Kalkputz und Gips

30.04.2009



Hallo zusammen,
ich bin gerade kurz davor, einen Raum mit Kalkputz zu verputzen. Untergrund ist ein mäßig sandender Kalkputz, ca 110 Jahre alt. Überall im Putz sind zahllose Holzstückchen eingegipst. Außerdem wurde an einigen Stellen mit Gipsputz ausgebessert (Goldband oder ähnliches), alles zusammen gerechnet vielleicht 1qm.

Frage: Sind diese Gips-Stellen ein Problem?

Gruß
Stephan





Die Wand gehört vorbereitet und dazu zählt das entfernen des alten Putzes genau so wie das entfernen der Gipsplomben und Gipsreparaturstellen wie auch das entfernen der Holzklötzen.
Das Holz wird beim neuverputz nass und Quillt, anschließend trocknet es und schrumpft.
Was bleibt sind Risse im neuen Putz.
Der eventuell verbleibende Gipsputz wird Schalenbildung begünstigen.

Gruß
JHS



Konsequenz?



Hallo,
das heißt, der verbleibende Putz, obwohl der fest und am Untergrund anliegend ist, sollte entfernt werden? Es widerstrebt mir gewaltig, etwas zu entfernen, was in Orndnung ist.
Und die Holzklötzchen? Bei den Holzklötzchen handelt es sich nur um zwar zahlreiche (vielleicht 10 Stück), aber kleine Dinger (2X3cm). Der Herr Fischer hatte halt seinen Dübel damals noch nicht erfunden.
Die ganzen Sachen zu entfernen,wollte ich eigentlich vermeiden. Nicht nur wegen der vermeintlichen Arbeitsersparnis, sondern auch, weil ich es auch sozusagen "spirituell" angenehm finde, zu wissen, dass unter dem Untergrund die Überbleibsel vergangener Tage ruhen.
Also jetzt: Weg damit oder nicht? Sind der Gipsputzteil und die Holzklötzchen unter dem neuen Putz ein Pfusch und ein absolutes "No-Go" oder noch ok?
Gruß
Stephan





Holzdübel sind nicht das Problem, vielleicht beim nächsten mal genauer Beschreiben.

Gehst du mit Kalkputz über Gips wird der Kalkputz ein Haftungsproblem bekomme und unter Umständen als Schale herunterkommen.



Mässig sandender



Putz ist wohl denkbar ungeeignet als Putzgrund. Wenn eine Wand neu verputzt werden soll, muss der alte Krempel komplett runter, die Wand vernünftig gereinigt werden und dann ein neuer Putz vorschriftsmässig aufgebracht werden.
Das gilt für alle Putze.
MfG
dasMaurer



Wer nicht hören will,



muß zahlen.

Die "spirituellen" Holzstücke und Gefolge pinseln Sie am besten noch dick mit einer dichten Wandfarbe ein (die es natürlich auch in Putzstruktur gibt). So geht ganz sicher nichts verloren und Sie bekommen sogar noch "Untermieter" kostenfrei dazu.

Kopfschüttelnde Grüße über so viel Beratungsressistenz



Wenn der Putz hält,



warum bessern Sie ihn dann nicht einfach nur aus?
Wenn es Ihnen widerstrebt, das was fest ist zu entfernen, dann ist das wohl die einfachste Möglichkeit.


Grüsse



Sanden heißt: "verschlissen"



Absandene Putze sind verschlissene Putze!!
Wenn Sie hier tragfähige Untergründe herstellen wollen, dann heißt das in Ihrem Fall mit Einlaßgründen zu arbeiten bzw.Putzverfestigern.
Und da haben wir bereits dann das nächste Problem:
Die Wände werden chemisch dicht gemacht!
Also hören Sie auf die bereits erörterten Fachlichkeiten und entfernen Ihre Altputze.
Es wird sich bei Ihnen sicherlich nicht um historisch wertvolle erhaltungstechnische, dem Bundesland unmißverständlich verlorengehende Putzflächen handeln.

Schaffen Sie eine vernünftige Putzgrundfläche und bauen mit Kalk- oder Lehmputzen wieder neu auf.

Handwerklicher Gruß
Udo Mühle



Altputz



Hallo,
den mäßig sandenden Altputz könnte man doch mit Staubkalk wieder reaktivieren und verfestigen.
Evtl. abkehren und je nach Beschaffenheit eine neue Schicht Kalkputz mit feiner Körnung (bis 1mm) aufbringen.
Das Problem mit dem Gips kenne ich (Kabel werden ja gerne eingegipst).
Ich schätze, wenn die Stellen nicht zu groß sind, wird's gehen.