Aussenwände von innen Dämmen

17.06.2005



Hi,
ich beabsichtige meine Aussenwände von innen mit einer Wärmeisolierung zu versehen.

Von Aussen sind ja die Balken, deshalb von innen.

Jetzt wurde mir empfohlen, von innen 10 cm Balken an die Wände zu schrauben und dann eine OSB-Platte darauf.
Die Zwischenräume soll ich dann mit "Zellulose mit Borsalz" verfüllen.

Jetzt wurde ich mehrfach gewarnt, dass dann die Balken faulen könnten.

Momentaner Aufbau der Wände ist Balken + Lehm.
Fenster sollen auch gegen Isolierverglaste ausgetauscht werden.

Jetzt bin ich total verunsichert.
Was meint Ihr dazu ?



Innenwanddämmungen etc.



Hallo

meine Meinung zu dem Thema ist die:
lassen Sie die Wände ungedämmt, verwenden Sie keine zementären Baustoffe - eher Kalk oder Lehm (innen wie aussen); überprüfen Sie Ihre Heizung und satteln Sie auf Strahlungsheizungen um. Hier empfielt sich auch ein gemütlicher Grundofen - der hat den höchsten Strahlungsanteil.
und zu guter letzt: lassen sie die alten Fenster drinnen - falsch: Wann wurden die Fenster eingebaut - gibt es ein "Fensterbild"!
Balken und Lehm ist sehr gut - was für einen Aussenputz haben Sie?
"less is more"
machen Sie nichts übereilt …

mfG

Florian Kurz





Die Fenster sind aus den 60ern, glaub ich.
Ich hätt da schon gerne Isolierte.

Aussenputz ist Lehm.



Fenster



Hallo
Bilder gibt es keine?
Wenn neue Fenster - informiere dich über Alternativen hier im Forum - rat ich dir an!
Nur Lehm Aussen glaub ich nicht ganz!
Auch ein bild?

FK



Dämmen aberr richtig



Ich neige eher dazu eine Dämmungzu empfehlen. Allerdings nicht in der von Ihnen angesprochenen Konstruktion sodern mit eine Diffusionsfähiger Dämmplatte die putzfähig ist und kraftschlüssig auf dem Untergrung befestigt wird (z.B. Weichholzfaserplatten). Wie sieht denn der Wandaufbau aus?
Viele Grüße Gerd Meurer



Ich empfehle Ihnen, sich ein kleines bißchen mit der Dämmtheorie zu beschäftigen:



1. es gibt keine praktischen Beweise, daß Dämmstoff überhaupt Energie spart, geschweige denn seine Investitionskosten wieder einspielt.

2. Das maßgebliche ist die Wärmestrahlung beim Heizen eines Raumes. Und diese kann durch ein Einfachfenster nicht durch, wie Sie dem Bild entnehmen können. Hingegen droht nach Isofenstereinbau Schimmel, da die Feuchte nicht mehr ausreichend aus dem Raum kommt.

Auf den Infolinks finden Sie dazu weitere Belege:


Fenster reparieren oder Isofenster?



Wie dämmt Dämmstoff?



Spart Dämmstoff Energie? Die Praxisvergleiche



Insofern meine ich, das Belassen der Fenster und keine Dämmung sind für Sie am vorteilhaftesten.





Auch bei einfachverglasten Fenstern ?

Hier mal ein Bild.



Selbstverständlich.



Was Sie an Energie verbrauchen, ist vorrangig eine Frage des Heizsystems. Wenn Sie Ihre Heizkosten in das flüchtigste Medium Luft stecken, pfeift am meisen raus. Wenn Sie massive Bauteile von innen erwärmen (molekular beschleunigen) wie bei der Wand- und FB-Heizung kostet das unsinnig Energie. Offene Vorwandsysteme sind am günstigsten in Betrieb und Anschaffung.

Diese unbeliebte Antwort auch auf das Riskio hin, daß sie von den Nichtverstehenwollenden wieder negativ bewertet wird. Denn die Argumente, die meine Aussagen stützen, wurden bisher nicht widerlegt - ein Widerspruch ist ja keine Widerlegung. Zum Heizsystem hier der Infolink:


Heizsysteme im Vergleich



Pardon, Infolink wird Ihnen nicht mehr gegönnt,



Sie können aber den Begriff Hüllflächentemperierung googeln oder auf meiner Homepage intern suchen, da finden Sie über 100 Seiten zum Thema - aber nur, wenn Sie es interessiert.





Mich interessiert auf jeden Fall erstmal alles.
Bin noch in der Orientierungs-Phase.
Beinahe hätt ich jetzt ne menge Geld ausgegeben für Balken und OSB-Platten zuzgl. Isoflock Zellulose.
Jetzt lass ich mich erst nochmal beraten.



Aussenwände von innen Dämmen



Ich beschäftige mich seit eineiger Zeit mit diesen Thema.Auch wenn Fachbücher umstritten sind, bin ich fündig geworden bei "Schäden an Fachwerkfassaden/ M.Gerner". Ich tendiere zu der Variante; Verbesserung der Wärmedämmung einer Ausfachung aus Strohlehmstarkung auf der Innenseite. Auf den alten Schichtenaufbau aus Außenputz , Strohlehm -starkung und Innenputz,wird innenseitig eine Holzleicht -bauplatte aufgebracht und darauf wiederum der neue Innenputz. Sowiel zur Fachliteratur. Meine Wandstärke schwankt zw. 8 - 10 cm und es ist auf jeden Fall kalt, der letzte Winter hat es mir bewiesen.Ich habe vor; eine Holzlattung zu erichten ,mit dem Ziel die Unebenheiten zw. Ständer, Riegel, Strebe usw. auszugleichen; denn die Ständer sind 14-16 cm stark.Auf die Holzlattung soll dann, die magnesitgebundene HWL Platten ( 25 oder 50 mm) verschraubt werden. Der entstandene Zwischenraum (zw. Außenwand und HWL Platte soll dann mit Leichtbaulehmschüttung ausgefüllt werden.
Die HWL Platten werden später verputzt. Fraglich ist für mich noch die Zusammensetzung der Leichtbaulehmschüttung.
Bei Gesprächen mit Firmen waren die Angebote meist einseitig, nur eigene Produkte. Das o.g. Beispiel habe ich selbst erstmal auf einer Messe im Februar 2005 gesehen.
Am Sonnabend bin ich erneut bei einer Firma, welche mir zeigen will, wie Sie die o.g. Wanddicke ( 8-10 cm) in eine 35 cm starke Lehmwand verwandel will. Ich bin gespant.





Lehm speichert, wieso sollte man dieses ausschalten? Innen dämmen heißt, das man ein ganz schlechtes Raumklima produziert. Wenn man heizt - wird es schnell warm, kühlt aber geanuso schnell wieder aus. Im Sommer ist es nicht kühl, sondern so wie draußen, warm. Was die Fenster so reinlassen an Sonnenstrahlen eben.

Viel Glück
Gruß
Beatrice



Die Holzbohlenhäuser in Grindelwald



sind seit 300 Jahren durchschnittlich 9 cm stark. Viele nur 7 cm. Bei guter Heizungsmethode ist das genug. Der Rest ist rausgeschmissenes Geld und Feuchterisiko.

Tip: Vertrauen Sie auf die alten Baumeister, die wußten Bescheid, nicht DIN. Und mit Ihrer Heizung konnten die nun wirklich nicht rechnen.



Sicher ist Sicher



Hallo
… das mit dem Beraten lassen ist so ne Sache:
die meisten Berater wollen etwas verkaufen und machen das ja auch oft ordentlich - davon leben die ja!
aber ob man dann das bekommt was man oder was das Haus auch wirklich braucht … fraglich / leider
meist kommen die Überraschungen erst dann später und kosten Geld und verursachen Ärger und Verdruß
und dann noch: Beim Bauen muss man auf die Zusammenhänge achten - das eine bedingt das andere und umgekehrt - und man kann nicht einfach an dem einen Rädchen drehen ohne dass es Einfluss auf das andere hat …
um da einen kleinen Einblick zu erhalten, braucht man lange Jahre einen "hellen" Kopf und einige Nackenschläge und blaue Flecken
oftmals sind die glitzernden und tabellirisierten Prospekte, die Verweise auf "Recht und Gesetz / Verordnungen" morsche Krücken die sich als brüchig und zu schwach erweisen - leider erst meist viel zu spät
und die berühmte Geschichte mit der Produkthaftung ist doch auch mehr eine Farce und Augenwischerei

eine Offenlegung der Inhaltstoffe, gewissenhafte Planung und "Sparsamkeit" an komplizierten Baustoffen sind wichtig

also: Beraten lassen!
kostfastnix!
(im Vergleich zu den Fehlern, die man machen kann)

mfG

Florian Kurz



Von wem



soll sich Uwe T. denn beraten lassen?

Von den Experten hier im Forum, von denen die Meinung soweit auseinandergehen, das der Laie hinter nicht schlauer ist als voher.

Ein schönes Wochenden Gerd Meurer



Dem Laien bleibt sein Bauchgefühl,



und dem sollte er trauen. Wenn er listiger sein will und es überlistet, weil er halt wieder mal besonders schlau sein wollte, muß er scheitern, damit er wieder was lernt und das nächste Mal besser auf den Bauch hört.



Welchen Berater?



Das ist doch ganz einfach: Von mir! :-)
Oder??
Ja! Ich weiß ... das gibt wieder Minuspunkte!
Aber wenn dem Herrn Uwe T. mein "Geschreibsel" nicht gefällt, kann er gerne zum Herrn Fischer gehen; oder zum Herrn Meurer, oder zum Herrn X oder Y - oder zur Frau A oder B.
Entscheiden muss alleine er - das weiß er glaub ich schon (das ist ja die krux)
Er könnte es auswürfeln … seine Glücksfee befragen ... den billigsten Bieter nehmen … den, der am nähesten bei Ihm wohnt … den blondesten, den hässlichsten oder den teuersten … oder die Entscheidung der Schwiegermutter oder dem freundlichen Baustoffberater aus dem nahen Baumarkt überlassen …
Er - und andere - werden sich immer entscheiden müssen!
Ob sie dabei einen Fehlgriff machen, an eine trübe Tasse geraten oder ein goldenes Ei finden - das wird sich herausstellen!

Toi Toi Toi

Florian Kurz

und ein schönes Wochenende an alle!



Aussenwände von innen Dämmen



Hallo
Ich finde diese Möglichkeit des Gedankenaustausches zu den Problemen im Fachwerkhäusern sehr gut. Leider fehlen mir hier konkrete Beispielen bzw. das Eingehen auf die gestellten Fragen. Ich habe am 21.06.2005 zum gleichen Problem wie Uwe T. angefragt. Geantwortet hat dazu Beatrice, vielen Dank. Die Aussenwand von innen mit einer HWL-Platte dämmen und den Zwischenraum mit einer Leicht-lehmschüttung auszufüllen. Halte ich derzeit für die schnellste Methode um weiter Räume fertigzustellen. Den Zwischenraum will ich mit Blähton-Leichtlehm ausfüllen. Den kann ich mir in größeren Mengen anliefern lassen,da dieser unbegrenzt gelagert werden kann. Denn die Transportkosten sind auch Kosten.



Hallo Frank T.



Habe Ihre Frage schon mal gesehen - aber dann war sie aus meinen Augen - sie sehen ja wies heri zugeht :-)

Wo anders hab ich zum Thema Wandinnendämmung folgendes geschrieben:


---Forenreferenz-----------
… Mensch! Annette! … -
Das war doch meine Seite - oder mein Tip den ich geben wollte ……:-(

Wenn Sie die Innendämmung überdenken und evtl. nicht machen und das Geld in die Verbesserung von Heizung und Be-und Entlüftung (nicht maschinell) stecken würden haben sie evtl. auf lange Sicht mehr davon.

Viel Erfolg

FK mehr ...
----------------------------------


-
Wenn Sie die Innendämmung überdenken und evtl. nicht machen und das Geld in die Verbesserung von Heizung und Be-und Entlüftung (nicht maschinell) stecken würden haben sie evtl. auf lange Sicht mehr davon. Viel Erfolg FK

Schauen Sie sich halt noch um - bestellt und gekauft ist schnell und gerne falsch - auch das mit den Blähtonkugeln!
und dann meine und andere Beiträge zu Heizungen, Strahlungsheizungen, Temperierungen etc mal raussuchen
und bedenken Sie: Ein Haus ist ein System!!!!!

FK



Ein Beispiel:



Dieses Haus hat keine Dämmung innen vorgeschüttet bekommen, auch nicht gepampt. Und funktioniert trotzdem. Dank Temperierung und Massivausbau im Dach.

Wobei die vor der Sanierung eingebauten Vorsatzschalen innen das Fassadenfachwerk bis zu 60 Prozent wegmorschen ließen. Sauerkrautplatten waren da auch bei.





Also ich weis jetzt, dass ich bei Lehm bleibe.
Dämmen werd ich nix.
Nur Fenster erneuern.



Also das mit der …



Außendämmung - das hätten wir!
… und jetzt muß die Fensterfrage geklärt werden …

Dem Grundsatz: Alle / Alte Fenster raus!! muß ich auch gleich widersprechen - oder zum Hinterfragen animieren!

dazu:
Hallo überprüfen Sie die Konstruktion und die Verwendbarkeit der Fenster bevor Sie diese "entsorgen"! Schauen Sie mal da hinein, evtl kann es Ihnen weiterhelfen:
Praxis Ratgeber zur Denkmalpflege der Deutschen Burgenvereinigung:
http://www.deutsche-burgen.org/nr1.pdf
http://www.deutsche-burgen.org/nr9.pdf

herzliche Grüsse

Florian Kurz

(Vorsicht bei baulichem Stückwerk)