Innendämmung einer Fachwerkwand bzw. Vollwand aus Backsteinen/Ziegelsteinen

18.10.2010



Hallo zusammen!
Wir renovieren/sanieren zur Zeit unser Wohnhaus aus dem Jahr 1902. Nach der Entkernung und dem entfernen des Putzes türmen sich nun Fragen über Fragen. Hier hoffe ich einige Antworten zu bekommen.
Kurz die baulichen Gegebenheiten des Hauses:
Zustand EG:
Süd-, Nord-,Ostseite aus Backsteinen/Ziegelsteinen, ca. 50 cm dick
Zustand OG:
Nordseite aus Backsteinen/Ziegelsteinen, ca. 50 cm dick
Süd- und Ostseite aus Fachwerkwänden mit Backsteinen/Ziegelsteinen, ca. 14cm dick
Zustand DG: Osseite aus Fachwerkwänden mit Backsteinen/Ziegelsteinen, ca. 14cm dick
An die Westseite ist eine Scheune angebaut. Die Wand ist komlett aus Bruchsteinen (Sandsteine oder Kalksandsteine)und Innenseitig mit Backsteinen/Ziegelsteinen vermauert.
Die Aussenfassade soll in dem jetzigem Zustand erhalten bleiben. Das Bauvorhaben wurde im Dezember 2009 zur Genehmigung eingereicht, und nach den Vorgaben der EnEv 2007 genemigt.
Für die Wände im EG sind laut Energieeinsparnachweis keine Dämmmaßnahmen vorgesehen.
Im OG sollen alle Wände mit einer Vorsatzschale in Trockenbauweise mit einem Dämmstoff WLG 035 gedämmt werden.
Nun meine Fragen:
1. Welche Art der Innenwanddämmung der Fachwerkwände ist sinnvoller Weise anzuwenden ohne Schäden an der Substanz zu verursachen. Ist die oben beschriebene Vorgehensweise sinnvoll. Was ist hier zu berücksichtigen.
2. Kann man eine Innenseitige Dämmung der Fachwerkwände auch über eine Vormauerung realisieren? Wie muss eine solche Vormauerung ausgeführt sein. Welches Material/Stein kann verwendet werden um eine entsprechende Wärmedämmung zu erreichen.
3. Ich habe zwei mineralische Innendämmplatten ausgemacht. Die Ytong - Multipor und die Greisel - Klimagood. Beide werden flächig mit der Wand verklebt. Hat jemand Erfahrung mit einem dieser Dämmstoffe?
4. Schadet eine Vormauerung an den reinen Backstein- bzw. Ziegelsteinwänden der Substanz. Auch hier die frage nach Material, Dicke und Ausführung.

Ich hoffe auf sinnvolle und hilfreiche Antworten und Ratschläge.

MfG
Karlheinz Schuppert





Also mal jetzt noch ganz knapp.
Wenn Innendämmplatten dann nur CS- Platten!

>>“Kann man eine Innenseitige Dämmung der Fachwerkwände auch über eine Vormauerung realisieren?”<<

Man kann, meiner Meinung nach sogar besser und preiswerter.

Einfach mal oben rechts die Suche nach “Innendämmung” betätigen,
Oder auch meine letzten Kommentare durchsehen.



Grüße aus Schönebeck



Warum nur CS Platten?



Es gibt Syteme die auf eine deutlich längere Erfahrung zurückblicken als das empfohlene Produkt!

Ich kann da nur empfehlen mal links mal den Breich Wärmedämmung durch zu lesen.

Grüße aus Koblenz





Richtig Gerd Meurer,

das “nur CS” bezog sich auf die “klassischen” Innendämmungen der Gegenwart wie das Ytong - Multipor und die Greisel - Klimagood Gedöns.

Das es auch bessere und preiswertere Alternativen gibt hatte ich ja gesagt.



Grüße aus Schönebeck





Multipor sowie Klimagood ist Calcium-Silikat!!!!!!!!

Weichholzfaserplatten für die Innendämmung sind bewährt und günstig. Allerdings sollten diese, möglichst mit Lehm, verputzt werden.

In Feuchträumen würde ich eher CS, wie bspw. Multipor, vorschlagen. Auch müssen diese nur ganz dünn verputzt werden. Näheres dazu findet man auf einschlägigen Herstellerseiten. Die besten Infos findet man m.E. beim o.g. Marktführer.

Von der Verarbeitung ist beides von den Werkstoffen her nicht so schwierig. Und sowohl das Kleben der CS-Platten, als auch das Einbetten der Weichholzfaserplatten in Lehmputz ist nicht problematisch. Dennoch ist die sorgfältige Verarbeitung sehr wichtig.

Wichtig sind auch die Anschlussstellen wie Decken, Wände... Dies sollte genau berechnet werden.



Komisch Emil,



warum verrät uns denn das der Hersteller nicht und spricht selbst von Mineraldämm- oder Mineralschaumplatten?

Die Dinger sind und bleiben die kleinen uneheliche Stiefschwestern der CS-Platten.


Guckst Du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Mineralschaumdämmplatte

Und jetzt hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Calciumsilikat-Platte



Grüße aus Schönebeck





Multipor spricht von Mineraldämmplatten. Inhalt gemäß Herstellerseite:

Wärmedämmstoff aus Calciumsilikat-
Hydraten, Kalk, Sand, Zement, Wasser, Porenbildner


Greisl gemäß Homepage:

Klimagood:
Calciumsilicatplatte Anwendungstyp WS für die Wärmedämmung im Innen- und Außenbereich.



Ahhh,



dann hab ich also ein Hybridauto, iss ja schließlich eine Batterie drin.


Meine Güte, ich würde nicht nur Leib und Seele zum renovieren nutzen sondern auch den Verstand! :-)



Grüße aus Schönebeck





Komisch, komisch...

Das dann Hersteller wie redstone die gleichen Produkte sowohl Mineraldämmplatte nennen als auch Kalziumsilikatplatte. Und das die Bestandteile der Calsitherm-Mineralplatte mit Ausnahme der Zellulosestoffe die gleichen sind wie von Multipor. Bei Multipor ist der Hauptbestandteil Calziumsilikat-hydrate.
Bei Klimagood wird wie gesagt offiziel von einer Calziumsilikatplatte gesprochen.



Muss nochmal nachfragen



Hallo zusammen!
Erst mal danke für die Antworten! Aber: So richtig weitergeholfen haben mir diese leider nicht. Ich habe die letzten Tage viel in Fachwerk.de geschmökert und zu meinen Fragen im Forum nach Antworten gesucht. Die vielen und auch unterschiedlichen Meinungen haben mich aber eher noch mehr verunsichert. Auch der Versuch ansässige Handwerker zu Rate zu ziehen brachte durchweg unterschiedliche Ratschläge. Deshalb nochmal die bitte meine fragen nochmals zu lesen und zu den selbigen möglichst detailiert Antworten zu geben. Falls jemand für einen Vor-Ort-Termin zu haben ist lasst mich das bitte wissen. Das Objekt befindet sich im PLZ - Bereich 74585.
Im voraus schon vielen Dank
Grüße aus Hausen



Moin Karlheinz,



guckst du mal hier:

http://www.wienerberger.de/servlet/Satellite?pagename=Wienerberger/Page/Overview05&cid=1182877278278&c=Page&sl=wb_de_home_de

Deine theoretischen Dämmwerte kannst du hier ausrechnen:

http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?cid=vipg9b9M&

Und auch schauen, wo das Kondensat in der Wand voraussichtlich ausfällt - vielleicht hilft dir das bei deiner Entscheidung für den einen oder anderen Aufbau.

Ich hab selber Vollwärmeschutz aussen, kann also von der praktischen Seite leider nix zu deiner Frage beisteuern.

Viel Erfolg, Boris



@ Boris



Danke für den Link zum U- Wert - Rechner. Habe hier verschiedene Wandaufbauten durchgespielt. Das Tauwasser fällt eigentlich immer an der Innenseite der alten wand aus.Der Unterschied liegt eigentlich fast immer in der Menge und den Trocknungstagen.

Und jetzt an Alle !
Die Gretchenfrage für mich als Laien. Was ist bei diesen U- Wert- Berechnungen wie zu interpretieren. Wiviel Tauwasser - das eine bestimmte Anzahl Trocknungstage hat - ist erstrebenswert bzw. ist nicht substanzschädigend? Wo sollte der Punkt des Tauwasserausfalls idealerweise liegen? Wer kann mir als Laien den sd - Wert in kurzen Worten verständlich erklären. Also weiterhin Fragen über Fragen. Bitte auch meine Eingangsfragen nochmal lesen - hier wäre ich für Antworten sehr sehr dankbar!

Grüße aus Hohenlohe
Karlheinz



Noch mehr Verwirrung



Ich bringe mal noch ne Variante ins Spiel:
Innenwanddämmung mit Zellulose.
Bei Interesse Näheres.
LG
SB





Der sd- Wert bezeichnet den Diffusionswiderstand eines gesamten Bauteils, die Zahl die da hinter steht bedeutet, das Wasserdampf, der durch ein Bauteil diffudiert ??? x länger (oder kürzer) braucht, als er es beim diffudieren durch eine ruhende Luftschicht von einem Meter dicke bräuchte.
Die Zahl gibt also die Meter einer vergleichbar dicken Luftschicht an

Errechnet wird der sd- Wert aus dem µ-Wert des Materials mal der dicke in Meter.

Grüße aus Schönebeck



Nur noch Verwirrung!



Hallo zusammen!
Habe mich hier im Forum mittlerweile Kreuz und quer durch das Thema Innendämmung gelesen.Leider hat das nun zu noch mehr Verwirrung geführt.
Im Moment favarisiere ich eine Innendämmung der Fachwerkwände mit der Claytec Pavadentro Holzfaserdämmplatte.
Wandaufbau wäre dann wie folgt:
- Lehmputz
- 6cm Claytec Pavadentro
- ca 3-4cm Kalkputz zum ausgleichen der Unebenheiten
- Fachwerk mit 14 cm Holzbalken, Ausmauerung mit 12cm Ziegelsteinen
Für die Wände aus Vollziegelsteinen:
- Lehmputz
- 4cm Claytec Pavadentro
- ca 2cm Kalkputz zum ausgleichen der Unebenheiten
- 50cm Vollziegelwand / Backsteinwand im Erdgeschoss
bzw.
- 40cm Vollziegelwand / Backsteinwand im Obergeschoss

Eventuell das ganze noch mit ner Wandflächenheizung versehen.
Was haltet Ihr davon, speziell auch zur Verwendung der Pavadentro?

@ Oliver Struve

>>“Kann man eine Innenseitige Dämmung der Fachwerkwände auch über eine Vormauerung realisieren?”<<

Man kann, meiner Meinung nach sogar besser und preiswerter.

Hierzu hab ich leider nichts konkretes gefunden. Wäre für eine etwas ausführlichere Antwort dankbar.

@ Simon Büschen
Zur Dämmung mit Zellulose hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. In welcher Form (Flocken, Platten; usw)gibts die und wie würde der Aufbau dann aussehen?

An alle.
Bitte lest Euch meine Eingangsfragen noch mal durch, vielleicht hat ja noch jemand Zeit und Lust mir etwas detaillierter zu antworten.

Grüße aus Hohenlohe