Bad im Fachwerkhaus




Hi an alle Interessierten.
mein Fachwerkhaus ist ca. 350 Jahre alt und am Ende des 19. Jhds. und Mitte des letzten Jhds. umgebaut worden.
Dann sind noch einmal Anfang dieses Jahds. einige Ein- und Umbauten vorgenommen worden.
Zeichnungen oder andere Unterlagen existieren nicht.
Soweit zur Vorgeschichte.
Um das Haus für uns mit dem nötigen Komfort zu versehen, werde ich Bäder, Küche und Heizung einbauen.
Für die Bäder habe ich folgende Lösung vorgesehen:
Bodengleiche Dusche, Waschtisch und WC.
Die Decke besteht aus zwei Lagen Balken mit aufgenagelten Dielen.
Das Bad wird vom Zimmer durch eine GIS-Wand (Geberit) abgetrennt.
Die Holzdielen werden entfernt und auf die untere Lage Balken aufgebracht.
Darauf kommt eine Ausgleichsschicht und eine Duschwanne aus Schaumstoff (z.B. Illbruck). Der Boden und die Wände im Duschbereich werden mit z.B. Elastogum gestrichen (3x mit eingelegtem Band an allen Übergängen).
Die Verrohrung und die Tragkonstruktion für WT + WC ist in der GIS-Wand.
Beplankt wird die Wand mit Gipskarton (einlagig 18 mm) und im Duschbereich gefliest, ansonsten gestrichen.
Das ist eine grobe Beschreibung meiner Planung.
Ich freue mich auf Eure Meinung; auch kritische Meinungen sind willkommen.
In dem Sinne, bis die Tage
Paul



Altes Haus - neue Materialien



Hallo

Ihr Ansinnen allen Ehren aber sein Sie vorsichtig mit alter Bausubstanz und neumodernen "Heileweltversprechungsmaterialien" die allzu praktisch und gut angepriesen werden.

Wasser und Feuchte sind unbarmherzig und kompromisslos, wenn es um Planungs- und Ausführungsfehler geht.

Die Meinung, dass Dichtigkeit herstellbar ist und die Details beherrschbar sind kann sich schnell oder langsam zum Bumerang werden.

Gerade beim Altbau gelten andere Gesetze, die durch eine produktfremde und systembedingte Planung erreichbar ist.

Vorsicht ist die Mutter der Handwerkskunst

Florian Kurz
www.slow-house.de



altes Haus - neue Materialien



Hi,
Ihr Beitrag mahnt zwar zur Vorsicht, sagt aber nichts über Sinn oder Unsinn der geplanten Maßnahme und nichts über eine mögliche Alternative.
MfG
Paul



Es gibt halt...



... solche Postings nach denen man konsequenterweise wieder das Plumpsklo im Hof aufsuchen sollte und die Ziegen abends wieder reintreiben... er stört sich wohl an den vielen Kunststoffen...

Solange irgendwer ein Auge auf das (gute) Gesamtkonzept hält, sollte vieles machbar sein...

LG & gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



meine



Grundsätzliche Meinung - hier schon oft geäußert - ist, daß ein modernes Bad ins EG und nicht auf Holzbalkendecken gehört.
kurze Begründung: Im EG ist ein Bad auch später auch im Rollstuhl oder mit kaputten Knie zu erreichen und Wasser richtet weniger Schaden an.



Mit den Risikodetails…



… dieser Art Systemlösungen für Bäder/Duschwannen (PCI, Fermacell etc.) verhält es sich bei Fachwerkhäusern so wie mit der Anzahl der möglichen Züge beim Schachspiel.

Selbst wenn man so eine Kiste streng nach System dicht bekommt (was ja mit all den vorgeschriebenen Folien, Klebern, Dichtmanschetten etc. ja nicht gerade besonders preisgünstig ist), kann es immer noch zu Problemen an den Anschlussflächen kommen. Wer schaut schon nach 2 Jahren unter die Schaumstoffduschwanne, ob es dort nicht evtl. Schwitzwasserprobleme gibt. Noch mehr dürfte der Mangel an Ausgleichsflexibilität dem System zu schaffen machen.

Bei Massivbauten mit Betondecken oder im EG kein Problem, aber im Fachwerk?

Vielleicht irre ich ja, aber wer hatte so etwas wirklich schon mal über einen längeren Referenzzeitraum hinweg ohne Probleme im Fachwerkhaus?

Sicherlich wird es hier im Forum so einige Experten geben, die o.g. Lösung gutheißen und sich nur wieder auf die saubere Planung und Ausführung berufen, aber letztendlich müssen die auch nicht dafür geradestehen, wenn die Deckenbalken unter der Dusche demnächst durchfaulen.

Es gibt durchaus brauchbare Lösungen für Bäder im Fachwerk, die komfortabel sind, aber weitgehend ohne Schadensrisiko auskommen, diese sind hier im Forum auch hinreichend beschrieben und bebildert, die vielzitierte Plumpsklo-Alternative ist dagegen nur eine rhetorische Nebelkerze.
Gegen Ziegenwirtschaft hätte ich dagegen nichts einzuwenden. Ich habe in Frankreich mal Ferien auf einem Ziegenhof gemacht und war von diesen wunderbaren Tieren und ihrem erst recht wunderbaren Käse sehr angetan.



Fazit aus der Badfrage



Zunächst einmal danke an die, die geantwortet haben.
Irgendwie hatte ich mit einer größeren Resonanz gerechnet. Aber Bäder scheinen irgendwie hier kein Thema zu sein.
Gleichviel.
@Florian Kurz
Leider eine Nullantwort ohne jeglichen Erkenntnisgewinn.
@Sebastian Hausleithner
Sehe ich als Zustimmung an.
@Olaf aus Sachsen
Mein Haus ist nicht für einen Rollstuhl geeignet (Hanglage und kein ebenerdiger Eingang); aber das Thema ist das Bad.
Dem Argument: "Wasser richtet im EG weniger Schaden an" widerspreche ich.
1.
ist die oben beschriebene Ausführung von mir des öfteren realisiert worden, auch auf Holzdecken und bis heute gab es keinerlei Schäden;
2.
wenn eine Undichtigkeit auftreten sollte, ist sie in der unteren Etage zeitnah erkennbar;
aber im EG?
Ich habe im EG meines Hauses einige Arbeiten ausgeführt. Und die dabei freigelegten Balken sind teilweise Schwämme.
Soviel zum Thema Feuchtigkeit.
@ De Meinweg
Ich habe hier im Forum unter allen möglichen Stichworten nachgesehen, aber über Bäder und Duschen nichts Brauchbares gefunden.
Und Schwitzwasser unter einer Schaumstoffdusche? Da bitte ich um eine Erklärung wie das passieren soll.
Bis die Tage
Paul



Natürlich ist das machbar...



... sonst gäbe es schon lange keine "alten" Häuser mehr... einige Problemfelder sind allerdings angesprochen worden, dementsprechend muss außerordentlich sorgfältig geplant und ausgeführt werden...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Craft-Paul



Hatten Sie eine Frage gestellt?

oder eine Konglomerat an irgend was hingeschrieben und hoffen auf spirituelle Eingebung?

Sie schreiben x und wollen Lösung oder Zuspruch oder Kritik aber nichts ist irgend wie recht!

Was ist: "nötiger Komfort"?

Was ist eine Decke mit zwei Lagen Balken?

Dann blubbern Sie irgend welche halbwissenden Industriebeschreibungen verschiedenster Hersteller rein und die anderen solen es auflösen …

Das ist keine "grobe Planung" denn das suggeriert schon vom Wort her "einen Plan" der m.E. nicht vorhanden ist.

Lassen Sie Geberit, lassen Sie doppelt beplankte Doppelbalken Gipskarton irgendwas, lassen Sie Elastogum mit 3x eingelegtem Band und die Schaumstoffwanne
… wenn das 350 Jahrehaus noch die nächsten 30 Jahre überleben soll!

Ist das "Meinung" genug?

Wahrscheinlich nicht!

In diesem Sinne: Armes Haus!

Florian Kurz
www-slow-house.de



Antwort



Hallo Herr Kurz,
ich verballhorne Ihren Namen nicht, also tun Sie es auch nicht mit meinem!
Ansonsten:
Ich hatte eine Problematik zur Diskussion gestellt; auch zur kontroversen.
Das hat leider nicht funktioniert.
Wem die Argumente ausgehen, flüchtet in die Polemik.
Schönen Tag noch
Hans-Paul Esztermann



warum



willst Du unsere Meinung wissen, wenn Du es schon öfters praktsiert hast. Für irgendwelche Polemik fehlt mir die Zeit, für die fehlenden Angaben von deiner Seite kann ich nichts ....
Im Eg gehe ich vom Massivböden aus, ich bin über 30 Jahre im Altbau unterwegs, daraus resultiert meine Meinung, wenn Du es anders erlebt hast, dann hattest Du bisher Glück.
(Vor 1990 gab es eine Vorschrift der Staatlichen Bauaufsicht, daß der Einbau von Bädern nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig war. Zwar gibt es heute PCI und Co, aber auch der Pfusch in der Ausführung hat zugenommen. In der Theorie kann alles klappen - aber die Praxis sieht häufig anders aus, das weiß jeder, der beruflich auf dem Bau zu tun hat.

Einen schönen Abend und viel Spaß beim Bauen ....