Holzschutz für alte Holzbalken




Bitte um Hilfe und Tipps:
habe einen alten Holzblockverband von einem ca 250 jahre alten Bauernhaus.
Wird gerade z.Teil vom alten Lehmputz befreit und dann gebürstet und geschliffen. Das Holz soll z.T. sichbar bleiben. Ebenso bei der alten Decke (Bretter und Balken)
Nun meine Frage: das frisch geschliffenen Holz könnte doch Schädlinge wieder anlocken (Hausbock?) und: womit soll man dieses am besten behandeln/streichen?

Dankeschön
Walter



Der bauliche Holzschutz



Der Hauptfeind des Holzes ist die Feuchtigkeit, der beste Holzschutz ist das Trockenhalten von Holzbauteilen.
Dies wird schnell klar, wenn man sich vergegenwärtigt, daß jedes Leben existentiell auf Wasser angewiesen ist.
Sowohl tierische als auch pflanzliche Holzschädlinge benötigen eine Mindestholzfeuchte.
In aller Regel wird diese bei einem gut gebauten Haus im Innenbereich unterschritten.
Befall gibt es regelmäßig nur dort, wo ohnehin Bauschäden vorliegen, und diese kann man mit Oberflächenbehandlung bestenfalls mittelfristig kaschieren.

Holzschutz mit Borsalzen.
Soll nach DIN 68800 gearbeitet werden heisst das, daß 50 bis 60 g Borsalz auf einen Quatratmeter Fläche aufgebracht werden müssen.
Eine 10 prozentige Lösung herstellen:
ein Kilo Borsalz auf neun Liter Wasser auflösen.

Eine Borsalzimprägnierung sollte mindestens zweimal ausgeführt werden am bessten nass in nass.

Was meint die Gemeinde zum Thema Borsalz???
Grüßt die Ideenwerkstatt Weitzel.



mmpfh.



Überschrift galt dem Borsalz in sichtbaren Bereichen.
Sollte eigentlich unterbleiben, ist auch nicht unbedingt notwendig.
Ansonsten ist ein Neubefall durch Hausbock von alten bis sehr alten Holzbauteilen nicht völlig ausgeschlossen, jedoch vergleichsweise selten (statistisch gesehen).
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Borsalz oder nicht, daß ist hier die Frage???



Eine Antwort finde ich ist das nicht lieber Martin.
Die Statistik interessiert mich hier nicht sondern die Frage warum du es nicht für nötig hälst.
Du schreibst:
Sollte eigentlich unterbleiben, ist auch nicht unbedingt notwendig.

warum??

Woher kommt unser Wissen???
Aus Quellen also Büchern, aus der Praxis, Erfahrungswerten aus Tests und und und.
Warum also keine Natürliche Hilfe fürs Holz in diesem Fall, was spricht fachlich dagegen??

Ich kann hier auch nur dazu lernen gebe ich offen zu und fragt dich grüßend die Ideenwerkstatt Weitzel.



Nachträglicher Holzschutz



Bevor Sie sich ans Werk machen, sollten Sie zuerst feststellen, was für Holz verbaut wurde. Jeder Käfer hat so seine Eigenarten. Der Hausbock z. B. geht nur in Fichten- und Tannenholz rein, daher brauchen Sie Eichenholz gegen diesen Käfer nicht zusätzlich chemisch zu schützen. Und wenn der Hausbock keine Spalten, Risse und Löcher im Holz findet, wo er seine Eier ablegen kann, dann ist auch hier schon wieder ein Teil der Gefahr gebannt. Weiteres finden Sie hier: http://www.holzfragen.de/seiten/hausbock.html

Von einem Einsatz von Borsalzen im Wohnbereich wurde uns damals von Fachleuten abgeraten. Selbst die Nachfrage bei Holzschutzmittelherstellern ergab, dass (nachträglich) imprägniertes Holz im Wohnbereich irgendwie staubdicht verkleidet werden sollte. Wir haben bei einer nachträglichen Imprägnierung unseres Dachstuhls gute Erfahrung mit Boracol (www.lavtox.com) gemacht. Wie Herr Weitzel schon schreibt, haben Sie die beste Eindringtiefe bei feuchtem Holz. Nehmen Sie also vor dem Imprägnieren eine Gartenspritze und nässen Sie das Holz vor. Das Feuchte Holz dann 2-3 mal satt mit dem Boracol einstreichen - fertig.

Allerdings würde ich mich bei offenliegendem Holz eher Hr. Malangeri anschließen und von einer Verwendung von Borsalz im Wohnbereich Abstand nehmen.

Gutes Gelingen!



Ideenspiegel


Feuchteansprüche Holzschädlinge

Ich muß Martin Recht geben

Im bewohnten und geschlossenen Bereich ist eine Vorbeugung gegen welchen tierischen Holzschädling auch immer, bestimmt nicht notwendig und sinnvoll.

Der oft zitierte Zusammenhang zwischen Holzfeuchte und Lebensvitalität der Holzschädlinge hat zwar eine theoretische aber in der Praxis meist fehlinterpretierte bzw. weit überschätzte Bedeutung.

Vor selbst gemischten Borsalzlösungen möchte ich hier nochmals warnen, da für eine gute Penetration des Salzes eine ausgefeilte Rezeptur sinnvoll ist.

Vollholz ohne Risse , Spalten oder konstruktionsbedingte Verbindungshohlräume habe ich eigentlich kaum erlebt.

Walters Frage lässt sich nur schwer beantworten. Hier müsste auf Gefährdungsmomente geachtet werden. (Nähe zu alten Holzgebäuden, anfliegbare Flächen, Einbau neuer Hölzer, bewitterte Hölzer, freiliegende Hölzer im Dachstuhl, Einlagerung Brennholz und altes Holzmaterial etc.)

Gruß

L. Parisek



Lebensbedingungen des Hausbocks



gibt es einige uns Menschen bekannte, u. a. bauen die Larven das Eiweiss im Holz ab, es geht nur um Nadelhölzer und hier nur ums Splintholz, die Weibchen legen mittels Legeröhre die Eier in Ritzen und Spalten ab ohne damit selber bohren zu können oder sich vorher reinzufressen.
Durch den Alterungsprozess des verbauten Holzes wird das Eiweiss in den Zellen allmählich ab- und/oder umgegebaut, der Vitamin B Gehalt nimmt ab und ebenso die Käfer anlockenden ätherischen Öle im Holz.
Erfahrungsgemäß geht damit der Lebendbefall nach etwa 60-80 Jahren rapide zurück, ein Neubefall von Althölzern wurde bisher nur selten festgestellt. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Von der rechtlichen Seite her wäre zu sagen, dass sogar bei neu eingebauten Farbkernhölzern (hierzu zählt beispielsweise die Kiefer) die splintarm und sichtbar eingebaut wurden, nach DIN 68800 der Gefährdungsklasse 0 zugerechnet werden können und damit gar nicht chemisch behandelt werden müssen.
Das Wort statistisch war mir deshalb wichtig weil der überwiegende Anteil aller Forschungs- und Erfahrungsberichte mit heutigen Stand ein Neubefall von Altholz durch Hausbock nur in Ausnahmen festgestellt hat.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri