Silikatfarbe - ein- oder zweikomponentig?

07.05.2008



Hallo,
erstelle in meinem Haus gerade ein neues Badezimmer. Die Wände im nicht gefliesten Bereich wurden mit ca. 10mm Kalksandputz verputzt. Für die Farbgebung hatte ich vor Silikatfarbe einzusetzen, um so die Offenporigkeit und gute Wasserdampfaufnahme zu erhalten, gleichzeitig aber auch die gewünschte Nassabriebfestigkeit zu erreichen. Der verputzte Bereich grenzt an die Duschwanne, d.h. es ist mit etwas Spritzwasser zu rechnen.
Nun zur eigentlichen Frage: Wodurch unterscheiden sich einkomponentige Silikatfarben (Keim, Brillux o.ä.) von zweikomponentigen (Kreidezeit). Gibt es für den Endanwender prinzipielle Unterschiede in Verarbeitung oder Gebrauchseigenschaften? Ich denke prinzipiell an reine Silikatfarben, keine Silikat-Dispersionsfarbe.





Wenn es sich um eine Farbe handelt, sind immer zwei Komponenten im Spiel:
- das Kaliwasserglas
- die hinzugefügten und vor Ort eingesumpften Pigmente

So jedenfalls bei KEIM.
Dichtfunktion übernimmt das Kaliwasserglas.
Ich kann da keinen Unterschie zu den Produkten von Kreidezeit erkennen, es sei denn eine andere Interpretation des Begriffes Komponente.

Grüße vom Niederrhein





Hallo Herr Beckmann,
vielleicht liege ich falsch, dann korrigieren Sie mich bitte. Bei Keim-Innenfarben und auch fast allen Außenfarben(z.B. Biosil, Quarzil o.ä.) habe ich einen fertig angesetzten Farbeimer (so schauts zumindest auf der Homepage aus).
Wie ich aber gerade feststelle scheinen dies alles Diespersions-Silikatfarben zu sein, da überall ein organischer Anteil von <5% gelistet ist. Ebenso auch alle gelisteten Außenfarben mit Ausnahme von Pur-Kristallat sowie u.U. dem Lasurgrund.
Ist nur Pur-Kristallat eine rein mineralische Silikatfarbe?

Wie kann man Silikatfarbe, welche keinen Dispersionsanteil besitzt so haltbar machen, dass sie fertig in Eimern verkauft wird. Mein Wissenstand ist der, dass rein mineralische Silikatfarbe nur wenige Tage haltbar ist.

Vielleicht können Sie mich ja in meiner Unwissenheit aufklären.

Gruß,



Basics - Silikatfarbe kontra Sumpfkalk ???



Nach Kontakt mit mehreren Herstellern bin ich zwischenzeitlich zu der Erkenntniss gelangt, dass wohl von der Fa. Keim wirlich nur noch das Pur-Kristallat eine rein mineralische Silikatfarbe ist (neben weiteren Produkten, die es von Silin und Kreidezeit zu geben scheint.

Zwischenzeitlich kam aber der Vorschlag eines Herstellers Sumpfkalkfarbe zu verwenden, da der Kalksandputz noch frisch ist und sich der Sumpfkalk so optimal verbindet. Das ganze entspräche ebenfalls den von mir gewünschten Eigenschaften. Wenn gewünscht könne der Sumpfkalk noch mit Marmormehl geweißt oder mit Seife feuchtigkeitsresistenter gemacht werden.

Bitte gebt mir eine kurze Hilfestellung (bin nun mal echter Laie, der noch immer sein erstes Fachwerkhaus restauriert) ob Sumpfkalk wirklich eine echte Alternative ist (funktionell, preislich sowie vom Arbeitsaufwand).

Muss ich dann in Fresco-Technik arbeiten (nass in nass oder was bedeutet das genau) oder reicht es, wenn der Sumpfkalk ca. 1 Tag nach dem Auftragen der dünnen Deckputzschicht (nur ca. 2mm) aufgetragen wird.

Sorry, betreffs der vielen (vermutlich laienhaften) Fragen, aber es beginnt gerade Spaß zu machen! Mal was anderes als Zapfenlöcher ausstemmen oder tonnenweise Lehmputz an die Wand zu werfen :)

Gruß,



Meines



bescheidenen Wissens nach sind reine Silikatfarben immer zweikomponentig, einzige Ausnahme ist "Gekkosol" von Kreidezeit.
MfG
dasMaurer





Den Vorschlag mit Sumpfkalk naß in naß finde ich klasse. Wenn Sie dann noch einen haben, der es kann, sind doch alle Voraussetzungen für ein optimales Ergebnis vorhanden.
Preislich ist Sumpfkalk wegen der großen Ergiebigkeit allemal attraktiv, man glaubt nämlich gar nicht wie schnell ein Eimer Wasserglas weggezogen ist.

Zu den Silikatfarben: Man muß mittlerweile "reine Silikatfarbe" verlangen und in die Produkt-Datenblätter reinschauen. Keim PUR-Kristalat mit vor Ort eingesumpften Pigmenten ist sowas. Alles was es in Eimern fertig gibt, enthält mindestens die erwähnten 5% Dispersionskleber.

Grüße





Danke für die Ermunterungen zum Sumpfkalk. Ist ja durchaus eine preiswerte und seit Ewigkeiten erprobte Methode. Ich denke, dass ich das wohl im Bad so machen werde.

Gibt es jemanden im Forum, der mir noch die entsprechenden Ausführungstips geben kann bzw. mir Infos oder einen Link zu entsprechender Lektüre sendet?

Bin mir noch nicht ganz klar, wie ich im Detail vorgehen muss.
Ich würde mit dem Auftragen der letzten Putzlage (ca. 2mm) warten, bis ich Farbe besorgt habe. Dann Kalksandputz auftragen, einige Stunden warten, filzen bzw. mit Schwamm oder Pinsel abreiben und strukturieren und das ganze ca. 1Tag trocknen lassen. Anschließend die Sumpfkalkfarbe auftragen.
Wäre dies soweit ok. oder muss ich die Farbe früher auftragen, damit sie sich gut mit dem Putz verbindet?
Ich will ja keine Fresken an die Wand zaubern, sondern "nur" ein Bad mit möglichst optimalen Raumklima, scheuerbeständiger (nicht ausblutender) und diffusionsoffener Oberfäche und aus ökologischen Materialien.

Grüße aus dem Schwabenland,