Schlammloch nach Grundwasser-Flut im ausgehobenen Keller

13.03.2007 oGGo



Hallo.

Wir haben uns Ende des letzten Jahres dazu entschieden eine Scheune aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts zum Wohnhaus umzubauen.

Als einen der ersten Arbeitsschritte haben wir im Keller dem gewachsenen Lehmboden ausgeschachtet, um eine Innendrainage (hoher Grundwasserspiegel) und eine Platte aus Beton einzubringen.

Zu unserem Pech fing es während den Baggerarbeiten an fast eine Woche unentwegt zu regnen.
Folge: In unserem Keller bildete sich ein wunderschöner Naturteich mit ca. 25 cm Wasserstand.

Nachdem wir das Wasser mit einer Pumpe entfernt hatten, habe ich mich an die Arbeit gemacht die Ränder (nach dem Baggern) mit dem Spaten abzustechen.
Das waren zwei Tage voller Fluchen, da ich bei jedem Schritt fast die Stiefel verloren habe. Ausserdem macht es keine Freude den furchtbar schweren Lehmboden zu schippen. Eine furchtbare Arbeit einfach.

Nun habe ich beim Gehen im ehemaligen ´Teichbett´ den Boden dermaßen aufgelockert, so dass man fast 20 cm einsinkt. Somit kann man nichtmehr von einem gewachsenen Boden als stabilen Grund für eine anschließende Betonplatte ansehen.

Was können wir jetzt tun?

Das Wasser läuft nicht ab, versickert nicht, und auf das zu dieser Jahreszeit recht langsame Verdunsten können wir nicht warten, da wir die Betonplatte als Stützgrund für das anschließende Erneuern der Fachwerkwand benötigen.

Meine Idee wäre jetzt gewesen, den schlammigen Erdanteil etwas abzutragen und dann schon unter das Geovlies eine Kiesschicht einzubringen, die zusamen mit der Erde verdichtet werden kann. Immerhin befindet sich unter der 15-20cm dicken Schlammschicht ein wunderbar fester Lehmboden. Nur befürchte ich bei den weiteren Arbeiten diese feste Schicht wieder schlammig zu machen.

Ich bin über jeden Rat dankbar.


Mit freundlichem Gruß

Marco Thomas



Schlammloch nach Grundwasser



Meine erste Frage,
wenn es um Schachtarbeiten in Kellern usw. geht, ist immer die nach einem Baugrundgutachten oder zumindest nach ein paar gesicherten Erkenntnissen zur anstehenden Schichtenfolge und zu den hydrologischen Verhältnissen. Ohne solche Angaben sind keine seriösen Vorschläge und Empfehlungen abzugeben. Das Minimum sind Informationen über die anstehende Schichtung im Keller (leicht, mittel, ausgeprägt plastisch, Schluff- und Feinsandanteil) und die Wasserverhältnisse vor Beginn der Buddelei (war der Keller gar nicht, nur selten oder immer nass?). Vielleicht habt Ihr eine wasserführende Schichtung angeschnitten, als Ihr den Keller vertieft habt?
Über Maßnahmen zur Trockenlegung kann ich nur orakeln. Den Keller selbst Abdichten zu wollen fällt schon aus finanzieller Sicht weg und wäre wohl auch mehr ein Glücksspiel.
Die Schichten- und Tagwässer außen zu fassen, ist ohne Kenntnis der o.g. Gegebenheiten nicht ratsam, so können dadurch auch Gebäudeschäden entstehen.
Bleibt nur die Ableitung von eindringendem Wasser, wenn es nicht zuviel bzw. zu häufig eindringt, da sonst auch Gebäudeschäden auftreten können. Das kann man nach unten über einen Schluckbrunnen in einen eventuell darunter liegenden weiteren Grundwasserleiter bewerkstelligen, aber nur, wenn die Schichtenabfolge und die hydrologischen Verhältnisse dies zulassen. Bei einer artesischen Schichtung kann man sonst sein wässriges Wunder erleben!
Das Einfachste wäre folgende Vorgehensweise für den Fall, das Wasser nur temporär und in mäßigen Mengen anfällt sowie kein Schluff eingespült wird:

Kies einbauen und verdichten bis zur ursprünglichen Höhe des Fußbodens,
Pumpensumpf anlegen,
Gehwegplatten mörtellos in den Kies packen,
Weinregale aufstellen.

Viele Grüße
Georg Böttcher