Hab nen Baustopp durch Trittschallproblematik, wer kann helfen.

05.12.2005



Hallo allerseits,

hab in meiner Altbausanierung nach Abriss von zwei Zwischendecken nun ein kleines Trittschallproblem dem ich nach Einzug einer Gipskartonzwischendecke im EG nunmehr nur von oben vom 1. OG aus begegnen kann.
Bei meiner Konstruktion handelt es sich um eine klassische Holzbalkendecke (Balken liegen im Abstand 50-60cm mit jeweils 22/14). Ich kann aber maximal nur 5-6 cm auf die Diele aufbauen. Welche Materialien in welcher Stärke sind zu verbauen, wenn als Bodenbelag Fliesen gewählt werden.Danke für Ihre und Eure Hilfe



Trittschallproblematik





Aufbau



Ein möglicger Aufbau wäre: 18 mm OSB, Fermacell-Estrichelement mit unterkaschierter Trittschalldämmplatte. Macht einen Gesamtaufbau von 48 mm.





Hallo allerseits,

Danke für Ihre Antworten.
Wie ist es mit den OSB Platten gemeint, werden die direkt auf die Dielen gelegt,oder vielmehr verschraubt und wenn ja, sollte ich nicht noch eine dünne Trittschalldämmung dazwischen legen?
Wäre es nicht auch sinnvoll Dämmaterial (Dann ist die Frage Welches?) auf den Dielenboden zu Verlegen und 40 mm Estrich zu zu verlegen. (Auch hier ist die Frage ob es Unterschiede in der Trittschalldämmung einzelener Estriche gibt).
Vielen Dank aus Luxembourg für Ihre Antwort.



Estrich



Die Trittschalldämmung ist ja auf der OSB-Platte.
das mit dem estrich ist, als bewehrte Ausführung, wahrscheinlich auch möglich. Dazu muss aber sicher geklärt sein, dass der Boden mit dem Gewicht auch klarkommt - also: Statiker einschalten.

Sie können die Trittschalldämmplatten evtl. auch direkt auf die Dielen verlegen, wenn der Boden sehr eben und tragfähig ist.



Trittschall



Guten Tag,

die OSB-Platte bringt m.E. zu wenig Masse. Sie müssen aber nach dem Prinzip "Masse, Feder, Masse" eine hohe Masse und eine geringe dynamische Steifigkeit der Dämmung vorsehen.
Ich schlage Ihnen daher PERLCON-Floor MF vor, das ist eine Zementplatte von 34 kg/m² mit unterseitiger angeklebter Mineralwoll-Dämmung. Die genaue Aufbauhöhe müssen Sie mal nachschlagen, ich meine aber, das klappt.
Das Trittschall-Verbesserungsmaß ist berechenbar und kann auch versuchsweise gemessen werden (damit der Baustop aufgehoben werden kann).
Zur Einbringung der Platten: Es sind handliche Zementplatten mit Nut und Feder, die von einem Mann miteinander verschraubt und verklebt werden. Dies bringt einerseits eine Vielzahl von Fugen im Sinne von Gelenken, die Platten passen sich also unterschiedlichen Untergründen gut an und quietschen nicht.
Andererseits drehen ungeübte Handwerker gerne zu fest, dann platzt eine Kante ab. Also ca. 5% Überschuß bestellen !
Die Oberfläche kann man mit einer einschlägigen selbstverlaufenden Ausgleichsmasse abziehen. Dann ist selbst Verlegung von Stabparkett möglich. Der Fußboden ist übrigens nichtbrennbar und von oben klassifiziert als F 90 und praktisch wasserdicht.
Da ich ungern produktbezogene Vorschläge machen, gestatte ich mir den Hinweis, daß es natürlich irgendwo auch gleichwertiges gibt.

Gutes Gelingen



Trockenestrichplatten



Der Unterschied zwischen Trockenestrichplatten aus Zement oder Gipsfasern ist bezüglich der trittschalldämmenden Eigenschaften gering. Für den Trittschallschutz spielt das Gewicht auch weniger eine Rolle. Masse ist für die Erlangung eines guten Luftschallschutzes notwendig nicht für den Trittschallschutz. Deshalb sind nackte Betondecken auch so durchlässig für Trittschall.



Trittschallschutz



Sehr geehrter Kollege Stasch,

da bin ich mit Ihnen nur teilweise einverstanden: was die Frage Gips oder Zement angeht, so ist bei gleicher Masse die Sache egal.
Für die Bestimmung eines Trittschallverbesserungsmaßes sind aber genau die beiden Größen heranzuziehen:
1. Masse
2. Dynamische Steifigkeit der Dämmung.

Der grundlegende Unterschied liegt zwischen einer einschaligen Konstruktion (nackte Betondecke) und einer mehrschaligen (Aufbau von Feder und Masse auf was weiß ich für eine Konstruktion, in diesem Falle Holzbalkendecke, ich hoffe mit Einschub).
Um das TSM zu bestimmen, braucht man das Teil-TSM der Decke und addiert das Trittschall-Verbesserungsmaß.

Insofern kann man das Beispiel einer Rohdecke hier nicht heranziehen.

mit besten Grüßen