Luftfeuchtigkeit in unserem Keller

30.09.2011



Ein herzliches Hallo an Alle in diesem Forum!

Ich bin neu hier und habe auch gleich eine Frage zum Thema Luftfeuchtigkeit im Keller.

Unser Haus ist jetzt vier Jahre alt und eigentlich ganz solide gebaut. Ueber unseren Keller bin ich jedoch noch etwas ungluecklich. Die Luftfeuchtigkeit ist einfach zu hoch (im Sommer manchmal 75% im Winter manchmal 60%, meistens um die 70%). Ich weiss inzwischen, dass das ein typisches Keller-Problem ist und mit Kondensation von warmer Luft an kalten Oberflaechen zu tun hat.

Dennoch habe ich konkrete Fragen:

Unser Keller ist so aufgebaut:
Die Kellerwaende sind (wie das ganze Haus) aus Poroton gebaut. Verbaut wurde damals ein neuartiger 30er Poroton-Stein mit gleichen Waermeleiteigenschaften wie ein herkoemmlicher 36er Stein. Es wurde sorgfaeltig zum Erdreich gegen stauende Naesse abgedichtet. Darauf kam noch Perimeterdaemmung von 2cm Dicke (ich weiss, ist ein Witz, sollte wohl auch mehr ein Schutz sein. Die Bodenplatte ist 30cm dick und aus WU-Beton. Unter der Bodenplatte ist eine Noppenbahnschicht. Der Keller sitzt sehr tief in lehmhaltigem Boden, der ja immer etwas feucht ist. Die Bodenplatte ist nach innen noch "nackig" - wahrscheinlich (hoffentlich!) der Grund fuer die hohe Luffeuchtigkeit. Die Kellerwaende haben meines Erachtens eine ausreichende Waermedaemmeigenschaft.

Ich habe nun vor, die Bodenplatte von innen abzudichten und zu daemmen (konnten wir uns damals nicht gleich leisten).
Ich plane nun folgendes:

- Abdichtung der gesamten Bodenplatte von innen mit "Katja Sprint" Abdichtungsbahnen
- darauf 8cm Daemmung
- darauf 5cm Anhydritestrich

Ich gehe davon aus, dass das Raumklima im Keller dann besser wird, da feuchte, warme Luft nicht mehr so stark am kalten Boden kondensieren kann. Die Katja Abdichtungsbahn soll zusaetzlich eine Diffusion von Feuchtigkeit von unten durch den Beton in den Keller verhindern, falls das in meinem Fall ueberhaupt eine Rolle spielt, sicher ist sicher.

Jetzt die Fragen:
Kann jemand von Euch abschaetzen welchen Effekt meine Massnahmen haben werden? Kann man abschaetzen wie stark sich die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit im Keller dadurch reduzieren laesst?

Ich habe auch schon ueberlegt, gleich eine Fussbodenheizung in den Estrich zu legen um damit den Keller-Boden immer etwas ueber Raumtemperatur zu halten, vor allem im Sommer.
Ich bin mir nur nicht sicher, ob das soviel bringt wie es Aufwand ist. Ich koennte mir jedoch vorstellen, dass sich damit die Kondensationsproblematik nochmal erheblich reduzieren laesst. Hat jemand damit Erfahrung?

Ich bin Euch sehr dankbar fuer Eure Hilfe.
und verbleibe mit freundlichen Gruessen
Frankie





Die Frage ist erstmal wie der Keller genutzt wird, jetzt und später.

Grüße
Oliver Struve





Ich gehe davon aus, dass es kein Kondenswasser gibt und der Taupunkt also noch nirgendwo unterschritten wurde. Kondensation liegt erst dann vor, wenn es sich um Wasser handelt, wenn also Gegenstände feucht oder nass werden (wie die Bierflasche aus dem Kühlschrank).
Wenn sich wasserdampfhaltige Luft abkühlt, erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit, bevor es zur Kondensation kommt.
Insofern sind diese Werte der relativen Feuchte für einen Neubau-Keller normal, weil im Sommer ja die Aussenluft immer wärmer ist als der Keller. Solange man keine hochwertigen Holzmusikinstrumente lagert, dürfte es auch nicht zu Schäden kommen.
Eine künstliche Absenkung der Luftfeuchtigkeit drängt sich nur auf, wenn eine Nutzung beabsichtigt wird, die das erfordert.



statt



Anhydrit würde ich Zementestrich nehmen. Über die Dämmung kommt ebenfalls eine Folie, Randdämmstreifen !!



Vielen Dank fuer Eure Reaktionen.



Zur geplanten Nutzung meines Kellers:

Was mir am meisten Kopfscherzen bereitet: Ich moechte mir in einem Raum ein Tonstudion einrichten. Von daher sollen sehr wohl hochwertige elektionische Instrumente dort stehen. Die anderen Raeume sollen als Werkstatt- bzw Lagerraeume (Fahrraeder etc) genutzt werden.

Wie gesagt, geht an Sommertagen die Luftfeuchtigkeit meinem Keller oft auf ueber 75%. Das kann weder gut fuer eletronische Geraete noch fuer Werkzeug in der Werkstatt sein.

Kondensation gibt es nicht, da habe ich mich vielleicht etwas unklar ausgedrueckt. Man merkt jedoch nach einigen heissen Sommertagen einen gewissen muffigen Geruch im Keller. Das moechte ich auf keinen Fall haben!

Wie gesagt ist die Bodenplatte noch unbeschichtet und umgeben von wahrscheinlich feuchtem, lemhaltigen Boden. (Grundwasser ist keine Problem - zum Glueck!) Koennte es eine gewisse Diffusion von Feuchtigkeit von unten durch die WU-Betonplatte geben? Oder ist das so gut wie ausgeschlossen?
Ich frage mich auch, was ich mit der von mir beschriebenen Daemmung des Fussbodens letztendlich erreichen kann.
Wuerde es sich ausserdem lohnen eine Fussbodenheizung wenigstens im Raum fuer das Tonstudion einzuplanen und waehrend der Hitzeperioden den Fussboden leicht zu beheizen um so die Luftfeuchtigkeit zu senken?

Vielleicht gibt es ja clevere (bezahlbare) Loesungen.

Vielen Dank fuer Eure Tipps
Frankie



P.S.
An Olaf aus Sachsen: an Betonestrich statt Anhydrit habe ich auch schon gedacht. Laesst sich bloss etwas umstaendlicher einbringen.
Nehmen wir an, es wird nie nass im Keller, welche Vorteile hat Betonestrich noch?





"Kondensation gibt es nicht, da habe ich mich vielleicht etwas unklar ausgedrueckt"

Da wäre ich mir nicht so sicher, vor allem dann auch während der Nutzung als ein solches Studio.
Da wird durch agierende Musiker zusätzlich eine nicht unerheblich Menge an Feuchte eingetragen.

Grüße



hochwertige Kellernutzung



Sie brauchen unbedingt eine leistungsfähige Lüftungs- und Heizungsanlage, am besten über einen Feuchte/Temperatursensor angesteuert.

Viele Grüße



zementestrich



ist ein sicherer Grund für Fliesen und andere Beläge, Anhydrit braucht zu lange zum Austrocknen. Außerdem lässt es sich nur mit einer Pumpe einbauen, Zementestrich kann vor Ort hergestellt und mit Hand oder Pumpe eingebaut werden. Alledrdings läuft er nicht von allein waagerecht breit (Ausnahme Spezialmörtel). Und wenn es doch feucht wird, dann ist er allemal besser ....





Wie hoch ist im Vergleich die Luftfeuchtigkeit im Geschoss darüber?
Wie wird der Keller gelüftet?

Ich halte 75 % rel. Luftfeuchte "gefühlt" zu viel für ein vier Jahre altes Haus. Kondensation würde ich keinesfalls ausschließen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Die Luftfeuchtigkeit im Stockwerk darueber schwank mit der Aussen-Luftfeuchtigkeit, ist aber oft auch so hoch wie unten im Keller. Heut war die rel. Luftfeuchtigeit im Geschoss darueber 74%). Aber nur im Keller bildet sich diese muffige Geruch. Ich vermute, weil die Luftbewegung hier fehlt. Jeder Kellerraum hat nur ein relativ kleines Fenster. Die vier Fenster mache ich fast jeden Tag mal kurz auf (wenn es draussen kaelter ist als im Keller).

Ich frage mich of es sich lohnt eine Fussbodenheizung im Keller einzubauen. Oder besser ein Belueftungssystem?
Noch kann ich das machen, der Fussboden ist noch nackig.

Beste Gruesse
Frankie



Moin Frankie,



eine andere Möglichkeit wäre, sich einen Kondenstrockner zu mieten, den mal 14 Tage laufen zu lassen und danach zu schauen, ob der Keller danach wieder so feucht wird.

Ein Keller ist von seiner Lage unter der Erde her erstmal suboptimal für einen trockenen Nutzraum.

Wann Beton in der Stärke in einem Keller seine "Einbringfeuchte" an den Innenraum komplett abgegeben hat, also nicht mehr zur Raumfeuchte beiträgt kann ich dir leider nicht sagen.

Am Ende läuft's doch auf FB-Heizung + Lüftungsanlage hinaus...

Gruss, Boris



Tatsächlich:



Soweit Feuchteeintrag durch Boden und Wände ausgeschlossen ist und die Dämmung stimmt:

Heizen und Lüften.

Grüße

Thomas



Sensorgesteuerte Zwangslüftung



Hallo
eine bewährtes effektives energiesparendes System wird über Temperatur, Zeit und die Regelgröße „absolute Luftfeuchte“ in Gramm Wasser je m3 Luft geführt. Der Luftzustand, im zu belüftenden Raum und der Zuluft, wird somit in absoluten Werten, also beispielweise 8 Gramm Außen mit 12 Gramm Innen, verglichen. Ist die Zuluft trockener, erfolgt eine zyklische Belüftung. Der Ventilator sollte in ca. 10 – 20 Minuten ca. 50% der feuchten Luft nach draußen ziehen. Die Zeiten sind am Steuergerät mit Drehregler einstellbar. Ein elektrischer Fensteröffner läßt die trockene Luft einsträmenund ist auch manuell zu öffnen. Nach einer Ruhezeit von z. B. 30 Minuten wird erneut gemessen und das System entscheidet auf physikalisch richtiger Grundlage: Lüftung ja oder nein.
Grenzwerte für Temperatur und relative Luftfeuchte können in Stufen gesetzt werden um möglichst energiesparend zu Lüften und um Frostschutz zu gewährleisten. Mit dieser Vorgehensweise erreicht man in unbeheizten Kellergeschossen auch im Winter Temperaturen von ca. 15 – 20 °C. ohne zuzuheizen.

Die Systematik, Steuerung und Software bewirkt unter Nutzung der natürlichen Klimaschwankungen, jedoch auch in Abhängigkeit dieser, eine relativ kurzfristige Klimaverbesserung und eine langfristige Trockenhaltung. Die Klimaregulierung über die physikalisch korrekte Regelgröße (Siehe Mollierdiagramm), absolute Luftfeuchte in Gramm Wasser je Kubikmeter Luft, hat sich seit Jahren bei verschiedensten Problemstellungen bewährt. Mit dem neuen Absolutfeuchteregler (www.drytec.org) kommen Sie in den Genuss einer Technik, welche sich als sensorgesteuerte Zwangslüftung im professionellen Bereich bewährt hat.



Alles schön und gut, aber:



Das da stimmt ja wohl nicht:

"Mit dieser Vorgehensweise erreicht man in unbeheizten Kellergeschossen auch im Winter Temperaturen von ca. 15 – 20 °C. ohne zuzuheizen."

Wenn's draußen friert, können Sie nur durch Lüften keine 15-20 Grad bekommen.

Grüße

Thomas





Die 15 - 20 Grad im unbeheizten Keller mit dem oben beschriebenen Zwangslüftungssystem sind vermutlich möglich in einem Haus mit Aussendämmung nach neuestem Standard, aber sicher nicht im Altbau mit Bruchsteinmauern auf Streifenfundamenten. Ob in diesem günstigsten Falle das Problem überhaupt auftritt, dessentwegen man eine solche Steuerung installieren würde, ist eine andere Frage.

Der Ansatz, die Lüftung über die absolute Luftfeuchte zu steuern, ist richtig. Messtechnisch ist die zuverlässige Ermittlung der absoluten Luftfeuchtigkeit über längere Zeiträume eine technische Herausforderung; mich würde interessieren, wie die das machen. Das geht eigentlich nur über Infrarot-Spektrometrie, was doch extrem aufwendig wäre. Vermutlich wird die relative Luftfeuchte und die Lufttemperatur gemessen und mit Tabellen auf absolute Luftfeuchtigkeit umgerechnet.



@Werner Hein:



Nix gegen Beiträge von Unternehmen, aber wenn Sie schon Inhaber der Firma sind, deren Produkte Sie hier anpreisen, dann geben Sie sich doch auch als solcher zu erkennen.

Alles andere ist schlicht Schleichwerbung und hat hier nichts zu suchen.

Gruss, B.Webler



@ Jens



Trotz Dämmung 1000%ig - woher soll die Wärme kommen? Es ist doch wohl davon auszugehen, daß ein unbeheizter Keller thermisch sauber vom Wohnraum getrennt ist.

In meinem Sandstein-Gewölbekeller komme ich Winters kaum über 5 Grad - ohne Lüften.

Grüße

Thomas