Innendämmung Bauernhaus Holzwand

30.04.2019 Lukas



Hallo aus Österreich,
wir haben uns im schönen Kärnten ein altes Bauernhaus gekauft. Ist wohl ca 300 Jahre alt und wurde teilweise in den letzten Jahren dämmtechnisch versaut.
Ein Teil des Hauses, südseitig besteht aus Holz. Massive Holzbalken, ca 25 cm breit, übereinander, an den Stößen mit Moos isoliert, wurde innen falsch gedämmt. Da wurde erstmal direkt an die Holzwand Glaswolle genagelt und darüber wurden Heraklith Platten geschraubt, die dann mit ca 3 cm Dicke verputzt wurden.
Darunter hat sich natürlich Feuchtigkeit gebildet und einen Teil der Wand mussten wir bereits ersetzen.

Für den verbliebenen Teil haben wir zur neuen Dämmung folgende Vorstellung:
Wir wollen mit Holzfaserplatten arbeiten, die wir an der Wand befestigen, um dann innen Lehmputz aufzutragen. Nun habe ich Sorge, dass sich in den Hohlräumen zwischen Wand und Holzfaserplatte Kondenswasser bildet. Das will ich verhindern, indem ich zwischen Wand und Holzfaserplatte eine flexible Dämmmatte platziere. Davon verspreche ich mir, die Hohlräume zu vermeiden.

Zusätzlich ist eine Wandheizung geplant, die im Lehm liegen soll. Allerdings nicht in allen Räumen.

Ist das sinnvoll?

Viele Dank für Euer Feedback
Lukas



Vorsicht



Wie Sie schon selbst festgestellt haben wird gerne was falsch gemacht, wenn auf ein altes und gut funktionierendes System etwas Neues draufgemacht wird … 

Ihre Befürchtung ist mE richtig, dass es riskant ist, wenn in kleinen Hohlräumen sich wieder Feuchtigkeit bildet … allerdings wird Ihnen da die "flexible Dämmplatte" leider nicht helfen … sondern damit wird wieder eine weitere riskante Ebene geschaffen … 

In Ihrem Fall würde ich eher dazu tendieren einen möglichst homogenen Aufbau zu realisieren … Putzträger (70stengeliges Schilf - evtl sogar versetzt 2lagig) dann mit Lehmputz oder reinem Luftkalkmörtel arbeitend aufbauen … (oder kombinieren)

Als "Heizung" tendiere ich auch eher zu einer Temperierung nach Großeschmidt als zu einer Wandheizung … 

Sinnvoll wäre wie immer ein durchdachtes Sanierungskonzept, das Lösungen entwickelt, die jedem Raum gerecht werden und das alte Gebäude auch noch lange nachhaltig in Schuß hält

Viel Erfolg

Florian Kurz



Blockhausdämmung



Jedes halbwegs starre Dämmsystem wird Hohlräume hinterlassen, wobei dies natürlich von der Qualität der Holzbearbeitung abhängt.
Ich würde eher Zellulose-Einblasdämming verwenden, da diese alle Hohlräume ausfüllt und aufgrund der Kapillarität Feuchtigkeit schnell abführen kann und wegen der enthaltrenen Salze schimmelverhindernd wirkt.

Bei Holzhäusern sollte die Schlagregen-/Schneebelastung geprüft und ggf die Fugendichtigkeit überprüft werden. U.U. kann Außendämmung mit Holzverschalung besser sein.

Für die Wandverkleidung innen gibts verschiedene Möglichkeiten.

Bis Mitte Mai bin ich noch in Deutschland- anschließend auch wieder in Kärnten- ggf anrufen
Wo in Kärnten befindet sich dein Haus?



Hallo Lukas, eine Innendämmung,



muss immer hohlraumfrei eingebaut werden. Alles andere führt zu Bauschäden.

Mit dem richtigen Material und der entsprechenden Technik passt das und ist auf Dauer schadensfrei, auch wenn das hier anders behauptet wird.

Grüße Gerd