Gewölbe verfugen mit Kalkmörtel

25.09.2007



Hallo!

Wir bessern gerade die Fugen unserer Buntsandsteinmauern aus.
Dazu verwenden wir Kalkmörtel (MV 3/4:1). Das funktioniert bisher auch ganz gut. Nun sind wir an der Decke des Gewölbekellers angelangt.

Folgendes Problem: Der Mörtel haftet nicht ausreichend und fällt heraus. Das könnte einerseits an den sehr großen Fugen/Spalten liegen (teilweise über 5 cm Breite). Eventuell auch daran, dass Kalkmörtel wohl nicht so gut haftet wie ein zementgebundener Mörtel.

Wir möchten den Keller NICHT Verputzen und eigentlich wollen wir auch keinen Zementzuschlag. Maschinen zur Verarbeitung haben wir auch nicht - außer unseren Fugeisen ;-).

Wer kann uns Erfahrungen mitteilen/Hilfestellung geben?



Gewölbe verfugen



Zu große Fugen (ich hoffe, die entstanden nicht durch Gewölbeverformungen) mit Steinsplittern in Mörtel auskeilen und nach dem Anziehen dann mit steifem Kalkmörtel auswerfen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Gewölbe verfugen mit Kalkmörtel



Hallo Herr Bauer,

wenn Sie so Ihre Arbeitsweise beschreiben (Konsistenz des Mörtels) und auch das Erfolgserlebnis haben, es sei bischer ganz gut gelaufen...,stellt sich bei mir doch die Frage ob es wirklich so gut gelaufen ist - nun es ist innen und nicht aussen, wo andere Ansprüche einbezogen werden müssen.
Sie sollten die Konsistenz ändern,die Kelle gegen Handschuhe tauschen und das Mauerwerk mit Kalkmörtel ausstopfen.Auf diese Weise erzielen Sie das beste Ergebnis.
Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac



Gewölbe verfugen



... besten Dank Herr Böttcher - werde das demnächst ausprobieren.

mit ihrer Mitteilung Herr Klepac konnte ich leider weniger anfangen...
...falls sie mir "Laientum" unterstellen, dann sicherlich zurecht. Aber bislang haben die anderen Innen- und Außenwände trotzdem gehaftet und sind "sogar" abgebunden.

wenn's in drei jahren wieder herausbröselt, dann wars zumindest billig ;-)



Gewölbe verfugen



Ach Herr Bauer,
Leientum würde ich nie und nimmer jemandem unterstellen.
Es ist nur so das Sie einen Festen Mörtel (also wenig Wasseranteil)kaum werfen können und mit den Handschuhen auch zehn cm Fugen füllen können ohne dass der Mörtel wieder herausfällt, im Gegensatz dazu löst sich ein zu mit viel Wasser zubereiteter Sumpfkalkmörtel vom Stein.
Der Sumpfkalk hat ja schon Wasseranteile.Eine Frage noch...einfach so;was glauben Sie,was passiert wenn Sie dem Sand Wasser zugeben?

M.Klepac



Gewölbe verfugen



...also nun versteh ich gar nix mehr....
zum Glück hab ich mit dir Arbeit schon angefangen, sonst würd ich jetzt den Mut verlieren.

Wie ich den Mörtel anmache: Flusssand, Kalk, Wasser.
Ohne Wasser/geringer Wasseranteil: Extrem bröselig, haftet überhaupt nicht.
Mit hinreichendem Wasseranteil: Mörtel wird "pappig" und haftet.
Mit zuviel Wasseranteil: Mörtel läuft spazieren, schwindet später und bildet Risse.

Keine Ahnung ab das so stimmt - es ist auf jeden Fall das, was ich in den letzten Wochen beim Verfugen beobachten konnte.

Unter uns Betschwestern: Ich hab null Schimmer was für einen Kalk ich verwende: Ob Luftkalk, Sumpfkalk oder sonst was.
Aber bisher hat es funktioniert.

;-)



Gewölbe verfugen



...ich sehe gerade, dass Sie wohl mit Kalkbaustoffen handeln/arbeiten.

Also ich wäre für jede (Kauf-)Empfehlung dankbar. Liefern Sie auch in die Region Pforzheim/Karlsruhe?



Gewölbe verfugen



Tja, ich benutzte nun mal die Kelle zum Putzen und Mauern und nicht die Hände (Mein Lehrmeister nannte solche Leute "Fotenmeier").
Warum?
1.Durch das Auswerfen verkrallt sich der Mörtel besser mit dem Untergrund.
2. Bei einem Gewölbe tragen die Steine und nicht der Mörtel.
Alle Fugen, die breiter als ca. 20 mm sind, sollten deshalb vorher mit geeigneten Steinsplittern ausgekeilt werdern. Also, Mörtel in die Lücke werfen, passende Steinsplitter eindrücken bzw. einschlagen. Den Rest mit Mörtel auswerfen. So zieht der Mörtel auch besser an und härtet schneller durch.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Gewölbe verfugen



Hallo Herr Bauer,
also wie ich darauf gekommen bin, dass Sie mit Sumpfkalk arbeiten, frage ich mich jetzt auch gerade.Tschuldigung -bei mir ist eben altmannsteiner Sumpfkalk erste Wahl.Wahrscheinlich habe ich ein vorangegangenes Gespräch in Ihren Beitrag einfliessen lassen.
Also wenn Sie mit Ihrer Mischung zufrieden sind, dann ist es doch o.k. und gar Schäden in Kauf nehmen und dabei noch lachen können - , aber geben Sie nicht dem Kalk die Schuld wenn Schäden passieren sollten.

"...ich sehe gerade, dass Sie wohl mit Kalkbaustoffen handeln/arbeiten."
Ja wir tun das in der zweiten Generation. Kalkmörtel und Putze können Sie bei uns beziehen (Spedizion),Sie müssten auch Sand,Kies aus Ihrer Umgebung selber besorgen.

Es wundert mich das der "Solubel" noch nicht empfohlen wurde! :)

"...also nun versteh ich gar nix mehr....
zum Glück hab ich mit dir Arbeit schon angefangen, sonst würd ich jetzt den Mut verlieren."
Und ich wollte Ihnen nichts einreden.Bemühen Sie sich Lufteinschlüsse zu vermeiden.
Wie tief sind eigentlich die Fugen?
Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac



Gewölbe verfugen



Hallo Herr Böttcher,

"1.Durch das Auswerfen verkrallt sich der Mörtel besser mit dem Untergrund."
Wann lässt sich ein Putz werfen?
-und gleichzeitig sollen Fugen und Löcher gefüllt werden?

"Den Rest mit Mörtel auswerfen. So zieht der Mörtel auch besser an und härtet schneller durch."
Daraus werde ich gar nicht schlau.Hat Ihr Meister Ihnen das so beigebracht?Stellen Sie mich doch vor.Vielleicht lernen wir voneinander.
Was passiert mit tiefen Spalten, wie ich schon mal sagte z.b. 10 cm ,wenn Sie Steinchen in die Fugen geschlagen haben?
Mit freundlichen Grüßen
M.Klepac



Gewölbe...



Hallo Herr Klepac.

Also die Fugentiefe ist teilweise nicht "ortbar", da es sich um zweischaliges Mauerwerk handelt und man an manchen Stellen bis zur Füllung durchsieht (nicht überall - sonst wird der Krempel ja zusammenrutschen). ;-)

Ja, ich hätte Interesse an Sumpfkalk. Könnten Sie mir ein Angebot machen? Schließlich habe ich noch ein paar Ecken zum Verfugen.

Schönen Abend und besten Dank - ich bin auf eine anregende Diskussion gespannt.



Sumpfkalkmörtel Handarbeit



Ach Herr Böttcher,

Sie meinten:"Tja, ich benutzte nun mal die Kelle zum Putzen und Mauern und nicht die Hände Mein Lehrmeister nannte solche Leute "Fotenmeier".
dazu wollte ich noch was sagen:
Früher wurde neu erbaut und die Technik entsprach der damaligen Zeit - heute wird repariert.
Grüßen Sie Ihren Lehrmeister und wenn er was dazulernen will, kann er sich bei mir melden.
mit freundlichen Grüßen
M.Klepac



Kalkmörtel



Also ich habe Herrn Böttcher so verstanden, dass er die Steinsplitter in die bereits gefüllten Fugen drückt, das so genannte "Auszwicken".
Das beherrschten unsere Vorfahren viel besser als wir heute, wahrscheinlich haben sie sich mehr Zeit gelassen.
Wer eine zu breite Fuge nur mit Mörtel schliesst, tut sich keinen Gefallen, leider ist diese Art von Natursteinmauerwerk mit 5 cm breiten Mörtelfugen heute sehr verbreitet.
Früher hätte einen die Verachtung aller Nachbarn ob solcher Verschwendung getroffen.
Allerdings sollte man in einem Gewölbe vorsichtig sein, irgend etwas einzuschlagen, handfest reicht völlig aus.

Pfotenmeier und Kellenzauberer sollten sich nicht ausschliessen, bei bestimmten Reparaturabeiten kommt man einfach nur noch mit der Hand an und kann fühlen, ob die Winkelfuge voll gestopft ist, speziell bei Kalkputz ist andererseits meine Erfahrung mit dem Anwerfen sehr gut, gerade über Kopf. Ohnehin stopft man die tiefen Fugen und wirft dann ab ca. 3cm Tiefe den Mörtel. Also kein Grund zum Streiten.

Alles Gute



Kalkmörtel



Grundsächlich lerne ich immer gerne dazu und niemand hat ausgelernt.Jede Baustelle ist anderst und immer ist das Optimum zu erreichen.An Streitereien liegt mir, genauso wie Euch, überhaupt nichts, bringt auch nichts.
Zu den Ausfugarbeiten möchte ich noch ganz kurz was sagen:
Natürlich kann und sollte man herausgefallene Bruchstücke wiederverwenden,oft ist es aber so dass diese nicht ausreichend vorhanden sind.So kann man doch neben Sand auch Kies verwenden.
Danke
Grüße und schönen Tag
M.Klepac