Kalter Dachboden, was nun?

01.10.2008



Lieber Mitglieder,
bitte helft mir bei der Findung ddes geeigneten Wandaufbaus meiner Giebelwand des Dachbodens, der nun zu Wohnzwecken benutzt werden soll:
Die Sachlage: Einschichtiges Mauerwerk aus "schlechten" 100j alten Ziegeln (Hofseite, daher wo minderwertige Ziegelsteine verwendet). Fugen verwittert. Dennoch möchte ich die Wand nicht Verputzen (wenn es geht), da die übrigen Fassaden eine schöne Sichtbacksteinfassade besitzen. Hinter der gemauerten Giebelwand steht konstruktives Fachwerk und trägt u.a. Dach.
Vorhaben: Möchte Wandaufbau von innen verstärken und ggf. dämmen (soweit sinnvoll). Fakt ist, dass die jetzige Wand viel zu dünn ist.
Plan: zweite Wand von innen hochmauern, somit als Ausfachung des innenstehenden Fachwerks.
Frage: Kann ich hierzu die weißen, im Handel erhältlichen Kalksandsteine nehmen, womit mörteln?
Als nächste Innenschicht käme dann noch Holzfaserplatten oder Lehmbauplatten in Betracht. Abschluß mit Lehmputz.
Frage: Macht das Sinn?

Heizung: Ist bereits gelegt (Heizleistensockelheizung von Sandomus)

Und die letzte Frage: Mein Dachdekcer empfiehlt Aufsparrendämmung, da ich eine Sichtschalung und auch die Sparren innen sehen möchte (wenn sinnvoll). Gibt es zu den nicht sehr preiswerten Aufdämmmaterialien eine Alternative ohne anschließend den Himmel zu heizen und im Sommer vor Hitze umzukommen?

Vielen Dank für Eure Ratschläge vorab
Euer
Frank aus Rheinhessen



ist doch ganz einfach,



hallo frank,
da mauerste das fachwerk innen mit lehmsteinen und Lehmmörtel aus und verputzt die felder dann mit lehm.
fertig! ob du jetzt leichtlehmsteine nimmst oder schwere ist wieder grundsatzdiskusion.
wo kommst du denn her?
gruß auch frank





Hallo,

bei der Sanierung mit Aufsparrendämmungen stellt sich immer wieder das Problem, wie Anschlußpunkte detailliert werden sollen. Ohne engagierten Archi ist das fast unmöglich, denn Dachdecker werden nach Einheitsfestpreisen bezahlt (Länge mal Breite mal Einheitspreis - Kosten = Gewinn). Ich würde deshalb auf die idee sichtbarer Balken zugunsten einer funktionierenden Dämmung verzichten.

Grüße vom Niederrhein

Was mir sonst noch auffällt: Die mickrigen Mittelpfetten würde ich mal statisch kontrollieren. Hängen Sie durch ? Wie viel ? Wie sieht das Rißbild aus ?
Eine Verfugung des Giebels ist sicherlich aus Gründen zukünftiger Schlagregensicherheit angezeigt. Sonst kann man es machen, wie von Frank Gruenwald aufgezeigt, sollte aber darauf achten, daß kein Luftspalt zwischen den Schalen entsteht, im Übrigen ausreichend Mauerwerksverbinder zwischen den Schalen vorsehen, sonst kippt die äußere irgendwann weg.



nicht ganz so einfach



Hallo,

ich möchte mich der Meinung anschliessen! Habe gerade als Architektin 2 Häuser mit Aufsparrendämmung saniert, das klappt nur mit guter Planung fehlerfrei. Für Selbermacher würde ich Zwischensparrendämmung empfehlen, bei so alten Häusern ist auch eine eingeblasene Dämmung sinnvoll, da man so die hintersten Winkel erreicht.
Zum Wandaufbau: Kalksandsteine haben so gut wie keinen Dämmeffekt, also würde ich auf Leichtlehmziegel setzen, und das sorgfältige Verfuhen des vorh. Maierwerkes wg. Schlagrechensicherheit und auch wegen der Luftdichtigkeit.

Grüße aus Mainz

C. Eitz



Hanf-Lehmsteine



hallo,
wenn Sie eine 2. Wand aufziehen, es gibt Hanf-Lehmsteine, die daemmen besser.
www.hanffaser.de
Gruss N. Hoepfer



Hanflehmsteine



Hört sich gut an, leider nur habe ich schon einmal einen Fall im Bekanntenkreis erlebt, wo sich die Motten im Hanf wohlfühlten und irgendwann anfingen, die Garderobe der Besitzer zu dezimieren...

Ansonsten danke für die bisherigen Hinweise.
f



motten im hanf



interessant, ich dachte bisher, daß sich motten etc. mangels nahrung gerade im hanf nicht wohnlich einrichten?
bitte um aufklärung meines evtl. irrtums! grüße carmen





Hallo Herr Ramsthaler,

da schließ ich mich meinen Vorrednern an. Auch ich halte hier die Lehmsteine für die bessere Lösung. Kalksandstein, Porenbeton & Kollegen haben hier nichts verloren.
Wichtig ist - wie bereits erwähnt - dass keine Lufteinschlüsse entstehen und die äußere Fassadenseite mindestens ausgefugt wird.
Optisch würde eine Aufsparrendämmung die schöne Wirkung des alten, schlanken Daches nehmen, auch wird die Detaillierung wohl etwas schwieriger ausfallen.
Je nachdem, wie die innere Dachseite beplankt werden soll müssten auch mal die Sparren/Pfetten auf die Tragfähigkeit hin überprüft werden. Ein "Durchhängen" kann ich aber nicht erkennen. Gibt es irgendwelche Schäden am Gebäude?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Sehr geehrter Herr Ramsthaler,



von innen doppeln, mit Hanfhäcksel-Kalk-Gemisch.....

gruss aus dem Süden

Torsten

(ja ja, DER.....:-)))



Mörtel zwischen den Steinen



Liebe Fachwerkler!
Vielen Dank für die guten Hinweise.
Aber eine grundsätzlicher Frage bleibt:
Ist es aber zum Mörteln mit Lehmmörtel für die Lehmleichtsteine nicht zu spät? (Jahrszeit)und welche Alternativen habe ich? In den Broschüren wird immer wieder auf die langen Trocknungszeiten hingewiesen und Frost kann es ja theoretisch bald geben.

Zum Dach: Eine Zwischensparrendämmung kommt nicht in Betracht, da ich sonst in der Häfte des Obergeschosses (hier sind noch Lehmwellerdecken) alles abreisen müsste. Mir ist bewusst, dass eine Aufsparrendämmung handwerklich gut geplant werden muss und wird deshalb unter Aufsicht auch von Fachhandwerkern erledigt. Auch wissen wir, dass die Dachschale "dicker" wird. Nur wahr ist eben auch, dass im Sommer die oberen (bisher zwei seit anbeginn zu Zimmern ausgebauten) Räumen kaum bewohnbar sind, weil man sich in einem Backofen fühlt. Im Winter indes bekommt man die Räume nicht richtig warm. Ganz im Gegenteil zum Untergeschoss, wo ich mit der Heizleistenheizung sehr gute und auch wirtschaftliche Erfahrungen gemacht habe und im Sommer zumindest eine Zeit lang, angenehme Kühle behalte.
Selbst mit zusätzlichem Einsatz eines Ofens im Obergeschoss muss ich immer wieder nachheizen, weil die Räume einfach schnell auskühlen.
Kurzum eine Änderung ist hier für mich unverzichtbar.
Es kommt nun darauf an, die sinnvollste Lösung zu finden.
Weß jemand, was die Hanflehmsteine kosten?

Lieber Torsten, schön von dir zu hören. Was meinst Du mit doppeln? Eine zweite Ziegelwand oder Lehmsteine? Glaubst du, dass die Ziegel ausreichend dämmen würden?
Sende mir mal via email deine aktuelle Telefon-Nummer.

Grüße aus Rheinhessen