Kein Fachwerkhaus, aber Rat bezüglich gekalkter Fassade gesucht.




Hallo Leute! Ich bin Markus und Wohne in Tirol nahe Innsbruck.
Ich hab zwar kein Fachwerkhaus,bin aber Besizer eines Massivhauses das ein Erbstück ist und von meinen Uropa erbaut, an meinen Opa weitergereicht worden ist, das Haus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg (Bj.1948-1958) gebaut.
Details zum Haus: Keller in Beton ausgeführt,Erste und Zweite Etage wurden in Ziegelbauweise aus Überbrannten Ziegeln hergestellt, alle Ziegeln dürften wohl schon ein oder zwei mal in einen Haus verbaut worden sein, da diese von einem Sammelplatz für Baustoffe und Ziegeln aus Zerbombten Häusern nach dem Zweiten Weltkrieg in Innsbruck
dort gesammelt und gelagert wurden und an Häuselbauern dort abgegeben wurden.
Der Grund warum ich mich hier angemeldet habe ist weil nun mal hier viele sind die Fachwerkhäuser haben und sich auch mit Alten und Traditionellen Baustoffen auskennen.
Ich möchte meine Fassade streichen,nach eingehender untersuchung meiner Fassade die mit rauhen Wurfputz hergestellt worden ist und bis auf wenige Schadstellen aufgrund eines Wasserschdens immer noch intakt ist,wurde offensichtlich mit Kalkputz hergestellt.Ein Abschlagen eines Probestückes von der Fassade und Aufösen in Essig ergab das der Putz Kalk enthält da sich das Stück binnen 10 Minuten sich komplett in seine Bestandteile auflöst.Kalkstücke zwischen den feinen Sand und etwas gröberen Kies sieht man, die sich im Probestück auch aufgelöst haben und kurzerhand nur mehr der Putzsand und Kies nach 20 Minuten im Essig vorhanden ist ,der Rest hat sich weiß Sprudelnd aufgelöst.
Der Anstrich wurde mit Kalk durchgeführt den ich nun wieder mit Kalk anstreichen möchte da das Haus wohl einen neuen Anstrich vertragen könnte.Nach einen Smalltalk mit einen Malermeister wurde mir jedoch abgeraten mit Kalk zu streichen,und geraten eine (wohlgemerkt sündhaft teure)Silikatfarbe zu nehmen und davor einen Tiefengrund zu streichen.

Was hält ihr von dieser Aussage des Malermeisters? Nach Recherchen im Internet wurde davor abgeraten eine Kalkfassade mit Silikatfarbe und vorher mit Tiefengrund zu Streichen da sie abblättern wird und oder der von mir vermutete Kalkputz auf kurz oder lange Erhärten und Abbröckeln wird.
Welchen Rat könnt ihr mir geben? Bin ich auf den guten Weg mit selbstgemischter Sumpfkalkfarbe das Haus erneut zu streichen oder kann man dem Malermeister glauben und eine Silikatfarbe nehmen ?



Kalkfarbe



Hallo Markus,

In deinem Fall wäre Kalkfarbe sicher die bessere Lösung als Silikatfarbe, da diese mehr Spannung aufbaut, was tatsächlich zum Abplatzen führen könnte.
Besser gute Kalkfarbe nehmen(z.B. bei 'Kreidezeit' nachfragen)nur vorher gut annässen und anschließend feucht halten-z.B mit Folie abdecken.
Ansonsten sind Rein-Silikatfarben (ohne organische Bestandteile) auch sehr gut.Ich habe die bei meinem Haus von Bj 1910 auf einen ungestrichenen Rauhputz vor ca 15 Jahren aufgetragen und sieht noch einwandfrei aus.
Gruß von Andreas



Sumpfkalkversuche



Ich hab schon mal mit Sumpfkalk probiert und eigendlich recht gute Erfahrungen gemacht.
Ich hab mir einen im Baustoffhandel gekauft,der min. 3 Monate Gesumpft wurde,Lt. Datum der Herstellung auf den Kübel ist dieser wohl schon min.3 Jahre im Kübel.Er dürfte dann schon geeiget sein zum Streichen.Das Problem war schon das ich überhaupt einen Sumpfkalk herbekomme.Den Versand von Sumpfkalk oder Kalkprodukte werde ich wohl aus Kostengründen ausschließen,weil die meisten Hersteller von Sumpfkalkfarben in Deutschland sind und der Versand nach Österreich bald teurer wird als der Kübel Sumpfkalk selbst.
Ich vermute mal das ich um die 5 Kübel zu 20 Liter Kalk, Ergo ca. 100-120 Liter Farbe benötigen werde, ich werde damit die Fassade wieder wie neu ausieht min.3-4 mal Streichen und den letzte Anstrich blau mit Mineralpigmente Einfärben.
Der Zahn der Zeit hat an der Gekalkten Fassade genagt,und der letzte Antrich war vor ca. 35 -40 Jahren.
Versuche an der Wand mit Sumpfkalk Kompositionen habe ich schon gemacht.

Den Tip mit Reinsilikatfarben werde ich mir jedoch zu Herzen nehmen und mich mal umsehen und umhören. Danke für den Tip!



Das



Haus meiner Eltern (Bauernhaus Bj. 1879) ist mit Silikatfarbe gestrichen (von einem der bekannten österreichischen Farbenhersteller, ich weiß nicht mehr welchem) und zwar ziemlich sicher über diverse Altanstriche. Seit gut 20 Jahren problemlos! Sogar die Farbreste (im Keller gelagert) sind noch brauchbar wie wir vor 2 Jahren bei Ausbesserungen festgestellt haben.

Sumpfkalk kriegt man mit etwas Suche bei Baustoffhändlern, Baumärkte sind eher die falsche Quelle.



Kalkfarbe selber machen



Man sollte nicht das System wechseln und eine Kalk- bzw. Kalkkaseinfarbe wieder verwenden, hier einige Rezepte: http://forum.derhausdoktor.net/#post2. Die Risiken mit Silikatfarben bestehen nicht nur in der höheren Oberflächenspannung. Bei menen ersten Versuchen hatten wir einen Kalk aus Österreich, leider habe ich die Firma vergessen, es ist schon viele Jahre her. Sie lieferte auch in 25 kg Gebinden und die würden ja für den Anstrich genügen. Sollten alle Stricke reißen. Ich verwende manchmal, wenn das Budget sehr knapp ist auch selbst eingesumpftes Weißkalkhydrat und es funktioniert auch. Nur ist mein erster Versuch erst einige Jahre her, so das ich über die Haltbarkeit noch nicht viel sagen kann. Wichtig ist die Oberfläche anzuschleifen, Fläche gut wässern, damit der neue Anstrich sich mit dem Untergrund besser verbinden kann.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



Heute Kalk gelöscht und eingesumpft



Ich hab mir heute ca. 30 Kg ungelöschten Fein Kalk eingelöscht und Sumpfkalk daraus gemacht, der nun für kleinere Sanierungsarbeiten am Aussenputz und in späterer Folge (in ca. 1- 2 Jahren)für den Kalkanstrich für das ganze Haus dienen soll.Morgen werde ich noch einen 70 Liter Mörtelkübel voll einlöschen.

Ich habe auch schon den passenden Sand gefunden der Höchstwarscheindlich der Sand war der auch für den Hausbau verwendet wurde.Es handelt sich um Innsbrucker Quarzphyllit der ca.50 Meter vom Haus weg in Sandform von sehr feiner bis groben Kies bis max.10mm Körnung vorliegt.Warscheindlich wurde auch ein sehr grober Splitt oder Kies für die rauhe Putzoberfläche beigemischt.
Der Quarzphyllit wird als Putz sehr haltbar und harmoniert gut mit den Kalk,im Gegensatz zu den recht feinen Sand den ich gestern auch mal Probiert habe.Ich werde also etwas Streusplitt kaufen und ev. mit dem Quarzphyllit und Sumpfkalk vermischen und an der Wetterseite die am Boden Schadstellen hat ausbessern und dann Feucht kalken.

Ich hab eine Rechnung gefunden über eine Lieferung Sand von der Nachbargemeinde aus den 1948er Jahren.Da ich weis das dort Sand an gewissen Stellen abgebaut wurde und
es sich zu 90% um den selben Sand handeln wird werde ich mir wohl einige Kübel voll Sand aus dem Wald für das Ausbessern des Putzes holen müssen :-)