Wandaufbau OSB als Dampfbremse, jedoch innen noch 50mm Dämmung

03.10.2006



Hallo,

mein neu erstellter Dachstuhl wurde vom Zimmermann mit 140er Rahmen erstellt. Aussen ist DWD drauf, innen OSB. Zwischendrin
sind 140mm Homatherm = Holzfaserdämmung.

Um den U-Wert (k-wert) noch zu verbessern, will ich innen auf
die OSB noch 50er Rahmen zwecks Installationsebene ausgefacht mit z.B. Glaswolle oder Holzfaserdämmung aufbringen.

Das Problem ist natürlich, dass die Dampfbremse ja die innerste Schicht sein sollte. Wenn ich die Glaswolle
noch hinzu bringe, steigt die Gefahr der Taubildung noch vor der OSB.

Nun ist diese Bauweise aber meines Wissen auch oft praktiziert worden in den vergangenen sagen wir 10 Jahren.

Die Dampfdiffusionsrechnung nach Glaser sagt mir bei Normklima voraus dass es noch geht, also kein Tauwasser ausfällt. Das Normklima ist aber innen 50% r.F. und aussen 80% r.F.

Wenn ich nun innen z.B. auch mal auf 60-65% r.F. komme, dann
kann das ganze sich schon ein wenig verschlechtern.

Die Frage ist, ob jemand sich mit einem solchen Aufbau auskennt und Langzeiterfahrung hat hierüber.

Wenn ich statt der Glaswolle ebenfalls Holzfaserdämmung nehme, habe ich theoretisch noch ein wenig mehr Reserve, da die Holzfaserdämmung auch einen (wenn auch geringen) Diffusionswiderstand hat.

Ich rechne insgeheim damit, dass ich auf diesen Beitrag auch
kritik ernte. Z.B. "Holen Sie sich einen Fachmann zu Rate" usw. usw. Der macht mir aber auch höchstens das Glaserverfahren, und wenn er keine entsprechenden Erfahrungen hat, dann kostet mich die Sache Geld und bringt mir nichts, das will ich verhindern.

GRuß Wolfgangerl



Das bisschen Geld



für eine Diffusionsberechnung ist gut angelegt und der Planer steht natürlich in der Verantwortung. Und er rechnet nicht nur das Glaserverfahren, sondern er kennt die Hintergründe und kann die Ergebnisse interpretieren, was ihnen als Laien offensichtlich schwer fällt. (Mir fällt es immer wieder schwer zu verstehen, warum sich viele Leute so schwer tun für eine geistige Leistung Geld zu bezahlen und meinen, dass es eine solche Beratung immer umsonst geben muss).
Grundsätzlich kann man sagen, dass das Glaserverfahren auf der sicheren Seite rechnet. Beim Einsatz von Holzweichfaserplatten wird man über andere Berechnungsverfahren vermutlich günstigere Werte erhalten. (Diese Bemerkung ersetzt natürlich nicht die Berechnung am konkreten Beispiel und die Planung und korrekte Ausführung der Details)



Unseres Erachtens,



wenn eine OSB-Ebene als Scheibe vorhanden ist, außenseitig der Dämmstoff angebracht (eingbracht) ist, so sollte innenseitig eine Speichermasse gewählt werden.
Da könnte man auf eine Lehmtrockenbauplatte oder eine Heraklithbeplankung mit Lehmputz zurückgreifen.

Grüße Udo



Interpretationsschwierigkeiten habe ich



insofern, dass mir die langjährige Erfahrung mit solchen Konstruktionen fehlt. Das Glaserverfahren mit Normklima sagt ja es geht. Ich baue aber vorerst nur dieses eine Haus.

Von daher ist das Geld für die Diffusionsberechnung schon gut angelegt. Aber derjenige der die Berechnung für mich dann macht, der sollte mir auch sagen können, ob damit die Praxistauglichkeit uneingeschränkt gegeben ist.

Denn rechnen kann ich selber.
Da besteht ein feiner Unterschied. Es geht eben um Erfahrung. Die Frage ist doch nur, kann noch etwas schiefgehen, selbst wenn das Glaserverfahren Tauwasserfreiheit bei Normklima vorhersagt?
Oder: Bietet die Auslegung nach Glaser & Normklima auch Reserve für kurzzeitige Feuchtespitzen bei schlechten Lüftungsgewohnheiten ?

Gruß Wolfgangerl