Widerstand des Handwerkers ist des Bauherrns Verdruss

19.12.2012



die nächste Runde bei der Sanierung hat begonnen. Für die Verkleidung der Esszimmerdecke (darüber beheizter Raum) hatte hatte ich Holzweichfaserplatten als Dämmung und Fermacellplatten gewünscht. Handwerker wollte Mineralwolle und Rigipsplatte. Jetzt kommen vom Handwerker ständig Einwände: Mineralwolle ist doch mineralisch und super, die Holzweichfaserplatten 3x so teuer, außerdem gibt es sie nicht in der gewünschten Dicke, mein Raum wäre zu klein, um kostengünstig die Platten herzubekommen, Dampfsperre muss sein, sonst keine Gewährleistung. Ob ich denn-Gesetz dem Fall ich wolle wirklich keine Mineralwolle (ich soll auch begründen, was ich gegen Mineralwolle hätte)- auch einverstanden wäre, wenn zwischen "zu dünnen" Holzweichfaserplattendämmung und Fermacellplatte ein Zwischenraum bleibt. Hat jemand eine Argumentationshilfe?



Ich



würde nicht argumentieren, sondern den Handwerker freundlich fragen, von wem er sein Geld bekommt :-)

Aber Spass beiseite, stell doch die Gegenfrage, was ihn an deiner Vorstellung stört? Meine Decke wird ähnlich aufgebaut, ohne Dampfbremse und mein Schreiner hatte da keine Bedenken....
Wie dick wird die Dämmung denn?

Als letzte Lösung bleibt wahrscheinlich Rechnung verlangen und anderen Handwerker suchen?

Viel Erfolg,
Grüsse
Ulrike



Ziel der Maßnahme?



Welche Temperaturdifferenz soll die MW / HWF denn dämmen, wenn oben und unten beheizt ist?
Gleiches gilt für die Dampfbremse. Wo die feucht / warme Luft beim Durchtritt durch die Decke nicht abkühlen kann, gibt's auch kein Kondensat.
Auf dem Bild sieht es aus, als ob die Spanplatten statt Blindboden eingebaut wurden, die Fugen scheinen irgendwie mit etwas grauem abgedichtet zu sein. Auch das macht den Einsatz einer zusätzlichen Dampfsperre nicht sinnvoller.

Ich würde erstmal überlegen, was denn mit dem Aufbau erreicht werden soll und dann entscheiden. Aus Schallschutzgründen ist der Einsatz von solchen leichten Dämmstoffen jedenfalls nicht sinnvoll.
Hier wäre zu prüfen wie die Schallschutz Eigenschaften der Decke jetzt sind und ob sie überhaupt verbessert werden müssen. Dazu müsste man auch wissen, wie es über den Spanplatten weitergeht.
Eigentlich gehört auf so einen Blindboden eine schwere Schüttung für den Schallschutz und zur Auflastung, damit die Decke nicht schwingt.

Ob man die Balken verstärken muss, kann man auch nicht sagen, wenn man nur weiß, dass sie 25 cm breit sind.
(wie hoch, welche Spannweite, welche Auflager, welches Problem).

Wenn es nur darum ginge, die Decke zu verkleiden, wüsste ich nicht, was gegen eine einfache GK Platte spricht. Ob nun mit oder ohne Faser, spielt doch nur eine untergeordnetet Rolle.

Gruß G



Deckenaufbau



Erst mal:
Zwischen zwei bewohnten Räumen innerhalb einer Nutzungseinheit ist Wärmedämmung zweitrangig.
Wichtiger ist Schalldämmung gegen den Trommeleffekt, der sich bei Hohlräumen einstellt.
Dann sollte die Decke eine bestimmte Masse erhalten um Schwingungen zu dämpfen. In Holzbalkendecken ist das normalerweise die Schüttung die auf dem Einschub liegt. Einschub, Rieselschutz und Schüttung lassen sich nur von oben einbauen.
Ersatzweise kann man dafür auch eine schwere Auflage wie Gehwegplatten oder 6 cm Betonpflaster auf Schalldämmatte einsetzen, die auf die obere Deckenlage (Dielung, Rauhspund, OSB) verlegt wird. Darauf erfolgt dann der eigentliche Fußbodenaufbau.
Zur Deckenverkleidung:
Ob Fermacell oder Gipskarton ist hier zweitrangig, GK reicht auch. Weichholzfaserplatten oder Mineralwolle ist technisch gesehen egal, auch nutzungsseitig werden sich keine Unterschiede ergeben.
Zum Vertragsproblem:
Der ausführende Handwerker hat die Leistung so auszuführen wie der Kunde es wünscht.
Wenn er mit der Art der Ausführung nicht einverstanden ist dann ist es üblich eine schriftliche Bedenkenanmeldung abzugeben. Im Falle später auftretender Mängel auf Grund der Anordnung des Bauherren ist er dann von der Mängelbeseitigung bzw. Gewährleistung freigestellt.

Viele Grüße



wieder mal ein FAll von Konzept …



oder …-Losigkeit …

Wenn Sie ein stimmiges Konzept hätten, könnte der "Handwerker" mäkeln und "vorschlagen" was er will, er wäre gar nicht auf der Baustelle

Gerade diese PingPong Bauerrei bringt eigentlich NUR Baufehler und NIE Bauqualität …

Warum sollten Sie "begründen" müssen was für ne Dämmung Sie wollen?
Sehr "strange" … allerdings würde ich weder die eine noch die andere vorschlagen … sondern KEINE …

Florian Kurz



Danke für die Antworten und weitere Infos dazu



die Deckensituation haben wir so nach dem Kauf des Hauses vorgefunden. Über den Balken befinden sich nur diese Spanplatten, eine Trittschallauflage und ein Parkettboden. Die Räume darüber werden nicht saniert. Daher sollten von unten einigen Balken noch durch Latten verstärkt werden und dann eben die Decke abgehängt bzw. verkleidet(die Balkn sind dann nicht mehr sichtbar) werden. Ein Gesamtkonzept hat der Architekt erarbeitet. Aber als Bauherr muss man sich doch wohl nicht alles ungefragt hinsetzen lassen. Zur Stärke der Dämmplatten: Da meinte der Handwerker, das wäre nur mit Mineralplatten machbar, die Holzweichfaserplatten müssten sonst doppelt genommen werden, was die Sache weiter verteuert. Ein Schallschutz ist m.E. nicht erforderlich. Wenn ich das richtig verstanden habe, könnte man einfach nur die Decke abhängen ohne Dämmung und Dampfsperre. Was ist mit dem Hohlraum zwischen Gipskarton/Fermacellplatte und Spanplatte? Angeblich müsse die Dämmung auch gemacht werden, damit die Wärme im Raum bleibt und nicht nach oben "abhaut".



JA wie oder Was?



Hallo

Was hat denn der Architekt für ein Gesamtkonzept erarbeitet … ?

Wenn er dafür gerade steht und zukünftige Bauschäden gewährleistet - ist doch alles gut!
;-)

Über der Span-Trittschall-Parkett-Situation soll nicht saniert werden … wird denn da gewohnt oder ist es Kaltraum?

Wenn Sei hier von einer "nächsten Runde" sprechen fehlt m.E. ein stimmiges Konzept, das sich ja duch Durchgängigkeit auszeichnet und kein Stückwerk ist … da sollte eines ins andere greifen und vor allem für den Bauherrn zweifelsfrei verständlich sein …

und wenn der tolle Handwerker von "keiner Gewährleistung" spricht, fragen Sie den mal von wie viel Jahren ER denn spricht …

Florian Kurz



warum



fängst Du eine neue Runde an - da gehen alte Infos un Zusammenhänge verloren !!

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/201630$.cfm



Gesamtkonzept Architekt



an Florian Kurz: Der Architekt hat ein Gesamtkonzept vorgelegt. Nur inzwischen habe ich eben auch meine eigenen Gedanken und Fragen dazu, ob das wirklich so schlüssig ist, wie vom Architekten angedacht. Habe ja schon einige andere schlüssige Ansichten im Forum gefunden und für schlüssiger erachtet als das, was mein A. sagt. Also muss ich mich ihm halt kontrovers "beraten". Als Laie ist es halt nicht so einfach. Wenn ich alles selber könnte, bräuchte ich ja keinen Ihrer Spezies....Der Raum über dem Esszimmer, in dem die Decke abgehängt werden soll, ist bewohnt und wird als Arbeitszimmer genutzt.Wenn ich erst warte, bis der Architekt für zukünftige Schäden eintreten muss, na ja, das ist ja keine so tolle Empfehlung. Vorallem wenn ich es vorher verhindern hätte können oder was anders machen kann.
an Georg Böttcher: Ihre Antworten sind für mich immer sehr hilfreich, kompetent, wertschätzend und verständlich. Herzlichen Dank dafür und gesegnete, besinnliche und erholsame Weihnachten!



Moin Rosetta,



vielleicht wären Hanffasermatten ja noch eine Alternative. Plattenware in schiefe Konstruktionen sauber einzubauen macht nämlich keinen Spass - da kann ich den Handwerker verstehen.

Gruss, Boris



Nachtrag



habe jetzt den Handwerker gebeten, mir zu begründen, warum er mir Dampfbremse, Klemmfilz und Rigips einbauen will. Antwort 1: Das ist so Vorschrift. Wo diese Vorschrift steht und was sie besagt, konnte er mir nicht sagen. Antwort 2: Klemmfilz dämmt, denn die Wärme steigt nach oben und ist Schallschutz.
Antwort 3: Der Dampf steigt durch den Rigips und kondeniert und dann faulen die Holzbalken. Antwort 4: Außerdem hat der Architekt das so gesagt. Antwort 4: Alternativen sind zu teuer und außerdem weiß er nicht woher er anderes Material herbekommen soll. Das wars wohl dann. Da werde ich mir wohl einen anderen suchen oder mach es selbst.



da



dir anscheined aber auch ein paar Grundkenntnisse fehlen (ist ja keine Schande, man muß nur seine Grenzen kennen), suche Dir jemanden, der mehr Verständnis hat für Dein Anliegen !