Möglicherweise Asbest in diesem Boden

12.03.2011



Renoviere gerade ein Haus aus den 70ern (1972) und habe diesen Boden in der Küche:

http://img857.imageshack.us/i/boden.jpg/
(hatte leider nur dieses etwas unfokussierte foto zur hand)

Sieht nach Linolium aus, kenn mich da aber nicht wirklich aus.. sollte ich da bez. Asbest vorsicht walten lassen?



weiteres Bild



Hier wäre noch ein Bild
http://img861.imageshack.us/i/boden2.jpg/





Hallo DW,

es kann sein, muss aber nicht. Asbest war in den 60-70ern vor allem in sogenannten Cushion Vinyl Platten enthalten. Das waren stark geprägte und eingefärbte Bodenbelege, die mit der Optik oft andere Materialien immitieren sollten. Einen einfachen Test kannst Du folgendermaßen machen:

Schneid ein kleines Stück aus dem Bodenbelag und versuch dieses Stück unter freiem Himmel anzuzünden. Wenn es vollständig klimmt oder gar brennt, dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Asbest drin.

Für mich sieht Dein Bodenbelag von den Bildern her allerdings auch eher wie Linoleum oder PVC aus.

MFG



Meist ist



es der Kleber mit dem dieses Zeug verarbeitet wurde.
In dem sind die Schadstoffe.





Hallo Idefix,

hier wurde aber nach Asbest gefragt und Asbest wurde meines Wissens nach nie in irgendeinem Kleber eingesetzt. Wenn der Kleber schwarz ist, dann kann PAK (Teer) enthalten sein und wahrscheinlich sind Kleber mit Formaldehyd verarbeitet worden, was heute aber keinerlei Probleme mehr verursacht. Lediglich solltest Du um sicher zu gehen beim Neuaufbau darauf achten keinen modernen Kleber auf den alten Kleber aufzubringen, sondern eine Trennschicht durch Spachtelmasse/Bodenausgleichsmasse aufbringen. Die Ausgleichsmasse einfach ganz dünn auf den vorhandenen alten Kleber aufbringen, verteilen, trocknen lassen und dann den neuen Boden bei Bedarf mit einem mordenen lösemittelfreien Kleber aufkleben.

Have Fun!



In einem US-Forum



wurde behauptet, daß die schwarzen Kleber dort duchaus Asbestfasern enthalten können, das würde ich aber unter "unbestätigt und außerdem für Europa nicht zwangsläufig zutreffend" einordnen.

Soweit ich weiß gab es einerseits die berüchtigen CV-Platten (Cushion Vinyl) und andererseits Rollenbeläge mit Asbestpappe-Trägerschicht. Letztere müßte man wenn man irgendwo an eine am Rand hochstehende Bahn kommt eigentlich problemlos erkennen, die ist hellgrau mit sehr feinen Fasern. Optisch erinnert mich das aber eher an Böden wie ich sie hier öfter gesehen habe, oben irgendein Kunstmaterial und als Träger grobe braune Fasern, Kokos, Jute oder ähnliches (aber kein festes gleichmäßiges Jutegewebe wie bei ordentlichem Linoleum).

Stiftung Warentest macht soweit ich weiß Asbestproben, da würde man auf Nummer Sicher gehen.

Wirklich gute Tips im Umgang mit potenziell asbesthaltigen Bodenbelägen kann ich aber auch nicht geben - wirklich zuverlässig optisch identifizierbar dürften sie nicht sein und die Ratschläge gehen das gesamte Spektrum von "Rausreißen und bei Nacht und Nebel in den Wald schmeißen!" bis zu "Nicht einmal schief anschauen, geschweige denn selbst auch nur eine Probe entnehmen, sofort auf Verdacht den Herrschaften in den Astronautenanzügen das Feld überlassen!" (und ihnen tausende bis zigtausende Euro dafür abliefern).



Es gibt asbesthaltige Kleber...



Aus diesem Grund muss in einem mir bekannten Projekt der schöne Parkettboden raus, da die Gefahr besteht, dass hier Staub zwischen den teilweise losen Parkettstücken austritt.

Ob das hier der Fall ist, kann ich natürlich nicht sagen. Für mich siehts nach diesen Belägen mit Kokosrücken aus, die damals auch gern auf Holztreppen geklebt wurden.

Was ist denn drunter, was soll neu rein?

Gruss, Boris