Kaltdach

11.07.2004



Wir haben ein altes Fachwerkhaus, das Dach ist mit (leider) Frankfurter Pfannen gedeckt und Dachpappe als Dachhaut. Nun möchten wir das Dach von innen dämmen, ohne die Deckung abzunehmen. Wir wollen ein dampfdiffusionsoffenen Aufbau, haben aber das Problem mit der Dachpappe. Es gibt wohl die Möglichkeit eines Kaltdaches , wer weiß genaueres dazu, wie groß müssen die Abstände sein, zwischen z. B. Weichholzfaserplatte und Dachpappe? Nach innen sind wir relativ flexibel, da wir sowieso Aufdoppeln müssen.
Nach innen soll der Aufbau dann werden, wie folgt, also schon die genannte Weichholzfaserplatte, Ceralith-Schüttdämmung, Climatec-Papier, Heraklitplatten, Lehmputz.



Kaltdach



Ein kniffliges Problem

Das Charakterristikum eines Kaltdaches ist die funktonierende Hinterlüftung auf der zweiten Ebene.

Funktionierend heißt, dass ein bestimmtes Maß an Luftströmung möglich ist, welche für einen zügigen Abtransport von Feuchtigkeit auf der Dämmebene sorgt. Damit wird die Sache aber schon kompliziert, da über das Maß der Strömung sowie über den Sinn des Kaltdaches generell sehr divergierende Ansichten bestehen.

Gehen wir jedoch davon aus, dass eine gewisse Luftströmung entstehen soll, so sind folgende Parameter zu beachten:

Strömungsfördernd sind:
1) Hoher Lüftungsquerschnitt
2) Hohe Dachneigung
3) Geringe Hinterlüftungslänge
4) Geringer Reibungswiderstand auf der Strömungstrecke
5) Günstige Größe und Anordnung der Zuluft- und Abluftöffung
6) Hohe Windgeschindigkeiten durch regionale, klimatische und bauliche Gegebenheiten.
7) Achsrichtung des Daches quer zur Hauptwindrichtung
8) Hohe Aufwärmung des Daches
9) Mir unbekannte Faktoren

So und nun weiter ?
Ich denke das im "Normalfall" eine Lüftungshöhe von 3 cm ein Muß ist und eine Höhe von 5 cm eine vernünftige Höhe darstellt.
Mal schauen wie das die Kollegen sehen.

Mit besten Grüßen


Lutz Parisek



4 cm



Ich kenne ein Soll-Maß von 4 cm und ein empfohlenes Maß von 6 cm. Mit dem Rest stimme ich überein. Obwohl, ich habe auch schon 4-10 cm (Gefällekeile) in der Horizontalen ausführen lassen.
Holzweichfaser z.B. 22 mm, Ceralith (050) 150 mm, Holzwolle leichtbauplatte + Putz 35-40 mm = 270 mm (= U-Wert 0,295 < max U= 0,30 W/m²K) und vor allen Dingen 64 kg/m² Mehrlasten. Ich kenne nur wenig alte Dachtragwerke, die eine solche Mehrbelastung ohne Verstärkung tragen können. Daher unbedingt Statiker hinzuziehen!



Kaltdach



Vielen Dank, für die ersten Infos!
Wir haben auch etws Bauchweh bezüglich des Gewichtes, aber die Sparren wollen wir ja noch verstärken!?
Viele Grüße
CONNI



Sparren verstärken



Das Verstärken der Sparren ist nicht damit getan, dass hier eine Aufdoppelung nach Trockenbaumethode angebracht wird. Die Verbindung zwischen neuer und alter Konstruktion muß stimmen, von daher noch einmal die Empfehlung einen Statiker hinzuzuziehen.