Kalte Feldsteinmauer - Ist Innendämmung mit Wärmedämmputz gegen das Kondensat eine gute Idee ?

06.03.2017 Maria



Liebe Forums-Mitglieder...

Seit einem Jahr verfolge ich dieses Forum und recherchiere mich sonst durchs Netz. Nun soll es bald los gehen und ich würde mich über die Einschätzung im Forum sehr freuen. Ich versuche es zu strukturieren.

SITUATION:
Kleines Haus in der Natur, eingeschossig, Baujahr ca. 1960, massiv gemauert, Grundfläche ca. 40qm, halb in den Hang gebaut, nur über ca. 500m Fußweg zu erreichen, zur Sommer- und Wochenendnutzung.

PROBLEM:
Die rückwand des kleinen Hauses besteht aus Feldstein und grenzt bis zu einer Höhe von ca. 1,7m an einen Hang. Bei Übernahme des Hauses vor 2 Jahren war diese Rückwand von innen gefliest bzw. mit Kunststoffputz abgedichtet und im Bereich davor bildeten sich bei warmen Wetter richtige Wasserpfützen (sehr wahrscheinlich Kondensat).
Die Fliesen haben wir sofort vollständig entfernt, der Feldstein liegt frei und "trocknet" seit 1,5 Jahren. Es bilden sich nun zwar keine Pfützen mehr, aber die Rückwand ist weiterhin kalt und in dem Haus riecht es sehr muffig.

FRAGE:
Wir planen nun die sehr krumme Rückwand mit 30mm diffusionsoffenen Dämmputz zu verputzen, um die Kondensation auf der Rückwand durch Erhöhung der Oberflächentemperatur zu mindern.
Zur Auswahl stehen u.a. Hessler Kalk-Dämmputz HP 9SL oder redstone - Pura Wärmedämmputz. Gibt es hier Erfahrungen?

Wir erhoffen uns von dieser Maßnahme, dass langfristig deutlich weniger Kondensat ausfällt und damit auch der muffige Geruch endlich verschwindet. Hat dies Aussicht auf Erfolg?

FRAGE 2:
Alle Möbel wurden entfernt, der Putz der betroffenen Wand abgeschlagen, die Teppiche rausgenommen... Es mufft dennoch munter weiter. Wie kann man den schon vorhandenen muffigen Geruch grundsätzlich beseitigen?

Ich bin für jeden konstruktiven Hinweis dankbar.

Beste Grüße
Maria



Wärmedämmputz



Liebe Maria, wie es manchmal so spielt...Gerade am WE habe ich meinen Dämmputz wieder runtergehackt und der Bruchstein drunter an der Oberfläche bzw. die Fugen waren durchfeuchtet. Ich hatte vor 18 Monaten eine kleine Probefläche angelegt und nun festgestellt, dass der Putz durchfeuchtet ist. Ich habe dafür keine Erklärung, meine Überlegungen vor dem Verputz damals waren die gleichen wie Deine: Erhöhung der Wandtemperatur, Senkung des Kondensatausfalls. Jetzt überlege ich, ob es sinnvoll war auf eine kalte Bruchsteinwand innen einen diffusionsoffenen Dämmputz aufzubringen. Möglicherweise diffundiert die wärmere Luft durch den offenen Putz und kondensiert dann am kalten Bruchstein und feuchtet so im Laufe der Zeit den Putz auf.(Wobei ich gar nicht weiß, ob es hier in einer Bruchsteinwand überhaupt ein Dampfdruckgefälle gibt,was zur Diffusion führt) Aber das sind nur verzweifelte Versuche, eine Erklärung und eine Verbesserung der Situation zu erreichen.Die anderen Flächen, die unverputzt geblieben waren, haben im Sommer einen leichten Feuchtefilm, der aber durch nächtliches Querlüften flugs wieder abtrocknet - die Fugen bleiben aber feucht, vielleicht ist das auch bei Euch die Muftelursache. Die nächste Probefläche will ich mit einem hydr. Kalkputz (NHL3) versehen. Also, weiter probieren und auf die Kommentare der Fachleute hier im Form warten.



Wärmedämmputz



Diese schon fast Pawlow`sche Fixierung auf die Diffusionsoffenheit führt zu solchen Ergebnissen.
Eine Innendämmung soll NICHT diffusionsoffen sein, dafür KAPILLARAKTIV. Eine diffusionsdichte Bauweise ist nur schwer zu bewerkstelligen, deshalb setzt man bei Innendämmung zusätzlich Kapillaraktivität ein.
Nennt sich kontrolliertes Feuchtemanagement.
Was an Feuchte bis zur K- Ebene diffundiert wird kapillar nach innen zurückgeleitet und kann dort wieder verdunsten. Also möglichst dampfbremsende und kapillar wirksame Dämmstoffe.
Eine alleinseligmachende Kombination ist das nicht, eher ein Kompromiss. Der funktioniert auch nur wenn Heizung und Lüftung mitwirken.
Dämmputze im Innenbereich bilden einen besonders schlechten Kompromiss zwischen Dämmung, Kapillarität und dampfbremsender Wirkung.



Wärmedämmputz



Einen guten Tag,


Wärmedämmputz oder feuchteregulierender Putz!
Wird überhaupt ein Wärmedämmputz benötig ?

Gute Ergebnisse mit feuchteregulierenden Putzen
haben wir mit einem mc Kalkputz erzielt. Basierend auf
Porengeometrie hat er eine große Oberfläche und ist dadurch extrem kapillar.

Wir arbeiten und vertreiben dieses Material seit einigen Jahren.
Schwerpunkt sind Denkmalgeschützte Bauten ob Sandsteinbau oder Ziegelstein.


Beste Grüße
Waldemar Eider



Wandabdichtung-Innendämmung



Bei Hanglage der Wand müßtest du zuerst die Feuchtigkeitsbelastung von außen überprüfen und ggf reduzieren.
Oberflächenwasser abführen, ggf Sockelputz reparieren oder diesen überhaupt aufbringen etc.

Je nach Möglichkeit und Feuchtigkeitsanfall Innen- oder Außenabdichtung aufbringen, dabei ggf Perimeterdämmung anbringen.

Wenn primär Kondensatbelastung vorliegt könnten auch zB innen vollflächig diffusionsdichte Schaumglasplatten angesetzt und verputzt werden.
Es wird wohl noch andere sorptionsfähige Flächen geben.

Bei nicht zu hohem Feuchteanfall können auch Mineralschaumplatten verwendet werden.

Wärmedämmputze haben iA zu schlechte Dämmwerte.

Bei Nutzung als Wochenendhaus ist evt zur Reduzierung der Luftfeuchtigkeit eine feuchtegesteuerte Lüftungsanlage sinnvoll,
da bei der Aufheizung von kalten Wänden immer leicht Kondensat ausfallen kann- bei geringerer Luftfeuchtigkeit natürlich weniger.

Andreas Teich





Vielen Dank für die Rückmeldungen...

@ Pope
Das ist ja ein Zufall, aber auch ein sehr ernüchterndes Ergebnis deines Versuchs mit Wärmedämmputz. Welchen Dämmputz hast du denn verwendet? Könnte ein anderes Produkt evtl. besser funktionieren? Warum möchtest du es jetzt mit hydraulischen Kalkputz versuchen? Ich hatte gelesen, dass der sich mit Wasser vollzieht und dann ebenfalls Schimmel bildet. Ich war zu der Einsicht gelangt, um die Erhöhung der Bauteiltemperatur nicht herum zu kommen.

@Georg Böttcher
Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe es gerade nochmal die Theorie nachgelesen. Wenn ich es richtig verstanden habe: Die Dampfdiffusion läßt die Dämmung Wasser im Winter aufnehmen, die Kapillaraktivität transportiert das ausgefallene Wasser im Sommer wieder zur Oberfläche, wo es optimalerweise verdunsten kann. Wenn also das Material dampfbremsend wirkt, dann gelangt weniger Wasser in die Dämmung, durch die Kappilaraktivität kommt es aber wieder hinaus? Welches Material würden Sie vorschlagen?
Noch 2 Randfaktoren: Die Außenwand ist erdberührt, also ganzjährig kühl. Das Haus im Winter nicht genutzt und auch nicht geheizt. Welchen Einfluss hat dies auf die Funktion der Kappilaraktivität.

@ Waldemar Eider
Eine Erhöhung der Temperatur an der Oberfläche erschien mir sinnvoll, da die Wand rückseitig erdberührt und somit sehr kalt ist. Es gibt an dieser Wand auch keine Fenster zum Querlüften. Der Wärmedämmputz soll die Bauteiloberflächentemperatur soweit oben halten, dass weniger Kondensat anfällt. Bei einem Kalkputz hätte ich die Befürchtung, dass er Wasser war aufnimmt, aber an den schlecht zu belüftenden Bereichen auch nicht wieder abgibt. Vielleicht könnte man mit einer Zwangslüftung arbeiten, um die Trocknung zu erreichen. Wie schnell gibt der Kalkputz denn das Wasser wieder her?

@ Andreas Teich
Die Rückwand wird von einem weiten Dachübelstand gestützt, der aber dann mit dem Hang und dem nächtens Grundstück abschließt. Die Wand ist von Außen also absolut nicht zugänglich.
Ich bin davon ausgegangen, dass die Feldsteine recht gut die Feuchtigkeit von außen abhalten und nur die Fugen ein Problem sind. Was wäre wenn man die Fläche abdichtet (Dichtschlämme wegen sehr unebenen Untergrund) und dann einen Dämmputz aufträgt. Mit Platten wäre es bei den wirklich sehr krummen Wänden unglaublich aufwendig. Ich muss alle Materialien 500m über einen kleinen Pfad transportieren.
Das mit der Lüftung ist eine sehr gute Idee. Kann ich einfach einen Badlüfter mit Zeitsteuerung einsetzen, der z.B. bei Nacht regelmässig anspringt oder braucht man ein spezielles Lüftungsgerät für Kellerräume?



Nasse Wand



Wenn das Haus im Winter nicht genutzt wird wozu dann Dämmputz.
Die Wand stellt mit dem Erdkeil dahinter einen großen, massiven Block dar der im Winter auskühlt. Vor allem im Frühjahr und Sommer, wenn warme Luft an den Klotz kommt, kondensiert Feuchte in Mengen an der Oberfläche. Durch die thermische Trägheit kann das sehr lange dauern bis sich die Wand temperaturseitig angleicht (Sommerkondensation). Das Wasser in einem Putz zu verstecken ist hier keine Lösung, solche Pufferungen funktionieren nur kurzzeitig für ein paar Stunden.
Ich schlage deshalb eine möglichst diffusionsdichte, hohlraumfreie Innendämmung vor mit der die thermische Trägheit der Wand aufgehoben wird. Dafür eignen sich Foamglasboards, Foamglasblöcke, Perimeterdämmung oder Wedi- Bauplatten. Dicke mindestens 40 mm (Wedi,XPS), foamglas 80 mm). Foamglasboards, Wedi und XPS mit KMB aufkleben, Foamglasblöcke in Heißbitumen einschwimmen.
Als Beschichtung dann armierte normale bzw. Leichtputze. Die werden auch durch Kondensat beaufschlagt aber im normalen Rahmen.
In der Wand dahinter wird sich ein gleichmäßiges Feuchtegleichgewicht einstellen.





Hallo Herr Böttcher,

der Dämmputz soll die Oberflächentemperatur im Sommer soweit erhöhen, dass die Bildung von Kondensat gemindert wird. Wenn sich der Putz allerdings voll Wasser saugt, wird das wohl wenig bringen.
Ich nehme an, dass Sie daher den Vorschlag eines "dichten" Aufbaus machen. Wobei mir bei diesen Materialien keine Kappilaraktivität bekannt wäre, wie Sie sie zuvor vorschlugen.
Ihr Vorschlag zu einer Schaumglas- bzw. Wediplatten-Innendämmung wird sehr schwer hohlraumfrei umsetzbar sein, da die Wände wirklich sehr schief, krumm und uneben sind.
Ich könnte aber eine Wandschale mit einem Abstand von ca. 20-30cm vor die Wand stellen und den Zwischenraum belüften oder mit Dämmung füllen? Was wäre mit diesem Vorgehen? Es würde mir zwar in dm ohnehin schon kleinen Räumen noch mehr Platz nehmen, aber lieber klein als muffig... ;-)



Hallo Maria,



Gibt es hier Erfahrungen?
Ja zu den Hessler Produkte sehr gute!

Wie kann man den schon vorhandenen muffigen Geruch grundsätzlich beseitigen?

Wahrscheinlich durch die angedachte Maßnahme. Wenn durch das anheben der Oberflächentemperatur der Kondensatausfall beseitig wird.

Grüße Gerd



Innendämmung



Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Wenn Sie im Winter nicht heizen und Lüften hat sich das mit dem kapillaren Rücktransport erledigt. Im Winter hat die Außenluft in der Regel einen viel niedrigeren Feuchtegehalt als die Luft innen, erwärmt man diese Außenluft dann hat sie ein hohes Trocknungspotential. Das funktioniert nicht im Sommer, bei Sommerkondensation. Hier ist nix mit Trocknungspotential, die Wand wird auch über kapillare Leitung noch mehr mit Feuchte aufgeladen. Deshalb hier eine diffusionsdichte, hohlraumfreie Dämmung. Die schützt auch noch vor Hinterfeuchtung denn die Wand ist nicht abgedichtet.
Ihre Idee ist eine Wandbewässerungsanlage mit integrierter Schimmelzucht. Die Belüftung schafft durch Konvektion ein Vielfaches an Feuchtetransport als durch Diffusion. Da sind die Fliesen auf der Wand ein besseres System gewesen. Man konnte das Kondensat dort einfach aufwischen.



Unebene Wand - 2. Wand vorstellen oder abdichten und Wärmedämmputz



Hallo Herr Böttcher,
Ihre Argumentation ist nachvollziehbar und bestätigt, was ich befürchtet habe, nämlich dass ich mit meiner Theorie mit dem Wärmedämmputz und den Aussagen der Hersteller auf dem Holzweg war. Es wäre zu schön gewesen. Daher habe ich mich ja an dieses Forum gewendet.

Jedoch: Wie soll ich das Problem mit dem unebenen Untergrund lösen? Die Wand ist nicht nur uneben, sondern auch sehr schief und in jede Richtung gebogen. Daher sehe ich keine Möglichkeit mit einem Plattenmaterial zu Arbeiten, außer ich setze eine Wand davor.

Alternativ könnte ich die gut vor Regen abgeschirmte Feldsteinmauer an Sandboden (keinesfalls drückendes Wasser zu erwarten) mit Dichtputz und Dichtschlämme von innen Abdichten und dann einen Kalk-Wärmedämmputz aufbringen, um die niedrige Temperatur der Wand zu kompensieren. Der Feldsteinmauer sollte die Feuchtigkeit doch relativ egal sein.
Wie ich Sie verstehe macht eine geregelte Lüftung zu Nachtzeiten im Sommer wenig Sinn. Ich könnte jedoch versuchen die Temperatur im Gebäude durch zusätzliche Fenster im Dach über der Mauer und damit einhergehende Sonneneinstrahlung zu erhöhen.

Wäre das ein möglicher Weg oder eher ein Holzweg?



Innendämmung



Sie können auch eine unebene Wand mit Plattenmaterial hohlraumfrei dämmen. Dazu braucht es etwas Fantasie und praktische Erfahrung.



Fantasie und schiefe Wände



Gut, Herr Böttcher,
Sie haben mir hier wirklich tolle Denkanstöße gegeben und ich möchte mich sehr dafür bedanken...
Deshalb versuche ich mich von meinen inneren Vorbehalten zu lösen, Ihrem Vorschlag zu folgen und tatsächlich zu erwägen dampfdichte Platten aus XPS mittels einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung von innen an meine Feldsteinwald zu verkleben. Zuvor werde ich versucht haben die Fläche irgendwie mit Zementputz zu begradigen und dann werde ich einen einen mineralischen Leichtputz aufbringen und meine Ruhe haben.
Das Haus wird von muffigen Geruch und feuchter Kälte geheilt sein?
Kein Ökobaustoff, kein Dampfdiffusions-Chichi.. ??? Einfach nur Bitumen und Styrodur und Zementputz... !!!

Die Vorstellung ist nach der langen Auseinandersetzung mit natürlichen Baustoffen fast absurd, aber Sie sind ein anerkannter Fachmann... ich glaube Ihnen, dass es funktionieren kann...

Auch Herr Teich hat ja schon in diese Richtung geschossen...

Ich hätte mir wohl sehr, sehr viel Zeit gesparrt, wenn ich mich gleich an dieses Forum gewendet hätte, anstatt nach dem perfekten ökologischen Baustoff zu suchen....



neutrale Beratung



Es ist nun einmal so, das Baustoffe und baukonstruktive Details nach Erfordernis und nicht -mit Verlaub- nach ideologischer Weltsicht ausgesucht werden. Beton, Lehm, Kalkputze, Bitumen etc. sind weder per se gut oder schlecht, sondern Baustoffe, die nach Eignung eingesetzt werden können oder gar müssen. Jeder einzelne Baustoff hat natürlich Vor- und Nachteile, bezogen auf seine Ökobilanz, die Nachhaltigkeit, den Energieaufwand für Herstellung und Entsorgung (cradle-to-grave). Für baukonstruktive LÖsungen muss jedoch vorurteilsfrei die beste und langfristig schadensfreieste Baustoffkombination gefunden werden, auch als Kompromiss unterschiedlichster Anforderungen. Eine neutrale und wirtschaftlich unabhängige Beratung hilft dabei.



vorurteilsfrei...



... vielleicht einfacher die Rückwand abzutragen und mit modernen Materialien neu zu bauen ? Oder eine Betonschale davorgiessen und mit Schaumglas "dicht" dämmen ?

Problematisch ist hier natürlich der Zugang (500 m Fussweg).



Wo



bleibt eigentlich das Bild von dem Bierglas? **Achtung für Insider**



Oder



statt XPS könnte auch sowas http://dernoton.de/index.php/allgemein/allgemeines-ueber-mineralische-abdichtungen/abdichtung-heute-mit-speziellen-tonmischungen

Grüße Gerd



was soll es denn werden?



Wohnraum oder eher so eher so Gartenhaus /Rückzugsraum?.gibt es Foto´s von Aussen und auch von Innen?
Dernoton find ich n Prima ansatz,,
Es muss zwar nich immer Öko sein aber wo es geht, warum nicht?
wenn das Häusschen seit den 60er´n mit einer Seite in der Erde Steckt wird die Komplette ausgleichsfeuchte aller Baustoffe dort sehr Hoch sein, auch noch die Nächsten Monate/Jahre nach der "erfolgreichen" Abdichtung denke ich.
und das Unabhängig von Öko oder Herkömmlichen Baustoffen.

Austrocknen braucht halt Zeit und ,oder ne Heizung mit ausgeklügeltem Lüftungsmanagement.

greets Flakes



Dernoton...



Ist zwar zur äusseren Abdichtung interessant, wird aber nichts zur Dämmung beitragen.

Alternative mit leicht erhältlichen + tragbaren (500 m Fussweg !) Materialien:

Ausgleich mit einem EPS-basierten Leichtgrundputz, darauf XPS Platten als Dämmung. Mit dem XPS hat es auf der Raumseite wenig Wärmekapazität, d.h. die Oberflächentemperatur passt sich schnell an die Umgebungsluft an.

Gegen den Muff hilft m.E. nur gute Lüftung, und ev. weitere belastete Materialien ersetzen.



Innendämmung



Dernoton hat sicher interessante Anwendungsmöglichkeiten-nur leider nicht zur Innenabdichtung für Wände geeignet.

Statt XPS würde ich wie schon erwähnt Schaumglasplatten verwenden.
Unter www.foamglas.com gibt's Infos dazu.
Auf die Wand Kleben mit dem dort angegebenen Kleber, (wobei auch zB Multibaudicht 2K verwendbar ist, was wesentlich größere Rißbreiten überbrücken kann.)

Die Wände müssen vorher eben verputzt werden, wobei es auch möglich ist, unterschiedliche Plattenstärken zu verwenden oder einheitliche Schrägen ggf mit Gefälledämmungen auszugleichen- allerdings aufwendig zu ermitteln.

Wenn die Wände extrem uneben sind kann ggf nur jede einzelne Platte vollflächig verklebt werden und davor eine Vorwandkonstruktion mit Fermacell, Lehmbauplatten oder H2O-Platten und Perlitedämmung erstellt werden.
Ob sich der Aufwand gegenüber einheitlich ebenem Wandputz lohnt müßte nach genauerer Ortskenntnis beurteilt werden.

Der Lambda-Wert von Foamglasplatten ist mit 0,36 etwas schlechter als der von XPS-Platten mit ca 0,32- dafür sind sie ökologisch und vom Brandschutz her wesentlich besser, werden nicht von Nagern und Ameisen heimgesucht uä., völlig diffusionsdicht und Null Wasser- und Wasserdampfaufnahme.
Bei entsprechend sorptionsfähigen Putzschichten kann auch ein gewisser Feuchteausgleich erfolgen.

Ob der muffige Geruch nur mit der Wanddämmung beseitigt werden kann läßt sich nicht vorhersagen- evt wird dieser auch vom Fußboden und einbindenden Innenwänden mit verursacht.
Eine feuchtegesteuerte, automatisch funktionierende Lüftungsanlage ist bei unregelmäßiger Anwesenheit sicher vorteilhaft, um genügenden Luftaustausch und Reduzierung der Luftfeuchtigkeit zu ermöglichen.

Andreas Teich



Vielen Dank.



Liebe Forums-Mitglieder.

Vielen Dank für die umfangreichen und sehr hilfreichen Kommentare, die auch sehr genau auf meine Frage eingegangen sind.

Ich habe den geplanten Wandaufbau mit Wärmedämmputz verworfen und werde nun prüfen, wie ich die zahlreichen Vorschläge und Ideen hier aus dem Forum umsetzen kann.

Für mich stellt sich noch die Frage, ob ich die Wand in ganzer Höhe bis unter das Dach abdichten und dämmen soll.
Nur die unteren 1,7m bestehen aus Feldstein und sind erdberührt, darüber sind einfach Hochlochziegel gemauert auf denen die Dachsparren aufgelagert sind. Zwischen HLZ und Feldstein ist Bitumen zu erkennen, das ich nun nochmal genauer untersuchen werde.

@ Flakes
Das Haus wird zu Wohnzwecken genutzt, im Sommer auch über längere Zeit.
Die rückwärtige Wand wurde eventuell erst später in das Haus integriert. Aber trocknen muss sie wohl noch ein Weilchen.
Am Wochenende mache ich ein paar Photos und stelle sie ein.

@ Andreas Teich
Der Boden ist nicht feucht, wie die Rückwand. In dem Streifen 1,5m vor der Rückwand ist ein neuer Aufbau mit Abdichtung, Perimeter-Dämmung und Estrich vorgesehen (als Podest). Aber zuerst werde ich die Wand dämmen, um keine Wärmebrücke zu produzieren.
Das mit der Lüftung werde ich auf jeden Fall aufnehmen und nach einem passenden Gerät suchen. Ich hatte schon spezielle Kombi-Geräte für Keller gefunden, welche die Feuchtigkeit außen und innen messen und dann die Lüftung entsprechend steuern. Ist halt wahnwitzig teuer.

Nun Rom ist auch nicht an einem Tag und so weiter...



Lüftungssystem



Habe gute Erfahrung mit dem eBrezze 1.0 gemacht, Infos hier: http://www.riwak.de/ umgesetzt mit einem Zuluft und einem Abluftventilator, kommt ausm Osten und geht preislich.



Kleine Betrachtung am Rande noch...



...man muss schon staunen, was hier so für Herangehensweisen empfohlen werden.
XPS und zementäre Beschichtungen?
Dann viel Erfolg und wir sprechen uns demnächst dann wieder.
...aber da sind die Problematiken dann noch umfangreicher.
Lobbyisten und ähnliches sind leider nicht immer die gute Wahl der Empfehlungen.
Am besten sie lassen da mal einen unabhängigen Baubiologen sich die Materie anschauen und daraus ableitend dann die Lösung tätigen.