Innendämmung Holzfaser

07.11.2010



Hallo,

sitze gerade über meinen Planungen für eine Innendämmung für unser denkmalgeschütztes Haus (kein Fachwerk). Aus Bauphysikalischen Gründen wollten wir dabei gern auf Holzfaser setzen, insbesondere auf das System UdiRRECO von U... .

Bei meinen Recherchen im Netz bin ich nun auf einen Punkt gestoßen, zu dem ich gern auch andere Meinungen hören würde.

UDI empfiehlt zur Erziehlung einer gewissen Dampfbremswirkung die Verwendung Ihres speziellen UDI-Multigrunds. Auf den Seiten des Deutschen Fachwerkzentrums war nun zu lesen: "Durch eine relativ hohe Wasserdampfdiffusionswidestandszahl µ von 80 wird allerdings auch die kapillare Leitfähigkeit stark herabgesetzt." ... Daß hieße doch dann quasi, daß ich die Vorteile der Holzweichfaser eigentlich gar nicht mehr richtig nutzen könnte!? ...

Ist diese Ausage korrekt? Was hat µ mit der kapillaren Rücktrocknung zu tun. Sollte man dann nicht eher auch über Sd reden?

Hoffe auf fachlichen Beistand!
Gruß aus Berlin



Innendämmung



Bei einer Innendämmung sollte der Kleber einen höheren Diffusionswiderstand haben als die Wand. So fällt das Kondensat in der Fuge Kleber- Dämmung aus und nicht in der Wand. Das Kondensat wird dann über die kapillaraktive Dämmung zur Oberfläche geführt und dort verdunstet.

Viele Grüße





Ich würde, um auf der sicheren Seite zu sein, die Grundregeln der Wärmedämmung einhalten (von warm nach kalt hin immer diffusionsoffener) und den Wandaufbau hinsichtlich Taupukt usw. konkret rechnen lassen. Bei nachträglich angebrachten Innendämmungen ist das sehr wichtig! Dafür reichen die Kennwerte der gewünschten Dämmung (Wasserdampfdiffusionswiderstand, Wärmeleitwert usw.) aus, und man braucht nicht spezielle Firmenprodukte einzusetzen, die oft vergleichsweise teuer sind. Ob das genannte Produkt den Anforderungen genügt und sich in Ihrem konkreten Fall auch sinnvoll einsetzen lässt, wird diese Berechnung zeigen. Alles andere ist erstmal Werbung.
Wenn die Innendämmung diffusionsoffener ist als die Wand, kann der Taupunkt in der Wand unterschritten werden, mit den bekannten Folgen.
Für die Orte mit grosser Feuchtebelastung (Küche, Bad) werden Sie bei Innendämmung ohnehin aktiv entlüften müssen.

EIn grosser Vorteil von diffusionsoffenen und wasserdampfspeichernden Baumaterialien ist, dass sie ausgleichend auf das Wohnklima wirken. Hier muss man bei Innendämmung aus dem oben genannten Grund Kompromisse eingehen - der grosse Nachteil einer Innendämmung.



Hallo,



die Angst begründet sich darin, dass die Aussenwand durch die verwendet Materialien nicht mehr richtig austrocknen kann.

Was hift?

Baustoffe eisetzen die ein hohes Trocknungspotential haben, wie z. B Kalk Lehmputz odser auch Dämmstoffe wie Weichholzfaser.

In diesen Aufbau läßt sich auch sehr kostengünstig eine Wandheizng integrieren. Das erzeugt nicht nur ein behagliches Raumklima, die Wandheizung hat auch eine bauwerkserhaltende Funktion.

Grüße Gerd



... zurück zur Frage ...



@ Gerd: ... " Baustoffe eisetzen die ein hohes Trocknungspotential haben, wie z. B Kalk Lehmputz oder auch Dämmstoffe wie Weichholzfaser ... "


Deswegen wollten wir ja auch gern mit Holzfaser dämmen!


@Alle

Verputzen dann mit Lehm oder Kalk. Wie aber ist das nun mit dem Multigrund!? Abtrocknung nach außen ist durch zweischaliges Ziegelmauerwerk stärker behindert als bei Holzständerbauten oder eben Fachwerk. Der Wandaufbau ist aber nunmal gegeben! Somit bliebe im Zweifelsfall nur verstärkt Abtrocknung nach innen. Da ist nun aber der Multigrund. Sd je nach Schichtstärke des Multigrund (0.5 bis 2cm ) 0.4 bis 1.6m und damit nicht wirklich diffusionsoffen. Den also dann weglassen und direkt verputzen? Bad wird nicht mit Holzfaser gedämmt werden, Küche schon.

Von UDI habe ich eine Taupunktberechnung mit deren Angebot bekommen. Laut deren Aussage alles im grünen Bereich. Wie verlässlich ist das aber im Ernstfall!?


Bisher habe ich keine wirklich unabhängige Aussage zur tatsächlichen Eignung von UDI-Multigrund finden können. Somit blieben mir nur die Versicherungen des Herstellers.


Etwas breiter gestreut wäre mir dann doch schon irgendwie lieber.

Gruß aus Berlin
Stephan



Es gibt auch Weicholzfaserplattensysteme zur Innendämmung



ohne Multigrund.

Grüße