Kondenswasser und weißer/schwammiger Schimmel in den Ecken

11.12.2020 David


Hallo liebes Forum,

Ich habe ein altes Haus, welches sich in einer Scheune befindet. Es wurde von Anfang an als Wohnhaus geplant. Baujahr um die 1920er. Ich beheize es mit einem alten Kachelofen, doch leider bekomme ich keine richtige Wärme in die Räume (wenn es gut läuft, 17 Grad). 12 Kohlen, nachts geheizt und früh wieder kühl im Raum. Nun bildet sich in den Ecken Kondenswasser und es bildet sich ein weißer / schwammiger Schimmel an den Wänden.

Fußboden unterkellert und nur Rundbogen Decke. Boden wurde gefliest. Wände mit Kalk Zement Putz verputzt und mit Kalk Rollputz gestrichen. Wände sind 24er mit Hohlraum und 12er Innensteinwand. Vollziegel. Zwischendecke gedämmt. Luftfeuchtigkeit liegt im Winter meist bei 55%. Möbel min. 10cm von den Wänden abstehend.

Mache ich etwas falsch oder ist da nichts zu machen und ist normal?

Vielen dank, Liebe Grüße und schöne Weihnachten
David



Du beheizt ein Haus...



...mit einem Kachelofen. Der strahlt ein bisschen Wärme ab, die kommt nicht überall hin. Die Ecken sind nicht nur am kältesten, dort ist auch die wenigste Zirkulation.

Der Schimmel kommt nahezu gesetzmäßig. Meist zuerst im Schlafzimmer, Küche, Bad. Auch bei 55% rel. LF, wenn der Taupunkt erreicht wird.

Kaufe Dir am besten ein einfaches Infrarotthermometer, damit kannst Du die Temperatur einzelner Wandpunkte leicht messen und bekommst ein besseres Gefühl für das Problem.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas



Danke für deine schnelle Antwort. Das Messgerät benötige ich glaube nicht, man merkt es schon mit der Hand, dass es in den Ecken gefühlt sehr kalt ist und eine frische Brise weht.

Wie ist vielleicht das Problem so weit in den Griff zu bekommen, dass man außerhalb des Taupunktes agiert und den Schimmel vorbeugt? Mit Infrarotheizung eventuell? Denn selbst normale Beheizung wird ja bestimmt nicht ausreichen, da die Wände ja kühl sind. Das man solch eine Wärme, wie in Neubauten und extrem stark gedämmten Häusern bekommt muss ja nicht sein. Bin auch keiner der extreme Wärme abkann. Nur Schimmel ist ein no go.

Danke
David



Du wirst um eine "Aufrüstung" nicht herum kommen



Hallo David,

deine Frage ist theoretisch ganz einfach zu beantworten:
Entweder musst du dir eine Dämmung der Außenwände von außen, oder von innen einbauen,
oder, mal ganz allgemein gesagt, ein Heizsystem, das dir die Bude in allen Ecken so weit aufwärmt, dass es kein Kondensat mehr gibt. Heißt, die Wandoberfläche muss auch an der kältesten Stelle mehr als 12° warm werden.
In der Praxis ist das natürlich so oder so mit recht viel Aufwand und Kosten verbunden.
Was es da für Möglichkeiten gibt, kannst du zuhauf hier im Forum nachlesen.

Vor allem, beseitige den Schimmel schnellstmöglich, damit sich die Sporen jetzt nicht exponentiell verbreiten und in ein paar Tagen alles weiß wird !!!



Hallo Karl-Heinz



Danke auch für deine Antwort. Ich denke die Geschichte mit der Dämmung wird anfänglich zu kostenintensiv sein und vllt auf Dauer auch nicht gut, da es eine ehemalige Scheune war, ist die Ausführung einer Horizontalsperre auch gleich Null am Haus. Leider. Nächsten Sommer möchte ich da aber mit einer äußeren vertikalen sperre und Stück für Stück einer horizontalen sperre aushelfen.
Daher würde ich da ja die Feuchtigkeit einschließen.

Auf Dauer wird da doch bestimmt die Infrarotheizung als Heizsystem das beste in der Situation sein oder? So habe ich es bisher überall gelesen. Da die Wellen ja die Gegenstände aufheizen. Also die Wand. Zusetzlich ist ja der Kachelofen noch da. Also ist die Heizung und die Kosten dafür nur gegen die kalten Ecken gedacht und nicht als vollwertige Heizung. Dann kann ich mit einem Infrarotmessgerät die Temperaturen in den Ecken kontrollieren.

Liebe Grüße
David



Heizung und Dämmung



Infrarotheizungen sind allenfalls für kurzzeitige Erwärmung wie bei Badezimmern oder in sehr gut gedämmten Gebäuden mit unregelmäßigem Wärmebedarf geeignet bzw. wirtschaftlich.
In deinem Fall werden die extreme Heizkosten verursachen.

Eine fehlende Horizontalsperre muß nicht zwangsläufig zu höherer Feuchtigkeit des Mauersockels führen.
Hast du eine zweischalige Außenmauer und wie dick ist der Hohlraum?
Dieser könnte zB mit Perlite gedämmt werden.
Ansonsten kann auch Innendämmung oder ggf Außendämmung wirtschaftlich in Eigenarbeit erfolgen.
Wenn der Kachelofen nicht durchgehend betrieben wird kann das Aufheizen auch Kondensat an kühleren Wandflächen verursachen.

Die weißen Ablagerungen können auch durch ausfallende Salze verursacht werden und müssen kein Schimmel sein- wenn du diese zwischen den Fingern zerreibst und sie sich etwas körnig anfühlen und salzig schmecken sind’s Salze, wenn sie watteartig, substanzlos sind eher Schimmel.
Du solltest zuerst dämmen und dann ein Heizsystem installieren



Hallo Andreas



Danke für deine Antwort.

Es ist eine Doppelschalige Mauer mit Luft/Hohlpuffer. Diese ist etwa 8cm dick. 24er Ziegelsteine außen, dann 8cm Luftpolster und 12cm Ziegelstein Innenwände. An Perlite habe ich auch schon gedacht, nur leider keine Möglichkeit diese in die Wand zu bekommen und im unteren Sockelbereich ist die Hohlwand mit alten Kalk Mörtel verschmutzt, der wohl damals beim Mauern hintergefallen ist oder während der Zeit sich nun gelöst hat. Also könnten die Perlite auch nicht bis Bodenbereich Hinterfüllt werden. Innendämmung wäre nicht mehr, ohne extremen Kostenaufwand möglich, da schon komplett ausgebaut und saniert ist. Maximal eine Außendämmung oder versuch, den Taupunkt der Wand von innen zu verschieben. Dieser muss ja bestimmt nur raus aus der 12er Wand? Problem ist, Fußboden besitzt aber auch keine dämmung.

Jetzt im Winter eine Außendämmung zu beginnen, ist anhand der Temperaturen für Kleber und Mörtel aber nicht ideal oder? Und der Scheunenaufbau mit dem Haus lässt eine Abschlüssige dämmung auch schwer zu.

Früher gab es doch diese Probleme nicht und hatte ja auch Sinn solcher Aufbau der Wände. Und nun funktioniert dieses System nicht mehr.

Liebe Grüße
David



Ventilator als schnelle Hilfe



Hallo,
für den Anfang könntest du an einer günstigen Stelle einen Ventilator hinstellen, der dir die Luft etwas im Raum durchmischt.
Gerade bei einem Ofen hast du Oben unter der Decke weit über 20°C und am Fußboden dann nur 15°C. Also entweder die kalte Luft nach oben pusten oder den Ventilator irgendwie an die Decke und die warme Luft nach unten.
Somit schaffst du es vielleicht die Ecken etwas wärmer zu bekommen.
Ist natürlich keine dauerhafte Lösung.

Und wenn der Schimmel watteartig ist, könnten das auch Salzausblühungen aus der Wand sein.


Gruß
Sebastian



Fassadendämmung



Du kannst,mit einer Bohrkrone von innen oder außen Löcher in die Fassade bohren, wenn von oben kein Zugang möglich ist und dann Perlite einfüllen.

Ansonsten kann die Fassadendämmung auch im Winter zB mit Stegträgern,, Holzfaserdämmplatten und Zellulosedämmung erfolgen- das ist auch gut alleine machbar.
Verputzen oder Holzverkleidung kann dann bei besserem Wetter ausgeführt werden.