Wärmedämmung Altbau sinnvoll?




Hallo zusammen!

Da wir in den letzten Jahren bei den Heizkosten immer mehr drauf zahlen durften, möchte ich dies Jahr gerne mein Haus von außen dämmen. Am besten WDVS.
Ich messe ja gelegentlich mal die Temperatur der Außenwände und die sind zur Zeit ziemlich kalt. Die liegen so bei 10-14 Grad. Die Außenecken so bei 6-9 Grad.
Die Wandstärke beträgt ca 36 cm bis Geschoßdecke. Darüber ca 30 cm. Beim Anbau sind es auch 30 cm. Die 30 iger Wände sind natürlich noch kühler.
Das Haus wurde in den 50 iger Jahren gebaut. Ich denke mal, dass bei der 36 iger Wand eine Hohlschicht ist und bei der 30 iger Wand nicht.
Ich hatte so an 10 cm Styropordämmung gedacht. Reicht das? Und bauphysikalisch? Das Haus hat eine Holzbalkendecke. Die Balken liegen ja auf den Außenwänden.
Könnte es da Feuchtigkeitsprobleme geben, wenn von außen Styropor ran kommt?
Was sagen die Experten dazu?
Vielen Dank

Martin



Wand dämmen



Hallo,

Bevor sie sich nun entschliessen eine solche Massnahme in Angriff zu nehmen, sollten sie eine vernünftige Energetische Beratung machen lassen.

Um Heizkosten einzuparen sollte man das Gebäude als ganzes sehen und ermitteln wo die Schwachstellen definitif liegen.
Die Aussenwände sind das eine, dazu kommen Dach, Fenster und vor allem Heizungstechnik.

Da bei einer solchen Massnahme die berühmte EnEv greift, sollte über eine Berechnung die Dämmstärke ermittelt werden.
Wobei hier wieder wichtig ist die Heiztechnik mit zu berücksichtigen.

Also daher den Rat, suchen Sie isch einen vernünftigen Energieberater.

Grüsse Thomas



Sicherlich



ist Wärmedämmung am Altbau sinnvoll, aber bitte richtig.
Dass bedeutet, dass das ganze Gebäude sinnvoll gedämmt wird. Alle Bauteile müssen hier Beachtung finden, sonst sind Bauschäden vorprogrammiert. Ein dämmtechnischer Overkill zum Beispiel der Aussenwand wird zu Kondenswasserausfall an anderen "schwachen" Stellen führen.
Und Styropor sollte wegen diverser Produkteigenschaften als Dämmstoff überhaupt nicht verwendet werden.
MfG
dasMaurer





Hallo Martin,

das sehe ich wie Herr Kehle. Vor einer energetischen Ertüchtigung der Außenfassade mit all ihren Problemen (Dachüberstände, Fensterbänke, Balkon, Vordach, etc.) sollte an Fenster, Heizanlage und einer Dach-/Dachbodendämmung gearbeitet werden. Hier sind die zu erwartenden Einsparungen am größten.

Mehr zum Haus bringt mehr Informationen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo



Laut dem Vorbesitzer wurden ca 1994-95 die Fenster erneuert. Sind also schon Kunststofffenster (2 fach verglast)Die bleiben auch drin. Die Heizung ist von 1996. Ist eine Flüssiggasanlage. Das Dach wurde 1993 gedeckt und auch gedämmt - aber leider nicht fachmännisch. Wenn es windig ist, dann zieht es oben. Und ich glaube eine Unterspannbahn fehlt auch. Das Dach wird auf jeden Fall später auch nochmal neu gedämmt.
Was kann man denn außer Styropor als Dämmung noch nehmen? Minerallwolle? Wie teuer könnte das ganze denn werden?

Gruß
Martin





Wie groß ist die Außenwandfläche?
Aus welchem Material ist die Außenwand?
Welches Material ist bisher auf der Außenwand?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Die Außenwandfläche könnte so grob geschätzt 100-130 m² sein. Da muß ich nochmal genau messen.
Woraus die Außenwand besteht, kann ich als Laie nicht so genau sagen. Was ich bis jetzt so sehen konnte, sind normale Mauersteine, Vollziegel oder sowas. Fundament sind Granitsteine. Drauf ist ein normaler Putz. Vielleicht Zement? Sieht grau aus. Und auf dem Putz noch irgendein weißer Kratzputz.

Gruß
Martin





Hallo Martin,

hier würde ich erstmal das dämmen der oberten Geschossdecke oder das Dach neu zu dämmen in Erwägung ziehen,

das Dach neu zu dämmen bringt den Vorteil, dass man die Verlängerung der Dachvorsprünge so vorbereiten kann, dass ein nachträgliches anbringen einer Dämmung an den Aussenwänden vernünftig realisiert werden kann.

Es gibt eine breite Auswahl an geeigneten Dämmstoffen,
beginnend mit Holzweichfaserdämmung bis hin zu Perlite.
Auf Grund des Alters, wäre mE eine stauss Thermofassade denkbar, diese lässt sich einfach realisieren und Unebenheiten im Bauwerk können Problemlos ausgeglichen werden.

Sie besteht aus einer Konstruktion, die zum einen für das befestigen des Ziegelgewebe dient und zum anderen den Hohlraum für Thermo-Fill S40 mit WLG 040 schafft.
Verputzt wird das ganze mit Lutfkalkmörtel.

Im Dachbereich sind Holzweichfaser, Hanf, Lehm-Hobelspan-Dämmung sehr geignet.

Grüsse Thomas



Hausnummer



Je nach Anbieter dürfte so etwas (hier) zwischen 19. und 23 TSD- Euro liegen, netto inkl. Gerüst, zzgl Nebenarbeiten wie Dachüberstand streichen, ggf verlängern, Fensterbänke, Vordach, Balkon, Leuchten, Klingelanlage, etc. ohne Perimeterdämmung.
Wert nur Überschlägig, da keine genaue Kenntnis über das Gebäude und die benötigte Dämmstärke, etc.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Der Preis kommt ganz grob überschlägig hin.

was natürlich ausschlaggebend ist, ist nicht nur die Dämmstärke, sondrn auch mit welchen Mitteln diese Massnahme realisiert werden soll. Aus Eigenmitteln oder mit KFW Mitteln.

Hier können schnell gravierende Peisunterschiede bezüglich der Materialwahl entstehen.

Grüsse Thomas





Die Geschoßdecke brauche ich gar nicht zu dämmen. Der Dachboden wird schon als Wohnraum genutzt. Und die Decke zum Spitzboden ist schon gedämmt.
Ein Gerüst wird man wohl nur am Giebel brauchen. Ich stell mal ein paar Bilder vom Haus rein. Viel Fläche ist es wirklich nicht.
Das Dachfenster wurde schon gegen ein Veluxfenster ausgetauscht. Wie könnte man eigentlich den Vorbau realisieren? So wie es jetzt ist, gehts wohl nicht mehr.





Und noch ein Bild von der anderen Seite. Eigentlich wollte ich diese Massnahme mit Eigenmitteln realisieren.





Hallo Martin,

ich habe mir das eben noch einmal durchgelesen und mir sind die von Dir genannten Temperaturen aufgefallen. Wenn das Gebäude tatsächlich aus 36er Vollziegeln errichtet wurde, kommen mir die Temperaturen zwischen 6 und 9°C sehr tief vor. Bevor irgendeine Maßnahme an der Außenhaut durchgeführt wird sollten unbedingt einmal die Außenwände auf Feuchtigkeit hin überprüft werden.

- Sind die niedrigen Temperaturen in allen Gebäudeecken zu messen oder nur in bestimmten Räumen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Die Wände wurden vor einiger Zeit gemessen. Und sie waren laut Messung trocken. Es sind ja auch nur die Außenecken so kalt (besonders wenn draußen -10 bis -20 Grad sind).
Ich sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass wir im EG einen Dielenfußboden haben, der unterlüftet ist. Die kalte Luft fegt also unter den Dielen entlang. Wahrscheinlich trägt das auch noch dazu bei, dass die Wände kalt sind.
Im Winter verschließe ich die Löcher allerdings. Der Fußboden soll ja auch nochmal raus. Darüber hatte ich hier im Forum ja auch schon mal was geschrieben.
Das mit den Vollziegeln war ja nur ne Vermutung. Ich kanns nicht genau sagen. Vielleicht wurde früher auch genommen, was gerade da war.





Zwar in Abhängigkeit von Raumtemperatur und -feuchte, doch mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Taupunkt mindestens in den Gebäudeecken unterschritten. Gewöhnlich messe ich nicht unter 10-12°C in den Raumecken und dies meist auch nur in nicht ausreichend geheizten Schlafzimmern und Bädern.

Bei einem belüfteten Dielenboden kann es im Sommer zu Kondensatausfall kommen und im Fußbereich der Wand im Winter durch Raumluftkontakt; das kommt jedoch auf den genauen Aufbau auf.

Bei einem Gebäude aus den 1950er Jahren sollte nachgeprüft werden wie der tatsächliche Wandaufbau ist. Möglicherweise handelt es sich auch um einen Umbau, Also Vollziegel, Hohlblock, zweischalig ... alles ist möglich.

Gibt es einen Keller, wie sieht dessen Decke aus, welche Farbe hat das Bohrmehl aus der Wand? Wann wurde die Feuchtigkeit gemessen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Einen Keller haben wir nicht. Die Feuchtigkeit wurde letztes Jahr also 2010 gemessen.





Heute habe ich mal wieder die Raumecken gemessen. Es waren so zwischen 11 und 14 Grad.
Wie teuer könnte denn so eine Energetische Beratung sein?





Hallo Martin,

vielleicht kannst Du über die PLZ-Suche oben rechts jemanden in Deiner Nähe finden oder Du teilst Deinen Wohnort hier mit, vielleicht bekommst Du eine Empfehlung für einen altbauerfahrenen Kollegen in MVP der Dich unabhängig berät und Dir zuvor ein Honorarangebot erstellt.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo!



Nun sind ja inzwischen schon ein paar Monate vergangen. Und der Anfang ist gemacht.... Dies Jahr wurde das Dach komplett neu gedeckt und auch neu von innen gedämmt. Bin ja mal gespannt, wie es sich auf die Heizkosten auswirkt.