Innendämmung Bad

25.02.2018 Katharina



Hallo in die Runde,
ich bin neu im Forum und habe hier schon viel gelesen, aber für unser Problem noch nicht die richtige Lösung gefunden. Wir haben einen altes Reihenendhaus von 1926. Wir haben es vor ein paar Jahren saniert, nun haben wir ein Schimmelproblem im Bad, außerdem wurden die Fliesen von uns selbst wenig professionell verlegt, so das wir da jetzt nochmal ran wollen, aber diesmal richtig! Das Problem: die Dusche liegt an zwei Außenwänden (geht leider nicht anders) und genau da in der Ecke unter der Decke haben wir etwas Schimmel, nicht viel. Und Schimmel in der Dusche unten an den Silikonfugen. Außendämmung ist wegen Schmuckfassade nicht möglich, aber bei der Innendämmung habe ich Angst vor Schimmel, den man dann nicht sieht. und ich habe keine Lust das Bad in ein paar Jahren nochmal zu erneuern.Uns wurde folgendes empfohlen: Da wo gefliest wird Wediplatten 3cm anbringen, wo keine Fliesen sind Holzweichfaserplatten in derselben Stärke, darüber Lehmputz. Zusätzlich überlegen wir, noch ein Abluftsystem einzubauen. Ist das alles sinnvoll? Oder machen wir es damit noch schlimmer? Wir haben ein zweischaliges Mauerwerk mit ca 5cm Luftschicht.
Ich hoffe, meine leienhaften Ausführungen sind verständlich.
Viele Grüße Katharina



Bad-Innendämmung



Das zweischalige Mauerwerk könnte mit einer Kerndämmung gedämmt werden, wobei dies keine Wärmebrücken bei einbindenen Steinen verhindert.

Die Dämmarbeiten können wie vorgeschlagen durchgeführt werden,wobei evt besser gedämmen werden könnte- abhängig vom Bestandsmauerwerk.
Installationsleitungen in die Dämmung legen und Rohre gut dämmen oder paßgenau ohne Rohrdämmung in die Dämmplatten einbetten-
nicht auf die ungedämmte Wand legen, da hier eher Frost möglich ist.
Dämmplatten immer vollflächig an die Wände ansetzen. Glaschaumplatten oder normale XPS-Platten sind ebenfalls möglich, darauf zB in Flexkleber oder übliche zementäre WDVS- Spachtel Glasfasergewebe einlegen und anschließend verfliesen.

Vorher Übergänge und Ecken wie im Bad üblich abdichten.

Bei Silikon fungizides Sanitärsilikon verwenden und Fugen nach dem Duschen trocknen und gut lüften.
Die Lüftungsanlage kann mit einem Feuchtesensor kombiniert werden.

Andreas Teich





Das mit den Wedi-Platten hilft hier nicht, die Feuchtigkeit kommt von innen. Holzweichfaserplatten sehe ich da auch nicht. Die ganze Dämmerei wird nichts bringen; rechnerisch wird hier zwar die Oberflächentemperatur der Wand hochgesetzt, doch irgendwo muss die Feuchtigkeit hin ...
Schimmelansatz in der Raumecke und auf dem Silikon lässt auf eine nicht ausreichende Lüftung schließen. Das alte Geheimwissen der Omis kann Abhilfe schaffen:

• Winter: Nach dem Duschen 10 Minuten lüften, keinesfalls länger damit Wand und Laibung nicht auskühlen. Beim Lüften strömt trocknere Außenluft ein, die feuchtere Raumluft wird ausgetauscht. Fenster schließen. 30 Minuten warten. Inzwischen expandiert die sich erwärmende (ehemalige) Außenluft und nimmt Feuchte von Fliesen, Putzflächen, Spiegel, etc. auf und muss anschließend durch einen zweiten Lüftungsvorgang wieder abgeführt werden => erneutes 10-minütiges Lüften. Das ist der wichtigere Lüftungsvorgang. Wenn das nicht ausreicht, das Ganze wiederholen. So durchgeführt schimmelt es nicht mehr.

Weiterhin: Duschkabine offen lassen, Badezimmertür ebenso. Niemals Fenster kippen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer

Dem Wasser ausgesetzte Silikonfugen sind Wartungsfugen und sollten ohnehin alle 2-3 Jahre ausgetauscht werden. Das Zeug löst sich gerne einmal, kann verspröden und dann Wasser unter den Duschbereich eindringen lassen. Wenn man den Schaden im Geschoss darunter dann irgendwann bemerkt ist der deutlich teuerer als gelegentlich einmal eine Fuge zu tauschen.



Schimmel verhindern



Schimmel setzt sich nur an Oberflächen ab.
Wenn Dämmplatten vollflächig an Wände angesetzt werden gibt es keinen Hohlraum, in dem sich Schimmel bilden könnte.

Du kannst die Oberflächentemperatur an den von Schimmel betroffenen Flächen überprüfen-
wenn diese dauerhaft zu niedrig ist wird es bei entsprechender Luftfeuchtigkeit zu Kondensat und in der Folge zu Schimmel kommen.

Wenn immer sorgfältig gelüftet und so die Luftfeuchtigkeit reduziert wird muß zumindest zur Schimmelprophylaxe gar nicht gedämmt werden.

Allerdings ist es bei Handlüftung kaum möglich, dauerhaft die üblichen Empfehlungen einzuhalten-
meistens bleiben die Fenster zu lange offen oder es wird zu kurz gelüftet.
Am zuverlässigsten sorgen feuchtegesteuerte Abluftanlagen für das Einhalten akzeptabler Feuchtewerte.

Allerdings sind die Wärmeverluste in Bädern mit höheren Raumtemperaturen als in anderen Wohnräumen besonders hoch,
sodass ein gutes Dämmniveau zur Energieinsparung sinnvoll ist.

Lehmputz mind. ca 10 mm dick auftragen, damit genügende Feuchtemengen eingelagert werden können, was das Beschlagen von Spiegeln und Feuchtefilm auf kühleren Flächen verhindert oder zumindest reduziert.
Was im Einzelfall sinnvoll und wirtschaftlich ist muß vor Ort festgestellt werden.

Andreas Teich