Holzschutzmittel

24.05.2005



Guten Tag,
ich habe eine Frage bzgl. der Verwendung von Holzschutzmittel.
An unserem Haus wurden an verschiedenen Stellen faule und von Insekten geschädigte Balken von dem Zimmermann bis auf das gesunde Kernholz aufgestemmt. Wie verfahren wir denn jetzt weiter, bis die Paßstücke eingefügt werden? Der Zimmermann ist der Meinung, daß das freiliegende Kernholz auf jeden Fall mit einer bekämpfenden Imprägnierung behandelt werden sollte, um eventuelle nicht sichtbare Schädlinge und Pilzsporen zu beseitigen.
Welches Holzschutzmittel sollen wir verwenden? Welches ist empfehlenswert, ohne sich eine chemische Zeitbombe ins Haus zu holen?

Vielen Dank und viele Grüße,
Iain



Schutz



Hallo Lain

Der gute Zimmermann hat vollkommen recht. Wenn die Balken zu den bewohnten Räumen nicht abgeschirmt sind, sollte aber auf pyrothroidhaltige Mittel verzichtet werden.

Hier wäre z.B. der Einsatz glykolbasierter borathaltiger Mittel denkbar.

Gruß

L. Parisek



Wenn Pilze vorhanden waren...



...sollte aber eher das Holz im geschädigten Bereich, einschl. Sicherheitszone komplett beseitigt werden und nicht nur bebeilt, oder habe ich das falsch interpretiert?
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Nachfrage



Kollege Malangeri hat natürlich recht, wenn es sich hier z.B. um einen Befall durch den Echten Hausschwamm handelt, wäre diese Vorgehen natürlich nicht weitgehend genug.

Wenn es sich dagegen nur um vermulmtes Holz, ohne erkennbare Strangmyzele und Fruchtkörper handelt, halte ich die Vorgehensweise für durchaus akzeptabel.

Was ungeklärt blieb:
Von welcher Holzart reden wir?
Sind die Bereiche nun dauerhaft trocken?

Gruß

L. Parisek



Holzschutz



Hallo Herr Parisek, Hallo Herr Malangeri,

vielen Dank für Ihre raschen Antworten.
Es handelt sich bei dem verbauten Holz der Streben um Fichte und Douglasie, sowie im Schwellenbereich um Eiche. Das Alter der Hölzer ist dem Baujahr des Hauses entsprechend 100 Jahre. Die Nadelhölzer hatten einen alten Befall von Holzwurm, bei den Streben waren zusätzlich die Ecken im Bereich der Schwelle angefault. Es handelte sich aber nicht um Hausschwamm. Insgesamt sind an dem Haus eine Streben an der Nord, sowie zwei an der Ostseite schadhaft gewesen. Der faule Bereich beschränkte sich auch bei allen Teilen auf ca. 4x5x3 cm bei einem Holzmaß von 15 auf 15 cm. Laut Zimmermann war der Schaden noch im Anfangsstadium und entstand vielleicht durch mehrere Trocknungsrisse im Nadelholz, die über die Jahre so Feuchtigkeit gezogen haben. Die Eichenschwelle hatte Fäulnis im Bereich Anschluß Natursteintreppe. Der sonstige Aufbau des Sockels ist Bruchstein, die Balken liegen auf alten Ziegeln mit Überstand, sind also vor Feuchtigkeit geschützt.
Das Kernholz macht einen vollkommen gesunden Eindruck, riecht gut und zeigt keinerlei weitere Schäden. Der Holzschutz soll aber noch einmal eine Absicherung sein.

Ich bin auf das Mittel Boracol 20 gestoßen. Wäre dies die richtige Wahl? In dem technischen Merkblatt steht, daß Boracol hydroskopisch ist. Wie soll ich dies genau verstehen? Es würde doch dann im verborgenen zwischen aufgebohltem Holz und altem Kernholz Wasser ziehen, was dann nicht der Sinn eines Holzschutzmittels ist. Wie sieht das Verhalten des Mittels überhaupt aus, wenn ein Paßstück aufgebohlt ist?

Viele Grüße,
Iain



Ergänzungen



Hallo Lain

Vielen Dank für die Ergänzungen.
Es scheint schon so zu sein wie ich dies interpretiert hatte. Doch es war gut, dass Kollege Malangeri noch mal nachgebohrt hat.

Zur Frage des hygroskopischen Verhaltens des Mittels. Bei der Wahl von Boraten als Wirkstoff werden diese Salze generell hygroskopisch sein.

Bei diesem Produkt allerdings unterstützt das Wasser durch die fehlende Kristallisationsphase dem Wirkstoff beim Weitertransport durch das Holz. Dies bedeutet, dass gerade die Feuchte dem Mittel zu einer besseren Penetrierung des Holzes verhilft.

Gruß

L. Parisek





Hallo Was haltet ihr von Wood- Bliss?
Ein ungiftiger Mineralisches Holzschutzmittel von Masid.
Siehe auch unter www.Masid.de.

oder hier ein Artikel
http://www.masid.de/pdf/artikel_0001.pdf

Heidi