Erfarhrungen mit Bohrlochinjektionsverfahren bei feuchten Kellerwänden?

21.09.2002



Hat jemand Erfahrungen mit der Wirkung des sogenannten Bohrlochinjektionsverfahrens zur Absperrung von Kellerwänden gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Es handelt sich um ein sehr altes Fachwerkhaus (ca. 16./17. Jahrh.) mit Kellerwänden aus Sandstein, an denen deutlich erkennbar Feuchtigkeit hochsteigt. In den darüber befindlichen seit kurzen ausgebauten Wohnräumen gibt es Feuchtigkeitsprobleme. Wir sind uns noch garnicht sicher, ob wir die Maßnahme überhaupt anwenden sollten bzw. ob es überhaupt sinnvoll ist und sind daher erstmal grundsätzlich an Erfahrungswerten über die Wirksamkeit des Bohrlochinjektionsverfahrens interessiert.



Bohrlochinjektionsverfahren



Hallo Michael,

Erfahrungen habe ich keine. Habe mich auch für dieses Verfahren interessiert. Konnte
3 wesentliche Kritikpunkte ausmachen:

1. sehr teuer
2. Wirkung soll nach 5-15 Jahren nachlassen
3. Giftbelastungen sind noch ungeklärt

Meine Empfehlung:

Andere Verfahren der nachträglichen Anbringung einer Horizontalsperre (Sägeverfahren müßte
bei Sandstein relativ problemlos sein; Einschlagen von Edelstahlblechen usw.) prüfen.

Kommt die Feuchtigkeit wirklich von unten durch die Fugen in den Wohnbereich oder kommt sie
von außen in die Fugen ? Im letzteren Fall eher eine Vertikalabdichtung anbringen.

Viel Erfolg !
Jürgen





Hallo,

diesen Verfahren beseitigt nicht die Ursache. Wenn es geht aussen freigraben, Abdichten und Verdunstungszone einrichten. Wenn von aussen kein Zugang möglich ist haben wir auch sehr gute Erfahrungen mit Temperierungssystemen gemacht.



Injektionsverfahren



Moin Herr Prüfer und anbei auch von mir eine Meinung zu Ihrem Problem:
Vertrete beide Meinungen mit und plädiere immer erst auf eine kongrete Kontrolle zur Ursache des eindringenden "Wassers", um dann gezielt eine Beseitigungsvariante auszuwählen.
Habe durch Herrn Nothhelfer, Michael (Community-Mitglied)eine wirklich verblüffend einfache Methode kennengelernt. Belüftetes Kelleraußenmauerwerk! Ohne Bitumenanstrich oder andere absperrende Materialien! Kalkputz, Kokos,
Wellzementplatten und ober eine Schutzabdeckung, fertig! Rufen Sie Ihn an und schwatzen mal darüber. MfG der Lausitzer Lehmbauer.



Injektionsverfahren



Sehr geehrter Herr Prüfer,
bei einem Bauvorhaben in Herne wurde das Verfahren an mit den gleichen Voraussetzungen durchgeführt. Wichtig ist die Durchfeuchtung der Wände VORHER festzustellen. Oft ist es kein, wie angenommen, Grundwasser sondern Oberflächenwasser. Abzuwiegen ist auch die Frage: Soll der Keller eine natürliche Feuchtigkeit behalten? Auch Instandsetzungsarbeiten wie z.B. ein Betonboden beeinfluß das Feuchteverhalten eines alten Kellers maßgeblich.
Mit freundlichem Gruß
M.Waning



bewusst anders Bauen



Hallo Herr Prüfer,

laut Sachberichten halten diese keine 30 Jahre. Sie werden spröde und beginnen zu reisen und sind somit für neuen Wassereintritt mehr als offen. Sie kosten letztendlich nur viel Geld und sind durch gezielte andere und vor allem sinnvollere Maßnahem vollend zu ersetzen. Ich habe so etwas noch nie vorgesehen und werde es auch nicht. Wie unten beschrieben ist die Ursache zu klären. Vielleicht ist eine nach DIN eingebaute Drainage die Ursache oder falsch verstandene Geländeführung oder die Blumenrabatte vorm Haus. Auch können Salze im Mauerwerk die alleinige Ursache sein. War dort früher ein Misthaufen oder eine Dunggrube oder ..... . Aber auch der falsch verstandene Ergeiz, die nachträglich eingebaute Bodenplatte nach allen Regeln der Kunst dicht zu bekommen. Die vom Herrn Mühle vorgeschlagene Vorgehensweise wurde von uns auch seit Jahren mehrfach eingesetzt. Wir haben jedoch bei allen diesen Vorhaben diffusionsoffene Fußböden, Temperierungsheizungen und Gefälle weg von Haus vorgesehen (wenn man das auf die Kürze so beschreiben kann). Und alles ohne Schäden. Aber es geht auch anders, denn meine Frage ist immer noch die, was passiert im warmen Sommer, wenn warme Luft sich am kalten Mauerwerk hinter den Wellplatten entspannt. Aber es gibt Tone, die eine sehr, sehr niedrige kapillare Leitfähigkeit aufweisen, diese könnten ebenfalls vorgesehen werden. Und letztendlich kommt die Feuchte gar nicht von unten sondern von oben oder ist einem Falschen Lüftungsverhalten zuzuschreiben. Was sind für Räume drunter und wie wird gelüftet. Schaut mal unter www.gesundes-Bauen.com à Publikationen (Meißner Amtsblatt) nach oder ruft einfach mal an.

Viele Grüße, Michael Reisinger



evtl. thermische bauwerksabdichtung



thermische bauwerksabdichtung
bei kellern, in denen die "füsse" feucht sind, und die wir von aussen nicht abdichten können, verwenden wir meistens eine sog. "thermische bauwerksabdichtung", indem wir in das mauerwerk, direkt über dem boden, einen ca. 5x5 cm grossen horizontalen wandschlitz schneiden, darin wird dann eine Heizung als ringleitung verlegt, die anschliessend wieder vermörtelt wird; durch die heizung wird das mauerwerk um die Leitung ausgetrocknet und verhindert auch weiter kapillar aufsteigende feuchtigkeit; die anfallende feuchte luft, muss dann aber dringendst abgeführt werden, was wir meistens mit einem gebläse -feuchtigkeitsgesteuert- durchführen; hoffe ihnen etwas geholfen zu haben;-) grüsse aus würzburg