muffiger Geruch nach aufwendiger Sanierung

02.06.2015



Guten Tag liebes Fachwerk.de-Team,

wir haben ein sehr großes Problem und sind am Rande der Verzweiflung und hoffen, wenigstens hier ein paar Antworten zu unserem Problem zu finden.
Zur Historie: Nach kompletter Kernsanierung 2013 (Ursprungsbauj.1892) auf Neubaustandart, Feststellung unseres ersten Schadens. Rückbau aller Böden, da nass, durch Dachundichtigkeiten und erhebliche Baumängel. Auszug für ein Jahr. Erneute Sanierung und Neuaufbau der Böden: auf altem Betonboden Bitumenschweißbahn, Perliteschüttung, Alu-kaschierte PUR-Dämmplatten, Fußbodenheizung, Fließestrich, Fliesen.
Nach Einzug nach Zweit-Sanierung stellen wir eine Woche später einen muffigen Geruch fest, der erst einmal hauptsächlich "nur" aus dem Bereich des neu (2013) eingebauten Gaskamins kam. Mittlerweile ist er nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch im Anbau und in der Diele wahrnehmbar. Sehr verwunderlich, nicht in den anderen Räumen des Hauses.
Mittlerweile haben wir einen Gutachter vor Ort gehabt, der durch eine Neutronen-Sonde KEINE Feuchtigkeit mehr im Haus feststellen konnte, aber eine schadensträchtige Innendämmung, da sie undicht zu sein scheint und somit das alte Mauerwerk zu riechen wäre. Das soll nun mit einer Blower-Door Messung geprüft werden. Um die Stellen der Undichtigkeit auch zu finden, geht diese aber erst, wegen des Temperaturunterschiedes, ab ca.Oktober. Bis dahin plagt uns die Frage, ob nun der Geruch gesundheitsschädlich ist und ob dieser wirklich von dem alten Mauerwerk kommen kann und natürlich unsere größte Sorge, erneut das Haus verlassen zu müssen.

Folgende Innendämmung/Abdichtung wurde (2013) vorgenommen:

- Horizontalsperre durch Firma Isotec.
- Bis zu einem Meter wurde der alte Putz (da er schadhaft war) auf dem Mauerwerk entfernt. Auf Raten des Architekten (mit dem wir schon wegen dem ersten Schaden vor Gericht liegen) sollte jedoch der Putz nicht erneuert werden, wäre zu teuer, kann man Geld sparen. Zumindest nicht dort, wo eine Vorsatzschale gesetzt wurde.
- Aufbau Vorsatzschale: 10 cm Mineralwolle, Dampfsperrfolie (vermutlich nicht sauber verklebt, daher nicht dicht),Rigipsplatten.

Da der Gaskamin eine Verbindung zum alten Mauerwerk hat, könnte die Theorie mit der Undichtigkeit der Innendämmung zutreffen. Kann das tatsächlich so stark riechen? Ist jeder Geruch gesundheitsschädigend?
Zum Geruch:
- modrig, feucht
- nicht konstant, es gab auch schon mal Tage, wo er kaum zu riechen war
- zu Anfang hatten wir die Vermutung, dass es bei Wind und Sonneneinstrahlung schlimmer wird. Ausrichtung Wohnzimmer und Anbau (wo auch hauptsächlich die Gerüche sind)beide gleich (SSW). Daher würde erneut die Theorie der schadensträchtigen Innendämmung passen.
- sehr flüchtiger Geruch, sobald man lüftet, ist er weg und man riecht ihn zur bei den ersten Atemzüge. Danach nicht mehr wahrnehmbar.
- durch unsere Lüftungsanlage (zentral mit WRG) besser. Diese haben wir aus dem Grunde auf Anraten des Gutachters zunächst einmal auf Überdruck gestellt.

Uns ist leider mitgeteilt worden, dass genau das natürlich im Winter nicht machbar ist, da es einen möglichen Schaden verschlimmert.

In der Hoffnung auf Hilfe, verbleibe ich mit herzlichen Grüßen,
André



Sanierungsschäden



Ich hoffe Ihr Architekt hat eine gute Berufshaftpflichtversicherung.
Hat der Gutachter mal hinter/in die Vorsatzschale der Innendämmung geschaut?
Was ist ein "Gaskamin"?
Was ist eine "Neutronensonde"?
Wie hat der Gutachter damit die Feuchte- von was- gemessen?
Hat er Ihnen seine Ergebnisse schriftlich zukommen lassen?
Haben Sie den Gutachter schon bezahlt?

Im ganzen eine üble Geschichte.



Bauschaden nach Sanierung



Ist euer Architekt denn erfahren in der Sanierung von Altbauten?
Hat er auch die Bauleitung übernommen?

Allein der einjährige Auszug und die Zweitsanierung wird dann schon zu einer erheblichen Schadenssumme geführt haben-
dann ist ein nochmaliger Schaden sicher doppelt entnervend.

Es gibt natürlich viele Möglichkeiten der Sanierung-
einen Neubaustandard bei einem über 100 jährigem Gebäude kann ich mir aber nur schwer vorstellen und wenn nur mit sehr großem Aufwand, bei dem nicht mehr viel altbautypisches verbleibt.

Die Überprüfung mit Temperaturunterschied wird sich auf eine Thermografieuntersuchung beziehen- nicht den Blowerdoortest-
der ist praktisch immer möglich, da der benötigte Unter- oder Überdruck selbst erzeugt wird.

Mineralwolle als Innendämmung hätte ich nicht verwendet, da das Material evt eingedrungene Feuchtigkeit nicht kapillar abgeben kann.

Wenn dann die Dampfsperre nicht sehr sorgfältig ausgeführt und dies überprüft wird sind Schäden fast unausweichlich

(ich hätte -wenn überhaupt- eine feuchtevariable Dampfbremse in Verbindung mit sorptionsfähigen Dämmstoffen verwendet.

Nicht alle Gerüche sind schädlich wie auch nicht alle Schimmelpilze.

Wenn etwas feucht- muffig riecht wird es nicht das Mauerwerk selbst sein, sondern eher Schimmelsporen, die sich gerne an alten Tapetenresten, Kleister und feuchten Holz- und Maueroberflächen befinden.

Je nach Außen- und Innentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruckunterschieden machen sich Gerüche mehr oder minder stark bemerkbar.
Wie ist der Wandaufbau?

Der Schornstein sollte auch auf Durchfeuchtung und Versottung überprüft werden, falls er nicht saniert wurde.

Hat sich euer Architekt zum Geruch und der möglichen Ursache geäußert?
Wo in NRW befindet sich euer Gebäude?
Bilder etc ggf auch an meine angegebene mailadresse schicken

Andreas Teich



Bauschäden



Ein Haus von 1892 auf Neubaustandard zu bringen ist schon etwas fragwürdig.
Was ist das für ein Haus?
Was ist ein Gaskamin?
Was ist eine Neutronensonde?
Eine Blower-Door-Messung kann jederzeit durchgeführt werden.
Eine Innendämmung mit Vorsatzschale ist fragwürdig.
Die geschilderten Probleme aus der Ferne zu beurteilen ist schwerlich möglich.
Ich empfehle bei der zuständigen Handwerkskammer einen Gutachter, der sich mit den geschilderten Problemen auskennt, zu erfragen und diesen zu beauftragen. Ggfs. einen Fachanwalt für Baurecht konsultieren.
Viel Erfolg



Antwort herzlichen Dank



Zunächst einmal das Wichtigste: Herzlichen Dank für die Antworten. Ich finde ves bewunderndswert, das sich manche in ihrer kostbaren Freizeit bemühen zu helfen.

Erstmal ein paar Dinge vorweg, die ich hätte schon erwähnen sollen. Ich versuche kurz und knapp zu antworten:
zum Blowerdoortest :
Den Test ansich können wir uns sparen, da schon auf Fotos eine schadenstrechtige Dampsperre zu erkennen ist. Diesen Test wollen wir nur machen, damit wir die undichten stellen erkennen, um dort handeln zu können. Die undichten Stellen kann man aber nur durch Thermographie erkennen, daher erst ca. ab Oktober.

zum Architekten:
Er äussert sich zu gar nichts und hatte auch keine Erfahrungen mit Altbausanierungen. Hinterher, wie so oft im Leben, ist man erst schlauer.
Wir liegen mit ihm bereits seit einem Jahr im Beweissicherungsverfahren. Der gerichtlich bestellte Gutachter hat hier Baumängel ohne Ende festgestellt. In Zusammenarbeit mit seiner Berufshaftpflicht bestreitet er, je für uns gearbeitet zu haben und wenn, dann nur auf Zuruf. Anhand unserer Beweisbarkeit wird er keine Chance haben...aber wie das grundsätzlich ist, wollen sie Zeit schinden. Wir aber verieren immer mehr Geld und Nerven. Das Haus ist durch eine Kostenverschätzung des Architekten schon 110 000 Euro teurer geworden, daher haben wir seine offizielle Rechnung nie gezahlt, der erste Schaden hat nochmal 100 000 Euro gekostet und was nun auf uns zukommt, wird uns nochmals das Genick brechen. Eine unglaubliche Geschichte, die mittlerweile an die Öffentlichkeit gehört.

zum Gaskamin:
betrieben durch Erdgas. Raumluftunabhängig.

zur Neutronensonde:
diese misst kugelförmig im Umkreis von ca. 20 cm Feuchtigkeit, ohne zu zerstören. siehe bei GeoDZ.com ,

zum Wandaufbau:
siehe erste Email. Auf den Rigipsplatten folge nur noch Wandfarbe
Wir warten nun auf den nächsten Ortstermin mit dem gerichtlich bestellten Gutachter, der sicher dann erneut Bauteilsöffnungen macht, um in die Vorsatzschale zu schauen.

Bis dahin können wir nicht warten, denn die gesundheitliche Frage muss so schnell wie nur möglich geklärt werden. Daher haben wir nun einen Baubiologen beauftragt, erneut auf unsere Kosten.

nochmals zum Schadensbild:
Es ist nirgends Schimmel auf den Wänden zu erkennen. Der von uns erneute privat bestellte Gutachter hat nichts an Feuchtigkeit mit der Neutrodensonde festgestellt. Jedoch die Vermutung der schadenträchtige Innendämmung. Deses haben wir von ihm schriftlich bekommen, mit Hinweis auf den Blowerdoortest. Da wir schnelle Klärung wollten und unsere Verzweiflung durch den erneuten Geruch groß ist, haben wir in den sauren Apfel gebissen und auf eigene Kosten nun Feststellungen getroffen.
Das alles wird natürlich hinterher auch Bestandteil des Verfahrens. Hilft uns jetzt aber nichts. Wenn der Baubiologe nun eine gesundheitsgefährdung feststellt, müssen wir wieder mal die Koffer packen.
Wir hoffen immer noch, dass der Geruch nicht gefährlich ist...ändert aber wohl nichts daran, dass ein kompletter Rückbau stattfinden muss.

@ Andreas Teich. Das Haus steht im Kreis Kleve. Fotos folgen per Mail.
Alle anderen Fragen dürften im Text beantwortet sein? Sonst hole ich es nach.

Nochmals meinen Dank an alle.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertrag.

Beste Grüße,
André



Antwort herzlichen Dank



Bitte entschuldigt die Rechtschreibfehler... Mit IPad schwer umsetzbar schnell und dann noch richtig zu schreiben...hinzu die mentale, sehr aufgewühlte Seite.



Sanierungsschäden



Erst mal zum Blower Door Test:
Es gibt Nebelmaschinen und die Temperaturen waren morgens oft im einstelligen Bereich.
Gaskamin: Mir ging es um die Möglichkeit einer Geruchsbildung durch einen offenen Schornsteinzug.
Neutronensonden:
Das ist eine sehr teure und sehr aufwändige Messmethode. Das was Sie beschreiben klingt eher nach der Dielektrizitätsmethode und einer Gannimette. Damit kann man nur die Oberflächenfeuchte und bis max. 2 oder 3 cm Tiefe die Materialfeuchte qualitativ bestimmen und das noch ungenau. Bauteilfeuchten kann man damit nicht ermitteln, auch nicht deren Ursache. Da jetzt der gerichtlich bestellte SV kommt sollten Sie dem den Rest überlassen.



Antwort



neutronenmessung : www.trotec-blog.com/neutronensonde-messung/
Mit diesem Messgerät wurde Stichprobenartig gemessen. Aufwendig wirkte es nicht. Ist es vielleicht, wenn es richtig durchgeführt wird? Wir hoffen nicht, das wir uns nun nicht auf das Ergebnis verlassen können. Er hat das Messgerät an verschieden Stellen in verschiedenen Räumen angesetzt. Ehrlich gesagt, aber nur an die fünf Mal im ganzen Haus.

Blowerdoortest: uns wurde gesagt, es müssen über Tage einstellige Temperaturen sein, damit das Mauerwerk kalt genug ist .
Auch da bezweifeln wir nun die Aussage. Es ist zum "verrückt werden". Man zahlt schließlich eine Menge Geld dafür.

Gaskamin: er hat keine Verbindung zum vorhandenen Schornstein. Dieser wurde bei der ersten Sanierung komplett abgerissen. Es gibt keinen alten Kamin.

Es war noch die Frage, welche Art an Haus es ist :
Ziegelmauerwerk. Wandstärke 45 bis 50 cm. Einschalig.
Der Charme des Altbaues ist von außen erhalten geblieben. Es folgte lediglich nur ein Anstrich. Der Umbau auf Neubaustandart bezieht sich nur auf innen. Es wurde von " Fachleuten" berechnet , was zu tun ist, um eine optimale Wärmedämmung zu erreichen, Erdwärme zu nutzen, Lüftungsanlage etc.pp. Taupunkt wurde auch berücksichtigt und errechnet von einem Statiker.



Schäden nach Sanierung



dann habt ihr aber auch Ansprüche gegenüber den ausführenden Firmen- was sagen die denn dazu?
Eventuell sind die eher zu Nachbesserungen bereit.

Wurde für den Gasofen ein Kunststoffrohr in den Kamin eingezogen?
Das könntet ihr mit eurem Schornsteinfeger besprechen.
Darüber hinaus die Kaminöffnung mit Regenabdeckung versehen-
Ggf den verbleibenden Raum im Schornstein mit Perlite o.ä.verfüllen

Dann sollten zumindest Gerüche vom Schornstein verschwinden,
sofern keine anderen Feuchteeinträge vorliegen.

Der Architekt hat dann wohl Fehler bei der Planung und Kostenschätzung gemacht und/ oder bei der Bauaufsicht- je nachdem was sein eigentlicher Auftrag war.

Anhand seiner Rechnung läßt sich der Auftragsumfang wohl einschätzen.

Habt ihr Fotos und ggf Zeugen zu den verschiedenen Bauphasen, Zustand vor Sanierung, der Sanierung selbst, der Schäden und der Nachsanierung?

Eine fehlerhafte Dampfbremse läßt sich eindeutig nur durch Bauteilöffnung feststellen- habt ihr Massivwände oder Fachwerk?

Bei Massivwänden ist Konvektion durch Undichtigkeiten im Grunde nur bei Fensteranschlüssen und Maueröffnungen möglich- dies wäre durch einen Blower Door Test nachweisbar.

Sorgfältige Dokumentation ist fast das Wichtigste- der Gutachter kann nur den jeweiligen Zustand feststellen- für weitergehende Aussagen ist er auf
Unterlagen zur Vorgeschichte abhängig.

Wer hat die Neutronensondenmessung vorgenommen und was kostet so etwas?Ggf an meine Emailadresse schicken

Andreas Teich



Antwort zum Architekten, Wandaufbau, Kamin



...der Auftrag des Architekten war vollumfänglich. Kosten-, Ausführungsplanung, Bauleitung/-Aufsicht.

Die ausführende Firma hat auf Stundenlohnbasis nach den exakten Vorgaben des Architekten gearbeitet.

Dass er ganz offensichtlich nicht fachkundig ist, haben wir in sämtlichen Auftragsbestandteilen bereits schmerzlich erfahren müssen...

Es gibt hunderte Mails und etliche Zeugen für seine Tätigkeit. Leider keinen HOAI-konformen Vertrag, da er uns (ein entfernter Bekannter :-( ) einen guten Preis für die Gesamtleistung machen wollte... Es gibt auch nur eine Rechnung, die den Neubau eines Gebäudeteils betrifft. Danach kam keine Rechnung mehr, weil ihm offensichtlich schon sehr früh klar war, was er angerichtet hat!

In den Kamin ist nichts eingezogen. Der alte, vorhandene Kamin ist komplett entfernt worden. Er verlief ursprünglich mitten durch das Haus. Es wurde etwa 1m über dem Gasofen ein Wanddurchbruch gemacht. Hier ist das Edelstahlrohr (rund) durch eine eckige (feuerfeste) Wanddurchführung geschoben worden. Auch hier schon eine große Undichtigkeit.

Der Wandaufbau ist kein Fachwerk, sondern äußerst massives Ziegelmauerwerk mit streifenfundamenten (auf einer Lehmschicht)

Die Neutronensondenmessung hat (inkl. Fahrtkosten etc.) über 700 € gekostet. Ich melde mich gerne auch persönlich dazu.

Erst einmal unseren besten Dank für all die viele Hilfe!



Neutronensonde



Ich habe mir dieses Troxler- Gerät im Internet mal angesehen.
Im Prinzip mach es nicht mehr wie die anderen Mikrowellengeräte o.ä., nur mir einer höheren Eindringtiefe.
Einzelne Messungen nützen kaum etwas, es sollten Messraster sowohl senkrecht als auch waagerecht gesetzt werden.
Diese Dinger sind sicher interessant für Tiefbauer und bei der Ortung von Leckagen.
Ich habe jedenfalls keine Lust mit einem radioaktiven Strahler durch die Gegend zu fahren.



Baupfusch



Es wird sich bei der ausführenden Firma doch um einen Fachbetrieb handeln?
Unabhängig davon kann sich auch kein Handwerker darauf berufen, alle Anweisungen vom Architekten bekommen zu haben.

Bei fachlichen Mängeln müssen seitens der ausführenden Firma Bedenken angemeldet werden- blind tun was andere vorgeben- auch wenn es ein Architekt ist- geht nicht und führt im Allgemeinen zu einer Mithaftung bei Baumängeln oder -schäden.

Eine Kamindurchführung abzudichten sollte doch kein Problem sein- entsprechende Manschetten und Ausführungsanleitungen gibt's doch bei den Rohrherstellern.
Solche Gerüche können dann nur durch Feuchteeinträge von außen oder durch Kondensatbildung entstehen.

Auch bei Abrechnung im Stundenlohn sind die Firmen natürlich zu korrekter mängelfreier Ausführung verpflichtet.
Da ist es möglicherweise einfacher und führt schneller zum Ergebnis,
diese zuerst zur Nachbesserung aufzufordern.

Haben die sich schon zu Mängeln geäußert?

Regreßforderungen an den Architekten können unabhängig davon gestellt werden.
Ihr wollt ja möglichst bald Klarheit haben und ohne Probleme im Haus wohnen können.

Andreas Teich



Baumängel



Das was Trotec über die Anwendung der "Neutronenmessung" schreibt, scheint auf den vorliegenden Fall nicht wirklich anwendbar.
Die Innendämmung der Außenwände scheint das Problem zu sein.
Wenn ich die Erklärung für den "Gaskamin" richtig verstanden habe, handelt es sich um einen LAS-Wärmeerzeuger für die Heizung.
Da das Gerät raumluftunabhängig ist, hat es keine Auswirkungen auf das Raumklima; es sei denn der LAS-Anschluss ist nicht ordnungsgemäß ausgeführt.
Bei einer kontrollierten Wohnungslüftung ist es empfehlenswert mit neutralen Druckverhältnissen, ggfs. mit leichtem Unterdruck zu fahren; außerdem sollten bei laufender WRL die Fenster geschlossen bleiben.
Das Fahren mit Überdruck ist kontraproduktiv.
Im übrigen ist nach EnEv ein BDT erforderlich; schon erstaunlich, dass er bisher unterblieben ist.
Das sind ein paar Gedanken, die mir beim Lesen des Threads gekommen sind.
Irgendwie ist "das Kind in den Brunnen gefallen".
Ich empfehle einen Fachanwalt für Baurecht zu konsultieren.
Viel Erfolg



Muffiger Geruch



Eine wichtige Frage:
Wann wurde Ihre Lüftungsanlage das letzte mal gewartet?



Antworten, Fragen & Dank



@ Andreas Teich, weitere Infos folgen per Email.
@ Herr Böttcher, die Anlage wurde noch gar nicht gewartet, da sie durch unseren einjährigen Auszug kaum im Betrieb war. Wir haben uns sagen lassen, alle 24 Monate?
@ Herr Esztermann, uns würde interessieren, warum Sie Unterdruck raten, wo uns bislang (für den Sommer) Überdruck empfohlen wurde. Für den Winter haben wir die Umstellung der Druckverhältnisse bereits eingeplant (sofern wir dann noch hier wohnen können...). Bitte sind Sie so lieb, Ihre Empfehlung mit wenigen Worten zu erklären, damit wir sie verstehen können. Schließlich wollen wir keine weiteren Fehler machen. Vielen Dank!!

Ganz lieben Dank an ALLE, die sich zu unserer Sache geäußert haben und uns mit ihren Ideen und Anregungen geholfen haben!!



Lüftungsanlage



Zweijährige Wartungsintervalle mögen bei normalem Wohnbetrieb ausreichen.
Sie hatten keinen normalen Wohnbetrieb!
Was während des Schadenseintrittes und während der Sanierung abgelaufen ist kann man sicher nicht als normal bezeichnen.



Lüftungsanlage



Hi André,
hier kurz der Grund meiner Aussage bezüglich der neutralen Druckverhältnisse.
Das Statement beschreibt nur einen kleinen Ausschnitt der Lüftungsproblematik.
Das Lüften einer Wohnung hat u.a. den Zweck, die entstehende Feuchte abzuführen.
Bei einer mechanischen Lüftungsanlage strebt man neutrale Druckverhältnisse an. Außerdem muss die Gebäudehülle dicht sein.
Bei einem Überdruck strebt die Luft – und mit ihr die Feuchte – zwecks Druckausgleich nach außen. Ist die Gebäudehülle undicht, findet der Druckausgleich über diese Undichtigkeiten statt. Die Folge: die enthaltene Feuchte bleibt in der Dämmung, feuchtet sie auf und kondensiert aus.
Ich hoffe, damit die Frage beantwortet zu haben.





Hallo André,

ich bin vor kurzem einem ähnlichen Schadensbild begegnet bei dem sich eine nicht fachgerecht installierte Lüftungsanlage als ursächlich herausstellte. Schreib doch mal etwas mehr zu der Lüftungsanlage, im Besonderen wo diese die Frischluft ansaugt und die Raumluft wieder abgibt.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Antwort



Zunächst einmal mehr meinen Dank!
@ H.J. Esztermann:
Das mit den Druckverhältnissen ist soweit klar. Es ging uns auch JETZT nur darum, den üblen Geruch "draußen" zu halten, bis die Ursache wirklich identifiziert ist. Dass uns diese Vorgehensweise spätestens im Winter einholt, ist uns (leider) bewusst...
Außerdem muss ich leider feststellen, dass das geruchsproblem nicht durch den Überdruck in den Griff zu bekommen ist. Es scheint ein wenig mit der Außentemperatur, ganz viel jedoch mit der Windrichtung und -stärke in Zusammenhang zu stehen.
Fakt ist aber, dass das Gebäude eben entgegen der Planung eben NICHT dicht ist.

@ Ch. Kornmeyer:
Ich habe im Augenblick Schwierigkeiten, mir vorzustellen, dass es an der Lüftungsanlage liegt... Die Frisch- und Abluft werden über Spezialziegel mit etwa 40cm hohen Röhren nach oben aus dem Dach ein- bzw. ausgeführt.
Dazwischen liegt der First (der First ist zudem etwa 30cm höher als die Öffnungen). Und die beiden Öffnungen sind dazu noch etwa 2m voneinander entfernt. Dass da ein wesentlicher bzw. schadenursächlicher Luftaustausch stattfinden soll, kann ich mir nicht vorstellen.
Allenfalls, dass etwas "im Haus" nicht stimmt. Aber dann würde ja nicht korrekt eingelassen bzw. abgesaugt werden, oder!? Kann bei der WRG etwas defekt sein, das die Luftströme vermischt?



Namen falsch...



Ihr lieben Helfer, ich habe H.J. anstatt H.-P. geschrieben und Kornmayer mit e.
Das bitte ich zu entschuldigen. Es wirkt so wenig wertschätzend - das soll es aber als letztes sein!
Ich muss nur immer soweit scrollen, um auf eure Antworten zu blicken...

Also, nichts für ungut und noch einmal an Euch und alle einen großen Dank für die Mühen!!!

Viele Grüße
André



Baumängel



Hi André,
dass mit den falschen Initiale ist eine lässliche Sünde;-))
Das Fahren der Lüftungsanlage mit Überdruck ist aus den genannten Gründen durchaus verständlich; löst aber das Problem nicht.
Die Miwo-Innendämmung wird vermutlich durchfeuchtet sein; die Ursache dürfte die mangelhafte Dampfsperre sein.
Gerade bei einer mechanischen Lüftungsanlage ist eine dichte Außenhülle unabdingbar. Selbst kleine Undichtigkeiten ziehen gravierende Schäden nach sich.
Es sieht ganz so aus, als müsse die Sanierung in wesentlichen Teilen erneuert werden; das ist sicher bitter.
Ich wiederhole meine Empfehlung: Unbedingt einen Fachanwalt für Baurecht konsultieren.
Ferner eine umfassende Schadensaufnahme vor Ort und Planung des mangelfreien Neuaufbaus.
Viel Erfolg