Kastenfenster: ja oder nein? Bitte um Eure Erfahrungen



Hallo, ich bin neu hier im Forum, glaube aber, dass Ihr mir helfen könntet. :-)

Wir haben ein altes Fachwerkhaus erworben und wollten eigentlich originalgetreu Kastenfenster einbauen lassen. Ein zwar recht teurer Spaß, im Vergleich zu normalen Thermo-Sprossenfenstern aber das war es uns wert.

Nun haben wir aber von mehreren Personen erfahren, dass ihnen die Kastenfenster nach nur 2-3 Jahren weggegammelt wären. Es hätte sich immer Kondenswasser im Kasten abgesetzt und daher den Kasten in kürzester Zeit vermodern lassen.

Meine Frage an Euch: was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Hat vielleicht jmd Kastenfenster und Thermo-Sprossenfenster in einem Haus verbaut und kann direkt vergleichen?? Ich bin total verunsichert und da die Kastenfenster bei rund 20 neu zu machenden fenstern eine echte finanzielle Hausnummer wären, möchte ich dort kein Geld falsch ausgeben. Ich bitte um Eure Erfahrung. DANKE



Kastenfenster



ich kann diese Erfahrung nicht bestätigen. Wir haben unsere Kastenfenster seit nunmehr 1996 eingebaut und keinerlei Qualitätseinbußen oder Verrottungserscheinungen zu verzeichnen. Hinsichtlich welcher Parameter sollte ein Vergleich zu Thermofenstern erfolgen ?
Sicherlich spielt der eingesetzte Anstrich eine Rolle und die Umsetzung innen dichter als außen. Wir haben innen mit einer ölbasierten Naturharzfarbe gestrichen ( Hersteller weiß ich nicht mehr), außen mit schwedischer Leinölfarbe . Bei ganz kaltem Wetter beschlagen die äußeren Fenster, da wischt man morgens mit einem Wischtuch und fertig.
Was ich am meisten schätze ist, dass Reparaturen unkompliziert und preiswert möglich sind. Beim Neudecken des Daches sind 2 Scheiben zerschlagen worden, da habe ich neues Glas zugeschnitten und eingekittet und die Sache war vergessen. Wenn ich mir vorstelle, wenn das mit Thermoscheiben passiert wäre...



Auch keine schlechten Erfahrungen



Wir haben vor 10 Jahren Kastenfenster Restaurieren lassen und bis heute keinerlei Probleme. Wie schon vorher jemand geschrieben hat - außen keine Dichtung ist wichtig. Bei Starkregen und Sturm steht mal ne Pfütze Wasser im Rahmen - aber das hat noch nie Schäden verursacht. Unpraktisch ist lediglich, dass man im Winter oft keine Sicht hat, da die Scheiben beschlagen.



Kastenfenster



Meine ersten Kastenfenster sind zwar erst knapp 2 Jahre verbaut aber Kondensprobleme sind nicht aufgetaucht. Allerdings habe ich darauf geachtet, dass die inneren Flügel dichter sind, als die äußeren, denn das dürfte der Hauptauslöser für Kondenswasser zwischen den Flügeln sein.

Grundsätzlich können Kastenfenster nicht schlecht sein, sonst wären sie nicht so lange erfolgreich eingesetzt worden. Ich vermute eher, dass es daran liegt, dass man die Fenster nicht mehr so baut, wie sie früher gebaut wurden. Das kann zum einen daran liegen, dass Wissen über die Zeit verloren gegangen ist, oder aber an geänderten Voraussetzungen wie verfügbares Material.

Viele Grüße
Tilman



Das Bodenbrett im Kasten...



...sollte eine Wassermulde ausbilden. Und diese muss man bei Kondenswasserausfall auch trockenwischen.

Auch ich halte die Wahl des Anstrichmittels für sehr wichtig - wichtiger noch als beim normalen Fenster, da im Kasten nun mal Kondenswasser anfallen kann.

Baut man heute Kastenfenster, sollte überlegt werden, ob die inneren Flügel mit Isoglas bestückt werden können (ggf. ohne Sprossen). Sie brauchen jedenfalls eine funktionstüchtige Falzdichtung. Außen bringt man dann die schlankeren Profile, Sprossen, Einfachglas. Wie schon beschrieben, sollte die äußere Abdichtung weniger stark ausgelegt sein oder entfallen.

Bei dem nicht unerheblichen Bauaufwand sollte auch eine angemessene Holzwahl wichtig sein: Bei Kiefer oder Lärche wäre zwingend Splintfreiheit vorzuschreiben, bei Eiche wäre diese eh selbstverständlich.

Grüße

Thomas



Bündig zum Außenfachwerk?



Vielen Dank erstmal für Eure vielen Stellungnahmen. Herr Böhme, Sie schrieben die Wahl des richtigen Holzbehandlungsmittels bzw Anstrichs sei wichtig,- unser Fensterbauer wollte mit Hartöl Streichen - was auch immer das sein soll. Ist das ok?

Dann der Vorschlag innen evtl thermoglas: das hatten wir auch schon überlegt aber der Fensterbauer versucht uns das auszureden....zu dick, zu viel Gewicht...wir werden ihm aber nochmal vorschlagen innen dann Thermoglas und ohne Sprossen, so wie Sie das angedacht hatten.

Ehrlich gesagt hatte mich der alte Thread hier im Forum in dem Böhme/Fürstberger 2009 über Kastenfenster gestritten hatten vollkommen irritiert, sodass ich dachte Thermofenster mit Sprosse sind die einfachere und günstigere Wahl.

Noch eine Frage: sollte man die Verblendung außen über das Fachwerk bauen oder die Fenster bündig mit dem Balken abschließen lassen? - ich habe beides schon öfter mal gesehen.



Hartöl...



...ist für Fenster ungeeignet, es bildet keine Schicht und schützt so nicht hinreichend für ein maßhaltiges Bauteil. Öllasuren (z.B. Natural) oder Standölfarben (z,B, Kreidezeit) sind eine gute Wahl.

Es gibt von manchen Fensterbauern auch schlankere Profile für Iso - Glas. Ist halt nix von der Stange...

Grüße

Thomas



Hartöl?



Also außen im bewitterten Bereich wäre mir das auch zu riskant. Ich habe zwar im Kasten und innen auch alles mit einem (Fußboden-)Hartöl gemacht, doch im bewitterten Außenbereich habe ich einen Tungöllack gewählt, also ein schichtbildendes Öl. Das glänzt zwar doch mehr, als mir lieb ist, aber dafür ist der Schutz gut.

Viele Grüße
Tilman