Kleber mit oder ohne Lösungsmittel?

23.04.2012



Liebe Community,

wir werden demnächst Eichendielen in unserem Haus Verlegen lassen. Nun haben wir die Wahl zwischen zwei verschiedenen Klebern (und Vorstrichen). Bei den Klebern handelt es sich um folgende:

1) Thomsit P625 mit Thomsit R766-Vorstrich
2) Wakol K410 mit Wakol D3074-Vorstrich

Die Vorstriche und auch der Thomsit P625-Kleber sind lösemittelfrei (EC1+, Blauer Engel), der Wakol K410 ist lösemittelhaltig. Der Fachmann, der den Boden verlegt, meinte, dass der lösemittelhaltige für später ebenfalls keine gesundheitlichen Bedenken nach sich zöge. Ich kenne mich hier leider nicht aus. Da die Dielen auch im Kinder- und Schlafzimmer verlegt werden sollen, sind wir zunächst einmal skeptisch, ob wir zu dem preisgünstigeren Wakol greifen sollen.

Hat hier jemand den Durchblick und kann uns aufklären? Danke euch schonmal,
Mattze.



Eichedielen und Kleber ...



Leider keine gute Lösung. Leider wird sie immer häufiger angewendet. Ich würde einer massiven Diele keinen Kleber verpassen.

Das Sichheitsdatenblatt kannst Du ja einsehen. Es gibt schlimmere Mittelchen als Aceton. Leider wird aber auch nicht voll deklariert.

Die sogenannte "VOC-Control" empfinde ich eher nachteilig als vorteilig. Zitat aus dem TM:

"Die Verdunstung der Lösemittel aus der aufgetragenen Klebstoffriefe ist dank VOCTechnologie verzögert, ..."

Da werden die Lösemittel also langkettiger abgemischt und schon fallen sie aus der VOC-Verordnung heraus. Das bedeutet aber auch, dass die Lösemittel die Raumluft länger kontaminieren.

Bei dem Thomsitkleber handelt es sich um einen PU 2-Komponentenkleber. Hier steht über Isocyanate:

"Thomsit P 625 enthält im nicht abgebundenen Zustand Isocyanate, die bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen können. Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen.
Die mittel- oder langfristige Abgabe nennenswerter Konzentrationen flüchtiger organischer Stoffe (VOC) an die Raumluft ist nicht zu erwarten."

Also setze Deine Erwartung niedrig an und dann passiert nichts. Oder Du liest mal, was IBN dazu schreibt:

"Isocyanat ist ein starkes Gift und Allergen. Die Anbieter von isocyanathaltigen Produkten behaupten häufig, Isocyanate würden 100 %-ig gebunden. Die toxische Problematik bei Isocyanaten liegt aber darin, dass diese mit den heutigen Messmethoden zwar oft nicht in der Raumluft, aber als Isocyanat-spezifische Antikörper im menschlichen Organismus nachweisbar sind.

Offenbar ist der Mensch empfindlicher als die derzeitigen Messverfahren. Baubiologen sollten grundsätzlich darauf bestehen, dass neue zweifelhafte Produkte erst dann auf den Markt kommen, wenn nach hinreichender toxikologischer und auch ökologischer Untersuchung nicht die geringsten Bedenken bestehen."

Insofern würde ich den Wakol als das bekanntere Risiko betrachten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Kleben muss leider sein ...



... da wir Estrich haben, und mit Unterlattung leider viel zu hoch kämen.

Ich mag Kleber leider auch gar nicht, doch scheint es sein zu müssen. Natürlich mag ich nicht auf Dauer meine Gesundheit unnötig gefährden und würde daher zumindest das geringste Übel wählen wollen. Das scheint hier der Wakol zu sein? Dass er länger braucht zum Ausdünsten ist mir auch schon negativ aufgefallen, wobei ich leider nirgends was dazu gefunden hab, was "länger" bedeutet - zwei Stunden? zwei Tage? zwei Monate? Weiß hier jemand etwas?

Grüße
Mattze



Hat denn ...



... sonst jemand weitere Tipps oder Anmerkungen oder eine gute Seite, die über die verschiedenen Vor- und Nachteile von lösemittelfreien Klebern bzw. solchen mit Lösemittel informieren?

Grüße
Mattze



Oder alternativ:



Wenn man die Wahl hat, entweder einen PU-basierten oder einen silan-modifizierten Kleber zu nutzen, welcher wäre aus gesundheitlicher Sicht der bessere? Kann man das überhaupt sagen?

Danke euch für eure Hilfe.
Mattze



Welchen kelber aus gesundheitlicher Sicht vorziehen



Leider kann es da keine Vorzüge geben. Aceton und Alkohol ist sicherlich eine bekanntere und damit besser einschätzbare Chemie als Isozyanate - aber es fehlt die Volldeklaration.

Hinzu kommt, dass jeder anders auf die eine oder andere Chemie reagiert.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de