Salpeterausblühungen über der "Teerabsperrung" im Keller

25.10.2009



Betrifft: Salpeterausblühungen über der "Teerabsperrung" im Keller und wenn es draußen sehr warum ist, dann sieht der Keller aus, als würde er unter Wasser stehen - er wird also immer naß - was nach Tagen - oder bei Wetterumschwung sehr schnell wieder zurück geht.

Also ich habe da mal zwei Fragen und hoffe auf kostenlose Antwort.

Woher kommen die Salpeterausblühungen über der Teerabsperrung - nach der zweiten Mauerschicht im Keller - abwohl immer gestrichen und versiegelt - kommen die immer wieder.

Ja, ja ich weis es muss dringend der Keller von außen isoliert werden - aber wenn die Salperterausblühungen immer wieder kommen - kann ich was machen ?

Und der Kellerfußboden - die Betonbotenplatte rund 100 qm groß wurde komplett - wie es in den 1970 Jahen üblich war - in den Lehmboden - hier im Vorharz Raum Goslar / Liebenburg - gegossen und ist komplett in Ordnung - d. h. die komplett Kellerbodenplatte des Hauses hat keinen Riss und ist dicht.

Wo kommt dann die Feuchtigkeit bei sehr warmen Wetter - wenn es draußen heiß ist - her? Luftfeuchtigkeit denke ich und sagen viele die ich gefragt habe.

Nun sagen einige Leute da soll man Folie drauf legen und den Keller so Isolieren - also von innen so zu sagen .
Ich halte das nicht für eine so gute Idee, denn ich denke - ich bin kein Fachmann/-frau - die Feuchtigkeit unter der Folie führt zu Schimmel.

Übrigens auf dem massiv gemautertem Keller (Kalksandsteine mit Teerabdeckungen zweite Mauersteinreihe von unten und zweite Mauersteinreihe von oben) dadrüber ist ein Fertighaus und das Raumklima im Fertighaus ist eher sehr trocken - so dass wir die Wäsche (1 x die Woche) nicht mehr im feuchten Keller aufhängen sondern im Wohnraum.

Übrigens - der Kellerfußboden wurde nach Fertigstellung so um 1975 rum mit Betonfarbe gestrichen - die sich teilweise ablöst - teilweise ist sie sehr fest und geht gar nicht ab. Da wo es viel Betonfeuchtigkeit gibt blättert die Farbe ab.

Ich wollte jetzt Trockenestrich nehmen - aus dem Baumarkt - und den Trockenestrich einfach Verlegen und dadrauf ggf. PVC Kleben und mit Silikon den Trockenextrich oben abdichten. Unten auf dem alten Betonfußboden gar nix weiter machen, die Farbe blättert so wie so ab.

Kann der Trockenestrich schimmeln ?
Oder riecht der Keller irgendwann modrig und faulig ?
Die Feuchtigkeit - im Betonfußboden bekommt man so wie so nicht weg.

Eine Firma hatte mal die fixe Idee - und wollte die gesamte Botenplatte rausstemmen und dann den Lehmboden ausheben und 50 cm - 70 cm tief unter der Botenplatte isolieren und neu auftragen - da kann man neu für bauen - was das kostet und vor allen Dingen - meine Frage -
steht das Haus noch - oder
kracht dann alles zusammen - den die gesamte Statik ist doch verändert.

Auch Fachleute können sich irren - oder Bauschäden hinterlassen.

Herzlichen Dank und viel Spaß beim selber renovieren
Gruß Sigmund



So wie es aussieht…



… handelt es sich hier um hygroskopische Feuchte. Die hohe Luftfeuchtigkeit bringt die im Mauerwerk befindlichen Salze in Lösung, der Keller ist oberflächlich Nass. Wenn die Luftfeuchtigkeit sinkt kristallisieren die Salze wieder aus. Dabei vergrößern diese ihr Volumen und sprengen Farben, Putze und selbst Oberflächen von Steinen ab. Die Salzkristalle, Volksmündlich Salpeter, bleiben an der Oberfläche als „weiße Watte“ hängen bis sie wieder in Lösung gehen
Die Ursache könnte hier die falsche Nutzung (Wäsche trocknen) und falsche Lüftung sein.
Bei warmen Wetter sollten Sie die Kellerfenster geschlossen halten. Warme Luft kann erheblich mehr Feuchtigkeit in Ihren Keller transportieren als die kühlere Luft im Keller aufnehmen kann. Sie kondensiert an den kühleren Wand- und Bodenoberflächen.
Lüften Sie Ihren Keller im Sommer nur abends, Nachts und oder morgens und im Winter wann immer Sie können.
Abdichtungsmaßnahmen währen hier wohl fehl am Platze.



Feuchtigkeit bei warmen Wetter



Hallo,

Stellen Sie sich einen lauen Sommerabend vor .
Holen Sie sich ein eiskaltes Bier aus dem Kühlschrank und füllen das Bier in ein Glas(oder auch nicht).
Was passiert aussen an der Flasche und an dem Glas????

Das gleiche passiert in Ihrem Keller.

Also lautet die Parole :

Nie Lüften wenn es draussen wärmer ist , als innen.

Die fixe Idee , 50-70 auszugraben ist sehr abendheuerlich.

Das geht nur abschnittsweise und ist sehr aufwendig.
Wenn es nicht abschnittsweise gemacht wird, macht es BUMM.

Das nennt man dann Grundbruch.



Hallo Sigmund,



zum Thema Lüften wurde ja bereits geschrieben.
Zu deinem vorhaben des Trockenestrichs und der PVC-Abklebung etc.
Lass sein!!
Du schreibst"Da wo es viel Betonfeuchtigkeit gibt blättert die Farbe ab".
Wenn du nun hingehst und den feuchten Beton mit einer Gipsdiele abdeckst und das ganze noch Luftdicht mit PVC verpackst gibst du deinem Keller den Rest!

Dein Problem liegt in einer fehlenden Dämmung und damit in Kondensatfeucht. Ergo mußt du zusehen das deine Baustoffe Diffusionsoffen sind und du die Feuchtigkeit schnell wieder ab-lüften kannst, sofern die Witterungsverhältnisse dies zulassen.
Ich würd also den Betonboden entweder von der restlichen Farbe befreien und so lassen oder ihn mit einer Schweißbahn abkleben, Dämmung und Estrich verlegen wobei letzteres nur sinnig und stimmig ist wenn die Außenwände auch eine Perimeterdämmung erfahren.

Gruß Jens



und als Hilfe



für eine nachfolgende Sanierung jeder Art solltest Du die Ausblühungen regelmäßig abkehren. Salpeter kommt übrigens meist nur in der Nähe von Klärgruben oder Stallungen vor ...
Es gibt aber auch andere Quellen für Salzausblühungen.





Hallo Sigmund,

was Du beschreibst klingt ziemlich sicher nach Kondensatbildung. Über das richtige Lüften wurde bereits geschrieben, wenn Du mehr wissen möchtest dann auch hier:

http://kornmayer.com/page1/page7/page24/page24.html

Den Winter über würde ich zunächst einmal das "Lüftungsprogramm" fahren um dann im Frühling zu beurteilen ob und wie es weitergeht.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Es gibt einen entscheidenden unterschied zwischen Kondens- und Hygroskopischer Feuchte.
Während Kondensfeuchte vom Taupunkt abhängt, spielt für hygroskopische Feuchte lediglich die relative Luftfeuchte eine Rolle. Diese bringt die im Mauerwerk befindlichen Salze in Lösung.
Beides ist möglich, die Ausblühungen sprechen für hygroskopische Feuchte schließen aber das einwirken von Kondensfeuchte nicht aus.



Ich kann



meinen Vorrednern nur Zustimmen. Die geschilderten Verhältnisse im Keller hören sich nach hygroskopischer Feuchte an. Versuchen Sie es in der Kommenden Jahreszeit mit gezieltem Lüften. Sollte dies nicht helfen, und Ihnen das häufige in den Keller gehen etwas ausmacht, können Sie ja immer noch über eine Entsalzung der Wände nachdenken um die Ursache zu beseitigen. Dazu gibt es dann unterschiedliche Möglichkeiten. Die anderen baulichen Maßnahmen die Sie in Erwägung gezogen haben sind nicht nur teuer und aufwendig, sie helfen gegen hygroskopische Feuchte nichts.
mfG Andreas Hoppe



Entsalzung des Kellers



Sehr geehrter Herr Hoppe,

die Entsalzung des Kellers würde dann was kosten ? Ein ungefähre Hausnummer bzw. Zahl würde reichen. Was kostet also die Entsalzung eines Einfamilienhauses ?
Und wir lange hält das ?
Wieviel Garantie gibt es ? Vermute keine, wenn das Haus schon lange mit diesem Problem leben muss.
Und wann muss man wieder entsalzen ?
in welchen Zeiträumen ?
Ist dann ein "bedingtes wohnen2 z. B. ein kleines Büro und Spielzimmer für Kinder im Keller möglich ?
Kann ich dann auch Trockenestrich legen der nicht verklebt werden soll ?
Lüften im Keller ist immer so eine Sache - die Tür wird für 1 Stunde aufgemacht und dann kommt auch das Ungeziefer - die Kakalaken - haben schon zum Gegenangriff gegriffen. Keine Sorge keine Chemiebomben.
Oder Katzen suchen Zuflucht - es ist immer eine Aufsichtperson abzustellen ? Wir sind Tierfreunde.
Alle Kellerräume haben Fenster auch zum Kippen und so lüften wir und lüften - nur durch die große
100 qm große Bodenplatte und die darunter befindliche Feuchtigkeit des Lehmbodens sind die Salpeterausblühungen an bestimmten Kellerwänden nicht wegzukriegen.

Alle möglichen Fachleute haben uns schon tolle und auch haarsträubende Vorschläge gemacht (wie die komplette Bodenplatte rausschlagen)
die
Entsalzung durch Elektroden - so verstehe ich Sie richtig - ist neu?
Grüße





... ist nicht neu, aber lebhaft diskutiert.

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/125583$.cfm#127551