In alter Scheune ein neues Gebäude errichten?

28.05.2014


Wir haben ein denkmalgeschütztes Haus mit Scheune. Das Haus wird von uns zur Zeit renoviert. Die Scheune ist gut 3 Stockwerke hoch und an diversen Stellen marode. Wir könnten nun einige Balken und Gefächer austauschen, aber es komplett ausbauen sprengt unser Buget. Nun möchte ich unbedingt am Haus eigene Praxisräume errichten für eine Naturheilpraxis. Da bleibt nur noch die Scheune.
Frage: Die Scheune steht auf einer Mauer aus Steinen, wie sie früher so gebaut wurden. Die Scheune also bis auf die Mauern abreissen und noch gutes Mateial für ein kleineres Gebäude innerhalb der Mauern wiederverwenden. Meint ihr, das macht der Denkmalpfleger mit? Oder:
Scheune nur einigermassen reparieren und in der Scheune quasi ein kleineres Gebäude errichten. So was habe ich mal gesehen. Darf ich das dann ohne Denkmalschutz durchziehen, oder ist da wegen Nuzungsänderung was anzumelden?



Umnutzung



Hallo,

bei dem Vorhaben ist der Denkmalschutz noch das geringste Problem. Was ihr vorhabt ist eine Umnutzung, da wäre erst einmal zu klären ob das überhaupt genehmigungsfähig ist (Stichwort Außenbereich). Dann müsste man die Bausubstanz untersuchen, wie marode ist das und was muss alles getan werden. Eine Scheune ist nie als Wohnraum gedacht gewesen, ergo müssen sehr viele Dinge (z.B. Fenster, fehlende Bodenplatte + Zwischendecken, Versorgungsleitungen etc.) geändert werden. Alles in allem ist das nichts was sich mit begrenztem Budget mal eben so realisieren ließe. Hier im Forum gibt es einige Themen zu Scheunenumbau. Einfach mal durchlesen.

Ein derartiger Umbau erfordert einen Bauantrag, und dabei wird dann auch der Denkmalschutz mit angefragt. Eine Abstimmung im Vorfeld ist aber anzuraten. Ich würde sagen, Praxisräume woanders mieten dürfte deutlich billiger kommen.

Tina



Danke Tina



Das mit dem anmieten hatte ich auch schon in Betracht gezogen. Aber ein gewerblich angemeldeten Raum bzw. Räume kosten gut 600-800 Euro. Und die Umbaumassnahmen noch nicht hinein gerechnet.
Ich werde mal in dieser Rubrik " Umbau Scheune" nochmals reinschnuppern.Hatte aber auf dem ersten Blick so noch nix gefunden.
Gibt es denn hier jemanden, der so oder so etwas ähnliches schon mal gemacht hat?





Ohne eine denkmalrechtliche Genehmigung geht in solch einem Falle nichts und auch ist - wie schon Tina geschrieben hat – eine Umnutzung baurechtlich genehmigungspflichtig. Da geht es nicht nur um Optik etc. sondern im Besonderen auch um Wärmeschutz, Tragwerk, Brandschutz und Flucht- und Rettungswege – im Besonderen da in einer Praxis gewissem Umfang ortsfremde zutritt haben. Auch nachbarrechtlich muss das im Zuge einer Genehmigung ggf. geklärt werden.

Am derzeitigen Kapitalmarkt kann man aber für die genannten 800 € schon etwas in Bewegung setzen und letztlich gehört es einem selbst. Wenn die Scheune ausschließlich als Praxis genutzt wird hat dies auch noch einen nicht zu unterschätzenden steuerlichen Aspekt.

Also: Erst einmal schauen was man wirklich machen kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



"Haus in Scheune"



ich habe so etwas auch schon einmal gesehen. Gab dazu auf HR mal einen Fernsehbericht.

Unter http://newspol.de/hessens-schoenste-traumhaeuser/ ganz unten auf der Seite, ist ein Foto zu sehen.

Vielleicht mal versuchen, mit den Bauherren Kontakt aufzunehmen. Die haben das ganze Prozedere ja schon durch und sind vielleicht bereit Ihre Erfahrungen zu teilen.

Grüße
Martin



Tante google sagt



das hier die Lösung zu sehen ist



Abwarten...



Vieles ist möglich. Bekannte haben auch eine Scheune zu einem kombinierten Wohnhaus + Werkstatt umgebaut. Allerdings kenne ich da nur den Endzustand und die Sanierung nur aus Erzählungen.

Hast du denn jetzt schon eine laufende Praxis die umziehen soll, oder willst du erst noch starten? Falls du schon eine Praxis hast: bleibst du in der Nähe (Patienten bleiben) oder ist das weiter weg?

Ich würde auf jeden Fall erst einmal das Wohnhaus soweit fertig machen. Zumindest verstehe ich dich so dass ihr da schon mittendrin seid. Wird da viel gemacht oder beschränken sich die Arbeiten auf Dinge wie Streichen und Fußbodenbelag erneuern? Wenn dann Zeit, Energie, Arbeitswille und klare Finanzen da sind würde ich die Scheune angehen. Ansonsten besteht die Gefahr dass ihr mit einem halbfertigen Haus und einer halbfertigen Scheune/Praxis dasteht.

Bis aus der Scheune eine Praxis geworden ist dauert es eh recht lange. Ich würde mit mindestens 1 Jahr rechnen für Start der Planung bis fertig. Du wirst also voraussichtlich eh erst mal was mieten müssen. Insbesondere wenn du neu startest fände ich mieten auch sinnvoll um zu testen, was genau du brauchst. Gemietete Räume kann man kündigen wenn man merkt, es ist zu groß/klein/falsch aufgeteilt. Aber wenn man was eigenes baut sollte das schon auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sein.



Dem kundigen "Fachwerkforisten"....



...dürfte bei dem Film und auch bei meinem Link nicht entgangen sein, dass zu "Hessens schönsten Traumhäusern" auch die Mühle im Wattertal von Werner Liebchen gehört.

Fachwerktreffen Anno 2008?...oder so?

Grüße
Martin



Ich werde wohl zunächst mal eine Bauanfrage stellen



Danke für die Antworten,
und es ist so, dass ich erst starten werde mit der Praxis. Da kribbelt es halt und ich bin etwas ungeduldig. Ich werde mich wohl noch mal etwas umsehen und schauen, was ich mit dem Thema Scheune noch machen kann.
Zu unserem Haus: Wir wechseln nur ein paar marode Balken und setzen einen Schwellbalken. Dieser fehlt nähmlich und wurde von userem Vorgänger einfach durch Steine ersetzt. Dann wollen wir die alten Dielen, die wir unter den Spahnplatten gefunden haben wieder hervorholen und Instant setzen. Das wird sicher noch spannend. Und das alles während des normalem Familienlebens im Haus. Schaun wir mal ! :-)