Altes Holz behandeln

18.02.2012



Guten Tag Fachwerker
Wir arbeiten an der Renovierung eines Fachwerkhauses und mussten alte Holzbretter, die in der Decke eingebaut waren rausnehmen, um die Balken zu ersetzen.
Nun möchte ich aber diese Bretter wieder einbauen um den ursprünglichen „Look“ zu geben. Es handelt sich um gesundes Nadelholz ohne Wurmbefall.
Die praktische Umsetzung ist kein Problem, aber wir sind mit 2 Schwierigkeiten konfrontiert:

Erstens möchten wir die Bretter reinigen ohne sie zu hobeln, weil wir damit den „Charme“ des Holzes verlieren würden. Gibt es zum Hobeln eine Alternative?

Das zweite Problem ist der Geruch: eine Mischung aus Mäusen, Feuer (Russ) und andere Duftnoten die nicht wirklich in neue Räume gehören;-). Welche natürlichen Mittel könnte man hier einsetzen?

Könnt Ihr uns zu dieser Thematik einen Tipp geben?
Besten Dank für Eure Hilfe und Ratschläge.



Schleifen statt Hobeln



Antike Weichholzmöbel restauriert man so:
Abschleifen, dann die Oberfläche anfeuchten, trocknen, nochmal etwas schleifen, dann wachsen. So würde ich mit den Brettern verfahren. Auf der Rückseite lässt sich eine Arbeitsprobe anfertigen.

Der Geruch haftet an der Oberfläche und verschwindet mit dem Schleifen.

MfG,

Dirk



Altes Holz behandeln und die Oberfläche dennoch erhalten



Ich würde die Bretter mit einem grünen Pad und Intensivreiniger (kräftige Seifenlauge) abwaschen, trocknen lassen und mit einem Schleifvlies glätten.

Anschließend je nach Oberflächenwunsch Ölen (feuert an und macht die Eigenfarbe kräftiger = entspricht eigentlich dem "Charme" des Holzes) oder aber mit Bienenwachsbalsam Aqua. Also ohne Öl, ohne Anfeuern. Evtl. auch mit Weißpigment, je nach Gestaltungswunsch.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ozon



Die Holzteile im Hochsommer (ja, dauert noch ein wenig) in die knalle Sonne stellen. Ozon hilft wunderbar gg. sämtl. Gerüche. Falls es Euch bis zum Sommer zu lange dauert, bei den Autoaufbereitern werden s.g. "Ozonbomben" zur Beseitigung von Gerüchen in PKW verwendet.
Das war bei mir die einzige Möglichkeit, den elendigen Nagetierfäkalgeruch aus dem Kinderzimmer zu bekommen.





Hallo Dirk, Frank und Noober

Besten Dank für Eure Ratschläge. Ich werde ein Stück Holz mit allen 3 Verfahren ausprobieren und mich nochmal melden im Forum.
Wegen den Gerüchen werde ich ein bisschen länger brauchen bin aber Dankbar für den Lösungsansatz und werde mich auf die suche nach einer Ozon-Bombe machen.

Herzlichen Dank.
Mfg

Leonardo



Großer Gott,



wenn der Leonardo aber nun ein Ozonloch erwischt?

In die Sonne stellen ist purer Bauunfug, die Bretter werden sich verziehen und reißen. Und wie soll das "In die Sonne stellen" der Bretter einer ganzen Decke praktisch funktionieren?

Ob eine "Ozon-Bombe" im geschlossenen Raum funktioniert, wäre der Probe wert. Mit Sicherheit ist eine dünne Schellackgrundierung wirksam, der natürliche Lack maskiert Gerüche (und auch Holzschutzmittel). Auch das Behandeln mit Wasserstoffperoxid ist oft wirksam. Der Geruch kann, muß aber nicht nur oberflächlich sein.

Ich würde die Bretter zum Reinigen nicht schleifen. Ein Bürsten mit einer el. Balkenbürste und Nyloneinsatz mit geringer Schleifwirkung (180 z.B.) schont die historische Oberfläche. Weichholzmöbeltöter wie DB haben schon genug historische Substanz gequält, das müssen Sie nicht nachmachen, und besonders dann nicht, wenn die Bretter alle etwa so schön aussehen wie auf dem Bild.

Zur Oberfläche hat Frank ja schon Varianten gezeigt.

Grüße

Thomas



Riesenhobel



Ach so, dann nehmen wir doch die Riesendickte und schieben das gesamte Haus durch!

Erst lesen! Die Bretter sind ausgebaut...

Die Gefahr des Reissens ist fast nie auszuschließen, egal wie ich solch altes Holz behandele. Ich habe 14m² Wandvertäfelung zur Geruchs- Beseitigung in die Sonne gestellt und es ist rein gar nichts gerissen. Wenn das Holz frisch oder vom Ablaugen o.ä. feucht ist, sollte ich das natürlich vermeiden.
"Bauunfug", wenn ich solch einen pauschalisierenden Mist schon lese...



Ich schrieb:



"der Bretter einer ganzen Decke". Das ist nicht dasselbe wie eine ganze Decke am Stück. Lesen hilft.

Die Gefahr des Reissens (und des Schüsselns) ist dann einfach nicht vorhanden, wenn das Holz da bleibt, wo es sich schon lange befunden hat; und sich die Klimabedingungen nicht ändern.

Weil Sie es so lieben: Sie empfehlen Bauunfug. Die Umsetzung solchen Unfugs kann Ihnen in einem Vertragsverhältnis schnell viel Geld kosten. Der Bauherr, der solchem Quatsch umsetzt, schädigt schnell die Substanz.

Grüße

Thomas





Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein:

Der Herr B. hat's erfunden!

Egal ob ein Brett oder zehntausend, man kann sie in die Sonne stellen. Ok, vielleicht nicht, wenn man nur einen Balkon hat. Ihr Geschick kann ich nicht beurteilen.
Wie oft haben Sie es denn schon ausprobiert? Als Quatsch sind hier nur die besserwisserischen und unproduktiven Kommentare in einigen Threads des Herrn B. zu bewerten. Ohne seine fachliche Kompetenz grundsätzlich in Frage stellen zu wollen.
Wie ich Ihnen einst schon mal versuchte zu verstehen zu geben: Es ist unnütz und frech, die Erfahrungen anderer derart zu beschreiben. Von selbigen lebt ein Forum. Aber wozu schreibe ich mir die Finger wund, er hat es eben erfunden.





Jetzt suche ich schon soooo lange und habe die Passage noch immer nicht gefunden, aus welcher Herr B. entnimmt, dass die Deckenverkleidung am Stück bearbeitet werden soll...

Zitat: "Nun möchte ich aber diese Bretter wieder einbauen um den ursprünglichen „Look“ zu geben."



Sie können wieder anklopfen,



wenn Ihr Pegel gesunken ist.

Ich bestreite nicht, daß das Holz nach einem Sonnenbad weniger riechen könnte, der voraussehbaren Schäden wegen ist das "In die Sonne Stellen" aber unbedingt zu vermeiden.

Wenn Sie von Holz mehr Ahnung hätten, als die "Erfahrungen" eines Freizeitheimwerkers hergeben, hätten Sie Ihren Bauunfug hier nicht geschrieben.





Zu putzig der Herr B. .....
Und seine Borniertheit spitzen Werbung für die Firma. ;0)





Und weil jeder Handwerker auch wirklich die Ahnung von seinem Fach hat, die er zu haben vorgibt, finden wir in der BRD tausende von Neubauruinen und fehlgeschlagenen Sanierungsprojekten und daran anhängige Zivilrechtsverfahren.
So viel zu dem Thema Erfahrungen als Heimwerker.
Die Berufsbezeichnung allein rechtfertigt das leider nicht.

Ich befürchte, wir schweifen ab... ;0)



Ich mache...



hier keine Werbung, sondern schieße in meiner Freizeit Tontauben. Und dazu wollen Sie scheinbar unbedingt gehören. Viel Spaß dabei wünscht

Thomas





nooooooooooober

das was du meinst sind Investruinen, du verwechselst hier was.


grüße vom bänker





;0) Genau, davon haben wir ebenfalls zu genüge!
Aber wer einem solch elitären Sport wie Tontaubenschiessen nachgeht, sollte wirklich gute Bilanzen verweisen können. Dann kann Herr B. vor lauter Langeweile doch mal das Börsenparkett sanieren....
Um es erneut zu formulieren: Der Hinweis von Herrn B. auf die Gefahr der Rissbildung war richtig und überaus wichtig! Es geht mir einzig und allein um die Art und Weise!
Ich hatte das Glück, dass es zu meiner vollsten Zufriedenheit funktioniert hat. Übrigens war das auch nicht meine Idee, sondern ein Ratschlag eines Tischlers mit nunmehr 75 Lebensjahren. Aber auch er warnte mich vor Rissen und Verformungen, auch wenn er dies ob des Alters und der Trockenheit des Holzes für ein aktzeptales Risiko hielt.



Wie schön,



jetzt stimmt es also doch? Holz kann reißen, verwerfen und schüsseln?

Es liegt in der Natur der Sache, daß hier viele Ihr Sonnenkurbad für verallgemeinerbar halten könnten. Vielleicht sind Ihre Ansprüche aber ganz andere als die der übrigen Bauherren? Wer es besonders krumm, rissig, großfugig und beschädigt haben will, kann solche Bretters auch ein Jahr frei in den Garten legen. Und hinterher die Schnecken abbürsten :-) Mit seinem Haus kann man sowas machen, klar. Es ist aber aus guten tischlerischen Gründen nicht empfehlenswert, wenn man am schonenden Substanzerhalt interessiert ist.

Ein weiterer Grund wäre die differierende Holzausgleichsfeuchte. Im Freien stellt sich diese bei ca. 15% ein. In der Einbausituation einer Decke hingegen schätze ich dagegen 9-10%, im Winter auch schon 'mal weniger. Daraus resultiert eine nicht unerhebliche Fugenbildung nach dem Einbau, ggf. in Verbindung mit weiteren Rissen, wenn die Bretter nach dem Einbau nicht frei arbeiten können.

Da es, wie beschrieben, wesentlich bessere Methoden gibt, findet sich kein Grund für dieses Risiko. Sollte im Zuge einer Kernsanierung das Deckenholz vorübergehend aus dem Gebäude entfernt werden müssen, kann es natürlich im Freien gelagert werden. Dann aber sauber mit Leisten eingestapelt, einen gut überstehendem Regenschutz und dem Schutz der Hirnenden vor der Sonne. Eine flächige Sonnenbestrahlung ist immer zu vermeiden. Man müsste dann aber vor dem Wiedereinbau die Notwendigkeit der technischen Trocknung auf die im Inneren erwartete Holzausgleichsfeuchte prüfen.

Das Börsenparkett überlasse ich im übrigen gerne den Börsianern. Der kluge Mann baut nicht im Sumpf.

Grüße

Thomas





Ich habe diesem Argument doch nie widersprochen. Aber gut, dass dies nun geklärt ist. Und Ihre Argumentation, dass sich ein Dienstleister dieses Risiko nicht erlauben kann ist unumstößlich!
GRÜSSE