Kellersanierung

10.11.2004



Wir bewohnen eine Doppelhaushälfte aus den zwanziger Jahren(Rotziegelbau) und möchten den Keller sanieren. An der Vorderseite und Eingangsseite des Hauses zeigen sich im Sockel- und Wandbereich des Kellers vereinzelte nasse Flecken mit leichten Ausblühungen und Verfärbungen. Die Hausrückseite (Terrassenanbau) und die Seite zum Nachbarn sind trocken. Auf Straßenniveau in ca. 1,20 m Höhe ist eine horizontale Abdichtung eingebracht. Das Mauerwerk ist im Kellerbereich von außen unverputzt. Innen sind die Kellerwände unverputzt weiß gestrichen. Der Boden ist mit Ziegeln ausgelegt(sehr uneben). Aufgrund der von uns genutzten Fernwärmeheizung herrschen im Keller Temperaturen von ca. 16-18 °C bei 60-70% Luftfeuchte. Wegen dieser günstigen Temperaturen und einiger Platzprobleme möchten wir diese Räume gerne als Spielzimmer nutzen. Da ich sowieso plane, im nächsten Frühjahr neu zu pflastern, scheue ich nicht die Arbeit den Keller von außen abzudichten. Aber wie ???
Über Tips zu Materialien und Erstellung von Keller-abdichtung, Gestaltung der Innenwände(verputzen und/oder streichen), und Aufbau eines Estrichbodens wäre ich sehr dankbar.
MfG
Marcus



Keller abdichten



Guten Morgen Marcus,

Ihre Beschreibung zeigt sehr schön einen sogenannten "dauerfeuchten" Keller mit nur geringen Feuchtigkeitserscheinungen in der Wand. Für den Erhalt einer Luftfeuchtigkeit von unter 60 Prozent ist es wichtig, für ordentliches Ablüften zu sorgen.
Die offenbar nicht ganz ausreichende Wärmedämmung der Fernwärmeübergabe ist gut fürs Austrocknen des Mauerwerks, aber schlecht für den Geldbeutel.
Soweit der bisherige Zustand, der ja ganz gut funktioniert hat.
Aus gesundheitlichen Gründen rate ich Ihnen aber ab, aus dem Keller ein Kinderspielzimmer machen zu wollen: Die Wände werden immer Oberlächentemperaturen haben, die ca. 3 bis 5 Grad unter der Zimmertemperatur liegen.
Darüberhinaus machen Sie aus einem "dauerfeuchten" Lagerraum einen Aufenthaltsraum im Sinne der Bauordnung, müssen sich also an die Vorgaben der Energieeinsparverordnung halten, was entsprechende Dämmung des Fußbodens und der Wände bedeutet. Das ist machbar, bei Ihrem Haus aber kaum mit noch vertretbarem Aufwand.
Falls Sie es doch wollen:
- Haus allseitig aufgraben
- Mauern abtrocknen lassen
- Ausgleichsputz aufbringen und glätten
- Bituminöse Dichtung mit der Kelle auftragen
- 10 cm Perimeterdämmung verkleben.

Boden:
- Steinpflaster entfernen
- Planum schaffen, nicht zu tief wg. der Fundamente,
diese auf keinen Fall unterschneiden !
- 8 cm Schaumglasplatten verlegen
- 4 cm Estrich aufbringen.

Damit wären die Pflastersteine ungef. höhengleich durch Schaumglas und Estrich ersetzt.
Kosten beim Selbermachen: ca. 80 € / m².

Gruß und viel Erfolg !


Bei alledem müßte noch geklärt werden, ob eine Dränage verlegt werden muß.



Kellerabdichtung



Versuchen Sie es mit einer Tonabdichtung - die ist viel billiger als Schaumglasplatten usw.- schauen Sie sich die Homepage unter www.dernoton.de an. Wir haben beste Erfahrungen !
Zusätzlich würde ich innen einen Kalkputz (Antikopensationskalkputz) oder Leichtputz (Mit Perlite und Hanf als Dämmung) aufbringen und mit Heizleisten Strahlungswärme schaffen ! Pigmentierter Kalkputz schafft auch optisch eine tiefe Atmosphäre !
Den Fußboden würde ich nach Entfernung der Beläge mit einer Kreuzlattung und Massivholz sowie einer Schüttung mit Vermiculit aufbauen - Sie dürfen dabei jedoch die Feuchtesperre nicht vergessen, völlig unnötig hier mit Estrich zu arbeiten! Details teile ich Ihnen gerne mit !
Da ich absolut kein Freund der Energiesparverordnung bin und
Sie auch in Frage stelle !!!! - obwohl ich sehr ökologisch orientiert bin! - brauchen Sie sich über die von mir empfohlenen Aufbauten keine Sorgen zu machen - die werden erfüllt und Sie sparen Energie ! Aus meiner Sicht können Sie den Raum so umgestalten und verbessern dass es ein Spielzimmer werden kann.

Einfach - kostengünstig und absolut gesund !!!



@Herrn Diamantopoulos



Guten Morgen,
ob Sie ein Freund der EnEv sind oder nicht, sie ist nun einmal Gesetz. Wenn man das einhalten will, geht am dämmen kin Weg vorbei. Und eine aufwendige Tondichtung, sie ist aufwendig, setzt man dann ein, wenn man mit größeren Mengen nicht drückenden Wassers zu rechnen hat. Vorsicht für Architekten und Ingenieure: Tondichtungen sind zwar Stand der Technik beim Deponiebau, aber nicht einmal a.a.R.d.T. bei der Abdichtung von Kellern. Und über den Vorschlag, Kellerfußböden mit Holz zu bauen, will ich lieber schweigen.



Herr Beckmann



Schön dass Sie so schnell geantwortet haben Ihre Antworten sind mir bekannt - vielleicht machen Sie sich zu wenig Gedanken über Gesetze und nehmen Sie einfach so hin. Als
ehemaliger Handwerker (Seit 1984 Selbstständig ausschließlich Ökobau ) - (ab und zu lege ich noch selbst Hand an um das Gefühl nicht zu verlieren !)erlaube mir aus meinen jahrzehnten langen handwerklichen Erfahrungen Ratschläge und Tips geben zu können die ohne Normen und Gesetze funktionieren. Tonabdichtungen an den Hauswänden werden oft eingesetzt und funktionieren - Massivholzböden auf Kreuzlattungen im Keller funktionieren auch zur besten
Freude meiner Kunden. Ich muß davon ausgehen dass Sie wenig
Erfahrung in diesen Bereich haben oder leider nur schlechte.
Deshalb hoffe ich, Sie halten sich an alle Gesetze auch an die Naturgesetze - wie heißt es doch so schön dei den Heilpraktikern : Wer heilt hat Recht !
Einfach richtig bauen !
Jan Diamantopoulos



Spielzimmer



Hallo,

sicher gibt es genügend Möglichkeiten die feuchten Stellen zu sanieren.

Leider auch genügend falsche.


nur nach eingehender Anlalyse sollten Schritte unternommen werden.

Schadensbilder wie von Ihnen dargestellt haben m.E. mit aufsteigender kappiarfeuchte zu tun.

hier muß saniert werden mit Konzept, sonst könnten Ihr/e Kind(er) mit Schimmelpilzen oder ähnlichem zu tun bekommen.

danach kann auch der Boden und Wände wie auch immer saniert werden.

falls interesse bitte Mail

mit freundlichem Gruß

Herbert Becker



Keller ist Keller



Ein Keller eines Hauses aus den 20er Jahren zu einem Kinderzimmer umzubauen sollten Sie mal lieber vergessen.
Es gibt keine Technologien die mit Sicherheit verhindert, das so wenig Feuchtigkeit in ein solches Bauwerk eindringt als das es für seine Bewohner (hier Ihre Kinder) unbedenklich währe. Auch wenn die Bauindustrie anderes suggeriert. Im übrigen haben Keller auch nicht die Möglichkeiten Dampf der durch bewohnen entsteht über die Wände abzuleiten. Diese sind meist mit Dickbeschichtung und angehäufte Erde versiegelt.
Das soll aber nicht heißen, das man solche Kellerräume nicht so Sanieren kann das sie einen ordentlichen Hauswirtschaftsraum oder ein Partykeller abgeben.
Aber eben auch nicht per Ferndiagnose.
O.Struve www.bau-st.de



Kann aus einem feuchten Keller ein Kinderzimmer werden? Ich sehe kein Problem, wenn es richtig gemacht wird.


Kann aus einem feuchten Keller ein Kinderzimmer werden? Ich sehe kein Problem, wenn es richtig gemacht wird.

e.Mail: bromm@isarbautenschutz.com
14. Keller besser nutzen!
Abdichtungsarbeiten im Keller
Wenn Keller feucht sind ist es mit dem angenehmen und gesunden Wohnklima vorbei.
Der Modergeruch verbreitet sich im Haus, die Wände und der Boden fangen an zu schimmeln, das Werkzeug und andere Materialien aus Eisen fangen an zu rosten.
Die Wärmedämmung nimmt mit zunehmender Feuchte sehr schnell ab.
Weil nun dies alles dazu beiträgt, dass die Schimmelpilze vermehrt wachsen, wird sicherlich auch noch falsch gelüftet, d.h. in der Regel zu lange. Dies deswegen, weil eben dieser Modergeruch aus dem Keller entfernt werden soll. Auch das hat jedoch verhängnisvolle Folgen.
Die Nutzung ist somit sehr stark eingeschränkt.
An den Wänden zeigen sich Feuchteschäden und Ausblühungen. Es kommt zu Farbabplatzungen an den Oberflächen und zum Teil werden auch die Putze geschädigt. Das Wasser läuft die Wände entlang, der Belag auf dem Boden fängt an zu faulen.
Dies bedeutet jedoch auch gleichzeitig eine Verschlechterung der Wärmedämmung. Häufig wirken beim Auftreten solcher Feuchtigkeitsschäden auch verschiedene Ursachen zusammen.
Wie vermeidet man solche Schäden und Durchfeuchtungen?
Es müsse einige Punkte beachtet werden. Die Außenwände müssen beim Neubau gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von außen her geschützt sein, in der Regel geschieht dies durch Abdichtungen die in der Norm 18195 und 18336 erwähnt werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe Merkblätter und Regelwerke von Firmen die spezielle Produkte und Lösungen dafür anbieten.
Beim Altbau ist jedoch auch aus Kostengründen eine Abdichtung von innen möglich und in der Regel einer Außenabdichtung aus Kostengründen vorzuziehen. Überwiegend ist es sowieso nur Kondenswasser, das die Oberflächen schädigt.
Die Kellerwände kühlen bei Feuchteschäden stärker aus, außerdem ist darauf zu achten, dass an der Außenseite eine Wärmedämmung in ausreichender Form notwendig ist. Bei Hanglagen ist das Wasser durch Drainagen abzuführen. Auch hierfür gibt es für den Neubau Normen z.B. DIN 4108 u. 4095 sowie 18308.
Im Altbaukeller ist auch die Überlegung wichtig, dass nichts zu faulen anfängt.
Wenn ein Holzboden vorhanden ist oder Holz bzw. Kartons gelagert sind (Regale etc.) kommt es sehr oft durch diese hohe Feuchte zu Fäulnisschäden und auch zur Bildung von Hausschwamm. An den Oberflächen der Wände lagern sich z. B. bauschädliche Salze an und nehmen ebenfalls vermehrt Wasser auf.
Fast jeder kennt die Effekte von Schwitzwasser.
Im Sommer beschlagen bei Gewitter oder sehr starken Regenfällen die Autoscheiben, beim Betreten eines Lokales beschlägt die Brille, oder eine Flasche beschlägt, wenn Sie aus dem Kühlschrank genommen wird. Alles Erscheinungen, die jeder kennt.
Dem Entstehen von Tauwasser und Schimmelpilzen auf der inneren Oberfläche von Außenwänden liegt ein einfacher physikalischer Vorgang zu Grunde. Warme Raumluft kühlt an kälteren Wandoberflächen soweit ab, dass der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf auf der Wand zu Wasser kondensiert. Dieses jedoch saugt die Oberfläche der Wand sofort auf und dadurch lässt man sich täuschen, man sieht nichts. Deswegen sollten insbesondere im Frühling und Sommer die Kellerfenster möglichst geschlossen bleiben.
Die Mauern bekommen eine "gute" Wärmeleitfähigkeit.
Dies kann jedoch durch eine innenliegende Abdichtung und eine innenliegende Wärmedämmung behoben werden. Dadurch wird auch das teure Aufgraben von außen nicht mehr notwendig.
Die inneren Wandoberflächen dürfen nicht soweit abkühlen, dass es bei normaler relativer Luftfeuchtigkeit von ca. 60 - 70 % zu Schwitzwasserbildung kommt.
Wenn die Wandoberflächen und der Boden den Anforderungen an die Wärmedämmung entsprechen, verändert sich dies jedoch sehr oft im Bereich der Kellerdecken die schlecht gedämmt sind. Es kommt im Bereich des Deckenauflagers von neuem zu Kondenswasserschäden.
Innenliegende „falsche“ Wärmedämmungen
Eine nicht unerhebliche Fehlerquelle ist es wenn Möbel, Schränke, Regale an der Außenwand stehen und somit eine Erwärmung der Wandoberflächen verhindern. Es wirkt genauso wie eine innenliegende Dämmung.
Heizen und Lüften
Des weiteren ist darauf zu achten, dass bei Kellerräumen die höherwertig genutzt werden die dement-sprechende Beheizung und Lüftungsmöglichkeit geschaffen werden muss. Ein Heizkörper im Keller ist meistens nicht ausreichend, erst recht nicht, wenn Möbel die Außenwände verstellen!
Messen der Feuchtigkeit
Woher weiß man nun, welche Feuchtebelastungen in den Räumen sind. Die einfachste Art ist die Messung mit einem Hygrometer. Hier sollte nicht gespart werden, sondern durchaus Geräte verwendet werden, die justiert werden können. Diese Geräte sind im Handel schon ab ca. 30€ zu erhalten. In Verbindung mit einem guten Thermometer können wir nun ein behagliches und gut funktionsfähiges Raumkli-ma durch Lüften bzw. Heizen herstellen.
Die Ursache muss gefunden und beseitigt werden
Feuchte und nasse Baustoffe haben wie vor schon erwähnt eine wesentlich schlechtere Wärmedämmung als trockene, deswegen ist vorab genau zu ermitteln, woher die Feuchte kommt. Wie vor beschrieben kann es sich um Kondenswasser, oder um Wasser von außen handeln. Am Schadensbild ist das jedoch nicht so leicht zu erkennen!
Nur wenn es sich um eine undichte Fuge handelt wird das Wasser irgendwann eindringen und als Wasserlacke am Boden sichtbar sein. Diese Undichtigkeiten kann man mit sehr dünnflüssigen Kunststoffen auf Epoxyd oder Polyurethanharzbasis auch von innen abdichten oder verpressen. Dies ist ein spezielles Ver-fahren was von Fachfirmen durchgeführt werden kann.
Eine Innenabdichtung
mit dem I-Bau - Saniersystem ©, d.h. Aufbringen einer dichten Noppenbahn an der Innenseite und dem anschließenden Verputzen mit Sanierputz bringt eine wesentliche Reduzierung der Feuchtebelastung im Keller. Ein Großteil der Feuchteabgabe erfolgt durch die Außenwand sowie die angrenzenden Zwischenwände.
In vielen Fällen, insbesondere bei Gebäuden aus Beton, ist somit ein Luftentfeuchter eine sinnvolle und ausreichende Maßnahme um die Luftfeuchte zu reduzieren. Diese Geräte (kosten je nach Leistung zwischen 300 bis 800 €) sind in der Lage und „ziehen“ aus einem normalen Keller, eines Ein- oder Zweifamilienhauses am Tag ohne weiteres 10 bis 30 Liter Wasser. Wie sollen dann wenige Tropfen eventuell eindringendes Wasser noch ein Problem darstellen?
© = im November 1998 beim Patentamt unter Nr.: 295 21 952.1 als Gebrauchsmuster einge¬tragen.
Weiterte Info: www.denkmal-pflege.de
Edmund Bromm