Höhenausgleich auf EG-Holzbalkendecke

17.04.2012



Hallo Zusammen.
Ich bin nun dabei das OG zu sanieren.
Da ich auf der EG-Decke jedoch fast 2% Gefälle habe, die ich im Zuge des Rohbaus mit einem neuen Holzboden ebnen möchte, weis ich nicht wie ich das am besten und vorallem richtig anstelle.
Die Überlegung den Boden so schief zu lassen habe ich im Zuge der Abbrucharbeiten verworfen, da es mir unangenehm ist, den Berg hoch laufen zu müssen.

Der Deckenaufbau besteht aus ca. 20/20 Holzbalken mit Lehmwickeleinschüben (Staken) und z.zt. genagelten maroden Holzbretterauflagen, die zuvor als Bodenbelag gedient hatten. Die Holzbretter möchte ich gerne entfernen, da nicht mehr zu gebrauchen.
Vorgestellt habe ich mir, dass ich mir eine Art neue Auflage mit 22er OSB o.ä. flächig aufbaue um dann darauf Dielen oder Parkett Verlegen zu können.
Darf ich die Platten auf die Deckenbalken befestigen oder muss ich sowas (schwimmend) mit einer Schüttung machen.
Im mittleren bis unteren Raumbereich, wo der Höhenunterschid bis 10,0cm ist, kann ich mir eine Schüttung ja noch vorstellen, aber im oberen Bereich wohl eher nicht.
Dann ist es bestimmt auch zu vermeiden, den Zwischenraum der Deckenbalken mit der Schüttung zu belasten, oder dort die Last mit ab zu tragen.
Den ganzen Fußboden möchte ich nur ungern auf weitere 5,0cm anheben, um eine vollflächige Schüttung einbauen zu können, da ich sonst keine angenehme Raumhöhe im OG mehr habe.

Die Türöffnungen muss ich eh fast alle in der Höhe neu erweitern und einen Sturz einbauen.

Möchte in auch im ZUge der Bodensanierung gerne den (Tritt-)Schallschutz mit berücksichtigen. Dann ist eine Befestigung der Platten auf Deckenbalken bestimmt auch nicht so gut, oder?
Wie ist Eure Meinung?
Gegoogelt habe ich selbstverständlich schon zu diesem Thema, da hatte ich aber nur Spachtelauftragungen im begrenzten Höchenunterschid gefunden.

Viele Grüße Matze



Moin Matze:



Hier mal die Möglichkeiten, die ich kenne:

1) Höhenausgleich durch seitlich an die Balken angeschraubte Bohlen und bündig zur Balkenoberkannte mit einer Schüttung verfüllen und mit Papier/Pappe gegen Staub abdecken.

Dann entweder:

-Massivholzdielen direkt draufschrauben (geringster Aufwand/Aufbauhöhe(22-30mm)/Schallschutz)

oder:

-22mm OSB fest Verschrauben (Scheibenwirkung)

dann entweder:

- Trittschalldämmung/Parkett (mittlere Lösung ca. 40mm)

oder:

- Trittschalldämmung mit hängenden Latten und Dielen (höchster Aufwand/Aufbauhöhe(ab 83mm)/Schallschutz)

Wenns ganz knapp kommt, gibts theoretisch noch die Option die OSB am höchsten Punkt zwischen den Balken auslaufen zu lassen und so 22mm Höhe zu sparen, hab' ich selbst aber noch nie so machen müssen.

Gruss, Boris



Deckenausgleich



Bei so einer Schieflage würde ich zuerst immer nach der Ursache suchen und mich überzeugen das die Standfestigkeit gesichert ist und keine weitere Bewegung mehr stattfindet.
Ich hoffe das ist bei Ihnen soweit geklärt, sonst ist es müßig sich mit dem nächsten Problem, der Höhenlage, zu beschäftigen.
Dazu vorab folgende Fragen:
Betrifft die Abweichung von 10 cm einen oder mehrere Räume?
Wenn sie in einem Raum liegt, wie soll der Raum genutzt werden?

Viele Grüße





Na das sind doch schonmal paar Vorschläge. Danke Boris.
Ich überleg mir mal die OSB-Variante. Das Auslaufen zum höchsten Punkt könnte ich ggf. noch mit einer ca. 1cm dicken Holzfaserplatte (nicht so weich) abfedern.
Zum besseren Verständnis meiner Anfrage hatte ich noch vergessen zu erwähnen, dass die Deckenbalken rechtwinklig zum Gefälleverlauf verlegt sind. Das wäre mit den seitlichen Bohlen dann noch ganz gut, aber diese Lehmwickel sind sehr dick/hoch und schließen fast oberkante bündig mit den Balken ab.

Als Ausbauvariante könnte ich dann also die Deckenbalken im mittleren Höhenbereich, bis ca. 4cm mit Latten Aufdoppeln und dort die OSB mit Schüttungsunterlage drauf anschrauben. Im ganz hohen Bereich bis 10cm nehme ich dann zur Auffüllung nur Schüttung (gebunden, je nach Situation) und könnte zur Aussteifung und Plattenwirkung die OSB mit Latten unterseitig verschrauben. Dann hätte ich nur Bedenken, dass diese Lehmwickel (z.B. durch einen Schrank o.ä.) zu viel Last ab bekommen. Der Schallschutz würde dementsprechend dann auch nur durch eine dünne Trittschalldämmung auf den OSB erfolgen. Nicht perfekt, aber wenns nicht anders ohne Ausbau der staubigen Lehmwickel gehen soll, könnte das eine Möglichkeit sein.

Mal sehen, was sich noch so ergibt...

Gruß Matze





Die Schieflage der Decke wurde anscheinend bei einer Sanierung um 1950, durch Ausbau einer Zwischenwand erkannt und mittels Stahlstütze kompensiert. Ich hatte dies mit einem Statiker vor-Ort besprochen und für einen weiteren Aufbau ein ok. bekommen. Zur Sicherheit, hatte ich noch eine tragende Mittelwand (da wo mal die Wand stand) eingebaut und mittels Überzug auf Gewölbedecke (KG) abgefangen.
Die Höhe zieht sich linear durch das gesamte Geschoß und durch zwei Räume, die mit Türen verbunden werden.
Da es sich im tiefsten Bereich (also da wo am meisten aufbegaut werden soll) um einen ca. 2,0m breiten Flur handelt, wollte ich diesen auch auf FFB 0,00 (hoch)bringen um keine Stufe im Schwellenbereich zu bekommen. Die Treppe muss noch erneuert werden, da kann ich also etwas großzügig mit der Ausarbeitung sein. Ausgeglichen muss das im OG sowieso alles.

Viele Grüße Matze



Höhenausgleich



Also sind nicht in einem Raum 10 cm auszugleichen.
Das heißt Sie können sich Raum für Raum vornehmen und dabei entstehende Höhensprünge an den Türen mit einer Schwelle abfangen. Das ist einfacher als dann Türstürze zu versetzen und raumhöhen immer kleiner zu kriegen. Ein Flur kann auch mal mit leichtem Gefälle laufen, das ist nun mal ein Altbau.
Selbst bei größerem gefälle und innerhalb eines raumes kann man Höhenunterschiede abfangen indem man die flächen teilt und damit auch die Höhenunterschiede. Beispiel: 2 Nutzungsebenen mit zwei Belagsarten in einer Wohnküche, Küchenbereich gefliest, Wohnbereich Dielung. Dazwischen kann am Belagwechsel ein kleiner Absatz stehen.
Oder: abgesenkter Sitzbereich, Verkehrsflächen im WZ höher, durch unterschiedlichen Belag den Wechsel noch betonen.
Zum Ausgleich:
Wenn mehr wie 3 cm auszugleichen sind, dann geht das mit Trockenestrich. Rieselschutz auf die alte Dielung, Ausgleichsschüttung und Trockenestrichplatten. Darauf dann passender Fubo- Belag in Platten- oder Bahnenform.
Wenn es weniger zum Ausgleichen gibt, dann mit Beilaschen von Bohlen (Siehe Beitrag Boris) oder dem Auflegen von passend geschnittenen Keilleisten auf die Balkenoberseite. Dann Dielung verlegen.

Viele Grüße





Das sind gute Vorschläge.
Aber die Türen wollte ich schon von anfang an (auch ohne Höhenausgleich des Bodens) im Sturzbereich erhöhen, da die Türrahmen teilweise schon als tragendes Element damals verbaut wurden und ich auch aufgrund der "Nichtwiederverwendung" neue Türen benötige. Das macht in dem Ausbaustadium in dem ich mich z.zt. befinde auch nicht mehr Arbeit aus.
Den Schwellenhöhensprung wollte ich auch vermeiden, da das zum Flur hin dann nur noch ca. 2,0cm ausmacht. Im Flur ist die Decke dann auch wieder im Lichten höher. Das passt dann eigentlich ganz gut.

Die Variante mit den Trockenestrich mag ich persönlich nicht so. Das hatte ich für die Küche im EG gemacht um Fliesen verlegen zu können. Mir kommen diese 2,0cm dicken Platten etwas labil, bezogen auf Bruchsicherheit vor. Hatte damals dann extra noch mal ne extra Schicht aufgelegt um mehr Stabilität zu bekommen. Anstatt den Estrichplatten würde ich doch lieber 22er OSB verwenden. Dan kann ich doch bestimmt auch besser die Dielen mit Schrauben darauf befestigen, wenn ich Dielen nehmen sollte. Bei Parkett ist es bestimmt besser die auf die Trittschalldämmungsauflage schwimmend ohne festen Verbund zum Estrich (oder eben den OSB) zu verlegen?

Brauch ich auf jeden Fall den Rieselschutz unter der Schüttung auch wenn diese Lehmwickel oder alte Dielen dicht geschlossen vorliegen?



Über Sinn oder Unsinn...



...der Trittschalldämmung wäre trotzdem nachzudenken.

Im EFH ist sie m.E. entbehrlich. Die Decke wird schon erheblich stiller, wenn Sie den Einschub ertüchtigen und etwas Masse einbringen.

Nach der Nivellierung der Balkenlage mit aufgelegten Keilleisten oder beigeschraubten Bohlen könnten direkt Dielen verlegt werden - die mit Sicherheit einfachste und solideste Lösung.

Grüße

Thomas





Hallo Thomas
Sind mit Einschüben diese Lehmwickelstaken zwischen den Deckenbalken gemeint? Oder der Höheausgleich mittels Auflagen auf den Balken?

Bei der einfachsten Variante mit den Dielen, habe ich mir noch als Trittschalldämmverbesserung eine Auflage mit diesen gummiartigen Bautenschutzmatten überlegt. Diese könnte ich in Streifen so breit wie die Latten zum Höhenausgleich zwischen Deckenbalken und Latten legen. Dann den Hohlraum mit Schüttung ausfüllen, Staubschutzabdeckung drauf und Dielen auf Latten aufschrauben.
Ist das was, oder soll ich das eher nicht machen, da diese Matten porös werden könnten und ich mehr schlecht als recht mache...?

Gruß
Matze



Denn wäre...



...etwas Masse auf den Lehmwickeln zu prüfen.

Allerlei Matten bringen nix, wenn dann durchgeschraubt wird. Jedes Verbindungselement ist eine schöne Schallbrücke. Schwimmend kann ein massiver Dielenboden aber nicht verlegt werden.

Allenfalls so wie auf der Skizze zu sehen, wenn's von der Statik (Prüfung, ob Scheibenwirkung des Bodens nicht erforderlich!) hinkäme.

Grüße

Thomas



Da ich mir



wegen der div. Ausführungsvarianten immer noch nicht ganz sicher war, was ich am besten machen könnte, hatte ich mir wegen dem Schallschutzproblem eine vorhergehende Auflage mit Holzfaserplatten und zwichenliegenden Holzleiten (Nut/Feder) in die engere Auswahl gelegt. Am höchsten Randbereich, könnte ich die Platten direkt auf die Balken legen und darauffolgend mit Schüttung weiter aufbauend die Gefällesituation verbessern.
Ich kann mir vorstellen, dass das am schnellsten und euinfachtsten geht.
Da wo die alten Bodendielen kaputt sind, könnte ich mit groben Brettern oder Platten etwas ausbessern, dass die Last nicht direkt auf diese Lehmwickel abgetragen wird.
Wenn ich schon fast alles in dem Haus erneuere, möchte ich dann auch möglichst schiefe Böden und Schallübetragung vermeiden, wenn ichs in diesem Bauzustand hätte verhindern können.
Für die Holzfaserplatten/Holzleiste-Ausführung gibt es z.zt. ja zwei Hersteller. Ich warte mal die Angebotsrückläufe ab und werd danach weiter überlegen, ob das ne gute Idee ist/war.

Viele Grüße
Matze



Holzweichfaserplatten...



...brauchen eine feste und nivellierte Basis. Das Ablegen auf eine Schüttung (und damit auf die Einschübe) halte ich für verfehlt, auch wenn sich hie und da ein Aufbauvorschlag in dieser Richtung finden sollte.

Grüße

Thomas



Die Belastung der Zwichenräume der



Deckenbalken sollte schon vermieden werden. Das ist ein berechtigter Einwand und wollte ich auch weitesgehend umgehen.
Ich möchte deswegen auch (so weit wie möglich) die alten Fußbodendielen beibehalten und da, wo die Dielen sehr marode sind mit groben Brettern austauschen. Dann würde ich einen Rieselschutz auflegen und danach die Schüttung, vielleicht auch als gebundene Schüttung einbringen. Ich habe das mal einnivelliert und könnte mit der Deckenhöhe noch ausreichend sein. In wie weit das mein Sanierungsbudget, wegen der Holzfaser und (Nut/Feder-Latten einkürzt, werde ich nach Angebotsrücklauf für das Material dann mal sehen...

Gruß
Matze