Nachbargebäude Anschluss an Fachwerkaussenwand

14.07.2021 Bumbule

Nachbargebäude Anschluss an Fachwerkaussenwand

Hallo Fachwerker,
möglicherweise hatte schon jemand diesen Fall.
Mein Haus Fachwerk ( Strohlehm mit Stakengeflecht ca. 15-20cm Eichenbalken) stand bisher neben einem Bauwerk ähnlicher Ausführung ca +200Jahre bis auf wechselnde Fassadengestaltung unverbaut. 2 Grenzwände Abstand ca 2-15cm.
Jetzt wurde das Nebengebäude abgerissen und die Baulücke soll mit einer Sichtfassade und Freisitz ( Der untere Bereich soll als offener Carport dienen) geschlossen werden...alles aus Betonfertigteilen.
Die Lücke zwischen beiden Bauwerken wurde nun mit Bauschaum und einem Streifen Dämmplatte verschlossen.
Laut U-Wert Rechner fällt an der Betonwand immer Tauwasser an und kann bei Verschluss nur schwerlich abtrocknen. Daher denke ich das korrekterweise eine Hinterlüftung erfolgen muss und das Bauschaumzeug entfernt werden muss, da ich hierzu keine Zustimmung gegeben habe.
Was ist hier bauphysikalisch und rechtlich die korrekte Ausführung.
Besten Dank für Hinweise und Erfahrungen



Oje......



...da droht vermutlich mächtiger Ärger....
Wenn ich deine "Geschichte" richtig interpretiere, ist das Nachbargrundstück, bzw. der "Neubau" nicht deiner? Und dem Bild nach wurden schon Tatsachen geschaffen, die schwerlich rückgängig, bzw. zu "reparieren" sind?
Fakt ist (das weiß ich, weil ich auch schon ein ähnliches Problem hatte), der Nachbar hat seinen Neubau, egal was das ist, so zu gestalten dass dein grenzständiges Bauwerk (ebenfalls egal was das ist) dauerhaft schadensfrei bleibt. Und, du musst schnellstmöglich, d. h., sobald dir die "Gefahr" bekannt wurde, Einspruch/Widerspruch einlegen!
Angesichts dem Baufortschritt wird es wohl ratsam sein, dass du dir zumindest schnellstens anwaltlichen Rat holst!

Zum "Technischen": Es ist wie du schreibst. Das Risiko dass dein Fachwerk durch Tauwassereinwirkung, von oben eindringendes Regenwasser, von innen (deinem Haus) kommende Feuchtigkeit, die außen kondensiert, o. ä. verrrottet ist sehr hoch, um nicht zu sagen, es wird geschehen, wenn nicht dauerhaft gewährleistet ist, dass diese Feuchtigkeit weg trocknen, sprich verdunsten kann.
Falls der Einwand kommen sollte: Ein geschlossener Hohlraum ist keine Hinterlüftung. Eingeschlossene Luft kann keine Feuchtigkeit abtransportieren. Im Gegenteil es ist ein "Mikrokosmos" in dem viel Raum und ein tolles Klima für allerlei "Schattenflora- und -fauna" ist.....

Nebenbei bemerkt, die nun freistehende Wand (speziell das nur einseitig mit Strohlehmbewurf verschlossene Gefach im Bild rechts fällt mir auf) hat der Nachbar ebenfalls auf seine Kosten fachgerecht und vollständig zu verschließen.
Deswegen nochmal, gehe lieber gleich mindestens einmal zu einem Anwalt, wenn du kein wirklich gutes Verhältnis zum Nachbar hast.

Gruß,
KH