lehmputz runter und dann...??

23.09.2013 bubbka



hallo,
ich habe hier ein ca 100jahre altes fachwerkhaus. die fächer sind mit ziegeln ausgemauert und von innen mit Lehm verputzt.
nun..beim versuch innen die alte Tapete abzuziehen kam mir so 70% des Lehmputz mit runter.
ich habe nun eigentlich vor den lehm komplett zu entfernen und dann mit Fermacell oder rigibs die wände neu zu verkleiden.
doch wie gehe ich vor...muss da noch ne Folie hinter?
trockenbauplatten mit ansatzbinder aufkleben oder Ständerwerk bauen?...evtl mit Dämmung der aussenwand?
also worauf ich keinen wert lege ist ökologische oder denkmaltechnische sachen. die wände sollen einfach modern, stand der technik und langlebig und schimmelfrei sein.
kann mir jemand da weiterhelfen oder auch ein buch oder i-netseite empfehlen?
bin über jeden tipp, anregung, hilfe dankbar!
gruß sami





wenn's langlebig und schimmelfrei sein soll, (z.B. weitere 100 Jahre), so aufbauen wie es ursprünglich gemacht war:

d.h. innen Lehmputz, keine Tapete. Wenn gewünscht Dämmung, dann vorzugsweise außen.

Sicher gibt es Leute, die auch mit anderen Konzepten glücklich sind, aber Stand der Technik im historischen FW Bau sind eben keine Fermacell, GK, Folien Vorsatzschalen. Es ist der gute alte Lehm, zumindest an den Außenwänden.

wenn dabei zufälligerweise Öko oder denkmalgerecht herauskommt, soll man sich nicht irritieren lassen.
Schmerzen muss man nicht befürchten.

Gruß GE



Und was ist



wenn das Moderne, auf dem Stand der Technik, Langlebige, Schimmelfreie auch noch ökologisch und denkmalgerecht ist?
Dumm gelaufen?
Ich denke da auch an Lehmtechniken!
Ralph Schneidewind



oi



nein nein....kein denkmalschutz
und ich will nicht mit lehm arbeiten, dass ist mir zu teuer und ich kenne mich mmit der ausführung nicht aus.

brauch ne andere, günstige lösung.



Keine Angst



vorm Lehm.... ;-)
Lehmputz kann einfacher sein als man denkt, es gibt die Möglichkeit Altlehm wieder zu verarbeiten, zur Aufbereitung wurde hier schon einiges geschrieben ( mal durch alte Threads wühlen per Suchfunktion ).
Allerdings wird das dieses Jahr wohl nix mehr.

Eigenbauexperimente und Gebastel mit Folien und diversen Plattenmaterialien als Innenvorsatzschalengefrickel gehen in den meisten Fällen schief.
Das ewige Beschwören hier im Forum von Gesamtkonzept und das Haus im Ganzen sehen hat auch seine Berechtigung ( Fenster, Beheizung, Nutzung ), nicht umsonst ist das Haus ohne Rigips und Styropor so alt geworden.

Grüße Micha



j



also ich will auf keinen fall irgendwas verputzen...da hab ich kein talent für:(

da der bisheriege lehmputz nun zu 90% abgebröckelt ist habe ich nun vor
eine Lattung anbringen, 6cm holzfaserdemmung dazwischen und dann rigibs platten vor schrauben

ist das so machbar?
und zum thema folie teilen sich die meinungen, die hälfte meiner gehörten infos sind keine folie und folie ist unerlässlich....da weiß ich nnun auch nicht was ich glauben soll.....



Innendämmung



Da Sie keine Ahnung (das soll kein Vorwurf sein) von Innendämmungen, Bauphysik, Trockenbau und Vorsatzschalen haben sollten Sie die Finger davon lassen.
Das gibt nur eine Wandbefeuchtungsanage mit integrierter Schimmelzucht.
Warum ist der Lehmputz denn eigentlich mit herunter gekommen?



f



das ich davon keine ahnung habe, haben sie gut erkannt, aber darum bin ich ja hier um möglist die information zu bekommen, die ich brauche.
der lehmputz ist mit dem abreißen der ca10lagen tapete mit runter gegangen. und die verbleibenden stellen Putz hatten großteils keien halt mehr nach hinten.

aber nochmal ne frage, ist fermacell besser geeignet als rigips?



Innenputz



Das Lehmputz plötzlich nach 100 Jahren von der Wand fällt hat eine Ursache. Die würde ich erst mal klären. Eine Möglichkeit wäre eine Auffeuchtung durch Kondensat, hervorgerufen durch eine Kombination von wenig Dämmwirkung, wenig Lüftung und wenig Heizung. Eine andere Möglichkeit wäre von außen eindringende Feuchte; beide Möglichkleiten können kombiniert mit hygrischer Feuchte (Salz in der Wand) wirken.
Da sollte Sie erst mal drüber nachdenken.
Selbst einem ausgewiesenen Fachmann würde ich nur ungern zu einer Vorsatzschale an einer Außenwwand raten, das Risiko von Ausführungsmängeln in Kombination mit der geringen Fehlertoleranz solcher Bauteile ist zu groß.
Etwas anderes sind Innenwände innerhalb der warmen Gebäudehülle mit geringen Temperaturunterschieden. Da ist eine Vorsatzschale weniger riskant.
Möglich ist der Einsatz von Trockenputz.
Fermacell ist eine spezielle Entwicklung für den konstruktiven Brandschutz; bei Ihnen wahrscheinlich nicht erforderlich. Sie kann natürlich auch wie eine normale GK- Platte eingesetzt werden, ist aber etwas teurer.
Also:
Ohne Kenntnis der Schadensursachen, ohne trockene Wand, ohne Sicherheit das die Wand dauerhaft von Feuchtequellen abgeschnitten ist keine Bekleidung mit Trockenbau!
An Außenwänden ohne ausreichende Dämmung sollte neben der rein gestalterischen Wirkung auch über eine Innendämmung nachgedacht werden. Das ist aber ein anderer Komplex, der nicht so einfach mit ein paar Zeilen erklärt werden kann.





an wen wendet man sich denn, wenn ich mal meine Bausubstanz untersuchen lassen will und wer plant mir dann dämmmaßnamen?

architekten? trockenbau firma? gutachter?



Untersuchung



Ich mache so etwas.