neue Gusseisenheizkörper UK

05.05.2015 mstern



Hallo,
hat jemand von euch schon einmal neue Gusseisenheizkörper in UK bestellt? Dort gibt es eine Reihe von Online-Shops dazu - preislich wesentlich günstiger als die wenigen Anbieter in Deutschland - jedoch bin ich mir nicht sicher, ob später auch die Anschlussmaße passen usw. Bevor ich jetzt eine Tonne an Eisen per Internet bestelle... wollte ich mal fragen, ob sich da jemand auskennt!?

Viele Grüße





Einige Anbieter hier importieren die HK aus UK. Die Nabenabstände müssen erfragt werden damit ihr Heizungsbauer die richtigen Abstände einhalten kann. Die Gewinde sind i.d.R. Normgrößen in Zoll die genauso in Dtl gelten. Es gibt auch (sehr selten)Ausnahmen Im Zweifel anfragen , bzw. adaptieren.
Ob es sich lohnt? Die Versandkosten sind auch nicht gering.

Linkempfehlung zu historischen HK:
http://www.bosy-online.de/alteHeizungsanlagen.pdf

Warum keine antiken Heizkörper?
Spülen, sandstrahlen, lackieren oder pulvern und freuen. Kann ihnen gerne mal Bilder schicken , wie soetwas aussehen kann. Die Beschaffung ähnlicher oder gleicher Heizkörper ist jedoch ein Problem, wenn man mehrere benötigt.
Umnippeln , also kürzen und verlängern geht bei den Modellen in 1 1/4" und 1 1/2" bedarf aber langer Verlängerungen Nippelstange und mind. 3/4" Umsteckknarre.
Größere Größen sind sehr kniffelig.

Gruß
Selle





Hallo,

in dem Artikel sind die Leistungsdaten zumindest der artdeco Mehrsäulerröhren Heizkörper die von 1900 bis 1935 gängig waren, benannt... Hier bekommen die meisten Klempner auch Schnappatmung beim Wort: "Jugendstilgussheizkörper"

Nach historischen Vorbildern nachempfundene GHK werden immer über die Radiatornnaben angeschlossen, also ist der Nabenabstand wichtig. Anschluß von unten wie bei den modernen Ventilheizkörpern wäre auch nicht original. Versuchen sie ihren Hzg.bauer zum Weichlöten zu motivieren, sieht m.E. besser aus, und hinterher das Rohr mit Kupferreiniger auf Hochglanz bringen.

Welchen Anbieter in UK haben sie ausgewählt?
Welche Ventile wollen sie verbauen?

Gruß



Poliertes



Cu-Rohr bei einer Heizung auf optischem Stand von vor dem 2. Weltkrieg?!?
Ich würde da entschieden zu lackiertem Stahlrohr raten, im Sichtbereich durchaus mit Schraubfittings, angeblich war Schweißen bei Heizungen schon um 1900 sehr beliebt.

Die Gewinde sind in ganz Europa einheitlich, ich vermute das haben wir der britischen Gaswerks-Expansion im 19. Jahrhundert zu verdanken, bei der die auch gleich ganze Leitungsnetze mitgeliefert haben.

Gag am Rande: die Amerikaner haben auch zöllige Gewinde, aber inkompatibel - andere Gewindesteigung und was weiß ich was.



Guss-HKö aus England



"Hier bekommen die meisten Klempner auch Schnappatmung beim Wort: "Jugendstilgussheizkörper""
Mit Verlaub:
1. bauen Klempner keine HKö ein und 2. wiegen die Dinger auch "Tonnen", muss man nicht unbedingt haben;-))

Ob die Gussheizkörper aus England oder Deutschland kommen dürfte ziemlich belanglos sein, solange sie der EN entsprechen.
Allerdings gebe ich Folgendes zu bedenken:
Haben die Heizkörper eine moderne Form, passen auch moderne Armaturen dazu.
Bei einer alten Form oder gar bei Verzierungen sieht das nicht so gut aus, da wären "alte" Ventile angesagt. Die erforderliche Regelung muss dann anders gelöst werden.
Kupferrohr passt auch nicht wirklich dazu; früher waren geschweißte Eisenrohre üblich.
Die Heizkörper sollten auch vor der Rohrleitungsmontage vor Ort sein. Sollte das nicht möglich sein, ist der Nabenabstand ein wichtiges Maß. Wichtig sind auch die Gliedgewinde: 1 1/4" R+L, dann kann jeder Heizungsbauer die HKö auf die gewünschte Länge zusammenbauen. (1 1/2" ist eher ein Exot)





Hallo,

na die sehen doch chic aus!!! Danke für den link, kannte ich noch nicht.
Bei ihrer Installation sind die Nabenabstände egal, um die Rohre an der richtigen Stelle aus dem Fußbodenn zu führen müssen sie natürlich den mittigen Abstand der Rohranschlüße für Vor- und Rücklaufventil im eingebauten Zustand am jeweiligen Radiator kennen.

Für Hr. Esztermann:
1) Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik = umgangssprachlich "Klempner". Die Verwendung einer regional typischen, umgangssprachlichen Berufsbezeichnug war nicht abwertend gemeint.

2) Ein Gussheizkörper der "Tonnen" wiegt, Tonnen, also Mehrzahl gleich mehrere Tonnen also mind. 2000kg pro Stück, hätte bei dem Modell, dass ich bei mir im Hause verbaut habe (Gewicht/Maße pro Rippe ~22kg, Nabe oben 1,5" unten 2", Höhe 123cm, Länge 76mm) eine ungeteilte Baulänge von 6,81m. Eine Baulänge die im privaten Wohnungsbau, wo ästhetische Überlegungen eine Rolle spielen, gewiss äußerst selten vorkommen dürfte. Die "Tonnen" waren sicher auch umgangssprachlich gemeint, gelle

Gruß
Selle



Heizkörper und anderes



Ist doch ein schicker Heizkörper.

Üblicherweise werden Heizkörper einseitig (Vorlauf oben – Rücklauf unten) angeschlossen.
Bei diesem reitenden Anschluss ist unbedingt eine Stauscheibe einzubauen, da sonst die Heizleistung drastisch sinkt.
Außerdem sollte bedacht werden, dass das Gewicht des Heizkörpers (der abgebildete bringt sicher 200 kg oder mehr auf die Waage) auf vier kleinen Flächen aufsteht.
Auch eine Verankerung an der Wand ist erforderlich.


@ D.Selle
Meine Anmerkungen waren scherzhaft gemeint, daher der Smiley am Ende.
1) Dass der "Klempner" umgangssprachliche für die anderen SHK-Gewerke steht, ist mir bekannt.
Habe ich nicht abwertend aufgefasst.
Ich habe in den drei Gewerken einen Meisterbrief; die stammen noch aus der "Vor-Anlagenmechanikerzeit". Genaueres auf meiner Website.
Übrigens hat es mal eine Initiative gegeben aus eben diesem Grunde als offizielle Berufsbezeichnung für den Klempner, den Spengler einzuführen – hat sich aber nicht durchgesetzt. Also leben wir weiter mit dieser "falschen" Bezeichnung.
Die Kollegen, die – landschaftlich bedingt – sich Spengler, Flaschner oder Blechner nennen, haben das Problem nicht.

2) Und die "Tonnen" waren ebenso gemeint.
Wer je Gussheizkörper im Bau transportiert und eingebaut hat, weiß um die damit verbundene Knochenarbeit.

SG
Hans-Paul Esztermann



Stauscheibe



@Hans-Paul Esztermann: Ich habe mal in UK nachgefragt; eine Stauscheibe ist in den Heizkörpern nicht verbaut. Kann man soetwas nachträglich einbauen und ist dies recht aufwendig?
Der abgebildete Heizkörper wiegt übrigens 120kg...



Stauscheibe



Die Stauscheibe ist ein kleines Zubehörteil, dass in den HKö eingesetzt wird; dazu muss der Anschlussstopfen aus- und wieder eingedreht werden.
Das Teil sollte der Fachhandel zumindest besorgen können.
Wie ich schon schrieb, ist der übliche Anschluss oben und unten. Daher wird die Stauscheibe eher selten gebraucht; ist aber im Standardmaß 1 1/4" (5/4") leicht zu beschaffen.
Die 200 kg waren von mir grob geschätzt; welche Maße hat der HKö denn?





So jetzt noch ein wenig und dann bestelle ich die Teile; hätte nicht gedacht, dass man sich so über Heizkörper freuen kann... Der abgebildete Heizkörper hat 16 Glieder und ist 760 hoch x 144tief x 1010 breit.

Mit 1 1/4 zu 5/4 meinst Du dies hier!? Werde da nochmals genau nachfragen.



Infos zu HKö-Zubehör



Also, der abgebildete Anschlussstopfen hat ein Innengewinde von R 1/2" und ein Außengewinde von R 1 1/4". Diese Gewindegröße wird auch als 5/4" bezeichnet; das ist landschaftlich unterschiedlich, meint aber dasselbe.
Diese Stopfen gibt es mit Rechts- und Linksgewinde (nur das Außengewinde, das Innengewinde ist immer rechts). Man braucht beide. Das HKö-Glied hat auf der einen Seite Rechts- und auf der anderen Seite Linksgewinde (das ist erforderlich, damit man die Glieder zu einem HKö zusammennippeln kann).
Auf der Anschlussseite verwendet man üblicherweise die rechten Stopfen; in Deinem Fall sollte der Vorlauf mit diesem ausgeführt werden.
Also brauchst Du je HKö 1 re Stopfen 1/2", 1 li Stopfen 1/2" einen re od. li Luftstopfen (je nachdem, wo Du die Lüftungsmöglichkeit haben willst und einen li od. re Blindstopfen.
Wenn der HKö nicht in einem Stück, sondern in Blöcken geliefert wird, brauchst Du noch für jede Verbindungsstelle 2 Nippel 1 1/4" li/re + 2 Dichtungen; die sind auch für die Anschlussstopfen erforderlich (ggfs. haben diese eine eingelegte Dichtung).
Und für jeden HKö eine passende Stauscheibe.
Außerdem 2 Wandbefestigungen.
Falls Du noch Fragen hast, einfach melden; entweder hier im Forum oder über meine hinterlegten Kontaktdaten.
Viel Erfolg
Das Gewicht liegt im üblichen Bereich.
Ich versuche z.Z. das Bild einer Stauscheibe hochzuladen; irgenwie will der Server nicht.
Geht ja doch;-)))



Diese



Anschlussart (VL und RL gegenüberliegend unten) sieht man in Großbritannien überall, keine Ahnung warum. Unter anderem wohl weil eingeborene Briten gerne frieren ;-)
Ernsthaft betrachtet wohl hauptsächlich aus optischen Gründen.

Auch din Mitteleuropa sind die regionalen Unterschiede übrigens witzig - in Österreich werden Heizkörper meistens zweiseitig, Vorlauf oben, Rücklauf gegenüber unten angeschlossen.



HKö-Anschluss



Es kommt auf die Verteilung an, welche Anschlussart – im Sinne von weniger Arbeit und oder Material beim Einbau – günstiger ist.
Bei einem mehrstöckigen Haus mit durchgehenden Steigsträngen bietet sich der Anschluss einseitig oben und unten – rein praktisch – an.
Bei einem eingeschossigen Gebäude (oder auch einer Etagenheizung) ist der reitende Anschluss (im vorgeannten Sinne) von Vorteil. Hydraulisch aber ein Problem, weil die Leistung des HKö, bedingt durch die kürzere Verweilzeit des Heizmittels im HKö rapide sinkt. Dem kann man mit dem Einbau einer Stauscheibe begegnen.
Daher setzen sich ja auch immer mehr Ventilheizhörper durch, bei denen die Anschlüsse für V+R unten sind; allerdings wird der Vorlauf im HKö nach oben geführt; daher ist das (hydraulisch) ein einseitiger Anschluss.
Der wechselseitige Anschluss ist für viele (auch Fachleute) die – gefühlt – optimale Lösung.
Allerdings haben praktische Versuche (keine Berechnungen) auf Prüfständen ergeben, dass dies ein Irrtum ist. Erst bei HKö-Längen von mehr als drei Metern ist eine marginale Verbesserung gegenüber dem einseitigen Anschluss gegeben.

Wenn schon historisch, dann mit einseitigem Anschluss, aber das ist Geschmacksache; wenn reitend angeschlossen wird, dann mit Stauscheibe.



Ich



versuche gerade mich zu erinnern wie das bei meiner Oma (Haus aus den 20ern oder frühen 30ern mit originaler Zentralheizung) gelöst war. Das war ein MFH mit 3 Stockwerken (EG, OG, DG) mit jeweils einer bzw. im DG zwei Wohnungen. Die Heizungsrohre lagen UP und die Heizkörper waren jeweils mit geschraubten Stahlrohren (in der Wand vielleicht geschweißt, aber im Anschlussbereich waren definitv geschraubte Bögen) angeschlossen. Ursprünglich waren das Etagenheizungen mit Kohlenkessel in der Küche jeder Wohnung.

Ich bilde mir ein die Heizkörper waren da wechselseitig angeschlossen. Das ist hier in Österreich auch bei nachträglich eingebauten Etagenheizungen ab den 70ern und bei älteren Anlagen (ab den 60ern) mit Rohren im Estrich definitiv die häufigste Version. Allerdings ist eine AP-Leitung zum Ventil nicht jedermanns Sache, da würde sich reitender Anschluss durchaus anbieten.