Geeignter Fugenmörtel für Ziegelhaus

12.05.2011



Hallo liebe Fachwerk-Community,

wir haben ein Haus Bj. um 1900 in der Uckermark. Nun geht es an das Neuverfugen des Hauses. Teilweise müssen Steine ersetzt und die Fugen freigekratzt werden, da sie schon mit den Fingern herausgelöst werden können. Ich habe bereits recherchiert, was die Suchmaschine hergab und bin unsicherer als zuvor, was den Mörtel betrifft. Wenn ich es richtig verstanden habe, muss die Fuge nachgiebiger sein als der Ziegel. Derzeit halte ich TrassKalkMörtel für eine adäquate Lösung.

Ist dieser Mörtel dafür geeignet oder zu hart für die Ziegel?
Ist bei diesem Mörtel ein Fugenglattstrich möglich?
Da es sich um zwei Haushälften handelt, stellt sich noch die Frage, selber mischen oder Fertigsystem?

Vielen Dank an alle Ratgeber!



Betonmörtel ist immer prima



Hi Thilo,

also da ich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte und auch mein Geldbeutel nicht grade platzt, kann ich dir nur raten nimm den guten alten Zementmörtel (1,79€/40kg) aus dem Baumarkt deines Vertrauens und hau rein. Hauptsache die Fugen ist schön ausgefüllt und die Steine fallen nicht mehr raus. Bei mir hält das jetzt schon richtig lange (ca. 2 Jahre). Dieser ganze Quatsch von wegen luftig und weich und so, ist sicherlich eine Masche der Industrie die ja auch ein paar Spezialprodukte an den Verbraucher bringen will.

Viel Spaß beim Verfugen



Fugenmörtel



Am besten so vorgehen.

Altes und marodes Fugenmaterial nach Din . bis zum 1,5fachen der Fugenbreite unter Flankenschutz entfernen.
Im Anschluss Steinflanken gründlich reinigen.

Nach abgeschlossner Reinigung alle Fugen mit Luftkalkmörtel Steinbündig schließen.

Material Solubel.de oder selber anmischen.
Beim Verarbeiten von Kalksystemen unbedingt bei der verarbeitung drauf achten das der Mörtel bis zum Abbinden ausreichend Feucht gehalten wird.

Weitere Infos zum Thema staubfreies Fugenentfernung auf meiner Webseite.
LG.Peter Schneider



Fugenmörtel



Am besten so vorgehen.

Altes und marodes Fugenmaterial nach Din . bis zum 1,5fachen der Fugenbreite unter Flankenschutz entfernen.
Im Anschluss Steinflanken Gründlich reinigen.

Nach abgeschlossner reinigung alle Fugen mit Luftkalkmörtel Steinbündig schließen.

Material Solubel.de oder selber anmischen.
Beim Verarbeiten von Kalksystemen unbedingt bei der verarbeitung drauf achten das der Mörtel bis zum Abbinden ausreichend Feucht gehalten wird.

Weitere Infos zum Thema staubfreies Fugenentfernung auf meiner Webseite.
LG.Peter Schneider



Geeignter Fugenmörtel für Ziegelhaus



Schon mal vielen Dank Ihnen beiden, für die Tips.

Sie beide schlagen mir aber zwei neue Mörtel vor? Zementmörtel war der Ausgangspunkt meiner Recherche. Ich musste aber schnell erfahren, dass er eine schnelle und preiswerte Lösung bietet, auf lange Sicht aber das Ende für die Steine bedeutet. Dann stieß ich auch auf den Luftkalkmörtel. Erfuhr dann, dass es eine gute Lösung ist, aber sehr preisintensiv wird (Luftkalkmörtel PS50) und ein Fugenglattstrich nicht möglich ist (Porenbildung).

Dann fand ich als Alternative den Trasskalkmörtel und wollte eigentlich wissen, ob der für die Ziegel auch geht? Wenn Sie aber sagen, dass wäre die falsche Wahl, lasse ich mich gern eines Besseren belehren.

Sonnige Grüße,
Thilo Mühlisch



So so, ja ja...



Ich denke mal, dass „Hannes Hase“ die Ironie-Tags vergessen hat. Schöner Beitrag übrigens ;-)

Wir haben jetzt einen kleinen Bereich (rund um die Eingangstür) neu verfugen müssen und haben Muschelkalk genommen. Wäre mir aber für größere Flächen zu teuer.

Denke, das Solubel schon eine ganz gute Wahl ist, ansonsten habe ich hier im Forum noch folgendes Rezept gefunden:

12 Teile Sand, 2 Teile Kalk, 1 Teil Trasszement

Frohes Schaffen,
mag



So so, ja ja...



Doppelt erschienen, daher gelöscht.



Kalke



Hessler Kalke oder welche von Gräfix sind da auch gängig.
Weil eben heute das Thema geworden ist: Sack auf, Wasser dran und los!
Und dafür gibt es nur sehr wenige gute funktionierende Materialien bzw. Hersteller.
Viele gibt es zwar, aber nur wenige erfüllen das Thema Nachhaltigkeit und Funktionalität.

Grüße
Udo Mühle



Trass-Kalk-Fugenmörtel für Ziegelhaus



Vielleicht war meine Überschrift falsch gewählt.
Es kommen ja immer neue Systeme dazu.

Meine HAUPTFRAGE: Ist Trass-Kalk-Fugenmörtel zum verfugen eines Ziegelhauses und für einen Fugenglattstrich geeignet oder komme ich an Luftkalkmörtel nicht vorbei?

Wenn ich es richtig verstanden habe, sollte der Trass-Kalk-Fugenmörtel kein Zement enthalten?
Hat dafür jemand ein Rezept? Oder ginge auch der Trass-Kalk-Fugenmörtel von Tubag?

Vielen Dank schon mal für die Hilfe!



Tubag...



...ist oder wäre okay!
Alternativen sollte man aber trotzdem immer mal suchen.



Trass-Kalk-Fugenmörtel



Vielen lieben Dank für die Hilfe!

Hätte noch jemand eine Rezeptur zum selber anrühren des Trass-Kalk-Fugenmörtels? Ohne Zement!
Und die Konsistenz der Mischung sollte erdfeucht sein - korrekt?



was macht der Trass?



Im Prinzip nichts anderes als der Zement.

Also: Finger weg!

Ausser Ihre Fugen müssen im Wasser schwimmen!??

Ich würde Luftkalk nehmen.

Was ist denn im Dubag oder Zäfix drinn?

flatfoot



Zementalarm



Also, ehrlich gesagt – diese Zementhysterie ist hier häufig genauso übertrieben, wie die Begeisterung über selbigen beim Baumarktverkäufer.
Deine Steine werden keinen Schaden nehmen, wenn Du Deiner Mischung einem geringen Anteil Zement oder Trass hinzufügst. Und – Skandal – ich gehe sogar soweit, zu behaupten: besser und länger halten tut's auch!

Beste Grüße, mag





Hallo Thilo,

selbst mischen oder Fertigmörtel von Solubel, Tubag NHL-F oder einer von Gräfix funktionieren auch.
Portland- oder Trasshaltiges sehe ich an Deinen Ziegelwänden nicht, auch wenn Frau Hinterkeuser darauf schwört.

Gruß aus WIesbaden,
Christoph Kornmayer



@ flatfoot



-----Was ist denn im Dubag oder Zäfix drinn?----

Wer lesen kann ist dann noch etwas mehr im Vorteil!
Sorry!



Begründung



Hallo werte Community,

vielen Dank schon mal für die vielen Tipps. Kann mir aber jemand erklären, was gegen Trass-Kalk-Mörtel spricht? Sind es funktionale oder bauhistorische Gründe? Eine Begründung würde mir bei der Entscheidung sehr weiterhelfen.

Vielen Dank!



Mörtel



Es kommt nicht so sehr darauf an was für ein Bindemittel im Mörtel ist, sondern wie hart und wie dicht der Mörtel wird. Diffusonsarme, harte Mörtel können zu einem Feuchtestau hinter der Verfugung führen. Das kann Ausblühungen und Abscherbelungen des Fugenverstrichs, sogar der äußeren Steinschalen zur Folge haben. Wenn sich im Laufe einer Sanierung die Belastung der Außenwand ändert, können ebenfalls Abscherbelungen der äußeren, härteren Schale auftreten.

Viele Grüße



Wie denn nun?



Herr Böttcher: Sie schreiben:
Es kommt nicht so sehr darauf an was für ein Bindemittel im Mörtel ist, sondern wie hart und wie dicht der Mörtel wird

Aber genau das:"hart und weich" wird doch durch das Bindemittel definiert

Je mehr Zement oder Trass, desto härter ist er oder kann er werden!
Luftkalk - weich
Zement - hart

Der genannte "Feuchtestau" kann auch durch so genannte Hydrophobierungsmittel hervorgerufen werden.
Die machen aussen dicht und die innen auftretende Feuchte kann weder über die Fuge noch über den Stein raus.

Bei dem Bild oben könnte auch ein schlichter Materialfehler aus der Herstellung EINE Ursache sein.

FK



Rezept



Zwei neue Fragen resultieren für mich aus Ihren Antworten:

1. Könnten sie mir Mischrezept zum selbst anmischen von Luftkalkmörtel nennen?

2. Ist ein Fugenglattstrich bei Luftkalkmörtel möglich oder überhaupt ratsam?

Vielen Dank!



Fugenmörtel



Als Anmerkung zum Thema Zement:
Es gibt nicht nur CEM I, sondern eine Vielzahl von Zementsorten, dazu weitere latent hydraulische Bindemittel. Die Festigkeit definiert sich nicht sosehr über die Bindemittelart, sondern über die Menge und die Kornabstufung des Zuschlags. Ein bisschen Zement im selbstgemischten Mörtel MGIII kann eine geringere Härte haben als ein fetter Kalkmörtel, der auch noch eine höhere Schrumpfneigung hat.
Es kommt immer darauf an wie man was man macht.
Was immer noch in den Köpfen herumspukt ist die altväterliche Methode 3 Schippen Sand, eine Schippe (Portland)zement.
Zum Rezept: Luftkalk (Weißkalkhydrat) und Sand 1: 3 bis 1: 4 gemischt ergibt einen brauchbaren Fugenmörtel.
Im Spritzwasserbereich sollten Sie lieber auf Werktrockenmörtel zurückgreifen.
Fugenglattstrich ist eine Methode, die gleich beim Mauern zum Verfugen verwendet wird. Der ausquellende, überschüssige weiche Mauermörtel wird mit der Kelle abgestrichen und die Füge mit einem runden Holz oder einem Stück Gartenschlauch glatt verstrichen. Beim nachträglichen Verfugen bleiben Sie lieber bei der klassischen Methode.

Viele Grüße

Viele Grüße



Fugenmörtel



Vielen Dank Herr Böttcher!

Weißkalkhydrat ist besorgt. Jetzt fehlt noch der Sand. Gibts es dabei noch etwas zu beachten? Körnung 0-4 und gewaschen vielleicht? Und wie trocken muss die Mischung sein - erdfeucht?

Vielen Dank für die vielen Hinweise!



Gut gesiebter Kies...



...mit einer guten Mischkörnung.