Neuer Dielenboden auf alte Dielen?

27.02.2014



Hallo,

wir sind dabei ein Haus Bj. '27 zu renovieren. Unter dem Linoleumboden kam ein Holzdielenboden zum Vorschein. Trocken, ohne Holzwurm, schüsselt nicht und knarzt nur an einer Stelle, eigentlich also in Ordnung, bis auf ein paar Stellen, an denen wohl mal ein Eimer Farbe ausgelaufen ist o. ä.. Darunter eine Schlackendecke und der Keller (trocken).

Jetzt meine Frage: Ich würde gerne die vorhandenen Dielen beibehalten und darauf mit Hilfe von Elastilon (5mm) einen 20mm Eichendielenboden schwimmend verlegen. (Ich weiss, dass es über diese Methode kontroverse Meinungen gibt, aber das ist eigentlich nicht das Problem) was ich mich Frage ist, bringt es generell Nachteile für den noch vorhandenen Dielenboden, wenn darauf eine Kunsstoffeinlage, die ja wohl eher luftundurchlässig ist mit dem Kleber, liegt (Stichwort Belüftung), oder muss ich sogar noch zusätzlich eine Dampfsperre unter die Elastilonmatte legen? Im Netz und auch im Bekanntenkreis gibt es dazu sehr conträre Meinungen.

Ich danke schon mal im Voraus für die Hilfe

Grüsse Achim



Alte Dielen erhalten



Wenn die alten Dielen doch noch in Ordnung sind: Warum nicht abschleifen? Ich finde ja einen alten noch erhaltenswerten Boden deutlich schöner.

In meinem Haus hat die Kombination aus nicht gelüftetem Keller und mehreren Lagen Linoleum zu einem sehr "federnden" Bodenbelag im EG geführt bei dem nur das vollflächig verklebte Linoleum verhindert hat dass man spontan ein Stockwerk tiefer stand.

LG,
Tina



Hallo Tina,



prinzipiell hast Du schon recht, nur die Spalten zwischen den Dielen sind teilweise bis 5mm breit und wie gesagt, die Farbe, ich weiss nicht, ob ich das mit Schleifen nochmal schön hinbekomme.
Der Keller ist schon belüftet, prinzipiell könnte Feuchtigkeit nach unten entweichen, aber ich würde trotzdem gerne sicher gehen, dass da nichts passiert.



Versuch macht kluch :-)



Allein schon aus Kostengründen würde ich es zumindest einmal an einer Ecke mit einem Handschleifgerät ausprobieren. Manchmal ist man überrascht wie schön so altes Holz nach dem Schleifen aussieht. Vor allem, da die früher oft verwendeten raumlangen Dielen heute nicht mehr zu bezahlen sind.

Die breiten Spalten könnte man ausspanen, und wenn es nur Farbe ist sollte sich das gut abschleifen lassen. Kommt natürlich auch darauf an wie schön die Dielen wirklich sind, welches Holz etc. Weißt du denn was genau du da auf dem Boden hast?

LG,
Tina



Elastillon...



ist für eine Massivholzverlegung ungeeignet (auch wenn der Hersteller möglicherweise anderes behaupten könnte). Es ist hier auch unnötig. Und die absperrende Wirkung könnte wirklich an der Altdielung und den Balkenköpfen zum Problem werden.

Die schwimmende Verlegung massiver Böden würde ich generell als fachlich grenzwertig bis falsch einschätzen. Ich empfehle, Unebenheiten in der Altdielung zu nivellieren - Vertiefungen könnten mit einem faserarmierten Spachtel beseitigt werden. Darauf vollflächig 2mm Rollkork. Dann werden die Dielen mit Dielenschrauben (SPAX o ä.) verdeckt geschraubt und geölt.

Der Boden liegt nun weitaus fester als auf einer Klebefolienbahn unbekannter Haltbarkeitsdauer und ist immer noch ein wenig dampfoffen.

Grüße

Thomas



@ Tina



"Vor allem, da die früher oft verwendeten raumlangen Dielen heute nicht mehr zu bezahlen sind. "

Das ist eine Legende. Einfache Nadelholzdielen (Fichte, Kiefer) gibt es immer noch für kleines Geld.

Grüße

Thomas



Danke



für die Tipps.

@ Tina: Ein Grund für die neuen Dielen ist der, dass wir aus 3 Räumen, in denen der alte Dielenboden liet, einen grossen Raum machen wollen. D.h. wir reissen 2 Wände raus unter denen latürnich keine Dielen liegen und ich kann mir momentan noch nicht vorstellen, wie ich die Flickstellen dann so hinkriegen soll, dass es noch einigermassen aussieht.

@ Thomas: Hatte ich mir fast gedacht, dass es Bedenken wegen der Durchlässigkeit geben könnte. Vielleicht muss ich meine Pläne doch nochmal ändern und den alten Boden rausreissen.

Grüsse
Achim



@Thomas



Da er Eiche verlegen möchte bezog ich mich jetzt auch darauf. Ich hab mir für meine nun wirklich nicht palast-artigen Räume mal Preise eingeholt. Da hätte mich dann der Fußbodenbelag deutlich mehr als das Haus gekostet.

Klar gibt es Fichte oder Kiefer für recht kleines Geld, das ist dann eben auch entsprechend empfindlich. Wenn da also z.B. Eiche oder Pitch Pine liegt könnte sich ein Aufarbeiten durchaus lohnen.

LG,
Tina



@ Tina



Die früher übliche raumlange Dielung ist aber nicht Eiche, und schon gar nicht Pitch Pine, sondern eben Fichte oder Kiefer.

Und sowas liegt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit jetzt auch beim Fragesteller. Im 1.OG ist auch keine Belastung zu vermuten, die einen Eichenboden fordern würde.

Grüße

Thomas