innenliegendes Fachwerk Feuerschutz

03.11.2017 Kölnerin



Hallo, habe eine Wohnung erworben, die tragende Innenwand in Holzständerwerk wurde freigelegt. Die Verbindung zum tragenden Dachbalken ist wohl eine Holzverbindung. Jetzt scheint es ein Problem mit dem Brandschutz zu geben.
Eine Ertüchtigung zu F90 soll gemacht werden. Wie?? Hat uns leider keiner gesagt.
Ich will das Fachwerk natürlich nicht verkleiden.
Hat irgendjemand eine Idee??
Grüße



Wer



hat das Fachwerk freigelegt ?



Brandschutz



Fachwerk im Innenbereich wurde immer verkleidet. Es freizulegen ist eine Modeerscheinung wie Löcher in neuen Jeans.

https://www.fermacell.ch/de/docs/0Ad_Konstruktionsuebersicht.pdf

http://www.rigips.com/kompetenz/brandschutz.html

https://www.knauf.de/profi/fachkompetenzen/brandschutz/brandschutz-ordner/index.php



Brandschutz bei freiliegenden Fachwerkbalken



Wenn die Balken trotz Brandschutzanforderungen freiliegen sollen
könnt ihr ein Brandschutzgutachten in Auftrag geben, welches unter Berücksichtigung der tatsächlichen Abbrandgeschwindigkeit die Resttragfähigkeit beurteilt.

Es gibt unterschiedliche Angaben zur Abbrandgeschwindigkeit:
Bei Fichte ca 0,65-0,7 mm/ min
bei Eiche. ca 0,5 mm/min
alle Angaben abhängig von der tatsächlichen Rohdichte.

Evt lohnt es sich, diese untersuchen zu lassen.
Die Balkendimensionen müssen ohnehin angegeben werden.

Bei völlig freiliegenden Balken wird der Abbrand von allen Seiten berücksichtigt,
wenn nur eine oder zwei Seiten sichtbar sind nur von diesen.

Je nach Situation und Dimension können auch unverkleidete Balken entsprechende Feuerwiderstandsklassen erfüllen.
Fachwerkbalken sind ohnehin statisch überdimensioniert.

Wenn die Wand schon vor Kauf freigelegt wurde läge die Erfüllung der Brandschutzanforderungen bzw Regreßleistungen in der Verantwortung des Verkäufers.
Es gibt auch Anstriche zur Erhöhung der Widerstandsklasse, die aber meist bei Stahlkonstruktionen verwendet werden.

Andreas Teich



Brandschutz Fachwerkwand



Wer hat denn die Forderung nach "F90" erhoben ? Um den Aufwand für die Ertüchtigung klären zu können, muss die EInbausituation eindeutig bekannt sein und der Aufbau des Bauteils. Wird die Forderung für einen Bauteilanschluß erhoben oder für das ganze Bauteil. HAndelt es sich um die Decke oder die Wand ? Grenzt die tragende Innenwand an eine andere Wohnung, das Nebenhaus oder an ein Zimmer Ihrer Wohnung? etc. pp. Diese Umstände müssen erst einmal geklärt und in einem Ortstermin direkt begutachtet werden.

In kniffeligen Fällen hilft nur das Gutachten eines Brandschutzsachverständigen, der dann auch die entsprechende Lösung vorschlägt.