Lästige Frage - Gefach ausmauern

15.04.2019 Bärtiger



Hallo liebe Community,

ich weiß ich weiß..... ich werde jetzt den Zorn der Community auf mich ziehen mit dieser Frage.

Kurz und bündig:

Gefach im Holzfachwerk ausmauern.

Zu unterscheiden bei Inne- & Aussenwänden.

Ich stehe vor der Frage ob mit Ytong, Lehm/Ton Ziegel (handelsübliche vom Baustoffhandel) oder Lehmziegel.

Was bei Innenwänden und was bei Außenwänden.

Ich möchte wissen, warum derjenige Werkstoff und nicht der/die anderen Werkstoffe.

Die Frage die mir unter den Fingernägeln brennt ist, warum sind alle gg Ytong. Wenn auf den Balken Teerpapier aufgebracht und damit der Kontakt zum Holz verhindert wird, warum dann nicht? Was spricht dagegen?

Kann ich denn auch normale Ziegel verwenden? Muss es der Lehmziegel sein. Zurzeit sind handelsübliche Ziegel verarbeitet. Die sind seit Jahrzehnten jetzt drin. Nur halt locker.

Was sagt die Community ?



Ausgleichsfeuchte



Die Ausgleichsfeuchte von Lehm und reinem Kalkputz ist niedriger als die von Holz. Damit wird eine Auffeuchtung des Holzes über einen längeren Zeitraum verhindert. Das spricht für diese beiden Materialien. Dennoch gibt es einiges weiteres im konstruktiven Holzschutz zu beachten.

Der andere Punkt ist die Festigkeit des Materials. Reiner Kalkputz und Lehm sind weicher und passen sich etwas besser den Bewegungen durch Ausdehnung über das Jahr hin an, was im Fachwerkbau für diese Materialien spricht.

So viel mal aus angelesenem Wissen und einer begrenzten Erfahrung durch Informationen von Handwerkern am eigenen Fachwerkhaus. Sie finden jedoch genügend Gefache aus gebrannten Ziegeln die funktionieren. Jedoch Dachpappe, Zementmörtel und im Extremfall mit Beton ausgießen können sie in vielen Schadensberichten finden.

Was ist locker im Fachwerk. Ich habe teilweise zu bestimmten Jahreszeiten ein kleine Bewegung in manchen Gefachen. Da diese jedoch nicht statisch wirksam sind sehe ich darin nicht unbedingt ein Problem. Jedoch handelt es sich beim mir nur um Abstände im mm-Bereich. Die Gefache drohen nicht herauszufallen und sind überwiegend mit dem Innenputz stabilisiert. An einigen werde ich jedoch mit Kalkputz nacharbeiten müssen.



Meine Beobachtung



Danke für Deine Antwort.

Ich bin jetzt kein gelernter Handwerker. Ich bin beruflich aber sehr viel auf Baustellen unterwegs und hab so einiges gesehen. Ich hab mich auch mit vielen Handwerkern verschiedener Gewerke unterhalten.

Ich wohne im Bergischen und hier gibt es traditionell viele Fachwerkhäuser. Ich hab auch wirklich zig entkernte gesehn, wo die Wände nach dem Krieg zugemauert wurden. Jedes Mal das Gleiche. Normale Maurerziegel mit Zementmörtel. Hat über 60 Jahre gehalten und die Balken waren top. Alle Handwerker sagen, egal ob Maurer oder SHK, das wäre alles übertrieben und man könnte mit Maurerziegel sogar mit Ytong arbeiten. Die Balken sollte man aber schützen. Lehmputz auf die fertige Wand und fertig. Das sind Beobachtungen von mir in 20 Jahren die ich gemacht habe.

Der harte Verfechter schlägt jetzt die Hände übern Kopf. Aber ist hier nicht die Erfahrung auch nennenswert?

Vg
P.



… verstehe Ihre Frage dann nicht … 



… Sie schreiben doch, dass ALLE Handwerker mit denen Sie gesprochen haben, das selbe sagen … 

Dann ist doch alles paletti … dann machen Sie es so … Warum wollen Sie dann ein anderes Patentrezept … 

Hier im Forum sehen sicher über tausend threads mit ausführlichen FÜRS und WIDERS … 

Nur zu … es hält doch auch das "einfache" und vermeintlich "falsche" 60 Jahre …

Viel Erfolg … 

Florian Kurz



Ich sehe es ähnlich



Wenn sie bereits hunderte meinungen haben, warum dann die 101. noch?
ich bzw. wir aus unserer langjährigen Sicht im Fachwerkausbau, können hier nur auf Lehmsteine verweisen.
Diese sind holzfeuchteregulierend, gehen die Bewegungen im Fachwerk vielfach besser mit und dazu haben sie ein wesentlich höheres Raumfeuchtegleichgewichts- und auch Feuchtespeicherungsverhalten.
Was einer unserer Vorredner hier zum besten gab, stimmt nur teilweise, aber auch wiederum aus dieser Zeit heraus betrachtend, funktional!
Die damaligen Ziegel waren wesentlich weicher im Gefüge (umgangssprl. Feldbrandsteine) und der Mörtel fast ohne Zementanteile.
Zudem halt auch vielfach Eichenfachwerke, denn bei Fichtehölzern hätte dies schon längst in Bauschäden geendet.
Folien oder Teerpappen dann noch als Trennschutz, ist noch größerer Frevel!!

Wie gesagt, die Entscheidung liegt bei ihnen!!!!

FG