Hausschwammschutzmittel für Mauerwerk

21.11.2006



Nachdem bei uns ein Befall mit Hausschwamm (im EG über KG) anhand einer eingesandten Probe festgestellt wurde, haben wir alle Holzbauteile (Dielen, Balken, Fachwerkständer) in diesem Bereich großflächig entfernt. Weiterhin wurde der kpl. Fussbodenuntergrund (Lehm-Sand-Gemisch) bis ca. 70 cm unterhalb im kpl. EG beseitigt. Da der Ursprung des Schwammes am Podest des Kachelofens begann, haben wir dieses einschl. des Ofens ebenfalls abgebrochen.

Die Hauptursache des Feuchtigkeitansammlung lag an einem Entwässerungschacht des Kellers, welcher nicht leer laufen konnte, dadurch das anstauende Wasser zurück in den Keller gedrückt wurde, stehen blieb und die Nässe somit bis ins EG aufsteigen konnte (Schaden wurde behoben).
Der Ofen lieferte die notwendig Wärme und das auf den Fussboden liegende Linoleum dichtete alles noch schön ab, sodass es richtig schön feucht/warm war. Ideal für den Hausschwamm.


Nun stellt sich für uns die Frage, wie wir das angrenzende verbliebene Natursteinmauerwerk behandeln. Sichtbarer Befall ist/war nicht zu erkennen, aber Sporen und kl. Myzelstränge sind halt nicht auszuschließen.

Dazu ist unsererseits geplant den Putz abzuhacken, losen Fugenmörtel auszukratzen und das Mauerwerk abzuflammen.
Im Anschluss an diese Maßnahmen würden wir sicherheitshalber noch ein Schutzmittel auftragen (streichen), da wir wieder einen Holzfussboden auf neuem diffussionsoffenen Fussbodenaufbau (gemäß Herrn Schilling -sh.Forum) einbauen möchten.
Ist das noch notwendig bzw. sinnvoll?
Wenn ja welches Mittel ist zu empfehlen, wir schwanken zwischen Kulbasal MQ von Fa.Kulba oder Adolit M von Remmers.

Vielen Dank im Voraus für alle Antworten.

Katrin





Moin- prinzipiell sind Ihre Darlegungen sachgerecht.
Zur in Ihrem Fall notwendigen Mauerwerkssanierung empfehle
ich ein Borsalzpräparat. Firmennamen sind weniger bedeutsam als der Wirkstoff. Achten Sie auf Einhaltung der Mindesteinsatzmenge Wirkstoff je m²! Schwierig, wenn der Naturstein keine Porosität aufweist. Dann den Fugenanteil prozentual zur Fläche abschätzen und wo große Kreuzfugen vorhanden sind, diese anbohren 20...25 mm und über schräg abwärts weisende Trichter (Plastflaschenoberteile) tränken! Löcher abschließend mit Quell (Zement-/Kalk-)
mörtel zusetzen. Gruß M.Lüdicke



Differenzieren!



Gibt es wirklich Mauerwerksdurchwachsungen des Myzels? dann würde ich ein Tiefenverfahren wählen. War das Myzel allenfalls an der Oberfläche oder gehört das Mauerwerk nur in den Sicherheitsbereich von etwa 1,50 m im Umkreis des Schadensbereiches, kann ein Oberflächenverfahren ausreichend sein. Also Fugen auf Durchwachsungen prüfen, hierbei hilft auch das Abflammen - die Myzelenden glühen kurz auf.
Injektageverfahren bei Natursteinmauerwerk sind immer ein wenig problematisch, weil unbekannte Hohlräume und Luftschichten (zweischalig?) vorhanden sein können.
Günstiger als Streichen. wäre im Prinzip das Schaumverfahren, da kein Sprühnebel (vorwiegend beim spritzen) und keine unnötigen Schutzmittelverluste entstehen und sich die Einbringmenge besser bestimmen lassen. Nachteil daran: es sollte eine Fachfirma machen. Das gilt aber eigentlich für alle diese Maßnahmen, Sie hantieren mit Giftstoffen und da gehört eine gerütteltes Maß an Sachkunde dazu.
Mit Grüßen aus Leipzig
Martin Malangeri



Quat + Bor



Guten Tag, die beiden vorherigen Beiträge haben schon viel erklärt. Naturstein ist wirklich sehr problematisch bzw. fast gar nicht zu tränken. Was Martin so schön freundlich gesagt hat, muss man eigentlich noch drastischer sagen: Nach Gefahrstoffrecht dürfen bekämpfende Holzschutzmaßnahmen nur von Sachkundigen ausgeführt werden. Der Sachkundenachweis wurde einige Beiträge vorher von Hr. Bromm bereits erläutert. Es macht auch in so fern sinn, dass Sachkundige sinnvolle Lösungsvorschläge zum Naturstein unterbreiten können.
Eigentlich geht also nichts in Eigenleistung, sie dürften die Mittel eigentlich nicht einmals ausgehändigt bekommen. Wenn das Mauerwerk nicht tiefenwirksam behandelt werden kann, dann auf jeden Fall viel Einbringmenge im Oberflächenverfahren an den Stellen, die nachher wieder mit Holz in Kontakt kommen. Und möglichst auf Tapete in den Befallsbereichen verzichten. Putz kälken oder mit Silikatfarbe streichen. Die beiden genannten Mittel unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander. Beide enthalten Quaternäre Ammoniumverbindungen und Borverbindungen als Wirkstoffe. Adolit M: 20 % Benzalkoniumchlorid und 12 % Natrium-Polyborat; Kulbasal MQ: 21,1 % Borsäure und 5,5 % Alkyldimethylbenzylammoniumchlorid.
Behandelte Oberflächen müssen zu Aufenthaltsräumen hin abgedeckt (z. B. geputzt) werden.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Ergänzung



als zusätzlicher (kleinerer) Aufwand, um zukünftig ruhiger schlafen zu können, wäre der Einbau von Splint-freien Dielen aus Douglasie, Lärche oder Eiche und/oder die vorbeugende Behandlung der Hölzer mit Präparaten auf Basis Borax/Borsäure empfehlenswert. Das könnte Masid HM1 genauso wie Remmers Adolit Holzbau B sein.

Auch Thermoholz gilt als sehr pilzresistent.

Da diese Mittel auf wässriger Basis sind, müssen die Dielen vor dem Einbau noch nachtrocknen.

Zu allen Fragen beim Aufbau eines hölzernen Fußbodens berate ich sachsenweit auch gern vor Ort.

Grüße

Restauratio GmbH
Thomas W. Böhme
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Wir hatten auf einem Bv zusammen zu tun und dort war Hausschwamm in Größenordnungen vorhanden.

Grüße Udo Mühle