUR wirbt, da wird wohl noch von innen Dämmung und eine Mauerwerksschale erforderlich



Fachwerkneubau



was schwebt dir vor zur Gestaltung und zur Konstruktion und zum Wandaufbau?
Du könntest Bilder und Infos mailen oder hier einstellen, dann wirds sicher Beiträge dazu geben.

Das Fachwerk kann im Prinzip jeder Holzbaubetrieb erstellen- evt mit Abbundanlage.
Das Problem wird eher sein, bei Eiche trockenes Holz in den entsprechenden Dimensionen zu finden.
Bei KVH natürlich kein Problem, das gibs auch in Lärche.

Die Gefache können mit verputzbaren Holzfaserplatten gedämmt werden, am Rand ggf mit Kopmpriband abdichten, außen Kalk-/Kalkzementputz, ggf mit Reinsilikatfarbe gestrichen.
Innenseitig je nach Dämmstandard eine komplette Lage Holzfaserplatten oder Zellulosedämmung verwenden.

Raumseitig zB eine 12 cm dicke massive Lehmstein- oder Ziegelwand setzen und mit Lehm- oder Kalkputz versehen.
Damit läßt sich jeder gewünschte U-Wert erreichen bis zum Passivhaus.
Heizsystem, Bodenaufbau, Konstruktion etc je nach Wunsch und ggf Eigenbaumöglichkeiten.

Andreas Teich



Frage



an Markus: geht es Dir vordergründig umdie Baustoffe,um das Aussehen oder um die Konstruktion und die damit verbundene Möglichkeit der Eigenleistung ? Mit mehr Hintergrund würden sicher auch mehr Infos kommen.



Sichtfachwerk oder Timber Frame ?



Neues Sichtfachwerk: Bitte nicht, warum so kompliziert ?

Timber Frame: Kann sehr schön sein. Aber günstig wird es nicht da es aussen immer noch eine Dämmschale braucht. Das Fachwerk ist beim Timber Frame etwas einfacher da die Versteifung durch OSB-Platten übernommen wird.

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/41165$.cfm





Olaf aus Sachsen: Es geht mir darum, ein Fachwerkhaus zu bauen. Und darin mit meiner Familie zu leben.
Im Prinzip brauche ich nur eine gute Firma die es Plant und mir die Holzkonstruktion, aus vernünftigen Holz herstellt. Den rest würde ich mit hier ansässigen Firmen fertig stellen.





Andreas Teich:
Jetzt kommen wir der Sache näher.

Wandaufbau dachte ich mir so zb.
Fachwerk mit außen mit Sichtmauerwerk verblendet(also nur die Gefache, danach eine entsprechend dicke Schicht lehmputz, darauf Holfaserplatten, dann eine Mauer mit Leichtlehmsteinen und darauf Lehmputz und Lehmfeinputz.

So... aber ich brauche wie gesagt im Prinzip nur einen Planer und eine Firma die das Fachwerk mit Dach herstellt, den rest können hier ansässige Firmen machen, bzw ich in Eigenleistung.

Mfg
Markus Stahl





Methusalem: wie heißt diese Firma???



Lieber aus einer Hand !



Wenn das Sichtfachwerk verrottet, weil die Ausfachungen nicht gut angeschlossen sind, habt ihr schlechte Karten...



Schau hier



http://www.korte-holzbau.de/lippe-fachwerkhaus.html

Aber auf eigene Gefahr, ich weiß weiter nichts über die!





Danke für die glorreiche Antwort. Es wird schon ordentlich gemacht.

Danke für die Firma.



@Herr Teich



Kompriband? In die Gefache?



Kompriband



Seitlich zwischen Holzfasreplatten und Holz-speziell wenn dieses nachtrocknet und größere Fugen bildet.
Was beim Fenster hilft kann bei der Fachwerkdämmung auch helfen.
Bei Ausmauerung und trockenem Holz würde ich keine Notwendigkeit sehen.

Andere Vorschläge zur Fugenabdichtung in solchen Fällen oder gar nichts machen?

Andreas Teich





Gehts hier um Fugenabdichtung???



Ja genau Fugenabdichtung



Nein Vorschläge hab ich keine! Ist nicht mein Gebiet.



Aktuelles Projekt



Manches scheint aus dem Ruder zu laufen und vieles kommt erst sehr spät auf den Punkt.
Derzeitig befinde ich mich gerade in einem aktuellen Fachwerkhaus-Neubauprojekt.
Der Bauherr hatte seine konkreten Vorstellungen, energetischen Lösungsansätze und somit entstand dann dieses gegenwärtige Fachwerkprojekt.
Industrielle Materialien, sind weitestgehend ausgeschlossen worden.
Also kein OSB, kein Leimholz, keine Folien, keine Kunsstoffe.
Die Lehmausbauarbeiten, Gefachwände, Vorsatzschalen, Deckenfüllungen und die vielen damit im Zusammenhang stehenden Konstruktionsdetails, werden direkt von dem Lehmprodukthersteller mit erarbeitet und zur Lösungsumtzung gebracht.
Hierbei handelt es sich um die Firma Conluto.
Wir als Lehmbaufachhandwerker sind somit in einer guten Partnerschaft mit Bauherrn, Hersteller, und Planer.
Großes Augenmerk auf enorme Nachhaltigkeit.
Ich bin gern bereit, ihnen dazu Gesprächskontakte zu knüpfen.
Die Abbundarbeiten und die Aufstellung der Gesamtkonstruktion erledigt eine versierte Firma aus dem Raum Osnabrück.
Zusätzlich hätte ich hier im Oberlausitzer Revier eine Zimmerei ansässig, die ähnliches in hochwertigster Präzission erarbeiten und auch konfigurieren und erstellen.





Danke Udo Mühle...
Solche Antworten hatte ich mir hier erhofft.
Wie kann ich am besten mit dir Kontakt aufnehmen?

Mfg
Markus Stahl



In Sprachform...



...ist immer noch die beste und altehrwürdigste Form einer guten Kommunikation.
Gepostetes ist ewig geduldig.



Kunst der Fuge



Ich habe einmal ein Blatt von Fermacell gesehen wie sie Ausfachungen mit verputzbaren Powerpanel HD Platten füllen. Kann ich leider nicht mehr finden. War aber ziemlich aufwendig mit Kompriband usw, und die HD Platten sind auch nicht so günstig.

Mir wäre das Risiko und der Aufwand zu hoch.

~~~

Markus, bitte denke daran dass ein neues Wohnhaus die EnEv einhalten MUSS. Lehm oder Ziegelausfachungen haben keinen guten Dämmwert, und die starken Balken des Fachwerks sind auch Wärmebrücken. Die Physik lässt sich nicht überlisten.

Du müsstest auf der Innenseite dämmen. So verlierst du kostbaren Platz, hast die höheren Risiken einer Innendämmung, und am Schluss eine wenig interessante glatt verputzte Wand.

Dann hätte ich lieber einen schönen, sichtbaren Holzrahmen im Innenraum, und aussen eine Dämmschicht und Vorhangfassade aus Holz oder was immer. Man kann den Pelz auch nach innen tragen...



Wandaufbau



Egal ob die tragende Struktur aus Holz oder einem anderen Baustoff besteht ist es im Normalfall günstiger, die Dämmung außen und schwere Baustoffe/Wände innen vorzusehen.
Wenn sich die tragenden Holzständer innen vor der Wand befinden umgeht man Wärmebrücken und Wetterexposition der Hölzer, dafür muß die Dämmung evt aufwendiger mit der Wand verbunden werden.

Bei einer außen sichtbaren Fachwerkkonstruktion kann die Dämmung leicht innerhalb der Gefache und innen darauf angebracht werden, was
Wärmebrücken reduziert, die aber natürlich trotzdem noch vorhanden sind.

Wenn die schwere Wand innenseitig steht handelt es sich aber immer noch um eine bauphysikalisch günstigere Außendämmung.

Ich würde als Ausfachung eher verputzbare Holzfaserplatten wählen (alternativ magnesitgebundene Heraklithplatten) da die Putzstruktur frei gewählt werden kann.

Keine Luftschichten vorsehen.
Bei größeren Dämmstoffdicken ist es am wirtschaftlichsten, zwischen Fachwerkaußenverkleidung und schwerer Innenwand Zellulose einzublasen.

Andreas Teich