Der Fussboden - Frage über die Belastbarkeit von Lehmschlag

14.02.2009



Hallo,
ich hoffe, dass ich nicht zu dumm war eine geeignete Antwort über die Suchfunktion zu finden, wenn ja, schonmal eine Entschuldigung.
Ich brauche Rat: In meinem Haus haben wir aussen gemauerte Wände, im Innenbereich aber Fachwerk und Lehmschlag. Nun stellen sich viele Probleme, aber ich fange erstmal mit dem drängensten an:
Der Fussboden ist sehr uneben, die Dielen z.T. sehr angegriffen oder zu weich und nachgiebig. Vor einigen Jahren wurde ein Teil des Dielenbodens ausgetauscht, offensichtlich mit zu wenig Durchmesser berechnet. Nach dem Einzug im letzten Jahr wollte ich es mir einfach machen und einige Teile der Wohnung schnell bezugsfertig machen.
Also beliess ich die neu eingesetzten Rauhspunddielen (die auf den Fachwerkbalken aufliegen, darunter ists hohl) und legte Trittschall und Laminat drauf. Nun ist der Boden sehr weich, man sinkt förmlich mit dem Fuss ein, dazu eben super uneben, so dass man Probleme hat, Möbel aufzustellen (5cm Unebenheit + die Weichheit des Bodens).

Es stellt sich also die Frage: Was tun. Fest steht für mich, die alten Dielen rauszureissen und den Boden zu aufzusetzen. Kann man denn auf Lehmschlag eine Schüttung aufbringen und dort Trockenestrichelemente auflegen? Oder darf Lehmschlag nicht belastet werden?
Ich bin offen für alle Vorschläge, also auch bswp. Betonboden aufbringen, wenn denn sowas geht. Ich bin handwerklich nicht ungeschickt, habe allerdings in Sachen Hausrenovierung bisher solch grundlegende Dinge wie einen Fussboden noch nicht gemacht.
Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar,
viele Grüße,
Thilo



Fußboden - Lehmschlag



Hallo Thilo,
noch eine Verständnisfrage: Es geht um Fußboden im Erdgeschoss oder in einem Stockwerk? Ich kann Dir leider zu Deiner konkreten Frage keine Antwort geben, habe aber vor Jahren inmal gesehen, wie jemand seinen alten Lehmschlagboden wieder aufgearbeitet hat. War keine einfache Arbeit mit viel Dreck. Aber vom Gefühl würde ich diesen Weg gehen. Erst einen Raum ausprobieren und Erfahrung sammeln.
Gruß Bernd





Hi Bernd,
es ist im ersten Stockwerk. Daher auch meine Bedenken über die Belastbarkeit: Im Moment wird alles von den Fachwerkbalken getragen, nicht das ich eine Schüttung auftrage und dann plötzlich mit einer herunterbrechenden Decke rechnen muss.



Lehmschlag



in alten Balkendecken war nie zur Aufnahme von Lasten gedacht. Eine Dämmung ist nicht erforderlich, wenn beide Seiten eines Bauteils geheizt werden. Bei den recht grossen Balkenabständen wird sich ein Durchbiegen des Bodens nie ganz verhindern lassen. Das lässt sich nur durch die Verringerung der Spannweiten verbessern und erfordert konstruktive Massnahmen im Unterbau. Wie das realisiert werden kann, richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten.
MfG
dasMaurer





Es geht bei der Dämmung auch eher um den Schall, durch den Trommeleffekt ist das Wohnzimmer in der unteren Etage schon recht belastet.
Also keine Belastung für den Lehmschlag, schade :(



Wenns um



Schalldämmung geht, sollte erstmal ermittelt werden, obs um Körper- oder Luftschall geht. Beides braucht andere Massnahmen.
MfG
dasMaurer



Sofern...



...Sie sich von der bunten Welt der Baumäkte und ihren für Fachwerkhäuser unpassenden Angeboten (Laminat, Trockenstrich) distanzieren können, brauchen Sie einfach eine neue, richtig dimensionierte Dielung. Die war drin, passt zum Fachwerk und hat sich bewährt.

Der Balkenzwischenraum kann schalltechnisch verbessert werden.

Wie breit sind Ihre Balkenabstände?

Grüße

Thomas





Hallo Thomas,
an neue Dielen habe ich auch schon gedacht, allerdings stelle ich mir das Ausgleichen der 5cm Höhendifferenz von der Aussenmauer zur hinteren Innenecke recht schwierig vor, oder liege ich da falsch?
Der Balkenabstand beträgt, glaube ich, etwas unter 90cm, zumindest wars in einem anderen Zimmer so.

Zum Thema Schall: Wie stelle ich fest, ob es sich um Körper - oder Luftschall handelt?

Schon einmal vielen Dank an alle!
Viele Grüße,
Thilo



Bei den Balkenabständen...



...ist man mit 27 oder 28mm Stärke auf der sicheren Seite.

Ausgleich sollte auf den Balken durch passend geschnittene Hölzer erfolgen. Das können entweder längs liegende Leisten sein, ggf. auch keilförmig geschnitten, oder auch kürzere Leistenstücke, die dann jeweils knapp von Dielenmitte zu Dielenmitte reichen. Das ist etwas Bastelei, aber, wenn richtig ausgeführt, deutlich haltbarer als ein Höhenausgleich mit "Bröselkram". Mit langer Wasserwaage und/oder Laser geht's gut.

Eine Entkopplung ist so nicht hinzubekommen, allerdings kann der Luftschall durch Verbesserung des Aufbaues im Balkenzwischenraum deutlich verringert werden. So möglich, sollte Masse eingebracht werden, Hohlräume sind zu vermeiden.

Grüße

Thomas





Danke Thomas, ich schau mal, was ich schaffe. Die "Masse" für den Ausgleich kann dann aber Bröselkram sein, oder? Wiegt ja an sich nichts ...



Mit Masse...



...war eher etwas mehr Gewicht gemeint, das dämpft die Schwingungen. Möglich wäre das Tieferlegen oder Herstellen eines Einschubes im Balkenzwischenraum, auskleiden mit Geovlies als diff.-offener Rieselschutz, auslegen der Fläche mit Grünlingen (ungebrannten Steinen, Ziegeln, Gehwegplatten; und dann abziehen mit Liapor o.ä.

Grüße

Thomas



Mit Masse...



...war eher etwas mehr Gewicht gemeint, das dämpft die Schwingungen. Möglich wäre das Tieferlegen oder Herstellen eines Einschubes im Balkenzwischenraum, auskleiden mit Geovlies als diff.-offener Rieselschutz, auslegen der Fläche mit Grünlingen (ungebrannten Steinen, Ziegeln, Gehwegplatten; und dann abziehen mit Liapor o.ä.

Grüße

Thomas