Keller tiefer legen - Fundament unterfüttern

05.01.2015 Guy



Hallo :)

Ich habe einen zu niedrigen Keller (~ 1,90 m), welchen ich gerne um 25 cm tiefer legen würde da die Betonbodenplatte komplett zerbröselt ist (war 3 cm Beton direkt auf Erdreich gegossen...). Der Keller ist nur ein einzelner Raum mit 5 x 3 Meter, ringsum ca. 20 cm Betonaußenwände. Darüber eine Stahlbetondecke und zwei Vollgeschosse.

Ich möchte unter dem Fundament in 3 Arbeitsschritten mehrere Abschnitte von jeweils ca. 1,7 Meter Breite 40 cm tief untergraben, das Fundament säubern, eine PE-Folie auslegen und dann einen C20/25 (der pupstrockene aus'm Micro-Mischwerk, keine Suppe) von Hand unterfüttern und mittels Hammer verdichten. Alles eine Woche härten lassen und gut wässern, dann die nächsten 30% untergraben usw.

Die Decke würde ich mit einigen Sprießen abfangen um etwas Gewicht vom Fundament zu nehmen.

Danach möchte ich den restlichen Raum ausschachten bis auf Fundamentunterkante, Sauberkeitsschicht, bisschen Dämmung (4 cm) und 10 cm Betonboden bis an's Fundament gegossen - fertig.

Allerdings ist der Boden ziemlich sandig... und manchmal kommt auch das Grundwasser bei Hochwasser in den Keller gedrückt (klar, ohne Bodenplatte...).

Kann ich das so machen oder übersehe ich etwas?

Für konstruktive Antworten bedanke ich mich im Voraus! :)



Bild



Bild2



Wie tief



geht denn das Fundament unter der Bodenplatte?
Bitte eine Probeschachtung machen!

Das kompette Fundament, auch abschittsweise, zu untergraben halte ich für eine ziemlich schlechte Idee.

Grüße, Gerhard



Keller tiefer legen



Ich habe bei mir vorJahren ein Gebäudeteil ( Stall mit Obergeschoß) von 1910 komplett unterkellert.
Vorhanden waren Stampfbetonfundamente 80 cm tief, ca 40 cm breit, Raumgröße ca 25 qm, Lehmboden.
Ich habe dazu jede Ecke in ca 80 cm Breite und 270 cm Tiefe, von Oberkante Boden aus gemessen, ausgegraben bis unter die bestehenden Fundamente, bisheriges Fundament nach innen schräg abgestemmt, Schalung hergestellt, innen- und außenseitig Matten eingestellt dann von Hand relativ dünnflüssigen Beton 1:4 eingefüllt oben mit schräger Einlauföffnung.
Nach der ersten Ecke die diagonal gegenüberliegende gegossen, dann die 3. und als letztes wieder die diagonal gegenüber liegende.
Durch Handausschachtung und Schalungsherstellung ergaben sich genügend lange Abbindungszeiten für den Beton.
Danach von jeder Ecke aus ca 150 bis 170 cm breite Bereiche neben den Ecken ausgegraben und betoniert.
Nach den Wänden den Boden gegossen knapp 20 cm dick.
Dann in Höhe Erdgeschoßboden Schlitze und Löcher in die Wände gestemmt und die Kellerdecke betoniert.

Vorher konnte die genaue Vorgehensweise vom Statiker nicht angegeben werden wegen unbekannten Boden- und Bauerhältnissen, habe ich daher nach eigener Vorstellung gemacht.
Hinterher wurde alles nachgerechnet und für eher überdimensioniert befunden.
Risse etc gab es keine und ist bis jetzt schadensfreier und trocken.
Bei dir würde ich die bestehenden Betonwände jeweils in Teilbereichen zuerst nach innen schräg abstemmen, Einlaufkanal für Beton schräg nach oben ausstemmen, dann untergraben, danach mit Hochdruckreiniger gut säubern, Schalung nach innen herstellen mögl mit Dichtungsstreifen zur Abdichtung der späteren Bodenplatte(vgl weißer Wanne)
Dann dasselbe bei einem gegenüberliegende Bereich, um dem Beton Zeit zum Abbinden zu geben.
Besser wird es sein dünnflüssigen Beton zu nehmen mit hohem Zementgehalt, ggf Dichtungsmittel, um eine bessere Verbindung mit dem Altbeton zu bekommen.
Stampfbeton ist zwar sehr druckfest aber kaum wasserdicht zu bekommen.
Die seitlichen Bereiche würde ich nicht Schalen, also hier gegen die Erde betonieren- nur vorher gut säubern- das gibt eine bessere Verbindung der Betonabschnitte als bei glatter Schalung( außer evt mit zusätzlicher Abdichtung u ggf Armierung , was aber noch mehr Aufwand ist.

Bodenplatte aber in guter, wasserdichter Betonqualität machen.
Evt vorher Schotter unterlegen und ggf Abpumpmöglichkeit schaffen- je nach Wasseranfall und Grundwasserstand.

Georg Böttcher hat da sicher noch ergänzende Tipps, falls er nicht eh davon abrät es selbst zu machen oder ganz andere Vorschläge hat.

Andreas Teich



....



Also erstmal: Andreas, meinen Respekt für die Arbeit und Leistung, einen Raum auf diese Art nachträglich zu unterkellern - ich habe so eine ungefähre Vorstellung davon, was das für eine eine Sauarbeit gewesen sein muss! :)

Allerdings verstehe ich den Nutzen der schrägen Stützen nicht? Welche Last sollte damit abgefangen werden? Wenn die gegen die seitlichen Kräfte durch das äußere Erdreich helfen sollen, lege ich doch lieber ein Kantholz vor die Wände und drücke mit Sprießen die gegenüberliegenden Wände auseinander...? Aber wenn nur 1,7 Meter unterbuddelt werden... ist das nicht unnütz?

Das mit dem schrägen Abstemmen der Fundamente ist ne super Idee, so kann ich auch die Verbindung mit dem alten Beton optisch kontrollieren und nen Flaschrüttler verwenden - das klingt nach erheblich weniger Bücken und Schuften als meine angedachte Stampf-Methode. Danke! Super Tipp!

Welche Beton Körnung hast Du denn verwendet? 8er, 16er?

Das mit dem Dichtungsstreifen verstehe ich leider auch nicht - wo soll der sitzen und aus welchem Material? Meinst Du nen umlaufenden Gummistreifen, welcher Fundament von Bodenplatte trennt (quasi wie ein Randdämmstreifen)?

Die Betonwand ist aber eh schon immer etwas feucht... zuviel Sorge vor etwas Feuchte mache ich mir da nicht mehr ;-)

Auf dem Betonboden (10 cm) würde ich einfach eine Dichtschlämme innen schmieren - sollte eigentlich auch 95% dicht sein. Wenn der WU-Beton nicht so viel teurer ist, lasse ich natürlich den liefern. Nur wenn das Wasser durch's Fenster kommt, bringt auch der dichteste Boden nix... für den Hochwasserfall gibt es zusätzlich sowieso eine kleine Grube mit Pumpe... ich glaube, ich lagere meine Hifi-Anlage einfach nicht im Keller ;-)

Gruß,
Rainer



Fundament unterbetonieren



Hallo Rainer
Ja war eine Sauarbeit.Nächstes Mal würde ich einen Bagger nehmen oder zumindest ein Förderband.
Das Fundament würde ich nur relativ schwach schräg abstemmen, aber über die volle Länge.
Dann aber im Abstand von etwa 120 cm noch ca 45 Grad nach unten schräge Einlaufkanäle in den Beton einstemmen, ca 10-15 cm breit, sodaß du mit dem Rüttler gut reinkommst und für den Beton eine schräge Platte mit Seitenwänden bauen um den leichter einfüllen zu können.

Bei größeren Betonmengen ist's schneller wenn der oberste Rand der Schalung erst geschlossen wird wenn bis hierhin aufgefüllt wurde und dann erst durch die kleinen Einlaufkanäle einfüllen.

Ich meinte keine diagonale Abstützung, sondern die Fundamentabschnitte jeweils diagonal gegenüber zu betonieren, damit ein größerer Abstand zwischen den zu betonierenden Wänden besteht.
Das spart Wartezeit .
Bei größeren Wandstärken und wenn du nur so eine geringe Wandhöhe hast, muß sicher keine Matte eingelegt werden, sodaß du mit 16 er Körnung gut zurechtkommst, evt auch 32 er, ist aber bei kleinen Einfüllöffnungen schwieriger.

Dichtungsstreifen müßte, wenn man sie denn verwenden will, mittig in Höhe der Bodenplatte eingelegt werden.
Bei 10 cm Bodenplatte also etwa 5 cm über der Unterkante der Wand .
Du mußt dann aber ein schmales Schalungsbrett unter den Dichtstreifen setzen- die Schalung also für den Dichtungsstreifen in der Höhe unterbrechen.
Analog wie es bei Weißen Wannen gemacht wird- hier aber zuerst in die Bodenplatte und die Wände darauf gießen.

Also KEINE Trennung zwischen Bodenplatte und Wand wie bei Estrichrandstreifen.
Bei sehr hohem Wasserstand wäre eine stärkere armierte Bodenplatte evt sinnvoll, die etwas in die Wände einbetoniert und mit diesen verbunden wird.
Sonst könnte dir bei Überschwemmung passieren, daß die Bodenplatte aufschwimmt.
Es sind schon komplette Gebäude aufgeschwommen!

Oder bewußt unter Wasser setzen, um dies zu vermeiden.

Zur Abdichtung kannst du auch Bentonitstreifen auf die Wand Kleben bevor du die Bodenplatte betonierst- die entwickeln bei Feuchtigkeitsaufnahme einen sehr hohen Quelldruck , sodaß sie mehrere Meter hohe Wasserdrücke abdichten.
Die nehme ich auch zur Abdichtung von unserem Außenpool, der in Teilbereichen gegen das Hausfundament betoniert wird.
Die sind nicht so teuer- kann ich dir evt schicken lassen, gib mir deine Emailadresse und wieviel Meter Wand du hast dann melde ich mich.

Auf jeden Fall Dichtbeton nehmen wenn du Feuchtigkeit von außen reduzieren willst- Dichtungsschlämmen bringen primär etwas gegen Feuchtigkeit von innen und sind bei Wasserdruck unter der Bodenplatte nicht so sinnvoll.
Viel Erfolg
Andreas Teich



Was soll die PE Folie für einen Sinn ergeben?



Und wo soll diese verlegt werden?
Und da der Keller wegen eindringenden Wasser sowieso feucht bleiben wird - lohnt da dieser Aufwand???
Dicht wird dieser Keller sowieso nicht!