Isolierung Dachboden

10.12.2014 PTEP



Hallo,

ich habe da mal eine Frage zur Isolation eines Dachbodens...

Da wir den Platz auf dem Dachboden nur zur Aufbewahrung unseres Krimskrams benötigen, schwebt mir eine simple Isolierung vor. Wenn wir denn langfristig da oben Wohnraum schaffen wollen und das Dach gedämmt wird bin ich wieder auf vertrautem Boden. Aber erstmal zum Aufbau des Ganzen...

In den meisten Räumen des OG sind Kölner Decken gebaut worden, das Haus gehört uns noch nicht, also muß ich mich noch zurückhalten oben Dielen rauszureißen, um von da einen genaueren Blick auf die Konstruktion zu erhaschen, aber in einem Raum ist einer der vorherigen Besitzer mal durch den Dachboden gekracht (siehe Frage zum Thema Holzwurm) und gibt somit einen Einblick in die ernüchternd simple Konstruktion. Als Decke des OG sind da Latten zwischen die Deckenbalken montiert worden und oben auf dem Speicher liegen Dielenbretter auf den Balken. Keine Schüttung, Auflattung oder sonstige Zwischenkonstruktion...
Wenn ich jetzt oben den Dachboden (nach Bekämpfung des Holzwurms) mit diesen trittfesten Holzwollequadraten, deren Name mir entfallen ist, auslege und die Ecken in den Dachschrägen mit weicher Holzwolle, sollte erstmal eine einigermaßen adäquate Isolierung erreicht sein. Große Frage ist natürlich, wie es mit der Feuchtigkeit aussieht... In den Werbeprospekten werden die Holzfaserdämmplatten (da ist das Wort wieder) als besonders atmungsaktiv beschrieben, aber das heißt ja nichts....
Muß ich da jetzt noch eine Dampfsperre zwischenziehen, oder kann ich darauf hoffen, daß die Feuchtigkeit an den ungeheizten Dachboden abgegeben wird?
Oder ausprobieren und nach einem halben Jahr nachsehen, ob die Dielen oben feucht sind?

Danke für Eure Hilfe,

Patrik



Diffusionsoffen



Die Holzdämmplatten sind diffusionsoffen. Wenn im kalten Dachboden eine Durchlüftung vorhanden ist, dann stellt so eine Schicht kein Problem dar.

Aber quadratisch habe ich solche Platten noch nicht gesehen. Und wenn der Vormieter schon mal durchgesegelt ist, dann sollte klar sein, dass diese Platten auch ein Gewicht haben.

Das "Durchziehen" von einer Dampfbremse ist auf jeden Fall eine sinnlose Übung. Ohne ordentliche Anschlüsse hilft so etwas nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dämme



deinen DG Boden mit einem Material ,welches du später für die Dachdämmung/Zwischensparrendämmung weiter verwenden kannst!

Für welchen Zeitraum soll die Maßnahme angedacht sein,soll das begehbar werden ,wird s aufwändig...

Grüße Martin



Holzfaserdämmplatten



sind laut Werbung begehbar, wenn auch bei punktueller Belastung der Druck mit einer Palette o.ä. verteilt werden sollte...
Keine Ahnung, wann und ob wir je den Platz da oben brauchen, aber versauen will ich mir die Möglichkeit da oben auszubauen natürlich nicht... Deshalb suche ich ja einen Dämmstoff den ich ohne Dampfsperre und der dazugehörigen kleberei einfach nur auflegen kann...
Die Dämmplatten könnte ich dann immer noch zwischen die Sparren klemmen, so wir denn oben ausbauen, oder aber in den Ofen schieben, wenn ich ein anderes Material benutzen will...
so zumindest bislang der Plan...

Gruß

Patrik



Die Konstruktion



solllte vom Endergebnis her bedacht werden: Wenn Sie den Dachboden ausbauen wollen, ist die begehbare Platte nicht die erste Wahl, weil alle Fussbodenkonstruktionen zu Wohnzwecken darauf ggf. nicht angewendet werden können.

Die PLatten sind zudem zu teuer, um verheizt zu werden, da Sie nach EnEv dann schon gute 16-20cm auf den Dachboden legen müssen. Als Zwischensparrendämmun sind sie nicht zu verwenden. Zudem muss die Deckenkonstruktion unterhalb Luftdicht ausgebildet werden, um unkontroliierte Konvektion in den Dachraum zu vermeiden. Das ist gerade auch im zwickeligen Fusspfettenbereich recht kniffelig, aber entscheidend.

Sie sollten erst einmal prüfen, ob Sie mit dem HAus einen Gegenwert kaufen oder nur eine aufwendige BAustelle, die große Folgekosten nach sich zieht (Holzwurmbefall im Dachstuhl). Der Ausbau des Dachstuhls ist bauantragspflichtig und von einigen baurechtlichen FRagen abhängig, z.B. Brandschutz, 2.Fluchtweg etc. Die Konstruktion des Dachstuhls und der Decke über dem OG muß für Wohnzwecke statisch belastbar sein etc.

Es gäbe also einiges zu prüfen, bevor Sie konkret über einen Dachausbau nachdenken. Für "Trial + Error" ist die ganze Sache zu teuer.



Hilfe...



Ähm, dürfte ich Sie bitten mir
"Zudem muss die Deckenkonstruktion unterhalb Luftdicht ausgebildet werden, um unkontroliierte Konvektion in den Dachraum zu vermeiden."
in gärtnerkompatibles deutsch zu übersetzen...

Ansonsten lassen wir mal den eventuellen Ausbau außen vor, könnten wir dann einfach Holzfaserdämmplatten auf die Fläche legen ohne großes drum und dran, oder komme ich an der Dampfsperre nicht vorbei?

Der Holzwurmbefall ist nur punktuell an zwei oder drei Stellen...

Daß wir eine Baustelle kaufen ist uns völlig klar und sogar gewollt...unser jetziges Haus ist zu Ende renoviert und eh ich mich langweile und auf dumme Gedanken komme.....
Ne im Ernst, wir wollen viel Arbeit und auch einiges an Geld ins Haus stecken, wir sind so bekloppt...

Gruß

Patrik



Dämmung



Du schmeißt "Dampfsperre"/"Dampfbremse" mit "winddicht" durcheinander...



Also,



wenn Sie viel Geld und Arbeit in ein sanierungsbedürftiges FWH stecken wollen, dann sollten alle Maßnahmen gut vorbereitet sein und ebenso sorgfältig ausgeführt werden. Das Fachwerk verzeiht weniger Fehler, als ein Massivbau.

Eine dauerhaft schadensfreie Gebäudedämmung zu realisieren, insbesondere an einem FWH, ist eine recht anspruchsvolle Aufgabe: Materialien, konstruktive Aufbauten und die Gegebenheiten des Bestandes müssen aufeinander abgestimmt werden.

Zur Dämmung gehört auch immer die Beachtung der Luftdichtigkeit (unkontrollierte Konvektion = "es zieht durch Ritzen und Spalten"). Die Folge ist Kondensatausfall ("Tauwasser"): nasse Dämmung, Schimmelbildung, verottende Holzkosntruktionen.

Es gilt bei allen Dämmaktivitäten die Anforderungen der EnEv zu beachten, die für Sie als Hausbesitzer in spe Gesetzescharakter hat. Einfach Dämmplatten auszulegen, reicht dann eben nicht, wenn´s an den Rändern und dazwischen wie Hechtsuppe zieht und die Dämmstärke nach EnEv nicht ausreichend ist.

Bei den diversen Ortsterminen habe ich manche selbstgebastelte Dämm-/Folien-/Spanplattenlösung sehen dürfen, die z.T. nach 15-20 Jahren ganze Fachwerkwände in Humus verwandelt hat.



Dachboden dämmen



Hallo Patrik
Es geht darum, daß die feuchtere warme Luft aus den unter dem Dachboden liegenden Räumen nicht bis an eine dampfsperrende kalte Schicht kommt und dort kondensieren kann und diese Feuchtigkeit dann Schäden anrichtet.
Wenn alles offen ist wie jetzt kann das mangels Dampfbremse nicht passieren aber ihr habt eine Menge Wärmeverluste.

Du kannst Dampfbremsfolie auf dem Boden verlegen, alle Fugen untereinander und zu den angrenzenden Wänden sorgfältig verkleben.
Dann kannst du darauf eine ca 30 cm dicke Schicht Zellulosedämmung aufblasen . Falls der Wind oben durchpfeift besser mit diffusionsoffener Folie abdecken daß nichts wegfliegt.
Du kannst später diese Materialien ohne Verlust wiederverwenden.

Bereiche die begangen werden müssen zB mit 18 mm OSB Platten überbauen.
Material kann ich dir bei Bedarf besorgen

Du kannst mir auch eine Mail schicken
Viel Erfolg
Andreas Teich



simple Isolierung im Dachboden



Ich halte den Rat, eine durchgehende Dampfbremse mit konsequenter Abklebung anzubringen und dann 30cm Zellulose offen aufzublasen, nicht gerade als eine "simple Isolierung".

Hinzu kommt, dass es ein Fachwerkhaus ist. 30cm Dämmung ist schon eine Packung und die sollte mit dem Rest des Hauses harmonieren können. Undenkbar. Eine Dampfbremse auf dem Dachboden eines alten Fachwerkhauses konvektionsfrei zu verlegen - wer will das als sicher gegeben ausführen und unterschreiben? Hier wird aufgefordert, aus einem Bernhardiner einen Windhund zu machen.

Ich würde die Kirche im Dorf lassen, die EnEv dort, wo sie auch durchführbar ist und dieses Haus nicht dem Dämmwahn preisgeben.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dachbodendämmung



Natürlich kommt es auf die Situation an-
wenn ein verwinkelter Grundriß mit Höhenversätzen, vermorschtem Boden,
zahlreichen Stützen und Durchbrüchen und sehr unebenes Mauerwerk vorliegt ist' s sicher schwierig.

Bei normalen Verhältnissen und freiem Dachboden ist das Verlegen von breiten Dampfbremsbahnen und die Verklebung nicht so kompliziert, als daß es jemand mit normalen handwerklichen Fähigkeiten nicht hinbekommen könnte.
Z.B. 30 cm Zellulose aufblasen ist dann ganz einfach und preisgünstig zu bewerkstelligen
und da das Material beim späteren Dachausbau komplett wiederverwertet werden sollte geht nichts verloren und hilft jetzt zur Energieeinsparung.

Da müßte natürlich Patrik sagen, ob er sich das handwerklich zutraut und sinnvoll findet?



Dachbodendämmung



Natürlich kommt es auf die Situation an-
wenn ein verwinkelter Grundriß mit Höhenversätzen, vermorschtem Boden,
zahlreichen Stützen und Durchbrüchen und sehr unebenes Mauerwerk vorliegt ist' s sicher schwierig.

Bei normalen Verhältnissen und freiem Dachboden ist das Verlegen von breiten Dampfbremsbahnen und die Verklebung nicht so kompliziert, als daß es jemand mit normalen handwerklichen Fähigkeiten nicht hinbekommen könnte.
Daran anschließend z.B. 30 cm oder mehr Zellulose lose aufzublasen ist dann ganz einfach und preisgünstig zu bewerkstelligen.

und da das Material beim späteren Dachausbau komplett wiederverwertet werden sollte geht nichts verloren und hilft jetzt zur Energieeinsparung.

Schäden verursachen kann die Dämmung so sicher nicht- eher im Gegenteil.
Da müßte natürlich Patrik sagen, ob er sich das handwerklich zutraut und sinnvoll findet?



Handwerklich



traue ich mir das ohne Weiteres zu. Wir würden uns kein Fachwerkhaus kaufen, wenn wir nicht geschickt wären...
Ich weiß halt vom Dachausbau in unserer jetzigen Bleibe, daß das Verkleben der Bahnen und das Abdichten an den Rändern mit den verschiedenen Produkten von Siga eine ziemlich endgültige Geschichte ist. Grundsätzlich ist das natürlich zu befürworten, aber ich will mir die Arbeit nicht vorstellen, wenn ich den Klebes-Mist von den Balken wieder abbekommen möchte....
Deshalb meine Idee vom Anfang, daß ich mir ein Dämmmaterial suche, daß Feuchtigkeit durchleitet, damit ich auf die Dampfsperre / -bremse verzichten kann...
Offensichtlich war das kurzsichtig gedacht....oder???
Wenn es ein solches Material nicht gibt, werde ich wohl am Besten sofort die Schrägen / das Dach von innen isolieren... Gibt es da etwas anderes zu beachten, als beim solide gebauten Haus? Das Dach ist doch vom Prinzip das Gleiche....

Gruß
Patrik



Dachdämmung



Hallo Patrik
Mach doch Bilder vom Dachboden, dann läßt sich die Situation beurteilen.

Zellulosedämmung ist natürlich sehr diffusionsoffen und sorptionsfähig und da alles leicht kontrollierbar ist wenn es offen aufliegt, könntest du es als zeitlich begrenzte Dämmaßnahme ohne Dampfbremse anwenden.

Zumindest ist das Material wesentlich fehlerresistenter als Mineralwolle, Styropor etc

Ob es besser ist , gleich eine dauerhafte Lösung vorzusehen mußt du natürlich entscheiden.

Du kannst ja Infos zu deinem Dach, Nutung etc mitteilen

Andreas Teich



Zellulose



Also...stelle mir das jetzt wie folgt vor:
Auf die Deckenbalken des OG legen wir Holzplatten oder Dielen, darauf einen Unterbau aus Balken deren Zwischenräume mit Zellulose gefüllt werden und worauf wir dann gegebenenfalls weitere Holzplatten oder Dielen als Boden des Dachgeschosses verlegen können, insoweit wie wir den Platz benötigen. Klappt das?
Wenn ja:
Müssen die Zwischenräume der Platten/Dielen, die dann quasi die Decke des OG bilden dicht miteinander verbunden sein, um den Feuchtigkeitsaustausch der warmen Räume mit der Zellulosedämmung möglichst gering zu halten, oder stören kleine Stoßkanten nicht weiter?
Muß das Zellulose-Zeug geblasen werden, oder kann man das auch in Säcken hochschleppen und dann von Hand verteilen?
Saugt sich das Dämmmaterial gerne von Wasser? Ist ja immerhin Papier...oder ist es irgendwie behandelt?

Danke und Grüße

Patrik