Strohlehm im Fußboden?

10.07.2006



Hallo Ihr Forumianer,
habe ein teilunterkellertes Haus von ca. 1920 (Hohlblock-Schlackestein) und musste alle Dielenböden entfernen, da diese von Insektenfraß und Fäulnis geschädigt waren. Die Lagerhölzer lagen auf dem Fundament auf und die Zwischenräume wurden mit Schlackeschüttung bis einige cm unter die Dielung verfüllt. Darunter war gewachsener Boden aus Sand.
Bis jetzt wurde folgender Fußbodenaufbau realisiert:
1. ca. 20 cm Kiesschicht
2. Betonplatte ca. 1o-15 cm
3. ????
Ich wollte zwecks Verfügbarkeit und Ökologie unter der neuen Dielung Strohlehm einbringen, mit entsprechender Luftschicht
zur Dielenunterseite. Ist nun zwischen Betonplatte und Strohlehm eine Dampf-bzw. Horizontalsperre notwendig oder schädlich? Sollte man überhaupt mit Strohlehm arbeite, in diesem Bereich.
Der Boden (Sand) machte beim Abtragen eine trockenen Eindruck.

MfG
HaralD



mmmh



hallo Harald,

also als ich das hier gelesen und, ja mmmh ...
10 bis 15 cm Beton und jetzt mit Strohlehm versuchen das Ökoherz zu beruhigen?
Nee nicht wirklich, oder doch?
Falls Du für Alternativen offen bist:
Horizontalsperre ist nicht notwendig, wenn Dein Beton bereits wasserhämmend eingestellt ist, sonst mach eine rein, kostet nicht die Welt. Und dann eine einfache 0815 Dämmung (Styropor, Styrodur, PU-Platten, etc.) und Estrisch drauf.
Du kannst dann immer noch Parkett legen oder was auch immer.
Aber Öko auf eine neugegossene Betonplatte? Lass das sein.

Gruß
Stephan



(Oeko-) Doppelherz



Als Sie die Anfrage lasen Stephan, um anschließend ihren „kritischen“ Beitrag zu verfassen, ist Ihnen wohl ein kleiner Fehler unterlaufen:

Da steht nämlich: "zwecks Verfügbarkeit"

und nicht nur "zwecks Oekologie"

Die angedachte Maßnahme ist also zuletzt gerade aus oekonomischer Sicht zu befürworten.

^^



auf einer Betonplatte würde ich nicht mit Strohlehm isolieren,



weil Beton bis zur vollständigen Trocknung ca 2 Jahre braucht. Wg.Direktkontakt von Stroh mit dem "dichten" Beton könnte Staufeuchte entstehen, die die vhd. Pilzsporen im Stroh aktivieren könnten.Als Folgeschaden kann dann Kompost enstehen und evtl. vhd. Hausschwammmycele aktivieren.
Mein Vorschlag: auf den Beton eine Schüttdämmung aus feuchtesicherem Korkgranulat. Zur Raumklimaoptimierung kann darauf eine ca 3-5 cm dicke reine Lehmschicht (purer Lehm, ohne Stroh!!) aufgelegt werden.
In jdem Fall gut Luft lassen zwischen der Dämmfüllung und dem Dielenboden.



den Beton weglassen oder wieder rausmachen



... wäre das Beste, was Sie Ihrem Haus antun könnten.
Stroh wird schimmeln und an der Betonoberfläche wird sich immer Feuchte ansammeln und die geht dann ihre Wege ob Sie Teerpappe, Folie oder sonst was reinmachen ...

(eine Betondecke ca. 20 cm ist im Inneren erst nach 6 - 8 Jahren trocken - und eine latente Feuchte bleibt immer - und da kommt es darauf an, ob es eine "Warme" Zwischendecke ist, oder ob Kalträume oder Kältebrücken vorhanden sind)

die "entsprechende Luftschicht" aber auch be- und entlüften - sonst hilfts nichts!

FK



Strohlehm adé



Hallo,
habe erst wieder nach einer Woche ins Forum geschaut. Dankeschön für die Rückmeldungen.
Ich glaube, Ihr habt mir deutlich gemacht, das Strohlehm auf Beton, welcher schon vor 3-4 Jahre eingebracht wurde, nicht zu suchen hat. Eigentlich ist es logisch, das an der kalten (kälteren) Betonoberfläche sich immer ein Kondensat bilden wird. Werde mich also nach einer Alternative umsehen, um die Differenz (ca. 15-20 cm) bis zu den Lagerhölzern der Dielung auszugleichen.
Allerdings möchte ich weiterhin von irgendwelchen Schaumstoffen Abstand nehmen. Es gibt da bestimmt noch andere Materialien, als Korkgranulat. Welche?

Gruß
HaralD