Kellerraumeinbau bei Sanierung

18.06.2015 Aebby



Ich möchte gerne einen zusätzlichen Kellerraum in mein Fachwerkhaus einbauen welches sich bereits im ausgeräumten Zustand befindet.
Das Problem ist, dass das Fundament nur bis minus 60 cm reicht.
Die Einbautiefe von Dämmung und Fussboden liegt bereits bei minus 50.
Nun möchte ich noch einen zusätzlichen Kellerraum und das zu verlegende Treppenhaus direkt an der Aussenwand einbauen.
Um die frostsichere Tiefe von 80 cm zu erreichen muss ich ja bereits abschnittsweise das Funderment untermauern bzw. mit Beton unterfüllen.
Wie kann man soetwas nun im Kellerbereich machen.
Hier muss ich ja direkt an der Aussenwand runter auf 2,50 m.
Die Aussenwand grenzt direkt an einen Bürgersteig an der an einer Kopfsteinpflastersackgasse angrenzt.

Vielleicht ist hier ja jemand der schon mal vor ähnlichem Problem stand.

Wäre schön ich könnte eine Idee von euch umsetzen.



Kellerraum



Für einen Fußbodenaufbau reichen 20- 25 cm aus. Einen Keller nachträglich unter ein Haus mit Streifenfundamenten zu implantieren ist eine Sache für den Fachmann falls es jemanden gibt der sich auf ein solches Abenteuer einlässt). Es ist teuer, aufwändig und geht kaum ohne Schäden für das Gebäude ab.
Wenn beim Bau alter Häuser kein Keller errichtet wurde hatte das einen Grund. Kann sein das der Baugrund und die hydrologischen Verhältnisse ungünstig sind.



vorhandener Keller



In dem Haus gibt es bereits einen alten Bruchsteinkeller und einen weiteren um 1920 entstandenen Bierkeller - Raum.
Es wäre also kein neuer Keller, sondern ein weiterer Kelllerraum.
Der Fußbodenaufbau muss bei Einbau der Dämmung und einer Kieselschicht gegen ggf. aufsteigendes Wasser so hoch sein.



Fußbodenaufbau



???
Noch ein Keller?
Na ja es ist Ihr Geld und Ihr Haus.
Die Einbauhöhe MUSS NICHT so hoch sein, Abdichtung, Sauberkeitsschicht, Dämmung und Estrich oder Dielung sind nicht dicker als 25 cm.



nachträglich Kellerraum herstellen, Fundamente untermauern-betonieren



Ich habe das mehrmals gemacht-
allerdings ist es ein enormer Aufwand, wenn du den gesamten Aushub von Hand ohne Bagger,Förderband etc ausgraben und nach draußen schaffen mußt.

Knapp 2 to Aushub je m3- da kommt viel zusammen-
Das Volumen wird ca 30 % mehr als jetzt.

Ab ca 120 cm Grabtiefe muß die Baugrube (je nach Bodenverhältnissen) abgestützt werden.

Ich würde max 80 cm breite Streifen ausgraben und betonieren mit zumindest einer Betonstahlmatte zur Rauminnenseite.

Im Bereich des Kopfsteinpflasters ein breites Brett einlegen und seitlich verkeilen, damit nichts nach innen absacken kann.

Ich habe dann gegenüber diagonal den nächsten Bereich ausgegraben, damit der Beton aushärten kann und die ausgegrabenen Bereiche möglichst weit voneinander entfernt sind.

Dann wieder beim ersten Teilstück,90 Grad dazu das nächste Stück ausgraben und betonieren, sodaß hier eine im Winkel stehende Betonwand besteht.

Dies an allen 4 Ecken, dann nach und nach die Zwischenstücke.

Abdichtung der Fugen etc je nach Feuchtigkeitsbelastung

Andreas Teich



Der Aufwand ist mir bewußt



Mir ist vollkommen klar welche Arbeit da auf mich wartet. Leider bleibt mir aber keine Wahl um meinen Traum von der Realisierung meines Nutzungskonzeptes nach Sanierung weiter zu träumen.
Diesen gute 6 m³ großen Aushub habe ich mit 2 Archäologen zusammen gemacht. Davon habe ich alles selber durchgesiebt und viele Scherben, Knochen, Schlacke, Eisen, Holzkohle u.s.w. bis ins frühe Mittelalter gefunden.
Bei weiteren Bodenarbeiten werde ich weiter genauer schauen zumal die Archäologen in diesem Jahr bereits das zweite mal für andere Bereiche im EG da waren.