Modell-Rechnung Gasheizung und Infrarotheizung (mit/ohne PV) für ungedämmten Altbau

06.06.2018 Karolinenhof


Modell-Rechnung Gasheizung und Infrarotheizung (mit/ohne PV) für ungedämmten Altbau

Hallo Energie-Experten,

ich stelle hier mal eine Modell-Rechnung für Gasheizung und Infrarotheizung ein. Bitte gebt mal Feedback, wo eventuell Fehler im Modell oder den Annahmen drin stecken. Oder vielleicht hat noch jemand weiterführende Informationen zum Thema?

Der Link zum Google-Sheet zum selber nutzen/überprüfen ist https://docs.google.com/spreadsheets/d/1YKk1QUJ_7O2VhWrwJgQDpVaQEoVFl65Apatqk12KYpE/edit?usp=sharing

In der gelb markierten Spalte kann man die Variablen ändern.

Bzgl. kWh-Verbrauchswerten habe ich mich dabei auf die Ergebnisse eines Forschungsprojekts der TU Kaiserslautern gestützt: http://www-user.rhrk.uni-kl.de/~kosack/forschung/?INFRAROT-STRAHLUNGSHEIZUNG (Siehe "Beispielhafte Vergleichsmessung zwischen Infrarotstrahlungsheizung und Gasheizung im Altbaubereich").



Richtiges Forum?



Ich denke hier:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/Haustechnikforum?showOverview=true
wäre diese Frage besser platzuert, aber das hatten wir dort schon.

Klaus



Fehler?



....die ersten Fragen für eine sinnvolle Betrachtung:

- welchen Wärmebedarf hat das Haus genau
- was würde eine aktuelle "übliche" Heizungsanlage kosten
- was würde die Infraotheizung kosten
- was würde eine PV-Anlage mit Speicher kosten? Sind die Zusatzkosten für den Stromspeicher überhaupt sinnvoll?

Im Sommer ist der Speicher DAUERVOLL, der Rest wird eingespeist. Im Winter wird dieser Speicher wohl die meiste Zeit leer sein. Und wenn man bspw. einen 10kWh Speicher hat - wie lange kannst Du damit Dein Haus beheizen? Aus dem Bauch heraus - im Winter...eine Stunde oder vielleicht noch weniger? Deswegen - ohne Punkt 1 sauber ermittelt zu haben, sind 2 und 3 gar nicht zu ermitteln! Und dann kommt gleich die nächste Sache...erst dämmen und danach dann die Größe der Heizung festlegen!!!





Das Grundproblem bei der Modellrechnung, ist das dem Gasverbrauch ein um den Faktor 2,5 geringerer Stromverbrauch gegenübergestellt wird.

Die zugrundeliegenden Messergebnisse wurden an Gaszentralheizungen mit Warmwasserbereitung ermittelt und bei der Auswertung wurde lediglich ein "Pauschalwert" für den Energieverbrauch der Warmwassererwärmung abgezogen. Dieser Abzug ist aus meiner Erfahrung viel zu gering.

Neben anderen "Rechenproblemen" und bisher nichtverwirklichten Energiekostenprognosen sehe ich da hier entschiedene Probleme, dass in der Praxis wirtschaftlich so zu erreichen.



Modelle



Modellen und Studien fehlt oftmals ein wenig Realität...bzw ein wenig mehr. Ich habe mich heute morgen ja auch durch diesen Bericht gekämpft und bin auch darüber gestolpert....Zentralheizung von 1993, mit einem Faktor auf 2008 "umgerechnet", die Warmwasserbereitung pauschal betrachtet und mittlerweile sind wieder mal 10 Jahre Entwicklung vergangen, in denen sich einiges getan hat...

Diesen Faktor von 2.5 habe ich in der Studie ebenfalls gelesen....ob das nun heute noch so passt, weiß man eben nicht...ich "vermute", dass der Faktor kleiner geworden ist, denn im Bereich der Heizfolien hat sich ´weniger getan, als in der gesamten Verbrennertechnik und deren Regelung. Die heutigen Thermen können sehr weit nach unten modulieren, die Geräte sind generell "kleiner" geworden. Die damals übliche Überdimensionierung wird heute normalerweise nicht mehr gemacht.

Die Kosten für die Warmwasserbereitung sind bei "reinelektrischer" Auslegung auch nicht ohne...da sollte ja dann schon mal an jeder Warmwasserstelle ein Durchlauferhitzer Einzug halten....UND...unter dem Strich muss man dann sogar noch die Leistungserhöhung des Stromanschlusses beim Versorger beantragen. In meiner Region ist bspw. nach einem 21kW-Durchlauferhitzer Schluss mit Standardanschluss.



Infrarot/Gas



Hallo joerjen,

ich versuche mal auf Deine Fragen zu antworten:

"- welchen Wärmebedarf hat das Haus genau?"
10.000 kWh für Infrarot-Heizung und 25.000 kWh für Gas in meinem Model. Aber das kann man ja anpassen wie mal will - bzw. mit Werten aus eigener Erfahrung oder mit Werten die man persönlich für realistischer hält.

"- was würde eine aktuelle "übliche" Heizungsanlage kosten?"
habe ich für beide Modell-Fällen eingetragen. Kann man auch anpassen falls man andere Werte/Angebote hat.

"- was würde die Infraotheizung kosten?"
habe ich auch im Modell eingetragen

"- was würde eine PV-Anlage mit Speicher kosten? Sind die Zusatzkosten für den Stromspeicher überhaupt sinnvoll?"
Bildet das Modell ebenfalls ab. Hast Du Dir das Modell genau angesehen?

"Im Sommer ist der Speicher DAUERVOLL, der Rest wird eingespeist. Im Winter wird dieser Speicher wohl die meiste Zeit leer sein. Und wenn man bspw. einen 10kWh Speicher hat - wie lange kannst Du damit Dein Haus beheizen? Aus dem Bauch heraus - im Winter...eine Stunde oder vielleicht noch weniger? Deswegen - ohne Punkt 1 sauber ermittelt zu haben, sind 2 und 3 gar nicht zu ermitteln!"

Auch die zu geringen PV-Erträge im Winter bildet das Modell ab. Dann erfolgt Strom-Fremdbezug zu höherem Tarif.

"Und dann kommt gleich die nächste Sache...erst Dämmen und danach dann die Größe der Heizung festlegen!!!"

Das Model basiert auf einer für uns relevanten "Berechnungsgrundlage: 100-120 m2, Altbau, ungedämmt, 3-4 Personen" Falls Du das anpassen willst auf gedämmten Altbau kannst Du das ja tun indem Du den Energiebedarf runter setzt. Sowohl für Infrarot als auch Gas.



Faktor 2,5



Hallo Mario und Joeren,

bessere Informationsquellen als Faktor 2,5 habe ich leider nicht. Aber den Faktor könnt ihr im Modell ja anpassen falls ihr andere Daten zugrunde legen wollt. Wäre wirklich interessant weitere Daten zu erhalten. Deshalb habe ich diesen Thread ja auch eröffnet.

Mario, was meinst Du mit "anderen Rechenproblemen"?



Modell



Ich habe mir die Tabelle schon angesehen, leider lässt es sich für mich nicht ändern...

Interessant wären ja Erfahrungswerte bzw. neuere Messwerte - wenn ich da drin herum ändere kann ich es für die eine oder andere Variante "schönrechnen"

Stromkosten finde ich doch sehr gering...
Wie geht die Warmwasserbereitung und auch deren "Installationskosten" in die Berechnung mit ein?

Ich bin ein skeptischer Mensch - das muss ich zugeben....deswegen wundert es mich natürlich schon, wenn es doch unter dem Strich um einiges günstiger wäre, mit den Folien zu heizen....warum ist es so selten anzutreffen?

Ich kenne nur wenige, die ihr Haus mit Strom beheizen (womit auch immer)....denen stehen bei jeder Abrechnung zumindest die Tränen in den Augen





Mit "Rechenproblemen" meine ich verschiedene Vereinfachungen und Hypothesen. Wie kommt man den auf den Faktor 2,5 ? Den halte ich für eine kleine "Sensation".

Wegen "Trägheit" der Regelung von Gasheizungen und Speicherung der Heizkörper? Als ob die massive Gebäudehülle nicht die größte Speichermasse wäre. Über die Heizkurve kann die Heizleistung angepasst werden und entspricht im Idealfall dem Wärmeverlust.

Ob die Gasheizung regeltechnisch und hydraulisch abgeglichen war, keine Aussage.

Abgas-, Abstrahl-, und Verteilungsverluste hält man hingegen für vernachlässigbar.

Man macht sich noch nichtmal die Mühe, solche Differenzen mit den vorhanden Wärmemengenzählern abzugleichen, da deren Eichfrist abgelaufen sei. Den Energiebedarf fürs warme Wasser schätz man hingegen, nach vermeintlichen "Erfahrungswerten" pauschal ab.

Diese ganzen in der Studie ausgelobten Vorteile, die zur "Abwertung" gegenüber einer (Gas-) Zentralheizung führen, halte ich für moderne und optimierte Anlagen, insbesondere Flächenheizungen für nicht mehr haltbar. Jedenfalls kann ausgeschlossen werden das die Regelung überschwingt.

Ich würde mir vielmehr Sorgen machen, dass im "großzügig" beheizten Erdgeschosse nicht die Ursache dafür liegt, dass darüber bei weniger als 19 Grad Raumlufttemperatur so ein "geringer" Wärmebedarf anliegt. Dazu jedenfalls keine kritische Betrachtung. Auch zur Betriebsdauer der Anlagen nicht.

Auch bei deiner Modellrechnung hat es natürlich gewisse "Risiken". Bei den großen Faktoren die hier multipliziert werden, reichen schon kleine Änderungen um zu völlig anderen Ergebnissen zu kommen.

Die Solaranlage kann man auch aus der Betrachtung erstmal raus lassen. Deren Ertrag ja nur in geringem Umfang mit dem Bedarf zusammen fällt.

Auch sehe ich hier die Anlagenkosten für 10 kWp, mit Speicher und Installation als noch recht sportlich an.

Die Installation einer Gasheizung, mit Brennwertwandgerät in einem Nebenraum innerhalb der thermischen Hülle, für die Abgasführung reicht da schon eine Kernbohrung in der Außenwand und ein Abgasset aus, kann hingegen günstiger erfolgen. Auch die Heizflächen für 100 Quadratmeter sind etwas billiger zu haben.

Auch die Brennstoffkosten kann man kritisch prüfen. Erdgas kostet hier gerade 5,43 Cent pro kWh, war mal früherer auch schon bei 8, aber seit der Wirtschaftskrise ist das der einzige Punkt an dem wir jetzt sparen.

Bekommt man tatsächlich einen Mischpreis von 20 Cent / kWh für Strom aus Hoch- und Niedertarif hin?

Jedenfalls "kippt" die Modellrechnung bei Anpassungen, sehr schnell in einen Bereich wo die Gasheizung (fast) nur die Hälfte kostet.



Heizfolien



Hallo joerjen,

da stimme ich Dir zu, mehr Daten wären wirklich wichtig. Bin auch persönlich jemand, der Aussagen ohne Daten eher nicht ernst nimmt. Mal sehen was da vielleicht noch kommt von anderen Forumsteilnehmern.

Nur eine kleine Korrektur - die Studie spricht explizit von Hochtemperatur-Strahlern. Die günstigen Niedrigtemperatur-Heizfolien zählen glaube ich nicht dazu.

Bezüglich der Entwicklung der Energiepreise kann man sich u.A. auf die folgende offizielle Studie der EWI/Prognos bis 2030 stützen: https://www.energieverbraucher.de/files_db/dl_mg_1117701998.pdf

Aussage ist Preise für Öl und Gas legen zu, Preis für Haushaltsstrom geht runter.



Daten Modellrechnung



Hallo Mario,

danke für den Input. Ich habe die Daten mal entsprechend auf sehr sportliche Daten für die Gasheizung angepasst. Passt das aus Deiner Sicht so eher? Sonst wirf doch mal konkrete Daten rüber. https://docs.google.com/spreadsheets/d/1YKk1QUJ_7O2VhWrwJgQDpVaQEoVFl65Apatqk12KYpE/edit#gid=0

Aber das die Rechnung auf die Hälfte kippt bekomme ich nicht hin. Bin jetzt eher bei Gleichstand. Welche Variablen änderst Du dafür?

Vielleicht nochmal zur Klarstellung. Ich favorisiere hier keines der Systeme und habe daran auch keinerlei Interesse. Ich finde nur das Thema interessant, da Heizen auf Basis Solarthermie ein Zukunftsthema ist.

Ein Mischpreis von 20 Cent ist auf jeden Fall machbar. Auf den entsprechenden Portalen komme ich derzeit auf einen entsprechenden Mischpreis bei großen Anbietern. Vielleicht geht es sogar noch günstiger.



Strompreise



...wenn das Ergebnis dieser Studie ist, dass der Strompreis sinkt, dann schaue ich mir diese gar nicht an. Irgendjemand muss diese regenerativen Energien bezahlen...die Subventionen fallen nicht vom Himmel.

Auch wenn ich dafür bin, dass Energie eingespart wird - aber...seit meiner Kindheit höre ich, die Öl- und Gasressourcen enden in 20 Jahren :-)



Brennwert



Ich habe gerade mal ein wenig gegoogelt...demnach hatten die normalen Kessel 70-85% der eingesetzten Energie in Wärme an das Heizwasser abgegeben....heutige Brennwertthermen geben 95-98% der eingesetzten Energie an das Heizwasser ab...

Verluste hin oder her - die Energie muss irgendwo im Haus verloren gegangen sein....der Wärmeverlust nach "draußen" (Boden, Wände, Decken) soll ja angeblich annähernd gleich sein....da kann irgendetwas nicht passen



Strompreis



Schau Dir das ruhig mal an. Die Erklärung ist einfach und dort auch angeführt. Die Strompreise sind einfach schon jetzt auf dem Höchstniveau durch die Subventionen. Da die Subventionen nun nicht weiter steigen ... ;)

Was der Strompreis mit Deinen Ausführung zu Öl und Gas zu tun hat verstehe ich nicht.





Die Studie zur Energiepreisentwicklung ist auch vom Mai 2005 veröffentlicht worden. Das war vor dem Boom der PV anlagen und weit vor Fukushima (11. März 2011). Die installierte Solarstromleistung dürfte heute über 40 GW liegen, dass dürfte mehr als 20 mal soviel sein wie noch 2005 und Stromgestehungskosten von weniger als 14 Cent / kWh, selbst in Haushaltsanlagen. Das alles hätte da noch bei vielen Kopfschütteln hervorgerufen. Der Anteil regenerativer Energien an der Stromproduktion liegt jetzt schon bei über 33 Prozent und war da für das Ende des Betrachtungszeitraumes vorgesehen.

Bei den Preisen liegen die Prognosen daneben. Da war ein Preisverfall ab 2010 vorhergesagt, dass Gegenteil ist der Fall. Neuere Prognosen sagen auch das die Strompreise noch etwas weiter steigen werden. Wobei an den Strompreise die Erzeugungskosten nur einen geringen Anteil ausmachen. Die Industrie freut sich ja schon länger an dem Preisverfall durch ein Überangebot an regenerativen Energien. Wenn du Strom aus konventioneller Erzeugung zum Börsenpreis verkaufen muss, da bekommst du vielleicht 4 bis 5 Cent pro kWh, wenn dir da dein Nachbar was für 20 Cent / kWh abnimmt kannst du dein Glück nicht fassen.

Da gibt es auch schon Konzepte, dass Händler am Spotmarkt "negative" Regeleistung anbieten und so bei einem Überangebot Strom umsonst oder gar noch für Vergütung haben können, da ein Abschalten von Kapazitäten teurer ist. So was ließe sich dann in virtuellen "Großverbrauchern" aus vielen haushaltsnahen Kleinspeichern realisieren. Aber das ist noch ein bisschen hin.

Durch die Wirtschaftskrise bleiben wohl aber die petrochemischen Energieträger deutlich günstiger als prognostiziert.

Auch ich bin der Meinung das die Verwendung von Strom für die Heizung eine Möglichkeit sein kann, regenerative Energie wirtschaftlich zu Nutzen und zu Speichern. Ob aber die Umsetzung 1:1 mittels Widerstandsheizung in Wärme sinnvoll ist?

Jedenfalls können im Kreisprozess ja noch jede Menge Umweltwärme gewonnen werden, an der es ja nirgendwo einen Mangel gibt. Hier wäre auch die Speicherung kein Problem, jedenfalls deutlich billiger als elektrochemisch.

An "deiner" Rechnung würde ich den Energieverbrauch der "Infrarotheizung" erhöhen. Weniger Verbrauch als 25 Prozent zu Gas halte ich für unrealistisch.

Eine 10 kWp Anlage mit Speicherlösung und zusätzlichem Energiemanagement würde ich auf 22.500 Euro taxieren. Eine wirtschaftlich profitablere Lösung könnte sein den Haushaltstrom zu substituieren und die Differenz von 14 Cent / kWh zum Netzbezug zu vereinnahmen. Da kommst du mit weniger Geld auf eine hohe Autarkie. Auch Warmwasser ist im Sommer kein Problem und gegenüber dem meist schlechten Energieausnutzungsgrad der Zentralheizung bei reiner Warmwasserbereitung von oft nur 50 Prozent auch wirtschaftlich.

Die Instalationskosten der Heizung fallen ja gegenüber den Brennstoffkosten gar nicht so ins Gewicht.

Wobei ich bei kompletter Neuinstallation nicht auf Gasheizung setzen würde. Die Brennstoffzelle wird in ein paar Jahren da ganz andere Möglichkeiten schaffen. Da wird geheizt wenn Strom verbraucht wird. Denn Rest verkaufe ich an den Nachbarn mit Heizfolien an der Wand.



25% weniger als Gas



Hast du vielleicht irgendwelche Daten die Deine 25% unterstützen?

Ich versuch trotzdem mal eine konservativere Annahme ggü Strom. Die Studie geht nach Korrekturabzügen von Faktor 2,5 aus. Du sagst 1,33. Bei Faktor 2 wären Gas und Strom kostenmäßig etwa gleichauf. Wenn ich den Studienfaktor von 2,5 halbiere auf 1,75 wäre Strom mit 150-300 Euro/Jahr hinten.

Das Problem ist nun leider mal, das es keine gesicherten Daten für Infrarotheizung gibt. Für den Gasverbrauch würde man sicher noch einen Energieberater finden, der einem das auf 100 EUR pro Jahr genau für Dein Haus ausrechnet.

Für Strom wage ich das zu bezweifeln. Das macht die Sache derzeit so unattraktiv. Schon bei meinem Modell mit nur 100-120m2 liegt die finanzielle Risiko-Bandbreite pro Jahr bei +300 bis -500 EUR. Hier wünsche ich mir mehr Licht auf Basis von belastbaren Daten um das Investitionsrisiko zu minimieren. Die eine Studie allein reicht halt nicht wie man hier feststellen kann.

Brennstoffzellen-Technik hatte ich mir auch schon einmal angesehen. Ist derzeit aber noch zu teuer. Ich füg trotzdem mal ein weiteres Modell für diese Technik mit ein.

Dein Vorschlag den Solarstrom komplett, also auch in Übergangszeiten, für 12 Cent zu verkaufen und den Haushaltsstrom zu substituieren und dafür nicht in die Batterie zu investieren ist fair. Aber wahrscheinlich ist das Thema PV bei den derzeitigen Einspeisevergütungen selbst bei einer 10 kw-Anlage kein Selbstläufer mehr. Das kann man ja eigentlich nur noch aus Autarkie-Gesichtspunten oder als "Fan" durchziehen. Und dann gehört Batterie wahrscheinlich mit dazu ;)





Eine plausible Begründung warum die Infrarotheizung mit nur 35 Prozent Energieaufwand eine gleichwertige Beheizung sicherstellen soll liefert die Studie selber nicht.

Wenn die Gasheizung im Erdgeschoss so "viel" verbraucht liegt das wahrscheinlich daran das die Heizung nicht optimal funktioniert oder deutlich mehr für die Brauchwassererwärmung verbraucht und nicht daran das die Infrarotheizung um den Faktor 2,5 effizienter ist.

Wenn die Heizung vermeintlich "träge" ist und überschwingt dann ist sie definitiv falsch eingestellt. Heizungen müssen heute hydraulisch abgeglichen und geregelt sein.

Bei angepassten Vorlauftemperaturen und Masseströmen wird auch nichts verschwendet.

Den Vorteil im Verbrauch gegenüber Gasheizung, würde ich auf das entfallen der Wandlungs- und Transportverluste durch den Nutzungsgrad der Heizung, (Abgas- Abstrahlverluste) sowie Leitungsverluste festmachen (zusammen maximal 15 Prozent).

Hinzu kommt eine "Einsparung" durch abgesenkte und "exakt" geregelte Raumtemperaturen (hier vielleicht 10 Prozent).

Das bekomme ich mit einer Gasheizung genauso gut hin, wenn sie technisch einwandfrei funktioniert.

Du rechnest ja selber mit den Gradzahltagen (GTZ 15/20) bloß wer hat heute noch 20 Grad im Wohnzimmer. Ich kenne Leute die rufen bei 22 Grad schon den "Heizungsnotdienst" weil es zu "kalt" ist.

Ich habe auf knapp 100 Quadratmeter mit Brennwertgerät (Erdgas) beheizter Altbauwohnung (3,20 Deckenhöhe, "teilsaniert" keine Fassadendämmung, Fussbodenheizung ).

2017 Verbrauch von monatlich, Januar 1918 kWh, Februar 1605 kWh, März 1125 kWh, April 584 kWh, Mai 251 kWh, Juni 0 kWh, Juli 0 kWh, August 0 kWh, September 45 kWh, Oktober 305 kWh, November 1062 kWh, Dezember 1378 kWh. Sonst nutze ich noch einen kleinen Holzofen da sind die Werte 20 bis 30 Prozent geringer.

So das ich einen 85 kWh pro Quadratmeter habe. Mit 35 Watt pro Quadratmeter Heizleistung kann ich problemlos exakt geregelte 21 Grad in den Aufenthaltsräumen halten, die Nebenräume sind mit 19,5 etwas kälter. Das funktioniert aber natürlich nicht wenn ich mit 25 Grad operiere, wie es oft üblich ist gewollt oder ungewollt.

Schaue doch mal welche Heizleistungen hier ausgelegt werden im Altbau, dass ist die Ursache für den hohen Verbrauch. Die Infrarotheizungen waren deutlich günstiger dimensioniert.

Also die Studie belegt maximal "Potentiale" für Energieeinsparungen bei vernünftigen Auslegung und Betrieb von Heizungsanlagen, nicht jedoch so sehr für spezifische Vorteile der "Infrarottechnik".



Infrarotheizung ist nicht nur elektrisch



Mit Gas/Wasser kann man infrarot heizen.

Heizleisten wie von www.blaffert.de , Hypokausten von www.hypothermal oder minimalistische Lösungen wie von http://www.temperierung.net reduzieren die Heizkosten durch Hüllflächen-Strahlung.

Darum muss der Vergleich nicht über das Heizmaterial, sondern parallel über Energieform und Heizmedium erfolgen.



Infrarotheizung ist nicht nur elektrisch



Der Vergleich zielt aber nunmal auf die Frage Strom vs. Gas "verheizen".

Wie am Ende die Energie des Gases als Wärme im Haus verteile ist eine ganz andere Frage. Welche Methode halten Sie denn diesbezüglich für die derzeit kosteneffizienteste für 100m2 Altbau-Haus ungedämmt? Tatsächlich Heizleisten oder Hypokausten-System?



Heizleiste vs. Hypokauste ... und Schwadronieren, Ausschwärmen



Die Überschrift ist dann aber irreführend, weil der Eindruck von direkt infrarotheizenden Stromheizkörpern entsteht.

Die Frage, was am kosteneffizientesten ist, ergibt sich beim Installationsaufwand eindeutig zugunsten der Heizleisten, weil nicht gemauert werden muss.

Wenn man aber schon mauert, kann man dahinter natürlich Dämmung anbringen, was eine thermische Trennung bewirkt.

Wenn man eine Heizleiste anbringt, kann man natürlich auch einen Antikondensationsputz anbringen, der den Wärmefluss reduziert.

Am kosteneffizientesten werden nach meiner Auffassung die Heizleisten von Blaffert.de sein, weil sie günstig (und nicht so wohnlich wie von anderen Anbietern, aber für Putz- und Holzwerker Möglichkeiten bieten) und schwarz sind, weil sie auch an der Decke strahlen. Sie haben ein Vielfaches der Heizleistung von einfachem Kupferrohr und kosten relativ wenig, weil sie ja für Ferkelställe gedacht sind.

Hypokausten sind ja ein geschlossenes System, während Heizleisten-Fußleisten ja indirekt durch den Coanda-Luftstrom die Wand als Strahler nutzen. Die Störungen sind mir nicht bekannt, aber ich kann mir vorstellen, das Türenöffnen etc. sich negativ auswirken kann, während reine Strahlungsheizung davon nicht beeinträchtigt wird.

Thermische Sanierung nach thermierung.net senkt durch Austrocknung die Wärmeleitung von Wänden, was mit minimalem Energieeinsatz funktioniert. Auch hinter Schränken.

Eine Variante einer Hypokauste könnte man auch mit einem Luftsolar-Kollektor wie von trubadu.de realisieren, die das Speicherproblem 'gelöst' haben, was man bei PV nicht hat.
Dies kann man auch direkt ins Haus leiten, was natürlich Staub transportiert, aber man hätte immer Frischluft.

Je nach Solarexposition und Bausituation können natürlich auch Wintergärten oder größere Fenster mitwirken. Mit dunklen Fliesen.

Eine Entscheidung nach Modellrechnung halte ich für waghalsig und man muss sich entscheiden zwischen EEG-Abenteuer und Nato-Russland-Gas-Gefahr. Dazu noch Wartungskosten.

Da es sich um einen Altbau handelt, hat er vielleicht noch eine funktionierende Heizanlage oder Kaminzüge, was in die Überlegungen einfliessen kann. Was erlaubt oder verbietet die EnEV, das Energiesparhindernis?

Darum wird alles so kompliziert wie ein Steuersparmodell ;-))
* passiv Solar
* Luftsolar als Hypokauste (nicht gemauert) oder zu Kellertrocknung
* thermische Sanierung in Nebenräumen
* Heizleisten als Außenwand-Ring oder künstliche Sonne
* Hypokauste wie Kachelofen, als Teil von Bad oder an (innen oder außen) zugigen Ecken