Laibungen Innendämmung Holzfaserdämmplatten

08.12.2017 MiKe



Ich bin grad etwas ratlos, wie ich die Laibungen ausbilden soll.
Die Fenster sitzen gegen Anschlag mit Aufdopplungen.
Die meisten Laibungen kann ich 6cm stark dämmen.
Die Hersteller gehen meist von 2-3cm aus und empfehlen stumpf zu stoßen und ein Kompriband einzulegen um Luftdichtheit zu garantieren und Konvektion zu verhindern.
Bei 6cm reicht ein Band nicht aus, macht es Sinn 3nebeneinander zu legen?
Auf dem Bild habe ich das mal schematisch gezeigt. (das geplante Band ist aber flacher und die Laibung wird natürlich nicht mit dem Reststück erstellt)
Befestigt wird mit lehmkleber, zahnkelle im kreuzgang.

Ich hoffe ihr habt ne pragmatische Lösung parat

Gruß
Michael



Laibung dämmen und abdichten



Kompribänder sind primär außen gegen Schlagregen vorgesehen.

Innen ist es besser, die Fuge zwischen Rahmen und Laibung mizt Klebeband abzudichten.
Die Laibung muß zumindest gespachtelt werden.
Es gibt auch einputzbare Fugendichtbänder.

Wenn die Weichfaserplatte dicht an den Rahmen gestoßen wird genügt das, wenn zusätzlich die innere Fuge zB mit Acryl abgedichtet wird.

Die Fugendichtung kann auch vor der Dämmung auf den Rahmen geklebt und dann vorne auf die Dämmung gelegt und dann mit dem Laibungsputz eingeputzt werden.

Die Fensterfuge zur Mauer muß natürlich schlagregendicht sein und gedämmt werden, zB mit Hanf.

Andreas Teich





Danke für die Hilfe.
Außen ist natürlich schlagregendicht eingebaut, Spalt umlaufend gedämmt und mit Anschlussband( das rosafarbene auf dem Bild) luftdicht angebunden.

Sorgen macht mir halt die warme Raumluft, die möglicherweise zwischen Rahmen und Laibungsdämmung gelangen könnte, wenn "nur" dicht an den Rahmen gestoßen wird.
Sobald die Laibung nicht perfekt im Winkel ist, kantet die Dämmplatte halt leicht und durch ihre Breite entsteht dahinter dann ein Spalt, den man von vorn nicht sieht.

Bei schmaleren Platten kein Problem, Fugendichtband auf den Rahmen , fertig.
Deshalb meine Frage nach mehreren Bändern nebeneinander.
Fugendichtband (umgangssprachlich ja Kompriband) wird ja nicht nur zur Schlagregendichtung Außen verwendet(gibt ja viele Varianten).
Ich hatte die Laibungen lange vor mir her geschoben ... jetzt weiß ich auch warum...Fiese Fummelei.

Aber zu Deinen Vorschlägen:
Was für ein Klebeband meinst Du denn in diesem Fall?

Einfach stoßen und nachher versiegeln wäre eigentlich mein Favorit.

"Die Fugendichtung kann auch vor der Dämmung auf den Rahmen geklebt und dann vorne auf die Dämmung gelegt und dann mit dem Laibungsputz eingeputzt werden."

Damit wäre dann ein Anputzprofil mit Gewebe gemeint?
Das fügt sich aber auch nicht über die ganze Breite der Dämmplatte und hinterlässt ein Spalt.

Oder Ein weiteres Anschlussband wie das Rosane?

Ich könnte auch einfach ein einziges schmales Fugendichtband nehmen und dafür eine Nut am Rand (oder etwas richtung mitte)der Platte schneiden, damit der Rest der Platte recht dicht gestoßen werden kann und das Band halt die Sicherheit gibt, daß keine Luft durch kann.

Vermutlich alles viel zu kompliziert gedacht, oder ich will es wieder besser machen als möglich.
Da fehlt mir einfach die Erfahrung oder ich bin grad betriebsblind ;)

Der normale Handwerker, der damit Geld verdienen muss, hat da sicher ein paar Tricks auf Lager. oder machts halt wie er es immer schon gemacht hat... :D

Vieleicht kannst Du (Ihr) mich da mal geistig entwirren.

gruß
Micha



Laibungsdämmung



Innen die üblichen Dichtbänder für Fensteranschlüsse verwenden.

Wenn das einputzbare Klebeband verwendet wird muß nur ein Teil kleben, der andere Teil ist einputzbar- ohne Plastikprofile.

Wenn du ohnehin die Dämmplatten mit Klebemörtel ansetzt dafür sorgen, dass die Laibungen einigermaßen rechtwinkelig geputzt sind und dann die Platten so ansetzen, dass sie im Winkel sind (90 Grad Winkel beim Ansetzen auf Platte und Fensterrahmen halten oder ein rechtwinkelig geschnittenes Brett verwenden)

Kompriband schiebt die Platte nach vorne, wenn sie nicht fixiert wird- zu aufwendig.
Mach mal ein Foto des Fensters von innen

Andreas teich





Erstmal Danke für die Gedult.

Auf ein neues ;)

Aktuelle,scharfe Detailfotos kann ich später machen, bis dahin sortier ich grad die Möglichkeiten.
Das Bild hier ist leider nicht scharf und nicht aktuell,zeigt aber die Situation(reiche ich abends nach).

Mein Missverständniss mit den Bändern:

Das übliche Fensterdichtband Für den inneren luftdichten Anschluss habe ich hier noch genug liegen.
Wäre doppeltgemoppelt und nur nötig, wenn ich die Platte nicht dicht gestoßen und rechtwinklig bekomme.

Kompriband drückt zu stark (ist ja logisch) und müsste eingelassen werden und die Platte bis zum Abbinden fixiert.

Die meisten Laibungen habe ich im Vorfeld schon gut rechtwinklig erstellt, teilweise muss ich noch beiarbeiten.
Werde etwas Lehmkleber rau vorlegen und trocknen lassen.
Dann die Laibungsplatten dicht gestoßen anbringen und gegebenenfalls später (wenn irgendwann geputz wurde) noch die Fuge versiegeln, falls Kellenschnitt nicht reicht.

ich schlidder dann gleich mal zum Häuschen.
Der Schneemann hat aber wohl heute Vorrang.
gruß micha



Hier beispielhaft ein Fenster



Dank deiner Beschreibung kam ich heute ohne grummeln weiter.
Wobei ich mir noch den Kopf zerbreche ist die Frage, wie man weiche faserplatte auf pvc kleben kann(rolladenkasten).
Meine aktuelle Idee ist ne putzbare bauplatte mit passendem Kleber als Alternative. Ist ja eh pvc drunter, da kann ich das Material vertreten.

Gruß
Michael



Holzfaserplatten auf PVC



PVC anschleifen und Dämmplatten mit Baukleber oder PU-Kleber verkleben sollte halten, wenn die Platten einige Zeit es fixiert werden.
Bröselige Plattenrückseiten besser vorher grundieren

Andreas Teich





Ich vermute Du meinst die Baudämmplatte damit?
Das hatte ich schon einmal getestet, hält gut auf dem Pvc.
Bei Holzfaserdämmplatten, speziell den Innendämmplatten, könnte man es ja auch mit Primer probieren, nur welcher...

Von pro clima habe ich noch den Primer für deren Klebebänder der Aufdachdämmung. In Verbindung mit dem orcon f (hält angeblich auf hartem Kunststoff, PVC ist aber nicht explizit erwähnt) könnte eine Variante sein.
Allerdings bleibt orcon f sehr weich und klebrig (ist ja eigentlich für folien gedacht).

Ich denke die Variante mit den Bauplatten ist die Effektivste, hab ich auch hier liegen.

Nochmals vielen Dank für Deine Hilfe

Michael

Ps: auf dem Bild gedämmte Laibung am Problemfenster vom ersten Beitrag.



Etwas einfacher?



Wie lange die Kleber zum Beispiel Ihren Dienst tun mögen?

Ich würde ca. 3mm Luft lassen und mit Stopfhanf ausstopfen. Wichtiger als die 100%ige Vermeidung jedweden Kondensates ist doch, daß Feuchtetransport und -abgabe gewährleistet bleibt.

Acrylfugen würde ich meiden.


Viel Erfolg

Thomas



Rolladenkasten dämmen



Nicht vergessen, dass der Rolladenkasten zu Reparaturzwecken zugänglich bleiben sollten-
am besten mal versuchen, diesen zu öffnen und dabei gleich die Dämmung zu überprüfen.
Wegen der aufwendigeren Abdichtung der Gurtdurchführungen ist es ohnehin besser,Rolläden elektrisch zu betätigen.

In den meisten Fällen können Rohrmotoren in die Hohlwelle eingeschobe werden.
Die notwendige Stärke des Motors ergibt sich aus der Rolladengröße und -material. Ich habe bei mir Holzrolläden verwendet, die besser zu älteren Häusern passen, aber schwerer sind.

Die auf dem Kasten aufliegende Dämmplatte evt von innen her verschrauben und ggf eine unverspachtelte Haarfuge zu Revisionszwecken lassen.

Die auf der Kunststoffabdeckung liegende Platte sollte vollflächig ohne Luftschicht dicht anliegen und zur Feuchtigkeitsableitung aus kapillarem Material bestehen

Andreas Teich



Rolladen ist elektrisch , Revision unten



Hallo Thomas, Andreas,

weil ich das nicht extra erwähnt hatte:
Die Rolläden sind elektrisch , Kasten innen gedämmt und Revisionsöffnung unten.
Ich muss also im Reparaturfall die untere Abdeckung zum Flügel hin herausnehmen.

Der vordere Deckel soll halt auf eine Ebene mit der restlichen Wand kommen, da noch Wandheizung mit entsprechender Stärke Lehm drauf kommt.

Mein Fehler war halt nicht direkt einen putzfähigen Deckel bei Fertigung der Fenster mitzuordern.
Ein verschrauben von innen geht nicht und würde auch mit der inneren Dämmung kollidieren(die verhakt sich sonst und man kommt da eh nicht mehr zum schrauben dran).

Deshalb Dämmung draufkleben.
Auch wenn mir dort Holzfaser lieber wäre, denke ich, daß eine Verklebung mit einer Putzbaren Bauplatte (wedi/jakudur etc) dauerhafter ist.
Da die dichte Platte auf dichtem PVC aufliegt,macht mir diese Stelle keine Bauchschmerzen.
Bei meinem Test habe ich entfettet, aufgeraut und Wulst/Wellenförmig nahezu vollflächig verklebt.Der Kleber ist für PVC zugelassen.



Thomas:
Du bist skeptisch was dauerhafte Verklebung angeht.
Meinst Du jetzt die Verklebung auf dem Rolladenkasten oder die Laibung (Holzfaser mit Claytec Lehm klebe/Armierungsmörtel)?
Ich vermute eher am Rolladen, oder meintest Du meine wirre Idee mit dem orcon f?


Die Laibungen nicht stoßen, sondern mit Fuge und Hanf anzubinden ist tastsächlich eine praktikable Variante.
Das könnte in kniffligen Ecken meine Lösung werden.
Danke dafür.

Der Acryleinwand ist sicher auch gerechtfertigt.
Vermutlich ist dort ein Kellenschnitt ohne Versiegelung besser, wenn dicht gestoßen oder gestopft wurde.
Der Fensterrahmen selber ist ja Luftdicht am Verputzen Mauerwerk angebunden.

schönen Gruß aus dem wieder verschneiten Ruhrgebiet
michael



Lehm"kleber"...



...ist für mich kein Kleber, sondern einfach Lehm. Meine Skepsis bezieht sich denn auch auf allerlei Folien, und deren Kleber. Die Alterung dieser Bau - und Klebestoffe ist doch gar nicht bekannt...

Grüße

Thomas



Rolladenkasten dämmen



Es wäre am besten gewesen, den Kasten nicht separat zu dämmen, sondern mit den Wanddämmplatten zu überdämmen,
wie es auch bei WDVS Vorschrift ist.

Dann stellt sich bei relativ kleinflächigen Rolladenkästen die Frage der Befestigung gar nicht erst-
es genügt übliches, vollflächiges Verkleben, wobei die Belastung und Möglichkeit von Putzrissen minimiert wird.

Hanf und lose Abdichtungen nur dann, wenn keine glatten Flächen vorliegen gegen die die Dämmplatten gestoßen werden können- ansonsten vergrößern sich sowohl Aufwand wie auch die Möglichkeit von Undichtigkeiten-
zudem verbleibt eine breitere Fuge, die geschlossen werden muß.

Der Sd-Wert soll raumseitig am größten sein-
daher hier die beste Abdichtung vornehmen und nicht primär hinter der Dämmung auf dem Rolladenkasten.
Es hängt von den hier verwendeten Materialien und deren Eigenschaften ab.
Dort sollte auf größere Diffusionsoffenheit und Kapillarität Wert gelegt werden.

Andreas Teich