Natursteinmauer aus Muschelkalk sanieren

08.08.2011



Ich sollte die Giebelwände meiner Scheune sanieren. Der alte Mörtel hat sich zum Teil schon verabschiedet und in den Zwischenräumen zwischen den Steinen nisten mittlerweile die Vögel. Jetzt ist es mit Handarbeit eine unendliche Geschichte (jede Giebelwand hat ca. 100 Quadratmeter, innen und außen machts dann 400m2 und dann ist das Fundament noch nicht mitgerechnet), die Wände abdampfen, von Hand den Speiß in die Ritzen schmieren...

Meine Idee ist es, mit einer geeigneten Maschine die gereinigten Ritzen zu verfüllen, Produktempfehlung von Putzmeister ist der "Sprayboy P12". Als Füllmaterial hat sich Trassmörtel bewährt

Hat jmd von euch eine bessere Idee?



Mauerwerk verputzen



Warum wollen Sie "abdampfen"?

Viele Grüße

p.s. Ich kenne Ihre Scheune zwar nicht aber mit einem einfachen Pinselputz geht das Verputzen schnell und kostengünstig.



nicht verputzen



es geht nicht ums verputzen, die Mauer wird instabil (hab ich nicht von, zwischen den Steinen nistenden Vögeln geschrieben(?), ich muss den Mörtel ersetzen. Die Mauer war noch nie verputzt. Das ist MUSCHELKALK(!), der ist so hart, ich musste letztens einen Stein im Haus bearbeiten, da hat sich die Hilti bald die Zähne dran ausgebissen...

mir geht es vor allem um die richtige, zeitsparende Technik und die adäquate Maschine dafür. Für das kleine Putzmeisterteil muss ich gebraucht schon bald 2k hinlegen, Zubehör nicht mitgerechnet. Ich will in diesem Leben noch mit der Mauer fertig werden



Besser noch als



Trasskalk, ist Luftkalkmörtel der passt auch besser zum Muschelkalk. Solubel hat ein gutes Material im Programm.

Grüsse Thomas



Trass Märchen



Hallo

Würde auch keinen Trass nehmen.

FK



Scheunenwand



Versuchen Sie mal ein Foto von der betreffenden Wand einzustellen, vielleicht kommen wir dann weiter.
Ich kann mir nicht vorstellen, das ein Scheunengiebel steinsichtig erstellt wurde.
Was wollen Sie denn mit einer Putzmaschine wenn Sie nicht putzen wollen?
Und wozu das Abdampfen?

Falls Sie nichts mit dem Begriff "Pinselputz" anfangen können:
fehlende Steine ersetzen
größere Fehlstellen mit Steinsplittern und Mörtel auszwicken
Fugen mit Mörtel auswerfen, mit dem Kellenrücken verstreichen
nach dem Ansteifen mit dem Annetzer (oder Malerbürste) verschlichten.

Viele Grüße

p.s. das mit der Hilti passt nicht zu Muschelkalk



war schon mal jmd.



von euch in Rom? In Rom gibt es unter anderem das älteste Betonbauwerk der Menschheit zu bewundern. erbaut mit Trasszement! bis vor einigen Jahren war es sogar die größte freitragende Betonkuppel der Welt (bis in New Orleans der Superdome gebaut wurde). Wers nicht erkannt hat, die Rede ist vom Pantheon aus dem ersten Jahrhundert u. Z.

Da frag ich mich, warum das als Baumaterial so schlecht sein soll...

aber nixdestotrotz werd ich mich nach dem besten Baustoff für diese Anwendung noch weiter umhören.

Und in unserer Gegend hier sind viele Gebäude unverputzt, erst vorletzte Woche hab ich einen Schuppen abgerissen, der erwiesenermaßen älter war als unsere Scheune. Unverputzt in der gleichen Bauweise...

BTW, ich wollte in diesem Leben mit dem Gebäude fertig werden, deshalb setz ich Maschinen ein, und für Mörtelinjektion soll das die geeignetste sein (zumindest von diesem Hersteller). Es gibt auch sehr feine Düsen dafür...

Das mit den Steinen, die reingesteckt werden, halte ich betriebwsirtschaftlich für unsinnig. Das dauert viel zu lang und wenn ich grob über den Daumen peil, dann kann ich für jeden eingesparten Arbeitstag 40 Säcke Mörtel à 6€ verbauen. Damit kann man viele Löcher stopfen.

Aber ich lass mich gerne eines besseren belehren, also postet weiter!



Mauerwerk verputzen



Geht es um diesen Werksteingiebel?

Viele Grüße
p.s.
Das Pantheon ist immer noch die größte freitragende unbewehrte Betonkuppel. Erst vor etwa 110 Jahren wurde sie von der Jahrhunderthalle in Breslau (und nicht jetzt erst vom Superdom) übertroffen, aber das ist Stahlbeton.

Da Sie ein außerordentlich im Bauwesen bewanderter Mensch sind, kann ich ihnen wohl nicht weiterhelfen.
Ich in meiner Einfalt hätte das Ding in ein paar Tagen ohne Maschinen neu verfugt.



mag sein,



aber das ist ja auch die Schokoladenseite, die ich schnell mit dem Handy fotografiert hab. Innen sieht das Teil aus, wie ein frisch gesprengter Steinbruch. Ich hab schon etwa 40 Mannstunden ins Ausspeißen investiert und beim Hochrechnen der Fläche, ihr wollts nicht wissen...

Es gibt ja noch 50m umlaufendes Fundament am Fachwerkteil und noch ein paar Späßchen.

Also back to topic, meine Eingangsfrage war, ist so ein Mörtelpümpchen generell für solche Aufgaben geeignet, und was ist schlecht am Trasszement, den mir der Maurer empfohlen hat, weil der in Sachen Anhaftung und Zugfestigkeit wohl kaum Konkurrenz zu fürchten hat?

Uund, mein Vorposter hat ja mit seinem detaillierten baugeschichtlichen Fachwissen auch gezeigt, dass man mit dem Material äußerst langlebige Gebäude errichten kann



Ja! Die alten Römer!



Wenn Sie den gleichen Mörtel herbekommen, wie die den damals genommen haben - dann machen Sie es mit dem!

Sie schreiben: "Hat jemand eine andere Idee?"

Sie sehen: Es haben allerhand eine "andere Idee"!

Ich würde die Fugen mit Staubkalklösung behandeln und mit Luftkalkmörtel auswerfen.
Is ja ne Scheune - Substanz wesentlich verbessert - fertig!

Und reissen Sie nicht zu viel weg oder ab nur weil's alt ist.

Gutes Gelingen!

FK



Ich glaube nicht



dass man historisches Material, mit modernem vergleichen kann.
Und ganz so überzeugt sind sie von dem Material das ihr Maurer ihnen empfohlen hat wohl auch nicht.
Welcher Mörtel wurde denn bei der Wand verwendet?

Ich stimme hier mit meinem Vorposter überein, Staubkalklösung und Luftkalkmörtel.

Ob man mit Maschine schneller ist als von Hand kann ich leider nicht beurteilen, wage es aber zu bezweifeln, alleinschon vom Handling.
Es geht eben nichts über gute alte Methode van Hand

Grüsse Thomas



Es wurde ein



Mörtel verwendet, der jetzt rausrieselt. Die Steine liegen zum Teil nur noch lose aufeinander. Ich frag mich halt, wie ich in einer an der Basis fast einen Meter dicken Mauer bis ins letzte Winkelchen kommen soll, ohne Spritze. Ich hab an dieser Wand schon gearbeitet, sonst wäre ich nicht so skeptisch bei der Handmethode. Auf der (nicht abgebildeten) Nordseite kann man sich durch die Mauer an manchen Stellen zuwinken.



Zwischenfrage



von einem Laien:

wie wird bei einem Mörtel die "Zugfestigkeit" geprüft?

Kanns mir grad nicht vorstellen, im Maschinenbau zerreist/dehnt man dafür ein Probenstück.

Interressierte Grüße
Michael



Mörtelprüfung



Nach den Prüfkriterien der DIN 18557 (Werkmörtel) wird Zugfestigkeit bei normalem Putz- und Mauermörtel nicht geprüft, nur die Druckfestigkeit. Bei Mauerwerk zählen als Kriterium für die Bemessung Druck- und Biegezugfestigkeit, keine Zugfestigkeit.
Bei Lehmmörtel bzw. Baulehm gibt es eine Bindekraftprüfung nach DIN 18952 Blatt 2. Diese Kohäsionsprüfung misst die Zugfestigkeit eines Probekörpers bis zum Zerreißen.
Baulehme werden u.a. nach der Bindekraft eingeteilt.

Viele Grüße

p.s. An die Nesselbacher
Ein richtig lustiges Völkchen. Ein Foto einstellen, nix dazu schreiben, andere versuchen dafür Sanierungstipps zu geben und dann April April, weil es gar nicht um diese Wandfläche geht.
Ach so noch was: Wer zum Teufel hat den Mörtel so tief aus den Lagerfugen gepolkt?



auch darum



Es geht auch um diese Fläche, aber die ist halt nicht ganz so geschädigt. die anderen konnte ich auf die Schnelle nicht fotografieren.

Wer den Mörtel rausgekratzt hat? Wahrscheinlich die Vögel. Die haben ihre Nester in der Wand angelegt.

Ich hab noch ein Bild gefunden. So, wie die Wand im Hintergrund kann man sich meine "Ausspeißaufgabe" vorstellen.



Scheunenwand



Das waren keine Vögel.
Gehen Sie vor wie von mir beschrieben.
In ein paar Tagen ist das dann vergessen, ohne Pumpen und- Spritzengedöns. Der Mörtel wird mit einer Fugenkelle (Fugeisen) oder einem passenden Holzstück in die tiefen Fugen gedrückt. Loses Altmaterial kann in den Fugen verbleiben, Hauptsache es gibt nach dem ausfüllen keine Hohlräume in solchen Fugen.
Bei schlimmeren Schäden, wenn Einsturzgefahr besteht, entweder vorher sichern oder abbrechen.
Als Mörtel empfehle ich Ihnen MGII, zu beziehen über Fachhändler als Sackware oder in der Mörtelwanne beim Betonwerk. Wenn Sie Glück haben, kann der Fahrer Ihnen das Ding mit dem Ladekran gleich auf das Gerüst heben.

Viele Grüße