Nassen Gewölbekeller trocken legen oder nicht nötig?




Hallo,
wir überlegen, ein Fachwerkhaus (Bj. 1832) mit einem tollen Gewölbekeller zu kaufen, sind uns aber unsicher, ob die Nässe in den Kellerräumen arg schlimm sind und evtl. Auswirkungen auf das Fundament haben können. Das Haus steht an einem Hang und bei Regen schwemmt es regelrecht am Boden lang. Die Maklerin meinte, bei Bruchstein wäre das nicht schlimm, man könnte den Keller quasi auch feucht lassen und wenn man die Räume trocken(er) bekommen möchte, solle man mit Kies aufschütten und obenauf Sandsteine legen. Für eure Meinungen wären wir dankbar! Katrin und Carsten



Na ja...



... immerhin steht das Haus ja schon ne Weile ... :-)

Prüfen Sie auf jeden Fall. ob die Holzkonstruktion/Fachwerk noch in Ordnung ist.

Grüße Annette



Nässe im Keller



Guten Morgen,

die Maklerin will verkaufen, Sie wollen drin leben.
Wenn die Sache schon seit Anbeginn so ist, dann hat sich ein stabiles Gleichgewicht eingestellt: die Standsicherheit ist dadurch nicht beeinträchtigt. In Ihrem Fall könnte sich allerdings eine Außenabdichtung mit hangseitiger Drainage als sinnvoll erweisen.
In jedem Fall ist vorher zu klären, woher das Wasser kommt:
- Hangwasser bei Regen als Oberflächenwasser (kann oberflächig abgeführt werden)
- Hangwasser bei und nach Regen als nichtdrückendes Wasser
(dagegen hilft Abdichtung und Drainage)
- "Qualmwasser" z.B. nach Hochwasser eines nahen Flusses als drückendes Wasser.
- Steigender Grundwasserspiegel (drückendes Wasser).

Je nach Ursache kämen andere Verfahren zum Einsatz, buw. man würde die Finger davon lassen.

Ich rate Ihnen deshalb, einen ortsansässigen Architekten zu bitten, sich die Sache mal anzusehen.

mit freundlichem Gruß



Nasser Gewölbekeller



Dag ok. Der von Dietmar Beckmann aufgezeigte Lösungsvorschlag ist meiner Meinung i.O. Nachdenklich stimmt mich allerdings der Vorschlag der Maklerin, den Keller durch Kies und Sandsteinplatten trocken zu bekommen. Abgesehen von Verlust an Raumhöhe und Kosten fallen mir keine Konsequenzen dazu ein. Meine Großmutter meinte auch, " Junge, mach soviel Knoten in einen Bindfaden wie Warzen sind und lege diesen in die Dachrinne. Ist der Bindfaden verottet sind auch die Warzen weg". Die Warzen sind seit vierzig Jahren weg, wetten das der Bindfaden noch in der Dachrinne liegt? Will sagen, solch ein Humbug ist auch der "Ratschlag" der Maklerin. Na den man to.



Gewölbekeller



Vor allen Dingen ist, plant man den Keller von außen auszugraben ein Statiker hinzuzuziehen, denn je nach Bauart stützen sich die Gewölbe am umliegenden gewachsenen Erdreich ab. Wer hier gräbt riskiert nicht nur die Standfestigkeit des Gebäudes.